Maximilian Levy

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Maximilian Levy Straßenradsport
Maximilian Levy (2015)
Maximilian Levy (2015)
Zur Person
Geburtsdatum 26. Juni 1987
Nation DeutschlandDeutschland Deutschland
Disziplin Bahn
Fahrertyp Sprinter
Zum Team
Aktuelles Team Team Erdgas.2012
Funktion Fahrer
Wichtigste Erfolge
Olympische Spiele
Bronze Olympiabronze Teamsprint 2008
Bronze Olympiabronze Teamsprint 2012
Silber Olympiasilber Keirin 2012
Weltmeisterschaften
Weltmeister Weltmeister Keirin 2009, Teamsprint 2010, Teamsprint 2011, Teamsprint 2013
Europameisterschaften
Europameister Europameister Teamsprint 2010, 2013, Keirin 2013
Infobox zuletzt aktualisiert: 13. Juni 2017

Maximilian Levy (* 26. Juni 1987 in Ost-Berlin) ist ein deutscher Radrennfahrer und Spezialist für Kurzzeitdisziplinen im Bahnradsport. Er wurde vier Mal Weltmeister und gewann drei Medaillen bei Olympischen Spielen (Stand 2014).

Sportliche Karriere[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Maximilian Levy ist seit seinem zehnten Lebensjahr als Radsportler aktiv und platzierte sich schon früh bei Bahn- und Straßenrennen auf vorderen Plätzen. 2003 errang er erste Podiumsplätze bei deutschen Bahnmeisterschaften in der Jugendklasse. Bei den Junioren-Weltmeisterschaften 2004 in Los Angeles gewann er Gold im 1000 Meter-Zeitfahren und Teamsprint sowie Bronze im Sprint. Im Jahr darauf gewann er Gold in allen drei Wettbewerben in Wien sowie im Sprint und im 1000-Meter-Zeitfahren bei den Junioren-Europameisterschaften. Bei der Weltmeisterschaft stellte er dabei einen neuen Europarekord auf. Hinzu kam ein Titel bei deutschen Juniorenmeisterschaften und die Wahl zum Deutschen Juniorsportler des Jahres 2005.

Beim Weltcuprennen 2006 in Moskau blieb er als erster Europäer in der Qualifikation über 200 Meter fliegend unter der Marke von 10 Sekunden, ein Rekord, der allerdings von sechs weiteren Fahrern im Laufe des Tages nochmals verbessert wurde.[1]

Maximilian Levy startet für den RSC Cottbus, wo er bis 2007 vom damaligen Bundestrainer Reneé Schmidt trainiert wurde. Bis 2009 fuhr er für das Team Brandenburg. Im Dezember 2009 unterschrieb Maximilian Levy (als erster Deutscher) einen Vertrag beim Cofidis-Bahnrad-Team.[2] Nachdem das Bahn-Team von Cofidis zum Ende des Jahres 2010 aufgelöst wurde, wechselte Levy zum Chemnitzer Team Erdgas.2012.[3]

Levys bisher größte Erfolge waren der Gewinn des Weltmeistertitels 2009 im Keirin und 2010 im Teamsprint gemeinsam mit René Enders und Robert Förstemann sowie die olympische Bronzemedaille im Teamsprint bei den Olympischen Spielen 2008 in Peking. Bei den UEC-Bahn-Europameisterschaften 2010 stürzte er im Keirin-Finale und fiel für vier Monate mit einem Schlüsselbeinbruch aus, nachdem er kurz zuvor Europameister im Teamsprint geworden war.

