MeToo

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#MeToo ist ein Hashtag, das ab Mitte Oktober 2017 im Zuge des Weinstein-Skandals Verbreitung in den sozialen Netzwerken erfuhr. Das Hashtag geht auf die Sozialaktivistin Tarana Burke zurück und wurde durch die Schauspielerin Alyssa Milano populär, die betroffene Frauen ermutigte, es in ihren Tweets zu verwenden, um auf das Ausmaß sexueller Belästigung und sexueller Übergriffe aufmerksam zu machen. Seitdem wurde dieses Hashtag millionenfach verwendet.

Hintergrund[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Herkunft[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Hashtag #MeToo wurde bereits 2006 von der Aktivistin Tarana Burke in dem damals populären Sozialen Netzwerk MySpace verwendet, und zwar im Rahmen einer Kampagne, deren Ziel es war, Bestärkung durch Empathie unter afroamerikanischen Frauen zu fördern, die Erfahrungen mit sexuellem Missbrauch gemacht hatten.[1][2][3][4][5][6] Burke, die 2017 an einem Dokumentarfilm mit dem Titel Me Too arbeitete, sagte, dass sie durch die Geschichte eines 13-jährigen Mädchens angeregt worden sei, den Hashtag zu verwenden. Das Mädchen habe schon in diesem Alter Erfahrungen mit Missbrauch gemacht.[1]

Aufruf[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Alyssa Milano ermutigte Frauen, das #MeToo-Hashtag nach den Anschuldigungen gegen Harvey Weinstein im Jahr 2017 zu verwenden.

In Reaktion auf den Weinstein-Skandal rief die Schauspielerin Alyssa Milano Mitte Oktober 2017 zur Nutzung des Hashtags auf.[7]

Wenige Tage zuvor war der Weinstein-Skandal publik geworden, bei dem zahlreiche Frauen den Filmproduzenten Harvey Weinstein der sexuellen Belästigung, Nötigung oder der Vergewaltigung beschuldigten; unter ihnen auch Rose McGowan. Milano ist eine Freundin sowohl von McGowan,[8] als auch von Harvey Weinsteins Ehefrau Georgina Chapman.[9] McGowan kritisierte öffentlich Milanos Freundschaft zu Chapman.[8]

Schon mehrere Jahre arbeiteten Milano und Chapman eng zusammen als Jurymitglieder der Castingshow Project Runway All Stars;[9] einem Ableger von Project Runway, koproduziert von The Weinstein Company. In der Berichterstattung zum Weinstein-Skandal wurde Project Runway als „Pipeline“ zu Harvey Weinstein bezeichnet, um an Models ranzukommen.[10]

Milano ist mit Dave Bugliari verheiratet, der als Künstler-Agent bei der Creative Artists Agency arbeitet.[11] Recherchen der New York Times ergaben,[12] dass mindestens acht Agenten der Creative Artists Agency über Weinstein Bescheid gewusst haben,[13] aber Teil von „Weinsteins Schweigekartell“ waren.[14]

Als Alyssa Milano am 15. Oktober 2017 Frauen allerorts zur Nutzung des Hashtags ermutigte, schrieb sie hierzu auf dem Mikrobloggingdienst Twitter: „Wenn du sexuell belästigt oder angegriffen wurdest, schreibe „Me too“ als Antwort auf diesen Tweet“.[15] Der Vorschlag zu dem Aufruf kam von Charles Clymer, einem Freund Milanos. Dieser hatte ihr einen Screenshot zugeschickt, den Milano in ihrem Tweet verwendete.[16]

Milano erklärte später, dass der Hashtag ursprünglich von Burke stamme, und bezeichnete deren Hintergrundgeschichte als „herzerwärmend und inspirierend.“[1]

Reichweite und Auswirkung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Am 15. Oktober 2017, als Milano den ersten Tweet mit dem Hashtag #MeToo absetzte, wurde dieses mehr als 200.000 mal auf Twitter verwendet[17]; am Folgetag waren es bereits über eine halbe Millionen Tweets.[18] Auf Facebook verwendeten innerhalb der ersten 24 Stunden 4,7 Millionen Benutzer in über zwölf Millionen Postings dieses Hashtag.[19] Die Plattform berichtet, dass 45 Prozent der Benutzer in den Vereinigten Staaten eine Freundin oder einen Freund haben, der dieses Hashtag verwendet habe.[20] Mehr als zehntausend Personen antworteten auf Milanos Ursprungs-Tweet, darunter:

