Max Maria von Weber

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Max Maria von Weber

Philipp Christian Maximilian Maria Freiherr von Weber[1] (* 25. April 1822 in Dresden; † 18. April 1881 in Berlin) war sächsischer Eisenbahndirektor, österreichischer Hofrat und preußischer Ministerialrat.[2]

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Inschrift auf dem Gedenkstein des Familiengrabes von Carl Maria von Weber

Weber war ein Sohn des Komponisten Carl Maria von Weber und dessen Ehefrau Caroline, geborene Brandt. Seine Geburt lag wenige Monate nach der Uraufführung der romantischen Oper „Der Freischütz“ im Berliner Schauspielhaus, dem heutigen Konzerthaus. Er erhielt den Freischütznamen Max. Im Alter von vier Jahren verlor er seinen Vater und die Erziehung übernahm seine Mutter gemeinsam mit dem Freund des Vaters, dem Naturforscher und Afrikareisenden Martin Hinrich Lichtenstein. Die Schul- und Studienjahre verbrachte Weber in der Technischen Bildungsanstalt in Dresden und an der Universität in Berlin. In Berlin war er neben seinem Studium als Konstrukteur in der Lokomotivfabrik von August Borsig tätig. Am Ende seines Studiums legte Max Maria von Weber die Prüfung zum Lokomotivführer ab und war etwa ein Jahr lang auf der Strecke Berlin–Jüterbog in diesem Beruf tätig. Ab 1841 war er bei mehreren Eisenbahngesellschaften, so zum Beispiel der Leipzig-Dresdner Eisenbahn, im Werkstattdienst beschäftigt. Zwischenzeitlich machte er Studienreisen, die ihn bis nach England führten. Ab 1846 übernahm er die maschinentechnische Leitung der Chemnitz—Riesaer Eisenbahn, wenig später die Gesamtleitung der Erzgebirgischen Eisenbahn. 1852 trat er mit dem Titel Finanzrat in den Sächsischen Staatsdienst ein. Von 1870 bis 1878 war er als Österreichisch-Ungarischer Hofrat in Wien tätig, danach, 1878 von Heinrich von Achenbach in das preußische Handelsministerium berufen, bis zu seinem Tode als Regierungsrat. In dieser Zeit fallen die im Auftrage des „Ministers der öffentlichen Arbeiten“ durchgeführten Reisen nach England (1878), Schweden (1879) und 1880 in die USA.[3]

Max Maria von Weber starb durch Herzversagen während eines Spazierganges in Berlin am 18. April 1881. Die Beisetzung in der Familiengrabstätte auf dem Alten Katholischen Friedhof in Dresden-Friedrichstadt fand am 22. April 1881 statt.[4]

Wirken[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Aufsichtsbeamter mit Webermütze

Mit seinem Engagement für den Arbeitsschutz hinterließ Max Maria von Weber der Nachwelt eine erstaunliche Fülle praxisorientierter Leistungen aus den Anfängen des Eisenbahnwesens und der Verkehrssicherheit. So sind zum Beispiel in Deutschland die ersten Fahrtenschreiber, die ersten Geschwindigkeitsmesser für Lokomotiven, die erste Schienenbiegemaschine, die Einführung der überdachten Führerstände für Lokomotiven, die Bahnschranke, die Projektierung von Bahnhöfen nach logistischen Gesichtspunkten, die erste vollständig aus Schmiedeeisen errichtete Straßenbrücke und die rote Mütze der Aufsichtsbeamten – die „Webermütze“ – auf ihn zurückzuführen.

Max Maria von Weber betätigte sich auch als Schriftsteller mit einem einerseits sehr technischen, andererseits aber sehr populär erklärten Umfeld. Seine Werke und Novellen fanden bei seinen Zeitgenossen auch wegen seines gesellschaftlichen und sozialen Engagements starke Beachtung, sind aber heute beinahe vollständig vergessen. Eine Ausnahme stellt der im Jahre 2004 herausgegebene bebilderte Novellenband Sturm auf den Schienen dar, der neben den schönsten Eisenbahnnovellen Max Maria von Webers die 1880 entstandenen Reisebriefe aus Nordamerika sowie eine Kurzbiographie enthält. Außerdem verfasste er die erste, allerdings eher romanhafte Biografie seines Vaters Carl Maria von Weber.

Max Maria von Weber erstellte bereits 1854 eine Studie zum Schienensuizid. Er schreibt in Die Technik des Eisenbahnwesens in Bezug auf die Sicherheit desselben:

„Mit einigem Rechte kann man auch die Gefahren hierher rechnen, welche dem Betriebe durch das Gebaren von Personen erwachsen sind, welche freiwillig den Tod unter den Rädern der Züge gesucht haben. Ereignisse dieser Art sind nicht so selten, als man glauben möchte, wie z. B. die nachstehenden Notizen über Selbstmorde auf den deutschen Eisenbahnen andeuten, von denen dem Verfasser officielle Nachrichten darüber zugegangen sind.“

Max Maria von Weber hielt es bereits damals für schwer oder gar unmöglich, durch Vorkehrungen irgendeiner Art den Suizid auf Eisenbahnen zu verhindern. Als einziges Gegenmittel schlug er vor, es könne eine „gute Bewachung der Bahn […] vielleicht hier und da eine solche bedauerliche Handlung verhüten“.