Im Frühjahr 2011 errang Levy gemeinsam mit René Enders und Stefan Nimke bei den Weltmeisterschaften 2011 in Apeldoorn die Silbermedaille im Teamsprint. Nachdem dem französischen Team die Goldmedaille wegen Verstoßes gegen die Melde-Auflagen der WADA durch Grégory Baugé im Januar 2012 aberkannt wurde, weil dies offiziell als Dopingvergehen eingestuft wurde, ging die Goldmedaille an das deutsche Trio.[4]

Bei den Weltmeisterschaften 2012 in Melbourne gewann Levy im Keirin die Silbermedaille. Im Teamsprint wurde das deutsche Team aufgrund eines Wechselfehlers relegiert (=zurückgesetzt). Im selben Jahr errang er bei den Olympischen Spielen die Silbermedaille im Keirin sowie gemeinsam mit Robert Förstemann und René Enders die Bronzemedaille im Teamsprint. Bei den Bahn-Weltmeisterschaften in Minsk im Jahr darauf wurde er Weltmeister im Teamsprint, gemeinsam mit Enders und Stefan Bötticher.

2016 nahm Maximilian Levy in Rio de Janeiro zum dritten Mal an Olympischen Spielen teil. Da die beiden Quotenplätze für die Kurzzeitdisziplinen auf der Bahn vergeben waren, wurde Levy pro forma für das Straßenrennen gemeldet, durch eine Lücke im Reglement war es ihm daher möglich, auch in seinen Spezialdisziplinen auf der Bahn zu starten. Er beendete das Rennen freiwillig nach 33 Kilometern.[5] Im Teamsprint belegte er gemeinsam mit Joachim Eilers und René Enders Rang fünf, im Sprint Platz neun und im Keirin Platz 21.[6]

Im Januar 2017 brach sich Levy beim Training in der Oderlandhalle in Frankfurt (Oder) zum wiederholten Male ein Schlüsselbein. Nach Komplikationen musste er zweimal operiert werden und konnte so nicht bei den Bahnweltmeisterschaften in Hongkong starten. Im Juni 2017 wurde er – ebenfalls in der Oderlandhalle — dreifacher deutscher Meister im Sprint, Keirin und gemeinsam mit Maximilian Dörnbach und Erik Balzer im Teamsprint.[7]

Ehrungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nach den Olympischen Spielen 2012 wurde Levy das Silberne Lorbeerblatt verliehen.[8] 2013 wurde er zum Sportler des Jahres von Brandenburg gewählt.[9]

Familie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Am Osterwochenende 2014 heiratete er seine langjährige Lebensgefährtin, die ehemalige Radsportlerin Madeleine Sandig. Die Familie wohnt in Cottbus.