Einige männliche Kollegen der Unterhaltungsbranche, darunter die Schauspieler Terry Crews und James Van Der Beek, schilderten unter dem Hashtag eigene Erfahrungen mit Belästigung und Missbrauch,[46][47] während andere ihr früheres Verhalten gegenüber Frauen unter dem Hashtag #HowIWillChange (‚wie ich mich ändern werde‘) bestätigten.[48] Elizabeth Blank prägte später das Hashtag #HimThough (‚er jedoch‘).[49]

Neben den Vorkommnissen in Hollywood entlockte das Hashtag #MeToo auch Diskussionen um sexuelle Belästigung und Missbrauch in der Musikindustrie, in den Wissenschaften und in der Politik.[26][50][51][52] In der Musikbranche benutzte die Band Veruca Salt das Hashtag, um Anschuldigungen wegen sexueller Belästigung gegenüber James Toback öffentlich zu machen;[53] Alice Glass nutzte MeToo, um mehrere Vorwürfe von sexueller Gewalt und anderen Missbrauch durch den ehemaligen Crystal-Castles-Mitmusiker Ethan Kath zu erheben.[54][55] Am 12. November 2017 nahmen wenige hundert Männer, Frauen und Kinder an den Take Back the Workplace und MeToo Survivors Märschen teil, um gegen sexuellen Missbrauch zu protestieren.[56]

Mehrere Politikerinnen, darunter die Senatorinnen Heidi Heitkamp, Mazie Hirono, Claire McCaskill und Elizabeth Warren, berichteten über ihre Erfahrungen mit sexuellem Missbrauch.[52] Behörden in Kalifornien, Illinois, Oregon und Rhode Island haben auf die Anschuldigungen, die durch die Kampagne öffentlich gemacht worden, bereits geantwortet.[57] Die Kongressabgeordnete Jackie Speier hat eine Liste mit Möglichkeiten vorgestellt, mit denen leichter Beschwerden wegen sexueller Belästigungen dem Capitol Hill gemeldet werden können.[58] Am 16. November 2017 verwies die New Yorker Senatorin Kirsten Gillibrand auf die Frage nach sexueller Belästigung durch Politiker wie Donald Trump, Bill Clinton, Al Franken und Roy Moore auf die MeToo-Bewegung.[59]

Das Europäische Parlament berief im Zuge der MeToo-Bewegung eine Sitzung ein, nachdem Anschuldigungen gegenüber mehreren Mitgliedern des Parlaments und in den Büros der Europäischen Union in Brüssel bekannt wurden. Die EU-Kommissarin für Handel Cecilia Malmström nannte das Hashtag als Begründung für die Einberufung der Sitzung.[60] Im Vereinigten Königreich startete das Cabinet Office Ermittlungen gegen Mark Garnier, der einer Sekretärin den Kauf von Sexspielzeug für seine Frau und seine Geliebte in Auftrag gegeben habe.[61]

In Schweden nutzten mehrere Frauen das Hashtag, um den TV-Moderator Martin Timell zu konfrontieren, dessen Sendungen auf TV4 kurz darauf abgesetzt wurden, sowie gegen den Journalisten Fredrik Virtanen.[62][63][64][65]

Internationale Wahrnehmung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

#MeToo trendete in mindestens 85 Nationen, darunter in Indien, Pakistan und im Vereinigten Königreich.[66] In manchen nicht-englischsprachigen Staaten wurden alternative Varianten des Hashtags verwendet, wie in Frankreich[17], Italien[67], Israel, Spanien, Vietnam, dem französischsprachigen Teil Kanadas und in der Volksrepublik China.[68] In der Volksrepublik China beschrieben die nationalen Medien sexuelle Belästigung als ein ausländisches Problem und bezeichneten chinesische Männer als aufgeklärt und fürsorglich. Diese Meldung sorgte für nationalen Unmut in den Onlinemedien.[69]

