Meckelfeld

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Meckelfeld
Gemeinde Seevetal
Wappen von Meckelfeld
Koordinaten: 53° 25′ 19″ N, 10° 1′ 15″ O
Höhe: 11 (3–70) m
Einwohner: 10.007 (31. Mrz. 2015)
Eingemeindung: 1. Juli 1972
Postleitzahl: 21217
Vorwahl: 040
BullenhausenKlein-MoorGroß-MoorOver (Seevetal)Hörsten (Seevetal)Glüsingen (Seevetal)MeckelfeldHoltorfsloh (Seevetal)Ohlendorf (Seevetal)RamelslohHorst (Seevetal)HelmstorfMaschenFleestedtBeckedorfMetzendorfEmmelndorfHittfeldLindhorstKarte
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Lage von Meckelfeld in Seevetal

Meckelfeld ist ein Teil der niedersächsischen Gemeinde Seevetal. Meckelfeld liegt im Landkreis Harburg und schließt südlich an das Landesgebiet Hamburgs an. Mit 10.007  Einwohnern ist Meckelfeld der einwohnerstärkste Ortsteil Seevetals.[1]

Geografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Meckelfeld liegt an der Grenze zwischen dem Landesgebiet Hamburg und den Seevetaler Ortsteilen Over, Glüsingen, Maschen und Fleestedt. Die beiden Seen "Pulvermühle" und "See im großen Moor" zwischen Meckelfeld und Hörsten sind landschaftsprägend und als Badeseen beliebt, auch bei den Harburgern. Sie liegen neben der Seeve, die bei Meckelfeld fließt. Der 10. Längengrad Ost verläuft durch Meckelfeld nahe dem Waldstück Höpen.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Erste Erwähnung findet Meckelfeld anlässlich einer Schenkung Cobbos des Jüngeren an das Kloster Corvey im Jahre 842. Unter den bäuerlichen Gütern "im Gau Moswidi" befand sich dabei Mikelenfeld (abgeleitet vom niederdeutschen mikelen = groß). Ab 1252 gehörte Meckelfeld zum Fürstentum Lüneburg und kam schließlich im Zuge dessen Aufteilung in kleine Bezirke unter dem Namen Mekelenvelde 1450 zum Amt Harburg.

Um 1667 umfasste Mecklenfeld 25 Höfe, von denen 11 bereits 1450 vorhanden waren. Nach dem Tod des letzten, kinderlos gebliebenen Harburger Herzogs Wilhelm fiel das Amt Harburg an das Fürstentum Lüneburg zurück und wurde 1705 dem Kurfürstentum Hannover einverleibt. Als nach der Niederwerfung Napoleons auf dem Wiener Kongress 1814/15 die Neuordnung Europas beschlossen wurde, stieg das Kurfürstentum Hannover zum Königreich Hannover innerhalb des neugegründeten Deutschen Bundes auf. Infolge des Deutschen Krieges wurde es 1866 – vom Königreich Preußen annektiert – zur preußischen Provinz herabgestuft. Durch die Neuordnung der Verwaltung bildete Meckelfeld eine politische Gemeinde, die dem Landkreis Harburg unterstellt war.[2]

Meckelfeld gehört seit dem 1. Juli 1972 zur Gemeinde Seevetal.[3] Diese ist ein Zusammenschluss von früher 19 selbstständigen Gemeinden, die zu einer Einheitsgemeinde vereinigt wurden.

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Ortsrat Meckelfeld/Klein Moor besteht derzeit aus 20 Sitzen, die sich wie folgt aufteilen:

  • 9 Sitze: SPD
  • 6 Sitze: CDU
  • 3 Sitze: Bündnis 90/Die Grünen
  • 2 Sitze: FW

Amtierende Ortsbürgermeisterin von Meckelfeld ist seit dem 1. November 2006 Brigitte Somfleth (SPD). 1. stellvertretende Bürgermeisterin ist Aleksandra Matull (SPD) und 2. stellvertretender Bürgermeister ist Horst Kosin (CDU).