Erfolge[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Levy beim Training mit Bundestrainer mit Detlef Uibel
2004
Weltmeister Weltmeisterschaft (Junioren) – Zeitfahren
Weltmeister Weltmeisterschaft (Junioren) – Teamsprint (mit Robert Förstemann und Benjamin Wittmann)
Bronze Weltmeisterschaft (Junioren) – Sprint
Deutscher Meister Deutscher Meister (Junioren) – Sprint
Silber Deutsche Meisterschaft (Junioren) – Zeitfahren
2005
Weltmeister Weltmeisterschaft (Junioren) – Zeitfahren
Weltmeister Weltmeisterschaft (Junioren) – Sprint
Weltmeister Weltmeisterschaft (Junioren) – Teamsprint (mit René Enders und Benjamin Wittmann)
Bahnrad-Weltcup (Manchester) Keirin
Europameister Europameister (Junioren) – Zeitfahren
Europameister Europameister (Junioren) – Sprint
Deutscher Meister Deutscher Meister – Zeitfahren (Junioren)
Silber Deutsche Meisterschaft (Junioren) – Teamsprint (mit Florian Karger und Johann Kassner)
2006
Europameister Europameister (U23) – Teamsprint (mit René Enders und Michael Seidenbecher)
Europameister Europameister Sprint (U23)
Silber Europameisterschaft (U23) – Keirin
Bronze Europameisterschaft (U23) – Zeitfahren
Silber Deutsche Meisterschaft – Zeitfahren
2007
Bronze Weltmeisterschaft – Teamsprint (mit Robert Förstemann und Stefan Nimke)
Bronze Europameisterschaft (U23) – Zeitfahren
2008
Bronze Olympische Spiele – Teamsprint (mit René Enders und Stefan Nimke)
Deutscher Meister Deutscher Meister – Keirin
Bronze Deutsche Meisterschaft – Teamsprint (mit Paul Kanzler und Rico Plohmann)
2009
Maximilian Levy (vorne) auf dem Podium bei der Bahn-WM 2011 in Apeldoorn
Weltmeister Weltmeisterschaft – Keirin
Deutscher Meister Deutscher Meister – Keirin
Europameister Europameister (U23) – Keirin
2010
WeltmeisterWeltmeisterschaft – Teamsprint (mit Robert Förstemann und Stefan Nimke)
Bronze Weltmeisterschaft – Keirin
Europameister Europameister – Teamsprint
Silber Deutsche Meisterschaft – Sprint
Bronze Deutsche Meisterschaft – Teamsprint (mit Erik Balzer und Eric Engler)
2011
Weltmeister Weltmeisterschaft – Teamsprint (mit Stefan Nimke und René Enders)
Silber Europameisterschaft – Sprint
Deutscher Meister Deutscher Meister – Teamsprint (mit Carsten Bergemann und Robert Förstemann) und im Keirin
Silber Bahnrad-Weltcup 2010/2011 (Manchester) – Teamsprint (mit Stefan Nimke und René Enders)
International Keirin (Manchester)
2012
Silber Weltmeisterschaft – Keirin
Bahnrad-Weltcup 2011/12 (Astana) – Teamsprint (mit Joachim Eilers und Robert Förstemann)
Bahnrad-Weltcup 2011/12 (Cali) – Keirin
Bahnrad-Weltcup 2011/12 (Cali) – Teamsprint (mit René Enders und Stefan Nimke) mit neuem Weltrekord (42,914 Sekunden)
Bronze Olympische Spiele – Teamsprint (mit René Enders und Robert Förstemann)
Silber Olympische Spiele Keirin
2013
Weltmeister Weltmeisterschaft – Teamsprint (mit Stefan Bötticher und René Enders)
Silber Weltmeisterschaft – Keirin
Europameister Europameister – Keirin
Europameister Europameister – Teamsprint (mit Robert Förstemann und René Enders)
Deutscher Meister Deutscher Meister – 1000-Meter-Zeitfahren
2014
2015
2016
2017

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Maximilian Levy – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Was macht eigentlich ...? Lutz Heßlich – Von Jochen Frank Schon 1984 hatte Lutz Heßlich in einem Sprintlauf bei den Wettkämpfen der Freundschaft, der Gegenveranstaltung der Olympia-boykottierenden Ostblockländer, eine Zeit von 9,98 s (handgestoppt) erreicht, der Rekord wurde allerdings nicht offiziell anerkannt.
  2. cyclingnews.com vom 27. November 2009: Keirin World champion Levy moves to Cofidis Track team
  3. moz.de vom 9. Dezember 2010: Cottbuser Levy wechselt zu Chemnitzer Team
  4. Baugé und französische Sprinter müssen WM-Gold abgeben auf radsport-news.com v. 6. Januar 2012
  5. Olympia 2016: Radprofi Levy beendet Rennen frühzeitig. In: Die Welt online. 6. August 2016, abgerufen am 4. September 2016.
  6. Bahnsprinter Maximilian Levy vor ungewohnter Aufgabe im olympischen Straßenrennen. In: rad-net.de. 4. August 2016, abgerufen am 4. September 2016.
  7. Kniefall in der Kurve. In: Lausitzer Rundschau. Abgerufen am 13. Juni 2017.
  8. Verleihung des Silbernen Lorbeerblattes. Der Bundespräsident, 7. November 2012, abgerufen am 14. Dezember 2013.
  9. Sportler des Jahres: Große Ehre für Maximilian Levy. Lausitzer Rundschau, 14. Dezember 2013, abgerufen am 14. Dezember 2013.