Alternativ verwendete Hashtags[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bekannte Beschuldigte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

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Kurz nachdem die Vorwürfe gegen Harvey Weinstein bekannt wurden, nutzten viele Menschen mit und ohne Hashtag #MeToo die Gelegenheit, um ihre Erfahrungen mit unangemessenen Verhalten sexueller Natur – Belästigung und Gewalt einbezogen, aber nicht darauf beschränkt – sowie Diskriminierung aufgrund des Geschlechts zu teilen. Dabei wurden Beschuldigungen von acht Frauen bekannt, dass George H. W. Bush, ehemaliger US-Präsident, sie bei Treffen begrabschst habe.[71] Michael Fallon, Mitglied des britischen Parlaments und Verteidigungsminister des Vereinigten Königreiches trat im November 2017 zurück, weil bekannt wurde, dass er 2002 einer Journalistin am Rande eines Parteitages wiederholt seine Hand auf ihr Knie gelegt hatte. Fallon bestätigte den Vorwurf und erklärte, sich direkt nach dem Vorfall entschuldigt zu haben.[72] Die betroffene Journalistin äußerte sich erstaunt bis belustigt. Sie finde es „bizarr“, dass sie wegen dieses Vorfalls vor 15 Jahren plötzlich auf den Titelseiten der Zeitungen lande. Sie bestritt, dass es ein sexueller Missbrauch oder ein Machtmissbrauch gewesen sei, nannte die ganze Aufregung eine „Hexenjagd in Westminster“ und äußerte die Vermutung, Fallon sei in Wirklichkeit aus anderen Gründen zurückgetreten.[73] Zwei Tage später wurde bekannt, dass sich Fallons Kabinettskollegin Andrea Leadsom kurz vor seinem Rücktritt bei Premierministerin May über ihn beschwert hatte, nachdem er Leadsom gegenüber anzügliche Bemerkungen gemacht hatte.[74] Der walisische Minister Carl Sargeant hat nur wenige Tage nach der Suspendierung wegen angeblichen sexuellen Missbrauchs am 7. November 2017 Suizid begangen.[75] Dem US-amerikanischen Drehbuchautor und Filmregisseur James Toback warfen im Oktober 2017 310 Frauen sexuelle Belästigung vor. Er soll vor jungen Frauen masturbiert oder sie vergewaltigt haben. Toback bestritt die Vorwürfe vehement. Toback selbst äußerte sich unflätig über diese Frauen bei Breitbart News Network.[76][77][78]

Der Schauspieler Anthony Rapp beschuldigte Ende Oktober 2017 Kevin Spacey, er sei 1986 im Alter von 14 Jahren auf einer Party vom damals 26-jährigen, alkoholisierten Spacey sexuell belästigt worden.[79][80] Kurz darauf gaben acht weitere Männer an von Spacey sexuell belästigt worden zu sein.[81][82] Am 3. November kündigte Netflix mit sofortiger Wirkung die Zusammenarbeit mit Kevin Spacey auf, nachdem einige Kollegen der Serie House of Cards die Vorwürfe der sexuellen Belästigung bestätigt hatten. Zudem war publik geworden, dass Scotland Yard gegen Spacey in einem Fall von 2008 in London wegen des Vorwurfs der sexuellen Nötigung ermittle.[82][83][84] Wenige Tage später wurde bekannt, dass Ridley Scott alle Szenen mit Spacey aus seinem neuesten Film Alles Geld der Welt herausschneiden würde.[85][86]

Danny Masterson wurde von verschiedenen Frauen des Missbrauchs bzw. der Vergewaltigung beschuldigt. Masterson bestritt die Vorwürfe. Netflix feuerte Masterson aus der Serie The Ranch im Dezember 2017.[87][88] United Talent Agency beendete die Zusammenarbeit mit ihm.[89]

