Max van Egmond

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Max van Egmond, Juni 2007

Max van Egmond (* 1. Februar 1936 in Semarang) ist ein niederländischer Sänger der Stimmlagen Bassbariton und Bass. Er ist für Oratorien- und Liedgesang bekannt, insbesondere in Werken von Johann Sebastian Bach.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Max van Egmond studierte Gesang in Hilversum bei Tine van Willingen de Lorme.[1] Mit 18 Jahren wurde er Mitglied der Nederlandse Bachvereniging (Niederländische Bachgesellschaft).[2]

Ab 1965 wirkte er in den Gesamtaufnahmen aller Werke Bachs durch Gustav Leonhardt, Nikolaus Harnoncourt und Frans Brüggen mit. Die Matthäus-Passion nahm er zuerst 1969 mit Claudio Abbado und 1970 mit Harnoncourt auf, wobei er die Bass-Arien sang.[3][4] 1973 nahm er die Christusworte auf mit Johan van der Meer, 1977 mit Charles de Wolff,[5] 1989 mit Gustav Leonhardt.[6] In der Johannes-Passion nahm er die Christusworte 1965 mit Harnoncourt und dem Concentus Musicus Wien auf, 1979 mit van der Meer, 1986 mit de Wolff, und 1987 die Arien mit Sigiswald Kuijken und La Petite Bande.

Er war an Harnoncourts Aufnahmen von Monteverdis Opern beteiligt, 1968 L’Orfeo,[7] 1971 an der ersten Gesamtaufnahme von Il ritorno d’Ulisse in patria.[8] Er trat auch in neueren Opern auf, wie in Uraufführungen an De Nederlandse Opera, 1962 Het Zwarte Blondje von Jurriaan Andriessens, 1963 Three’s Company von Antony Hopkins.

1969 war er der Solist in Regers Hebbel-Requiem in Konzerten, die in der Berliner Philharmonie live aufgenommen wurden, mit der Jungen Kantorei und dem Symphonischen Orchester Berlin,[9] geleitet von Joachim Carlos Martini. 1998 sang er die Christusworte in Bachs Matthäuspassion in St. Martin, Idstein, mit Elisabeth Scholl und Andreas Scholl.[10]

Max van Egmond sang Lieder der Romantik, unter anderem von Schubert, Schumann und Fauré, begleitet auf historischen Instrumenten. Songs by Gabriel Fauré wurden begleitet von Jos van Immerseel auf einem Erard-Klavier von 1897.[11] Schuberts Winterreise wurde begleitet von Penelope Crawford auf einem Hammerklavier von Conrad Graf von 1835.[12]

Max van Egmond lehrte am Conservatorium van Amsterdam von 1980 bis 1995. Er hielt zahlreiche Meisterklassen ab: unter anderem jährlich in Mateus, Portugal, sowie 32 Jahre lang (von 1978 bis 2009) beim Baroque Performance Institute in Oberlin (Ohio)[13] und anschließend bis 2018 jeden Sommer bei der Akademie der American Bach Soloists in San Francisco.[14] Im Jahr 2018 erklärte Max van Egmond seine offizielle Karriere für beendet, fügte aber hinzu, dass er weiterhin gelegentlich an musikalischen Aktivitäten teilnehmen wolle.[15] Zu seinen Schülern gehört Harry van der Kamp.[1]

Einspielungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b Max van Egmond (en) allmusic.com. 2010. Abgerufen am 10. März 2010.
  2. Max van Egmond (Bass-Baritone) bei Bach Cantatas (englisch)
  3. St. Matthew passion (#44), Bach: Matthäus-Passion (#47) bei Bach Cantatas (englisch)
  4. Geringe Mittel. In: Der Spiegel. Nr. 15, 1971 (online).
  5. J.S. Bach: Matthäus-Passion (#51, #54) bei Bach Cantatas (englisch)
  6. J.S. Bach: Matthäuspassion (#71) bei Bach Cantatas (englisch)
  7. Monteverdi: L’orfeo / Harnoncourt, Hansmann, Berberian (en) Naxos. 2010. Abgerufen am 10. März 2010.
  8. Monteverdi: Il Ritorno D’ulisse In Patria / Harnoncourt (en) Naxos. 2010. Abgerufen am 10. März 2010.
  9. Aufnahmen junge-kantorei.de, siehe Max Reger, Chorstücke (1969).
  10. Matthäuspassion. st-martin-idstein.de. 2010. Abgerufen am 10. März 2010.
  11. a b Egmond, Max van – baritone / Immerseel, Jos van – piano Erard 1897–8295 Faure songs. channelclassics.com. 2010. Archiviert vom Original am 8. Juli 2011. i Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.channelclassics.com Abgerufen am 10. März 2010.
  12. a b c d e Franz Schubert. musicaomnia.org. 2010. Archiviert vom Original am 16. Juli 2011. i Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.musicaomnia.org Abgerufen am 10. März 2010.
  13. Julie Muller: Max van Egmond. Baritone. (PDF) Biografie (englisch), S. 351.
  14. Max van Egmond Video der American Bach Soloists (2018), zur Beteiligung von Max van Egmond an den Sommerakademien in San Francisco siehe 3:41 bis 6:11.
  15. Max van Egmond Video der American Bach Soloists (2018), zur Beendigung seiner offiziellen Karriere siehe 5:55 bis 6:31.