Maze Prison

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Wachturm des Maze

Das Maze Prison (offizieller Name: Her Majesty's Prison Maze), auch bekannt als Long Kesh oder H-Blocks, war von 1971 bis 2000 ein Hochsicherheitsgefängnis nahe Lisburn in Nordirland.

Entstehung[Bearbeiten]

Um den ausufernden Unruhen in Nordirland zu Beginn der 1970er-Jahre Herr zu werden, griff die britische Regierung zu umstrittenen Methoden wie Masseninternierungen (internment without trial). Die Verhafteten wurden anfangs in Baracken auf dem stillgelegten Fliegerhorst Long Kesh bei Lisburn festgehalten. Dieses Lager wurde von den etwa 800 republikanischen Insassen am 15. Oktober 1974 abends in Brand gesteckt und fast vollständig zerstört. Man hatte sich mit den loyalistischen Gefangenen abgesprochen. Die republikanischen Gefangenen versammelten sich auf dem Sportgelände der Armeebasis, die von tausenden Soldaten umzingelt wurde. Am Folgetag gegen elf Uhr wurden sie von Hubschraubern aus mit Tränengas bombardiert, das Duke of Edinburgh-Regiment stürmte die Anlage.[1]

Später entstand daraus ein reguläres Gefängnis, benannt nach der nahegelegenen Ortschaft Maze. Aus den provisorischen Unterbringungen wurden hochsichere Gefängnisbauten, die wegen ihrer H-Form H-Blocks genannt wurden.

Insassen[Bearbeiten]

Mahnmal für die Opfer des Hungerstreiks in Derry

Im Maze Prison saßen Mitglieder von terroristischen Gruppierungen ihre Haftstrafen ab, sowohl Angehörige von protestantischen Organisationen wie der UDA als auch von irisch-katholischen wie der Provisorischen IRA und der INLA. Insassen wurden später auf eigenen Wunsch nach Konfessionen getrennt untergebracht, wobei beide Seiten ihren Gefängnisalltag dann straff und quasi-militärisch organisierten. Vor allem republikanische Untergrundorganisationen beharrten darauf, dass ihre dort inhaftierten Mitglieder keine Kriminellen im Strafvollzug seien, sondern den Status von Kriegsgefangenen hätten.

Damit wurde das Maze-Gefängnis zum besonderen Brennpunkt der politischen Entwicklungen in Nordirland; hier seien nur einige bedeutende Begebenheiten wiedergegeben:

  • 1983: Gefängnisausbruch, bei dem 38 Insassen die Flucht gelang; die meisten wurden jedoch bald gefasst. Einer der entkommenden Sträflinge wurde später mit dem Bombenanschlag der Provisorischen IRA auf den Parteitag der Konservativen Partei in Brighton in Verbindung gebracht. Dabei starben fünf Menschen, darunter Anthony Berry, stellvertretender Fraktionsvorsitzender im Parlament, ein Parteimanager und drei Ehefrauen anwesender Parteifunktionäre, Premierministerin Margaret Thatcher und die übrigen Mitglieder der Regierungen entgingen nur knapp dem Attentat.
  • 1997: Ermordung von Billy Wright, Anführer der Loyalist Volunteer Force (LVF), durch Mitglieder der INLA. Sie schmuggelten Waffen in das Gefängnis und erschossen ihn aus Rache für getötete Katholiken.
  • 1998: Besuch der damaligen Nordirland-Ministerin Mo Mowlam. Es gelang ihr, protestantische Insassen zur Unterstützung des Karfreitagsabkommens zu bewegen.

Dieses Abkommen war ein Wendepunkt für das Maze Prison. Mitglieder von verbotenen Organisationen, die am Zustandekommen des Vertrages beteiligt waren und sich dem Waffenstillstand anschlossen, erhielten dadurch Anspruch auf vorzeitige Haftentlassung. Daraufhin leerte sich das Gefängnis, es wurde am 29. September 2000 geschlossen.

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. The night Long Kesh went up in flames

54.488365-6.107148Koordinaten: 54° 29′ 18″ N, 6° 6′ 26″ W