Am 9. November 2017 veröffentlichte die New York Times einen Bericht, demzufolge fünf Frauen Louis C.K. vorwarfen, sie im Laufe der Jahre sexuell belästigt zu haben.[90] Die Premierenfeier zu C.K.s Film I love you, Daddy sowie mehrere Fernsehauftritte des Komikers wurden daraufhin abgesagt.[91] Am 10. November 2017 räumte er gegenüber der Huffington Post in einer schriftlichen Stellungnahme ein, dass die Anschuldigungen gegen ihn den Tatsachen entsprächen, drückte sein Bedauern aus und kündigte an, sich bis auf Weiteres aus der Öffentlichkeit zurückzuziehen.[92] Netflix und die Sender HBO und FX gaben zudem das Ende der Zusammenarbeit mit Louis C.K. bekannt.[93]

Roy Moore ehemaliger Richter des Supreme Court of Alabama verlor die Außerordentliche Wahl zum Senat der Vereinigten Staaten in Alabama 2017 am 12. Dezember 2017 nach dem Missbrauchsvorwürfe bekannt wurden. Am 9. November 2017 machte die Washington Post Anschuldigungen einer Frau öffentlich, die behauptet, 1979 als 14-Jährige vom damals 32-jährigen Moore zu sexuellen Handlungen veranlasst worden zu sein. Kurz vor den Senats-Nachwahlen bezeugten bereits neun Frauen Anwendung sexualisierter Gewalt durch Moore gegen sie.[94][95]

Gegen Ron Jeremy, einem US-Pornostar, wurden zahlreiche Vorwürfe sexueller Gewalt, darunter auch Vergewaltigungen, erhoben. Vorwürfe kamen von Ginger Lynn, Jennifer Steele und Danica Dane. Auch zwei Anzeigen bei der Polizei von Frauen, welche nicht in der Pornoindustrie arbeiten bzw. arbeiteten, wurden erstattet. Die Organisatoren von Exxxotica verbannten Jeremy schließlich von ihren Veranstaltungen. Die Branchenorganisation Free Speech Coalition hat ihren "Positive Image Award", den sie 2009 Ron Jeremy verlieh, zurück gezogen. Jeremy behauptet, dass alle sexuelle Handlungen einvernehmlich waren.[96]

Al Franken, Komiker und Senator im Senat der Vereinigten Staaten, trat am 2. Januar 2018 von seinem Amt zurück, und der Gouverneur von Minnesota, Mark Dayton, ernannte die Vizegouverneurin Tina Smith zur Senatorin bis zu einer Sonderwahl im November 2018. Mehrere Frauen hatten von sexuellen Belästigungen wie begrabschen durch Franken berichtet.[97][98][99]

Am 3. Januar 2018 wurden dem Regisseur Dieter Wedel, als erstem deutschen Prominenten im Zuge der #MeToo-Debatte, von mehreren Schauspielerinnen sowie ehemaligen Mitarbeitern gewalttätige und sexuelle Übergriffe in den 1990er-Jahren vorgeworfen. Wedel selbst widersprach den Aussagen der Frauen und kündigte an, sich juristisch zur Wehr zu setzen. Corinna Harfouch, selbst nicht von einem Übergriff betroffen, wurde zitiert mit: „Viele haben gewusst, dass Wedel Schauspielerinnen schlecht behandelt und demütigt. Das war ein von allen gestütztes System.“[100] Am 22. Januar 2018 erklärte Wedel unter Bezug auf die mediale Berichterstattung seinen Rücktritt als Intendant der Bad Hersfelder Festspiele. Kurz darauf wurde bekannt, dass die Staatsanwaltschaft München Ermittlungen gegen Wedel wegen des Anfangsverdachts einer nicht verjährten Sexualstraftat aufnahm.[101] Am 25. Januar werfen weitere Schauspielerinnen und ehemalige Mitarbeiter Wedel sexuelle Übergriffe vor. Unter anderem soll es 1975 im Rahmen der Arbeiten der zu der NDR-Serie Pariser Geschichten zu einer Vergewaltigung in einem Waldstück gekommen sein. Zudem beschreibt Schauspielerin Esther Gemsch (damalige Esther Christinat) in einem weiteren Fall einen mutmaßlichen sexuellen Übergriff im Hotelzimmer im Jahr 1980, wodurch sie sich eine Verletzung an der Halswirbelsäule zuzog und der sie traumatisierte. Als sie aufgrund dessen ausschied, wurde ihre Rolle von Ute Christensen neu besetzt, die Wedel ebenfalls der sexuellen Belästigung beschuldigt. Dem Saarländischen Rundfunk waren die Fälle bekannt, da sie schriftlich festgehalten wurden.[102][103] Thomas Kleist, der Intendant des Saarländischen Rundfunks, kündigte am 25. Januar an alles offenzulegen und zu untersuchen.[104]

