Max Rubner-Institut

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Max Rubner-Institut
— MRI —
MRI Logo.svg
Staatliche Ebene Bund
Stellung Forschungsinstitut
Aufsichtsbehörde Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft
Gründung 1. Januar 2004
Hauptsitz Karlsruhe
Behördenleitung Pablo Steinberg (Präsident)
Website www.mri.bund.de
Hauptsitz in Karlsruhe

Das Max Rubner-Institut (MRI), Bundesforschungsinstitut für Ernährung und Lebensmittel ist eine Bundesoberbehörde der Bundesrepublik Deutschland im Geschäftsbereich des Bundesministeriums für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL). Der Forschungsschwerpunkt liegt im gesundheitlichen Verbraucherschutz im Ernährungsbereich. Auf diesem Gebiet berät das MRI das BMEL.

Namensgeber des Instituts ist der Mediziner und Physiologe Max Rubner.[1] Bis zum 1. Januar 2008 hieß das Institut Bundesforschungsanstalt für Ernährung und Lebensmittel (BfEL). Präsident des MRI ist Pablo Steinberg[2].

Hauptsitz der Einrichtung ist Karlsruhe. Weitere Standorte sind Kiel, Detmold und Kulmbach. Die bisherigen Standorte in Münster und Hamburg wurden aufgelöst.

Das MRI ist Mitglied der Arbeitsgemeinschaft der Ressortforschungseinrichtungen.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Vorgänger des MRI, die Bundesforschungsanstalt für Ernährung und Lebensmittel, ist zum 1. Januar 2004 durch die Zusammenlegung folgender Institutionen entstanden:

Aufgabe[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nach der Satzung des MRI haben die „Bundesforschungsinstitute im Geschäftsbereich des Bundesministeriums für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL) […] die Aufgabe, wissenschaftliche Entscheidungshilfen für die Ernährungs-, Landwirtschafts- und Forstwirtschafts- sowie Verbraucherschutzpolitik zu erarbeiten und damit zugleich die wissenschaftlichen Erkenntnisse auf diesen Gebieten zum Nutzen des Gemeinwohls zu erweitern. Im Rahmen dieser Aufgaben sind die Bundesforschungsinstitute wissenschaftlich unabhängig.“

Institutsgliederung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Produktübergreifende Institute/horizontale Forschung:

  • Institut für Physiologie und Biochemie der Ernährung, Karlsruhe
  • Institut für Ernährungsverhalten, Karlsruhe
  • Institut für Lebensmittel- und Bioverfahrenstechnik, Karlsruhe
  • Institut für Mikrobiologie und Biotechnologie, Kiel

Ziel der produktionsübergreifenden Forschung ist es, Empfehlungen für eine gesund erhaltende Ernährung zu entwickeln. Das MRI untersucht dazu Lebensmittel auf ihre ernährungsphysiologische und gesundheitliche Wertigkeit und forscht beispielsweise in den Bereichen Lebensmittelsicherheit, Bioverfahrenstechnik und Ernährungsverhalten.

Produktionsübergreifende Institute/vertikale Forschung:

  • Institut für Sicherheit und Qualität bei Milch und Fisch, Kiel
  • Institut für Sicherheit und Qualität von Obst und Gemüse, Karlsruhe
  • Institut für Sicherheit und Qualität von Fleisch, Kulmbach
  • Institut für Sicherheit und Qualität von Getreide, Detmold

Die vertikal forschenden Institute des MRI betrachten gesamte Lebensmittelketten einer Lebensmittelkategorie von der Ernte oder Erzeugung bis zum Verbraucher. Dabei geht es um die Aspekte Sicherheit und Qualität der Lebensmittel sowie Nachhaltigkeit der Lebensmittelproduktion.

Unter anderem wird der Bundeslebensmittelschlüssel herausgegeben, der eine Nährwerttabelle für 15.000 Lebensmittel (Stand 2015) enthält.[3]

Kritik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der erste Präsident des MRI, Gerhard Rechkemmer, war zeitgleich ehrenamtlich im Direktionsteam des International Life Science Institute (ILSI) tätig. Da das ILSI großteils von Industrie- und Lebensmittelkonzernen wie Coca Cola, Mars, McDonald’s oder Monsanto finanziert wird, kann eine völlige Unabhängigkeit des MRI nicht garantiert werden.[4]

Auch der amtierende Präsident, Pablo Steinberg, war an mehreren ILSI-Projekten beteiligt. [5]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Über die Person Max Rubner, auf mri.bund.de, abgerufen am 24. Februar 2017
  2. Max Rubner-Institut unter neuer Leitung. (bund.de [abgerufen am 15. Juni 2017]).
  3. Lebensmittelanalytik und Bundeslebensmittelschlüssel
  4. Top-Beamter in doppelter Mission - Spiegel Online, abgerufen am 11. Oktober 2017
  5. Der lange Arm der Industrie: Einflussnahme auf Forschung und Behörden in Deutschland im Bereich Gentechnik und Lebensmittelsicherheit (PDF), abgerufen am 11. Oktober 2017

Koordinaten: 49° 0′ 49,7″ N, 8° 25′ 35,3″ O