Mazda Adli

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Mazda Adli (* 29. September 1969 in Köln) ist ein deutscher Stressforscher, Hochschullehrer, Autor und Psychiater.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nach dem Studium der Medizin in Bonn, Wien und Paris und seiner Dissertation an der Neurologischen Universitätsklinik in Wien begann Mazda Adli seine Facharztausbildung an der Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie der Freien Universität Berlin. 2004 wurde er zum Oberarzt der Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie der Charité am Campus Mitte, wo er den Forschungsbereich Affektive Störungen leitete und sich im Dezember 2010 habilitierte. Im Juli 2013 hat Mazda Adli die ärztliche Leitung der Fliedner Klinik Berlin übernommen. Im Dezember 2019 wurde ihm für herausragende Forschungsleistungen an der Charité – Universitätsklinikum eine außerordentliche Professur verliehen.[1]

Adli ist Mitglied zahlreicher Fachgesellschaften und Forschungsverbünde; darunter die International Group for the Study of Lithium Treated Patients (IGSLI), in der er Schatzmeister ist.

Seine klinische und wissenschaftliche Arbeit umfasst vor allem die Entstehung und Behandlung von affektiven Erkrankungen. Schwerpunkte liegen hierbei in der Untersuchung von Strategien zur Vermeidung und Überwindung therapieresistenter Depressionen, in der Recherche nach genetischen Responseprädiktoren, die zu einer verbesserten Behandlungsplanung und zur Entwicklung personalisierter Therapiestrategien für Patienten mit depressiven Störungen beitragen soll, sowie in der Identifizierung von Einflussfaktoren auf die individuelle Stressreaktion. Der Hauptfokus bei Letzteren gilt dem Faktor der Urbanität und dessen intensiveren Untersuchung,[2][3] weswegen er die Gründung des Interdisziplinären Forums Neurourbanistik in 2015, einer fach- und universitätsübergreifenden Arbeitsgemeinschaft der Bereiche Psychologie, Medizin, Stadtforschung, Architektur, Soziologie und Philosophie in die Wege leitete: Im Juni 2018 wurde das Forschungsprojekt als „Ausgezeichneter Ort im Land der Ideen“ geehrt.[4]

In diesem Zusammenhang verfasste er 2017 das Buch "Stress and the City: warum Städte uns krank machen. Und warum sie trotzdem gut für uns sind." Hier beschreibt er vor allem die Zusammenhänge zwischen psychosozialem Stressempfinden und urbanem Lebensraum.

Freizeit[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Jahr 2000 gründete Mazda Adli gemeinsam mit Kollegen die Singing Shrinks, einen Chor aus Psychiatern, Neurologen und Psychologen.[1]

Veröffentlichungen (Auswahl)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Stress and the City: Warum Städte uns krank machen. Und warum sie trotzdem gut für uns sind. C. Bertelsmann Verlag, 2017, ISBN 978-3-570-10270-1.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b http://www.mazda-adli.de/leben/
  2. Mazda Adli, Maximilian Berger, Eva-Lotta Brakemeier, Ludwig Engel, Joerg Fingerhut: Neurourbanism: towards a new discipline. In: The Lancet Psychiatry. Band 4, Nr. 3, März 2017, ISSN 2215-0366, S. 183–185, doi:10.1016/s2215-0366(16)30371-6 (elsevier.com [abgerufen am 7. Juni 2018]).
  3. Mazda Adli: Stress and the City: Warum Städte uns krank machen. Und warum sie trotzdem gut für uns sind. C. Bertelsmann Verlag, München 2017.
  4. Interdisziplinäres Forum Neurourbanistik für psychische Gesundheit in der Stadt. Abgerufen am 6. Juni 2018.