Sexuelle Belästigung bis zu Vergewaltigungen durch folgende prominente Personen, meist aus den USA und Großbritannien, wurde dabei unter anderem benannt:

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Kritik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Hashtag wurde dafür kritisiert, dass es die Verantwortung zur Veröffentlichung von sexuellem Missbrauch bei den mutmaßlichen Opfern ablade, was für diese traumatisierend sein könne.[156][157][158][159] Manche finden, das Hashtag inspiriere eher zu Ermüdung und Empörung, anstatt eine intensive emotionale Kommunikation zu entfesseln.[160][161] Tarana Burke selbst kritisierte die Bewegung dafür, dass sie die Arbeit afroamerikanischer Frauen im Bezug auf Schaffung eines Dialoges über sexuelle Gewalt ignoriere. Dennoch zeigte sie Respekt für all diejenigen, die sich der Bewegung angeschlossen haben.[3]

In der Talkshow Maischberger sagte Sophia Thomalla „Ich finde, dass die Kampagne eine Beleidigung für die wahren Vergewaltigungsopfer ist“. Die ARD-Journalistin Astrid Frohloff äußerte in der gleichen Sendung, eine Vermengung von Missbrauch, Vergewaltigung und Anmache durch #MeToo sei gefährlich.[162]

Weiter gingen rund 100 Intellektuelle, Künstlerinnen und Journalistinnen, wie Catherine Deneuve oder Ingrid Caven, die einen offenen Brief unterzeichneten, den Sarah Chiche, Catherine Millet, Catherine Robbe-Grillet, Peggy Sastre und Abnousse Shalmani verfasst hatten und den die französische Tageszeitung Le Monde am 9. Januar 2018 veröffentlichte. In diesem warnten sie vor dem „Klima einer totalitären Gesellschaft“. Die ersten Sätze lauten: "Die Vergewaltigung ist ein Verbrechen. Aber die Anmache oder das Anbaggern (i.O. la drague), das insistiert oder ungeschickt ist, ist kein Delikt wie auch die Galanterie keine machistische Aggression ist." #MeToo habe eine „Kampagne der Denunziation und öffentlicher Anschuldigungen“ ausgelöst – die Beschuldigten seien auf eine Stufe mit sexuellen Aggressoren gestellt worden, ohne antworten oder sich verteidigen zu können. Als deren Folge konstatierten sie eine „Säuberungswelle“, von der insbesondere Kunst und Kultur betroffen sei, was letztlich zu einer unfreien Gesellschaft führen könne. Sie befördere zudem einen Puritanismus und spiele so den Gegnern der Emanzipation in die Hände. Zwar sei es legitim, die Formen sexueller Gewalt gegenüber Frauen zu vergegenwärtigen, eine beharrliche oder ungeschickte Anmache sei jedoch kein Vergehen – schließlich gäbe es keine sexuelle Freiheit ohne eine „Freiheit, jemandem lästig zu werden“.[163][164][165]

Svenja Flaßpöhler fand die MeToo Bewegung im Januar 2018 zwar gut gemeint, aber sie verdamme die Frauen zu einer passiven Rolle.[166]

Noch weiter gehen David Schneider und Thomas Maul in einem Essay in der Zeitschrift Bahamas von März 2018, der die MeToo-Kritikerinnen dafür kritisiert, der ihrer Auffassung nach letztlich antifeministischen „Opferschutzkampagne“ überhaupt einen ursprünglich „rationalen bzw. feministischen Kern“ zu unterstellen, während diese „von Anfang an ein hemmungsloser Angriff auf das zivilisierte Zusammenleben in den westlichen Gesellschaften“ sei.[167]

Würdigung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Time hat 2017 „The Silence Breakers“ als Person of the Year ausgewählt, und damit all die Frauen und Männer, die in der #MeToo-Bewegung ihr Schweigen gebrochen haben, mitgewürdigt.[168] Die Bundeskanzlerin der Bundesrepublik Deutschland Angela Merkel begrüßte die Entscheidung.[169]