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gemeindebücherei[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bücherei in Meckelfeld

Die Gemeindebücherei ist eine Einrichtung der Gemeinde Seevetal und gleichzeitig die Zentralbücherei der Gemeinde. Sie besitzt ein Reetdach und wurde am 16. Juni 2004 und 27. Juli 2004 Opfer von Brandanschlägen, im Jahr 2005 jedoch saniert. Mit ihrem vielfältigen Medienangebot und altersgerechten Angeboten für Kindergärten und Schulklassen ist die Bücherei eine der publikumsintensivsten Einrichtungen der Gemeinde Seevetal.

Gemeindearchiv[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In der Ortsverwaltung von Meckelfeld befindet sich das Gemeindearchiv[4] der Gemeinde Seevetal. Hier werden Altakten, Bücher und Ortschroniken, die über die Dörfer der Gemeinde berichten, katalogisiert und verwahrt. Zu dem Bestand gehören auch viele Bilder, die dokumentieren, wie sich Orte und Landschaften im Laufe der Zeit verändert haben. Die Dokumente und Bilder können öffentlich eingesehen werden. Unterstützt wird das Archiv durch einen Arbeitskreis von Heimatforschern, die ehrenamtliche Hilfe leisten.

Volksfeste[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das vom Mittelstands- und Gewerbeverein Meckelfeld veranstaltete Dorffest findet einmal im Jahr am letzten Augustwochenende für drei Tage statt. Es gibt Grillbuden und Autoscooter, Bühnen und Karussells, aber auch Infostände.

Kirchen und Friedhof[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Evangelische Kirche[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die evangelische Kirchengemeinde Meckelfeld wurde im April 1948 gegründet und umfasst neben Meckelfeld selber auch die Gemeindeteile Over, Bullenhausen, Groß-Moor und Klein-Moor. In Ermangelung eines Gotteshauses fanden Gottesdienste bis 1954 in den Sälen von Gastwirtschaften, u. a. der Bahnhofswirtschaft statt. Die bis heute namenlose Kirche an der Glockenstraße wurde am 23. Mai 1954 geweiht. Danach dauerte es über zehn Jahre bis sie am 28. Februar 1965 eine Orgel erhielt. Im gleichen Jahr wurde das Gemeindehaus fertiggestellt, das seit 1971 auch den evangelischen Kindergarten, die Kirchenmäuse, beherbergt.[5] Nach umfassender Renovierung und Erweiterung nennt sich es heute Evangelisches Familienzentrum.

Katholische Kirche[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nach Gründung der Pfarrvikarie Meckelfeld/Hittfeld im März 1965 wurden die katholischen Gottesdienste über fünf Jahre lang in der evangelischen Kirche abgehalten. Erst am 16. August 1969 erfolgte die Grundsteinlegung für ein eigenes Gotteshaus – St. Alfrid – am Pulvermühlenweg, Ecke Am Felde, das am 3. Oktober 1970 eingeweiht werden konnte.[6]

Friedhof[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Einweihung des Friedhofs am Appenstedter Weg – damals lediglich ein Sandweg außerhalb Meckelfelds – fand am 31. Oktober 1951 statt. Erst fünf Jahre später wurde mit dem Bau einer Friedhofskapelle begonnen, die am 14. Oktober 1956 eingeweiht wurde. Bis 1999 folgten regelmäßige Erweiterungen des Geländes. Im September 2005 wurde der durch Spenden finanzierte Glockenturm fertiggestellt, von April bis Juli 2016 die Kapelle umfangreich renoviert.[7]

Sport[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Vereine in Meckelfeld bieten unter anderem Turnen, Fußball, Reiten und Schwimmen an.

