Mayda

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Willem Blaeus Karte von 1649 zeigt Mayda südlich der Brasilinsel

Mayda ist der Name einer Phantominsel, die im 16. Jahrhundert auf etlichen Karten auftauchte. Gelegentlich wurde behauptet, dieser Name sei arabischen Ursprungs. Sie erschien außerdem unter den Namen Asmayda, Asmaida, Mayde, Maida, Brazir, Mam, I. Onzele, As Maydas, Bentusla, Bolunda and Vlaenderen, I. man orbulunda und Mayd.[1] Sie wurde zumeist sichelförmig dargestellt, ihre Lage dagegen variierte im Lauf der Zeit erheblich. Frühe Karten verorteten die Insel westlich von Britannien und südwestlich von Irland. Später war sie auf den Karten eher Richtung Amerika zu finden, bei Neufundland, Bermuda oder nahe der Karibik. Letztmals tauchte sie 1906 auf einer Karte von Rand McNally auf.

Ursprung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Verwechslung mit der Brasilinsel[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Vermutung, dass auf der Karte der venezianischen Brüder Domenico und Francesco Pizzigano von 1367 die Brasilinsel mit Brazir gemeint ist, kann widerlegt werden, da die Brasilinsel ebenfalls auf der Karte zu finden ist. Möglich wäre trotzdem, dass den Kartografen ein Fehler unterlaufen ist, sodass sie die Brasilinsel zweimal unter unterschiedlichen Namen verzeichnet haben.[1]

Untergegangene Insel[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Eine weitere Möglichkeit wäre, dass die Insel Mayda tatsächlich existierte und von den venezianischen Brüdern erstmals nach der Entdeckung verzeichnet wurde und jetzt unter der Meeresoberfläche liegt. Am 22. August 1948 fand der Frachter Scientific American westlich der Britischen Insel in 20 Klafter (also etwa 36 Meter) Tiefe Land mit einem Durchmesser von 28 Meilen. Vermutet wurde hier eigentlich eine Tiefe von etwa vier Kilometern. Das wurde durch den amerikanischen Frachter Southland zwei Tage später bestätigt, der eine sichelförmige Erhebung mit einer Bucht ausmachte.[2] Unter Umständen steht diese Untiefe im Zusammenhang mit den hartnäckigen Gerüchten von einer Insel Mayda hier. Durch geologische Gewalten wäre es möglich, dass die Insel unter die Oberfläche gekommen ist.[1]

Mayda auf historischen Karten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Karte der venezianischen Brüder Domenico und Francesco Pizzigano (1367) als Brazir (erstmalig aufgetaucht)
  • Katalanischer Weltatlas (1375) als Insula de Mam
  • Pinelli-Karte (1384) als I. Onzele
  • Karte von Andrea Bianco (1448) als Bentusla
  • Waldseemüller-Karte (1513) als As Maidas; ab 1520 Mayd
  • Prunes-Karte (1553) als Isola de Maydi oder Mayda[3]
  • Nicolay-Karte (1560) als Mayda
  • Karten von Mercator und Ortelius (16. Jahrhundert) als Vlaenderen (deutsch Flandern)
  • Willem Blaeus Karte (1649) als As Maydas[1]

Quellen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b c d Edward Brooke-Hitching: Atlas der erfundenen Orte. ISBN 978-3-423-28141-6, S. 158 ff.
  2. No Longer on the Map: Discovering Places that Never Were, Raymond H. Ramsay, New York 1972 ISBN 0670514330 pg 220
  3. Matheus Prunes Karte (1553), in: "Early Norse visits to North America, with ten plates", William Henry Babcock (1913), Seite 38