In der deutschsprachigen Schweiz wurde #metoo aufgrund der beispiellos schnellen und weiten Verbreitung des Begriffs dort zum Wort des Jahres 2017 gekürt.[170]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b c Abby Ohlheiser: The woman behind 'Me Too; knew the power of the phrase when she created it — 10 years ago. 19. Oktober 2017. 
  2. Cristela Guerra: Where'd the "Me Too" initiative really come from? Activist Tarana Burke, long before hashtags - The Boston Globe. In: BostonGlobe.com, 17. Oktober 2017. 
  3. a b Zahara Hill: Black Woman Tarana Burke Founded the "Me Too" Movement. In: Ebony, 16. Oktober 2017. Abgerufen im 22. November 2017. 
  4. Rachel Leah: Hollywood's brightest join the 10-year-old #MeToo movement, but will that change anything?, Salon. 17. Oktober 2017. Abgerufen im 22. 
  5. Emily Shugerman: Me Too: Why are women sharing stories of sexual assault and how did it start?. In: The Independent, 17. Oktober 2017. Abgerufen im 22. November 2017. 
  6. Ed Mazza: #MeToo: Alyssa Milano's Call for Sexual Abuse Victims to Come Forward Goes Viral. In: HuffPost, 16. November 2017. Abgerufen im 22. November 2017. 
  7. Alyssa Milano reagiert mit berührender Twitter-Aktion auf den Weinstein-Skandal. In: Stern. 16. Oktober 2016, abgerufen am 15. Dezember 2017.
  8. a b Sarah Midkiff: Rose McGowan Lashes Out At Alyssa Milano For Supporting Weinstein's Wife. In: Refinery29. 9. Dezember 2017, abgerufen am 15. Dezember 2017.
  9. a b Sophie Hase: Warum Alyssa Milano bis jetzt nichts zu Weinstein sagte. In: Woman. 12. Oktober 2017, abgerufen am 15. Dezember 2017.
  10. Daniel Miller, Meg James und Kim Christensen: How Harvey Weinstein used his fashion business as a pipeline to models. In: Los Angeles Times. 21. Oktober 2017, abgerufen am 15. Dezember 2017.
  11. Oli Coleman: Alyssa Milano’s role in the Weinstein scandal is complicated. In: Pagesix.com. 13. Dezember 2017, abgerufen am 15. Dezember 2017.
  12. Megan Twohey, Jodi Kantor, Susan Dominus, Jim Rutenberg und Steve Eder: Weinstein’s Complicity Machine. In: The New York Times. 5. Dezember 2017, abgerufen am 15. Dezember 2017.
  13. Dawn C. Chmielewski: NYT Report Details Harvey Weinstein Enablers; CAA Issues Apology “To Any Person The Agency Let Down”. In: Deadline.com. 5. Dezember 2017, abgerufen am 15. Dezember 2017.
  14. Missbrauch und Erektionsspritzen: So funktionierte Weinsteins Schweigekartell. In: n-tv. 6. Dezember 2017, abgerufen am 15. Dezember 2017.
  15. zitiert nach: Nach Weinstein-Skandal: Alyssa Milano tritt Welle auf Twitter los. In: Stuttgarter Nachrichten. 16. Oktober 2017, abgerufen am 15. Dezember 2017.
  16. Nadja Sayej: Alyssa Milano on the #MeToo movement: 'We're not going to stand for it any more'. In: The Guardian. 1. Dezember 2017, abgerufen am 15. Dezember 2017.
  17. a b Rozina Sini: 'MeToo' and the scale of sexual abuse, BBC News. 16. Oktober 2017. 
  18. a b c d Lisa Respers France: #MeToo: Social media flooded with personal stories of assault, CNN. 16. Oktober 2017. Abgerufen im 22. November 2017. 
  19. Cassandra Santiago, Doug Criss CNN: An activist, a little girl and the heartbreaking origin of 'Me too', CNN. 
  20. More than 12M "Me Too" Facebook posts, comments, reactions in 24 hours. In: CBS News, 17. Oktober 2017. 
  21. Tara John: Tons of Celebrities Are Joining Alyssa Milano's 'Me Too' Protest. In: Time. Abgerufen im 22. November 2017. 
  22. Ein schrecklicher Ort Spiegel Online vom 16. Januar 2018
