Maximilian Joseph von Chelius

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Maximilian Joseph von Chelius
Maximilian Joseph von Chelius in seinem Arbeitszimmer, 1864.

Freiherr Maximilian Joseph von Chelius (* 16. Januar 1794 in Mannheim; † 17. August 1876 in Heidelberg) war ein deutscher Augenarzt und Chirurg.

Familie[Bearbeiten]

Maximilian Joseph von Chelius war der Sohn von Christoph Ernst Chelius (* 26 Februar 1754 in Groß-Gerau) und der Johanna Anna Ottilie Böhm (* 31. August 1761 in Mannheim). Maximilian heiratete am 22. April 1819 in Karlsruhe[1] Anna Waldburga Sensburg[2]. Sie war die Tochter von Ernst Philipp von Sensburg und der Maria Magdalena Thecla Schmitz. Aus dieser Ehe ging ein Sohn hervor: Franz von Chelius wurde am 6. September 1821 in Mannheim geboren und starb am 6. Juni 1899 in Ahrweiler. Franz wurde wie sein Vater Chirurg und heiratete am 2. Januar 1859 in Karlsruhe die in Mannheim geborene Marie Anna Josepha Eleonora Minet.[3][4]

Leben[Bearbeiten]

Ehrengrab von Maximilian Joseph von Chelius auf dem Heidelberger Bergfriedhof in der Abteilung H neu

Chelius begann sein Medizinstudium mit 15 Jahren, studierte in Paris und Wien und promovierte schließlich mit 18 Jahren. Als Student war er Mitglied des Corps Suevia, anschließend Befreiungskämpfer und Regimentsarzt. 1817 wurde er außerordentlicher, 1818 ordentlicher Professor für allgemeine und ophthalmologische Chirurgie in Heidelberg. Unter seiner Leitung erhielt die chirurgische Universitätsklinik Heidelberg überregionale Bedeutung. Einer seiner bekanntesten Patienten war Frédéric Chopin, der eine Fingervereiterung in Heidelberg behandeln ließ. Chelius hat maßgeblich zum Aufbau der Medizinischen Fakultät der Universität Heidelberg beigetragen. 1864 bat er nach 46-jähriger Amtszeit als Lehrstuhlinhaber um Versetzung in den Ruhestand. 1866 wurde Chelius in den erblichen Adelsstand erhoben. 1876 starb er und wurde auf dem Heidelberger Bergfriedhof beigesetzt. Das von Bildhauer Greiff geschaffene Grabmal ist aus weißem Marmor und besteht aus einem lateinischen Kreuz mit gotisierender Randkontur. Auf reliefgeschmückten, beschrifteten Doppeltafeln im Bogenfeld sind Familienwappen und in der Mittelachse ein Äskulapstab eingearbeitet. Das Grabmal wurde vermutlich für die 10 Jahre früher verstorbene Gattin Anna errichtet. In ihrem Familienwappen befindet sich ein Schriftband mit dem Spruch "Wenn du dir sicher bist,handle entschlossen". Das Familienwappen Chelius' trägt drei Rosen und im Schriftband die Devise "Wenn du Zweifel hast,gehe vorsichtig vor".[5]

Sein Wohnhaus, das Palais Morass, wurde 1906 Sitz des Kurpfälzischen Museums der Stadt Heidelberg.

Maximilian von Chelius war der Großvater des Komponisten, Diplomaten und Offiziers Oskar von Chelius (1859–1923). Auch der niederländische Prinzgemahl Claus von Amsberg (1926–2002) gehörte zu seinen Nachfahren.

Ehrungen[Bearbeiten]

  • 1841 verlieh die Stadt Heidelberg Maximilian Joseph von Chelius die Ehrenbürger-Würde.
  • 1862 wurde ihm die Ehrenbürger-Würde der Stadt Mannheim verliehen.

Schriften (Auswahl)[Bearbeiten]

  • Ueber die durchsichtige Hornhaut des Auges, ihre Function und ihre krankhaften Veränderungen. Müller, Karlsruhe 1818 (Digitalisat).
  • Handbuch der Chirurgie: zum Gebrauche bei seinen Vorlesungen. 2 Bände. Sommer, Prag 1822.
  • Handbuch der Augenheilkunde: zum Gebrauche bei seinen Vorlesungen. Groos, Heidelberg 1823 (Digitalisat).

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Quelle: Ancestry Quelle 2 Ancestry
  2. * 11. Juli 1795 in Bruchsal (Sippenbuch Bruchsal, M. Schlitz)
  3. * am 14. März 1830 in Mannheim. † am 31. Januar 1896 in Heidelberg. Quelle 3 Ancestry; Minet's Eltern
  4. Franz machte sich durch zwei Schriften bekannt: „De amputatione in articulo pedis“ (Heidelberg 1846) sowie „Über die Amputation am Fussgelenk“ die Syme'sche Amputation des Weiteren verfasste er noch „Über das Staphylom der Hornhaut“ (Ib. 1847). Er verrichtete, noch während der klinischen Tätigkeit seines Vaters, alle in der Klinik vorkommenden Operationen und war bis 1873 in Heidelberg als Professor e. o. tätig. Anschließend übersiedelte er nach Dresden. 1877 kehrte er nach Heidelberg zurück und leitete eine Poliklinik für chirurgische Frauenkrankheiten. Später zog er sich nach Ahrweiler zurück und starb dort.
  5. L. Ruuskanen: Der Heidelberger Bergfriedhof im Wandel der Zeit, Verlag Regionalkultur, 2008, S. 159

Literatur[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]