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Bahnhof Meckelfeld liegt an der Bahnstrecke Hannover–Hamburg. Die Strecke wird durch die Metronom Eisenbahngesellschaft bedient, deren Züge mit E-Loks bespannt sind, aus Doppelstockwagen bestehen und stündlich zwischen Hamburg-Harburg und Lüneburg verkehren. Die Linie ist in den Hamburger Verkehrsverbund integriert und wird dort als Linie RB31 bezeichnet. Vereinzelt halten am Wochenende auch Züge der Linie R3 (Hamburg Hbf – Hannover Hbf).[8]

1961 richtete die Bundesbahn eine Buslinie Harburg, Rathaus - Rönneburg - Meckelfeld - Waldquelle - Meckelfeld - Glüsingen - Meckelfeld - Rönneburg - Harburg, Rathaus ein, die später im HVV unter der Nr. 147 betrieben wurde. Sie verkehrte bis in die 1970er Jahre. Die Wendeschleife an der Waldquelle ist heute noch vorhanden. Der heutige Busverkehr wird größtenteils durch Harburger Stadtbuslinien der Hamburger Hochbahn AG wahrgenommen. Die Linie 141 fährt über den direkten Weg (Rönneburg) nach Harburg, die Linie 443 über Bürgermeister-Heitmann- und Winsener Straße. Die Schulbusse werden von der KVG Stade betrieben. Die ehemalige Marquardt-Buslinie über Over nach Winsen wurde 2007 eingestellt.

Unternehmen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das größte Unternehmen im Ort ist die Firma Abraham Schinken im Gewerbegebiet Meckelfeld-Ost. In einem kleinen Gewerbepark im Appenstedter Weg sind weitere Unternehmen ansässig. Der Mittelstands- und Gewerbeverein Meckelfeld (MGM) mit 134 Mitgliedern (Stand November 2012) fördert und unterstützt die Gewerbetreibenden[9].

Bildung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Folgende Schulen befinden sich in Meckelfeld:

  • Grund- und Hauptschule Meckelfeld (Am Schulteich)
  • Oberschule Meckelfeld (Appenstedter Weg)
  • Gymnasium Meckelfeld (Appenstedter Weg)

Außerdem befinden sich in Meckelfeld Kindertagesstätten und ein Aktivspielplatz (AKI) für Kinder zwischen 6 und 12 Jahren, die unter Aufsicht von pädagogisch geschulten Betreuern „aktiv“ zusammen spielen und lernen. Außerdem gibt es in der Grund-Hauptschule Meckelfeld einen offenen Ganztag.

Für die Älteren gibt es das Jugendzentrum „Meckziko“, wo man nach der Schule bei der Hausaufgabenbetreuung mitmachen kann oder einfach mal einen Nachmittag in die interessanten Kurse reinschnuppert. Dort gibt es auch einen Probenraum für junge Bands.

Persönlichkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Quellen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Einwohner der Gemeinde Seevetal, Haupt- und Nebenwohnsitze Stand: 31. März 2015. Abgerufen am 26. Februar 2016.
  2. Liebes altes Meckelfeld - Dorfchronik von Lisa Heßmer, 1980
  3. Geschichte Seevetals auf der Website der Gemeinde Seevetal. Abgerufen am 2. November 2014.
  4. Gemeindearchiv der Gemeinde Seevetal. Abgerufen am 29. Oktober 2014.
  5. Liebes altes Meckelfeld – Dorfchronik von Lisa Heßmer, 1980, Seite 172 ff
  6. Gemeinsame Chronik St. Alfrid und St. Ansgar in Seevetal, abgerufen am 3. März 2015
  7. Der Friedhof Meckelfeld auf der Website des Kirchenkreises Hittfeld, abgerufen am 3. März 2015
  8. HVV-Linienfahrplan abgerufen am 5. März 2015
  9. Mittelstands- und Gewerbeverein Meckelfeld (MGM). Abgerufen am 2. November 2014.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]