  23. a b c d e f g Katie Rife: An incomplete, depressingly long list of celebrities' sexual assault and harassment stories. In: The A.V. Club. 17. Oktober 2017. Abgerufen im 22. November 2017.
  24. Björk lends voice to #MeToo campaign to detail sexual harassment at hands of Danish director. NME. 17. Oktober 2017. Abgerufen im 22. November 2017.
  25. a b Samantha Schmidt: #MeToo: Harvey Weinstein case moves thousands to tell their own stories of abuse, break silence. In: The Washington Post, 16. Oktober 2017. Abgerufen im 22. November 2017. 
  26. a b c Lady Gaga, Sheryl Crow and More Tweet #MeToo To Raise Awareness for Sexual Assault. Abgerufen im 22. November 2017. 
  27. a b c d e f g h #MeToo: Sexual Harassment and Assault Movement Tweeted Over 500,000 Times as Celebs Share Stories. In: People, 16. Oktober 2017. 
  28. Seth Millstein: 9 Celebrities Whose "Me Too" Tweets Lay Bare the Everyday Reality of Sexual Assault. In: Bustle. 15. Oktober 2017. Abgerufen im 22. November 2017.
  29. Ellen DeGeneres shares #MeToo: 'Hell hath no fury like a woman with a Twitter account'. In: Entertainment Weekly, 19. Oktober 2017. Abgerufen im 22. November 2017. 
  30. „Einige Dinge waren extrem schmerzhaft“ FAZ vom 21. November 2017
  31. America Ferrera Says She Was Sexually Assaulted When She Was 9 Years Old. In: Cosmopolitan. 
  32. America Ferrera's #MeToo story: I was sexually assaulted at age 9. Abgerufen im 22. November 2017.
  33. Women join forces against sexual assault with 'me too' social media campaign. In: The Christian Science Monitor, 16. Oktober 2017. 
  34. In #metoo post, Olympic gymnast McKayla Maroney says she was molested. Abgerufen im 22. November 2017. 
  35. Victor Mather: Olympic Gymnast McKayla Maroney Says She Too Was Molested by Team Doctor. In: The New York Times, 18. Oktober 2017. Abgerufen im 22. November 2017. 
  36. The celebrities who have said #MeToo about sexual assault and harassment. In: Tampa Bay Times. Archiviert vom Original am 7. November 2017 i Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe den Link gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/cars.tampabay.com. Abgerufen im 22. November 2017. 
  37. a b Stars raise sexual assault awareness with #MeToo Twitter campaign. In: EW, 16. November 2017. Abgerufen im 22. November 2017. 
  38. Harassment in Hollywood's Golden Age: A Survivor's Firsthand Story (Guest Column) (en) Abgerufen im 22. November 2017.
  39. COO of Instagram Marne Levine and Emily Ratajkowski on How the Platform Is Combatting Sexual Harassment. In: Marie Claire. 
  40. „Einige Dinge waren extrem schmerzhaft“ FAZ vom 21. November 2017
  41. "Me Too" trend on Twitter raises awareness about sexual assault. In: CBS News. Abgerufen im 22. November 2017. 
  42. Gabrielle Union Vows to 'Continue' Sexual Assault Conversation: 'It Was Wild ... to See #MeToo Trending'. In: US Magazine.
  43. a b As #MeToo trends, here's a list of sex scandals in tech and entertainment. In: Mercury News, 16. Oktober 2017. 
  44. 'Me too': Elizabeth Warren adds her voice to campaign raising awareness of sexual harassment and assault. In: The Boston Globe. 
  45. Today in Entertainment: Larissa Gomes, Lena Headey accuse Harvey Weinstein of sexual harassment. In: Los Angeles Times. Abgerufen im 22. November 2017. 
  46. Gwilym Mumford: Actor Terry Crews: I was sexually assaulted by Hollywood executive. In: The Guardian, 11. Oktober 2017. Abgerufen im 22. November 2017. 
  47. James Van Der Beek's story of sexual abuse is a powerful reminder that men can be victims too. Abgerufen im 22. November 2017. 
