Max Predöhl

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Max Predöhl 1905

Max Garlieb August Predöhl (* 29. März 1854 in Hamburg; † 11. März 1923 ebenda) war Jurist, Hamburger Senator und Bürgermeister.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bürgermeister Predöhl (vorne rechts) bei einer Ausstellungseröffnung der Malerinnung 1911

Max Predöhl war Sohn eines Hamburger Kaufmanns. Er studierte Jura und legte 1876 seine Promotion in Leipzig ab. Er war danach Advokat bis 1893. Er hatte mit Dr. Schlüter eine gemeinsame Kanzlei, später mit Otto Moritz Wilhelm Brandis. Neben der Tätigkeit als Advokat war er Mitredakteur des Beiblattes der Handelsgerichtszeitung. [1]

Am 26. Juni 1893 wurde Predöhl von der Hamburger Bürgerschaft für den verstorbenen Otto Wilhelm Mönckeberg zum Senator gewählt. 1910 innerhalb des Senates zum Bürgermeister gewählt. In den Jahren 1910/1911, 1914 und 1917 bekleidete er das Amt des ersten, in den Jahren 1913 und 1916 das Amt des zweiten Bürgermeisters.

Am 13. Mai 1911 übergab der Kaufmann Edmund J. A. Siemers das damalige Hauptgebäude der Universität Hamburg dem Senat und seiner Vaterstadt. Max Predöhl nahm als Bürgermeister Hamburgs mit den folgenden Worten das Gebäude an:

"(...)bewegten Herzens (nehmen wir) diesen Schatz entgegen. Ich gelobe ihm namens unserer Stadt treue Hege und Pflege, ihm und den in ihm verkörperten Gedanken und Bestrebungen; mit warmem und innigem Danke der Mitbürger an den edelsinnigen Spender für die Ausführung seiner großen Entschließung, die der aufstrebenden hamburgischen Wissenschaft und Forschung zur rechten Zeit das pflegende Heim bereitet."[2]

Noch im Jahre 1918 feierte Max Predöhl sein 25 jähriges Dienstjubiläum als Senator. Er sollte nach der Novemberrevolution kein politisches Amt mehr bekleiden. [3]

Familie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Max Predöhl war mit Clara Predöhl (geborene Amsinck) verheiratet; seine Schwiegermutter war eine geborene Gossler. Durch die Heirat mit einer Amsinck oder Gossler, beide aus angesehenen Kaufmannsfamilien, konnte im Hamburg des 18. und 19. Jahrhunderts der gesellschaftliche Aufstieg deutlich vereinfacht werden.[4] [5] Gemeinsam hatten sie neun Kinder (fünf Söhne und drei Töchter), darunter Andreas Predöhl, ein späterer Universitätsprofessor.

Harvestehuder Weg 20[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Familie zog 1906 in den Harvestehuder Weg 20, einer der herrschaftlichsten Straßen der Hansestadt. Ein Jahr zuvor war das 5000 m² große Grundstück als Erbe des Großvaters Claras, Johannes Amsinck, an Max Predöhl gegangen. [6] Das Haus wurde für die Familie neu gebaut, nur die Fassade blieb erhalten. Den Garten des neuen Heimes gestaltete der enge Freund und Direktor der Hamburger Kunsthalle, Alfred Lichtwark. Vermutlich entwarf Lichtwark auch einen Teil der Möbel für das Wohnzimmer. [7]

Das Haus am Harvestehuder Weg wurde die Zentrale des repräsentativen Geschäfts Predöhls während seiner Amtszeit als Bürgermeister. Die Würdenträger Hamburgs aber auch des Deutschen Reichs verkehrten dort. Unter anderen waren Wilhelm II. und der Kronprinz Gäste Predöhls. Zu diesen kaiserlichen Empfängen wurden Schilderhäuser vor dem Haus aufgebaut.[8]

Heute steht das „Chateau“ an der Stelle des Hauses Predöhls, das im Zweiten Weltkrieg zerbombt worden war. Es beherbergte das französische Generalkonsulat, das sich seit wenigen Jahren in der Heimhuder Straße 55 befindet.[9]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Gerrit Schmidt: Hamburger Anwaltschaft.
  2. Uni-Hamburg
  3. Buehl: Aus der Alten Ratsstube, S 44.
  4. vgl. Hinweis zu Gossler in Lebenslauf von Andreas Predöhl, in: ders.: Das Ende der Weltwirtschaftskrise, Reinbek 1962
  5. Evans: Tod in Hamburg, S. 38/39
  6. Wiese: Hamburg Menschen, S. 34. Johannes Amsinck hatte das Grundstück 1840 erworben
  7. Wiese: Hamburg Menschen, S. 34
  8. Wiese: Hamburg Menschen, S. 36
  9. http://www.abendblatt.de/daten/2004/07/15/318408.html?prx=1

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Adolf Buehl: Aus der alten Ratsstube. Erinnerungen 1905-1918, Herausgegeben vom Verein für Hamburgische Geschichte Heft 19, Hans Christians Verlag, Hamburg 1971 (Artikel über Predöhl, S. 42-44).
  • Richard J. Evans: Tod in Hamburg: Stadt, Gesellschaft und Politik in den Cholera-Jahren 1830-1910, Rowohlt, Reinbek bei Hamburg 1996. (In dem Buch wird über einen Johann Predöhl gesprochen, vermutlich Fehler und identisch mit Max Predöhl, →Diskussion)
  • Gerrit Schmidt: Hamburger Anwaltschaft von 1815 bis 1879, Hamburg 1989 (Eintrag zu Max Predöhl S.372).
  • Cornelius Wasmuth: Hanseatische Dynastien. Alte Hamburger Familien öffnen ihre Alben, Hamburg 2001.
  • Eberhard von Wiese: Hamburg Menschen; Schicksal, Ullstein Verlag, Frankf. M. / Berlin 1967 (S.34-38).

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Max Predöhl – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien