Max Uthoff

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Max Uthoff bei seinem Programm "Gegendarstellung" in Frankfurt im April 2016

Maximilian „Max“ Uthoff (* 24. September 1967 in München) ist ein deutscher Kabarettist und Jurist.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Uthoff kam bereits früh mit der Welt der Kleinkunst in Kontakt. Sein Vater Reiner Uthoff gründete 1965 das Münchner Rationaltheater und leitete es 30 Jahre lang gemeinsam mit seiner Frau Sylvia Uthoff, bevor es zehn Jahre ruhte.[1] Dort sammelte Max Uthoff erste Erfahrungen auf und hinter der Bühne. Er studierte Rechtswissenschaften und absolvierte 2002 das zweite Staatsexamen.

Ab 2006 nahm Uthoff den Betrieb des Rationaltheaters wieder auf, gab die Leitung im Juli 2008 jedoch ab, da seine zahlreichen Auftritte an anderen Spielstätten für einen regelmäßigen Theaterbetrieb immer weniger Zeit ließen.[1]

Seit 2007 tritt er als Solokünstler auf und versucht seitdem, „das kapitalistische System mit den Mitteln der Satire aus den Angeln zu heben.“[2] Sein erstes Kabarettprogramm trug den Titel Sie befinden sich hier!, ein Mitschnitt vom September 2010 erschien 2011 auch als Hörbuch.

Von 2011 bis 2013 war er als „Anstaltsanwalt“ regelmäßiger Gast der ZDF-Kabarettsendung Neues aus der Anstalt. Seit Februar 2014 präsentiert er gemeinsam mit Claus von Wagner als Gastgeber die Nachfolgesendung Die Anstalt.[3]

Uthoff lebt in München, ist verheiratet und hat zwei Töchter.[4]

Kontroversen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Anlässlich seiner Äußerungen zur Ukraine-Krise und seiner Medienschelte in der achten Episode von Die Anstalt warf die Frankfurter Rundschau Uthoff „schablonenhaftes Schwarz-Weiß-Denken ohne intellektuelle Differenzierung“ vor. Er sei „ganz versessen auf das Märchen von der ferngesteuerten Ukraine und einem Russland, das sich einzig für die Sicherheit der unschuldigen ostukrainischen Bevölkerung in der Pflicht sieht, die – vom Nato-Teufel unterstützt – von einer Fascho-Regierung plattgebombt wird.“ Das könne „ein Ken Jebsen auf seinen Mahnwachen auch nicht besser.“[5]

Die Hessische/Niedersächsische Allgemeine, die Uthoff zugleich als Deutschlands wichtigsten Kabarettisten bezeichnete, fühlte sich in einem Interview an „die Kritik der Pegida-Demonstranten an der angeblich gleichgeschalteten Mainstream-Presse“ erinnert. Uthoff verteidigte sich, dass es „die Arbeit der Journalisten“ sei, „fein zu differenzieren“, sein Job als Kabarettist hingegen, „Missstände anzuprangern und sie satirisch zu überhöhen, manchmal bis zur Schmerzgrenze“. Der Vorwurf durch Journalisten an Die Anstalt sei deshalb nicht gerechtfertigt. Vielmehr fehle „die Differenzierung in der Ukraine-Krise […] etwa in der Süddeutschen Zeitung und der Zeit“. Man habe in der Anstalt „nie gesagt, dass Putin ein Engel wäre. Es geht darum, dass ein Bürgerkrieg angezettelt wird, […] an dem NATO und Amerikaner ganz bestimmte Interessen haben.“[6]

Josef Joffe, der Herausgeber der Wochenzeitung Zeit, führte einen Rechtsstreit gegen Uthoff, da dieser Joffe die Mitgliedschaft in Organisationen unterstellt hatte, die Lobbying betreiben würden. Das Oberlandesgericht Hamburg gab Joffe am 9. September 2015 recht und untersagte Uthoff die weitere Verbreitung oder Wiederholung der strittigen Aussagen[7][8].

Soloprogramme[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • 2007 bis 2011: Sie befinden sich hier!
  • 2011 bis 2014: Oben bleiben
  • seit September 2014: Gegendarstellung

Diskografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Auszeichnungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Max Uthoff – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b rationaltheater.de: Geschichte
  2. Selbstbeschreibung von Max Uthoff
  3. ZDF findet „Anstalts“-Nachfolger für Priol und Pelzig, DWDL.de, abgerufen am 24. September 2013
  4. Kabarettist Max Uthoff: „Meine Wut ist größer geworden“, Hessische/Niedersächsische Allgemeine, 16. Dezember 2014
  5. Katja Thorwarth: Ken-Jebsen-Stammtisch im ZDF, Frankfurter Rundschau vom 11. Dezember 2014
  6. Kabarettist Max Uthoff: „Meine Wut ist größer geworden“, Hessische/Niedersächsische Allgemeine, 16. Dezember 2014
  7. http://www.lto.de/recht/nachrichten/n/olg-hamburg-urteil-7u12012114-zeit-zdf-die-anstalt-aussage-untersagt/
  8. http://www.heise.de/tp/news/OLG-Hamburg-versteht-keinen-Spass-Satiriker-muessen-genau-recherchieren-2808801.html
  9. a b c d e Vita Max Uthoff
  10. Stern des Jahres 2013 Kabarett: Max Uthoff, Abendzeitung, 26. Dezember 2013.
  11. Grimme-Institut Preisträger des 51. Grimme-Preises bekannt gegeben. Pressemeldung vom 4. März 2015
  12. http://www.m3-amnesty.de
  13. https://www.deutscher-fernsehpreis.de/verleihung/preistraeger/preistraeger-2016