  48. Why the #MeToo Moment Is Liberating, Dispiriting, and Uncomfortable All at Once, Slate. 17. Oktober 2017. Abgerufen im 22. November 2017. 
  49. 12 million women told their story of sexual assault with #MeToo. Now a new hashtag is asking men to take responsibility. 17. Oktober 2017. Abgerufen im 22. November 2017. 
  50. Ushma S. Neill: When Scientists Say, "Me, Too". Scientific American.
  51. Maggie Gordon: 'Me Too' the 'end of the beginning' of a movement. In: Houston Chronicle, 19. Oktober 2017. Abgerufen im 22. November 2017. 
  52. a b Senators say #MeToo: McCaskill, others share their stories of sexual harassment. In: The Washington Post, 21. Oktober 2017. Abgerufen im 22. November 2017. 
  53. Director James Toback accused of sexual harassment by 38 women Travis M. Andrews, The Washington Post, 23. Oktober 2017
  54. Alice Glass Accuses Former Crystal Castles Bandmate of Sexual Assault, Abuse. In: Variety, 24. Oktober 2017. Abgerufen im 22. November 2017. 
  55. Crystal Castles' Ethan Kath has denied claims by bandmate Alice Glass that he raped and abused her for years. In: The Telegraph, 25. Oktober 2017. Abgerufen im 22. November 2017. 
  56. Lindsey Bahr: Hundreds in Hollywood march against sexual harassment. In: The Press Democrat, 13. November 2017. Abgerufen im 22. November 2017. 
  57. Latest Front in Weinstein Scandal: Statehouses Say 'Me Too', US News and World Report. Abgerufen im 22. November 2017. 
  58. Few in Washington are saying #MeToo. California congresswoman wants to change that.. In: Miami Herald. Abgerufen im 22. November 2017. 
  59. Jennifer Steinhauer: Bill Clinton Should Have Resigned Over Lewinsky Affair, Kirsten Gillibrand Says. 16. November 2017.
  60. A #MeToo Moment for the European Parliament. In: The New York Times, 25. Oktober 2017. Abgerufen im 22. November 2017. 
  61. A British minister admits he made his secretary buy sex toys as #MeToo hits Parliament. In: The Washington Post, 29. Oktober 2017. Abgerufen im 22. November 2017. 
  62. Martin Timell anklagas för sexism och rasism under inspelningar av "Äntligen hemma". Expressen. Abgerufen im 22. November 2017.
  63. Timell bryter tystnaden och erkänner: "Är chockad över att jag gjort så mycket fel". Expressen. Abgerufen im 22. November 2017.
  64. Swedish media probe sexual offence allegations. The Local. 20. Oktober 2017. Abgerufen im 22. November 2017.
  65. Cissi Wallin om anklagelserna mot Virtanen: ”Bara toppen av ett isberg”. Aftonbladet.
  66. Twitter chat: What #MeToo says about sexual abuse in society. In: PBS NewsHour. Abgerufen im 22. November 2017. 
  67. Beatrice Montini: Weinstein, Giulia Blasi e le storie su #quellavoltache: «Se c'è squilibrio di potere non c'è mai consenso. Basta processare le vittime» (it). In: Corriere della Sera, 17. Oktober 2017. 
  68. A global primal scream: #MeToo (#YoTambien #QuellaVoltaChe #גםאנחנו أنا_كمان#). In: Los Angeles Times, 18. Oktober 2017. Abgerufen im 22. November 2017. 
  69. Anger as Chinese media claim harassment is just a western problem https://www.theguardian.com/world/2017/oct/17/anger-as-chinese-media-claim-harassment-is-just-a-western-problem
  70. bento.de 30. Apeil 2018: Fünf Männer missbrauchen eine Frau – ganz Spanien rebelliert
  71. Chris Bell: George Bush Snr accused by interpreter. 1. Januar 2018. Abgerufen im 22. November 2017.
  72. Michael Fallon 'apologised for touching journalist's knee'. BBC News, 31. Oktober 2017.
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