Schriften (Auswahl)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Über die Principien der Verwaltung öffentlicher Verkehrsanstalten, 1849
  • Das Tantièmesystem, (Chemnitz 1849)
  • Die Technik des Eisenbahnbetriebes in Bezug auf dessen Sicherheit, (Leipzig 1854)
  • Algerien und die Auswanderung dorthin, (Leipzig 1854)
  • Die Lebensversicherung der Eisenbahnpassagiere in Verbindung mit der Unterstützung der Eisenbahnbeamten, (Leipzig 1855)
  • Schule des Eisenbahnwesens, (Leipzig 1857)
  • Die rauchfreie Verbrennung der Steinkohle, (Leipzig 1859)
  • Die Abnutzung des physischen Organismus der Eisenbahnfunctionäre, (Leipzig 1862)
  • Die Gefährdung des Personals beim Maschinen- und Fahrdienste, (Leipzig 1862)
  • Aus der Welt der Arbeit, (Berlin 1865)
  • Carl Maria von Weber. Ein Lebensbild. 3 Bde. (3. Bd. Briefe und andere Quellen), 1864-66.
  • Der Pfadfinder des Meeres in Die Gartenlaube (1866)
  • Die Schule des Eisenbahnwesens, 1862 (Digitalisat)
  • Das Telegrafen- und Signalwesen der Eisenbahnen, (Weimar 1867) [1]
  • Die Stabilität des Gefüges der Eisenbahngeleise, (Weimar 1869)
  • Werke und Tage, (Weimar 1869)
  • Die Schulung der Eisenbahnen für Krieg und Frieden, (Weimar 1870)
  • Thaten und Phrasen, (Leipzig 1871)
  • Praxis des Baues und Betriebes der Sekundärbahnen mit normaler und schmaler Spur, (Weimar 1871; 2. Aufl. 1873)
  • Die Sekundärbahnen mit normaler Spur und langsamer Fortbewegung, (Weimar 1874)
  • Die Geographie der Locomotivconstruction. In: Deutsche Rundschau, 3. Band 1875 Internet Archive
  • Ueber den staatlichen Einfluß auf die Entwicklung der Eisenbahnen niederer Ordnung, (Leipzig 1878)
  • Vom rollenden Flügelrade, Skizzen und Bilder, 1882

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Constantin von Wurzbach: Weber, Max Maria Freiherr. In: Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich. 53. Theil. Kaiserlich-königliche Hof- und Staatsdruckerei, Wien 1886, S. 210–214 (Digitalisat).
  • Maximilian Jähns: Weber, Frhr. Max Maria von. In: Allgemeine Deutsche Biographie (ADB). Band 41, Duncker & Humblot, Leipzig 1896, S. 349–352.
  • Christiane Todrowski: Bürgerliche Technik-„Utopisten“. Ein Beitrag zur Funktion von Fortschrittsoptimismus und Technikeuphorie im bürgerlichen Denken des 19. Jahrhunderts, dargestellt am Beispiel der Publikationen Max Eyths und Max Maria von Webers. Dissertation, Universität Münster 1996
  • Hartmut Herbst: Vom „Freischütz“ zum „Eisernen Jahrhundert“. Ein Lebensbild des Sohnes Carl Maria von Webers, Dr.-Phil. h.c. Max Maria von Weber. In: Sächsische Heimatblätter 3/1997, S. 142–153, ISSN 0486-8234
  • Hartmut Herbst: Max Maria von Weber. Ingenieurwissenschaftliches, humanitäres und kulturhistorisches Lebenswerk. Düsseldorf 2000, ISBN 3-18-150048-8
  • Michael Kern: Max Maria Freiherr von Weber: ein sächsischer Eisenbahnpionier. In: Wissenschaftliche Zeitschrift der Technischen Universität Dresden, 2000, Vol. 49, Nr. 3, Seiten 18–21, ISSN 0043-6925.
  • Michael Kern: Max Maria Freiherr von Weber - ein sächsischer Eisenbahnpioniers. In: Wissenschaftliche Zeitschrift der Technischen Universität Dresden, H. 3/2000 Jg. 49 S. 18 ff.
  • Hartmut Herbst (Hrsg.): Sturm auf den Schienen und andere Eisenbahn-Novellen Max Maria von Webers. Bochum 2004, ISBN 3-937463-02-X
  • Hartmut Herbst (Hrsg.): Vom Orient bis nach Amerika. Reisebriefe und Landschaftsbilder Max Maria von Webers. Bochum 2007, ISBN 978-3-937463-08-7

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Peter Stadler: Max Maria von Weber – Biographische Informationen aus der WeGA. In: weber-gesamtausgabe.de. www.weber-gesamtausgabe.de, abgerufen am 18. April 2016.
  2. Michael Kern: Max Maria Freiherr von Weber: ein sächsischer Eisenbahnpionier. In: Wissenschaftliche Zeitschrift der Technischen Universität Dresden. Band 49, Nr. 3, S. 18–21.
  3. Nachruf (PDF; 808 kB), Centralblatt der Bauverwaltung, 23. April 1881, S. 31, abgerufen am 7. Dezember 2012
  4. Peter Stadler: Max Maria von Weber – Biographische Informationen aus der WeGA. In: weber-gesamtausgabe.de. www.weber-gesamtausgabe.de, abgerufen am 18. April 2016.