Maximianus von Ravenna

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Maximianus von Ravenna, abgebildet in einem Mosaik in San Vitale

Maximianus von Ravenna (* 498 in Pola, dem heutigen Pula in Kroatien; † 21. (oder 22.) Februar 556 in Ravenna, Italien)[1] war Erzbischof von Ravenna und erlangte Anerkennung und Nachruhm als großer Förderer kirchlicher Bautätigkeiten sowie als Vertrauter Kaiser Justinians.

Leben[Bearbeiten]

Wichtigster Quellenautor hierfür ist der ravennatische Historiker Andreas Agnellus (* um 805; † nach 846) mit seinem Werk Liber Pontificalis Ecclesiae Ravennatis. Maximianus wurde in Pola, in der gleichnamigen römischen Colonia Pola an der Adria geboren. Dort wurde er zunächst Diakon. Durch einen Schatzfund gelangte er zu Reichtum,[2] den er zeit seines Lebens für umfangreiche Kirchenbauten und -ausschmückungen verwandte. Eine Kirche zur Ehre der Gottesmutter, Santa Maria Formosa in Pola, war das erste dieser Bauprojekte. Agnellus berichtet weiterhin, dass er einen Teil des Schatzes Kaiser Justinian schenkte, der daraufhin auf ihn aufmerksam wurde.

Maximianus reiste über Alexandrien nach Konstantinopel, wo er die Gunst Kaiser Justinians I. erlangte. Mit dessen Unterstützung und durch seinen Einfluss empfing Maximianus am 14. Oktober 546 in Patras die Bischofsweihe[1] von Papst Vigilius. Er erhielt das Pallium und wurde Erzbischof von Ravenna.

Unter seinen Tätigkeiten in Ravenna traten die Verbesserung der Ausbildung des Klerus, sein Beitrag zur Vermehrung des Grundbesitzes der Kirche (durch den Erwerb beispielsweise des Istrischen Waldes) und vor allem die Förderung kirchlicher Bautätigkeiten hervor. Er war beteiligt am Bau der Kirche Sant’Apollinare in Classe und der Basilika Santo Stefano in Ravenna. Die Kirche von San Vitale in Ravenna - ein prägendes Vorbild für andere Kirchen, wie zum Beispiel der Aachener Pfalzkapelle - wurde durch Maximianus fertiggestellt. Daneben ließ er weitere Kirchen renovieren, erweitern oder prächtiger ausschmücken. Die wegen ihrer Ornamentik kunsthistorisch bedeutende Cathedra des Doms von Ravenna gilt als der Bischofsstuhl Maximians; diese Zuordnung war allerdings umstritten, denn es wurde auch erwogen,[1] sie Bischof Maximus von Salo zuzuweisen. Diese Maximianskathedra befindet sich heute im Museo arcivescovile in Ravenna.

Weiterhin ließ Maximian - nach Agnellus - zahlreiche Reliquien von Heiligen nach Ravenna verbringen, darunter die Gebeine des legendären ersten Bischofs von Ravenna, des heiligen Apollinaris.

Maximianus betätigte sich auch als Historiker und verfasste eine Chronik. Von dieser ist mit Ausnahme weniger Zitate bei Agnellus von Ravenna, der diese ausgiebig benutzt zu haben scheint, nichts erhalten geblieben.

Literatur[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Maximianus von Ravenna – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
 Commons: Cathedra des Maximianus – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. a b c Klaus-Gunther Wesseling: Maximian von Ravenna. In: Biographisch-Bibliographisches Kirchenlexikon (BBKL). Band 5, Bautz, Herzberg 1993, ISBN 3-88309-043-3, Sp. 1077–1078.
  2. Maximianus, S. (5). In: Johann E. Stadler, Franz Joseph Heim, Johann N. Ginal (Hrsg.): Vollständiges Heiligen-Lexikon ..., 4. Band (M–P), B. Schmid’sche Verlagsbuchhandlung (A. Manz), Augsburg 1875, S. 353–354. – (auch im ÖHL)
Vorgänger Amt Nachfolger
Victor Erzbischof von Ravenna
546–556
Agnellus von Ravenna