Max von Schenkendorf

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Stahlstich, vor 1818

Maximilian von Schenkendorf (* 11. Dezember 1783 in Tilsit in Ostpreußen; † 11. Dezember 1817 in Koblenz; vollständiger Name Gottlob Ferdinand Maximilian Gottfried von Schenkendorf, auch Schenckendorff) war ein deutscher Dichter.

Herkunft[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Er entstammt der niederlausitzer Adelsfamilie Schenkendorf. Sein Vater war der Kriegs- und Domänenrat sowie Erbherr auf Lenkonischken George Heinrich von Schenkendorf (1744–1813) und dessen Ehefrau Luise von Karrius (1761–1830). Sein Bruder Karl (1785–1813) fiel im Krieg in der Schlacht bei Bautzen. Er hatte noch eine Schwester Caroline Ludovica Euphrosyne (* 5. November 1789).

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Max von Schenkendorf studierte von 1798 bis 1806 an der Albertus-Universität Königsberg Kameralwissenschaften. In dieser Zeit war er mit dem Medizinstudenten und Lyriker David Assing (1787–1842) befreundet. Danach war er dort im Staatsdienst. Ab 1807 war er Mitherausgeber der Zeitschrift Vesta.[1] 1809 wurde er in einem Duell verletzt und konnte seine rechte Hand nicht mehr bewegen. 1812 war er in Karlsruhe mit Johann Heinrich Jung-Stilling (1740–1817) befreundet. Im selben Jahr heiratete er in Baden die neun Jahre ältere Henriette Elisabeth Barckley (1774–1840). 1813 zog er als Freiwilliger in die Befreiungskriege. Im Mai 1813 begab er sich nach Schweidnitz ins preußische Hauptquartier und obwohl er nicht kriegstauglich war, wurde er doch in die Brigade Röder aufgenommen, in der viele bedeutende Männer, darunter Fouqué, sich zusammenfanden. Im Lager und während des sich anschließenden Feldzuges entstanden die meisten seiner Kriegslieder, die handschriftlich in der Armee verbreitet, und überall gesungen wurden. Auch nahm er teil an der Völkerschlacht bei Leipzig. Ab 1815 war er für das Militärgouvernement in Aachen und in Köln tätig. Er ließ sich dann Ende 1815 in Koblenz als Regierungsrat nieder. Das Grab Schenkendorfs und seiner Frau befindet sich auf dem Hauptfriedhof Koblenz.

Schenkendorf war vermutlich 1812 in die Freimaurerloge Carl zur Einigkeit in Karlsruhe aufgenommen worden, möglicherweise durch Johann Heinrich Jung-Stilling beeinflusst. 1817 wurde er Mitgründer der aus einer Feldloge entstandenen Loge Friedrich zur Vaterlandsliebe in Koblenz.

Max von Schenkendorf gilt als einer der bedeutendsten Lyriker der Befreiungskriege. Er schrieb die Texte der Lieder Das Lied vom Rhein (1814)[2], Freiheit, die ich meine (Melodie: Karl August Groos (1789–1861)) und Wenn alle untreu werden.

Sein Gedicht Todessehnen wurde durch die Vertonung von Johannes Brahms (1833–1897) in den Sechs Liedern für eine tiefe Stimme, op. 86 besonders bekannt.

Ehrungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nach Schenkendorf sind Straßen und Schulen in mehreren deutschen Städten benannt und es wurden Denkmale für ihn errichtet.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Max von Schenkendorf – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
Wikisource: Max von Schenkendorf – Quellen und Volltexte

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Text der Zeitschrift Vesta von Max von Schenkendorf hier und Text der Zeitschrift Studien von Max von Schenkendorf hier
  2. Horst Johannes Tümmers: Der Rhein. Ein europäischer Fluß und seine Geschichte. 2. Auflage. C. H. Beck, München 1999, S. 220.