Meckenlohe

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Meckenlohe
Stadt Roth
Koordinaten: 49° 16′ 13″ N, 11° 7′ 51″ O
Höhe: 347 m ü. NHN
Einwohner: 93 (2. Jan. 2018)[1]
Eingemeindung: 1. Juli 1971
Postleitzahl: 91154
Vorwahl: 09171
Der Ortskern
Der Ortskern

Meckenlohe ist ein Ortsteil der Stadt Roth im mittelfränkischen Landkreis Roth in Bayern.

Geographische Lage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Dorf liegt 3,5 Kilometer nordöstlich von Roth inmitten von Wäldern (Nordwesten: „Lehlein“, Norden: „Meckenloher Holz“, Osten: „Kronholz“, Südosten: „Taubenlohe“, Süden: „Heiligenholz“, Südwesten: „Vorbild“). Der Finsterbach, ein rechter Zuflusses der Rednitz, teilt den Ort in eine nördliche und eine südliche Hälfte. 1987 wurde der Bauabschnitt des Main-Donau-Kanales bei Meckenlohe fertiggestellt und geflutet. Der Finsterbach unterquert diesen seitdem auf 150 Meter Länge verdolt. Die Gewässergüte des Finsterbaches, wie auch die des Main-Donau-Kanales, gilt im Gemeindegebiet des Ortes als mäßig belastet.[2] [3]

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Entstehung Meckenlohes wird im 11./12. Jahrhundert angenommen. Der Ort wird 1225/76 als „Meckenloch“ erstmals urkundlich erwähnt.[4] Der Ortsname leitet sich wohl von der Ziegenzucht und der ehemals betriebenen Köhlerei ab. „Möcken“ meint das Meckern der Ziegen, „Lohe“ steht ahd. für Glut, Flamme, aber auch Lichtung.

Im 16-Punkte-Bericht für das Oberamt Roth des Jahres 1608 sind für Meckenlohe 13 Haushalte verzeichnet, wovon 6 Anwesen das Richteramt Schwand, 1 Gut dem Richteramt und Gotteshaus Schwand, 1 Gut das pfalz-bayerische Kastenamt Hilpoltstein, 2 Höfe das Reiche Almosen in Nürnberg und 2 Höfe und 1 Gut das St. Klara-Klosteramt als Grundherrn hatten.[4] In den Oberamtsbeschreibungen des Jahres 1732 von Johann Georg Vetter gab es in Meckenlohe 16 Haushalte, von denen 8 das Richteramt Schwand, 7 die Reichsstadt Nürnberg (Landesalmosenamt, St. Klara-Klosteramt, Klosteramt Pillenreuth) und 1 das Kastenamt Hilpoltstein als Grundherrn hatten.[5]

Gegen Ende des 18. Jahrhunderts gab es in Meckenlohe 15 Haushalte. Das Hochgericht nördlich des Finsterbachs übte das brandenburg-ansbachische Richteramt Schwand aus, südlich des Finsterbachs das Brandenburg-ansbachische Oberamt Roth. Die Dorf- und Gemeindeherrschaft hatte das Richteramt Schwand inne. Die einzelnen Anwesen unterstanden unterschiedlichen Grundherrn: 7 Anwesen dem Richteramt Schwand, 1 Anwesen dem pfalz-bayerischen Kastenamt Hilpoltstein, 7 Anwesen der Reichsstadt Nürnberg (St. Klara-Klosteramt: 4, Landesalmosenamt: 3). Neben den Haushalten gab es noch das Hirtenhaus, das ein kommunales Gebäude war.[6] 1801 gab es im Ort weiterhin 15 Haushalte.[7]

Im Rahmen des Gemeindeedikts wurde Meckenlohe dem 1808 gebildeten Steuerdistrikt Pfaffenhofen zugeordnet. Es gehörte auch der 1811 gegründeten Ruralgemeinde Pfaffenhofen an.[8] Seit dem Jahr 1888 besteht die Freiwillige Feuerwehr Meckenlohe. Am 5. Juli 1925 stellte der Ort einen Antrag auf Umgemeindung nach Schwand bei Nürnberg. Dieser wurde jedoch abgelehnt.[5] Am 1. Juli 1971 wurde der Ort im Zuge der Gebietsreform in Bayern nach Roth eingegliedert.

Meckenlohe ist heute überwiegend land- und forstwirtschaftlich geprägt, die Bausubstanz ist jedoch inzwischen teilweise modern. Die Ziegenzucht wird noch betrieben, darüber hinaus gibt es verschiedene kleinere Betriebe.

Baudenkmäler[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Harrlacher Weg 1: Bauernhaus
  • Ein Gedenkstein unbekannten Alters, der sogenannte Ruhestein[9], befindet sich heute reloziert an dem Weg nach Schwand.

Siehe auch: Liste der Baudenkmäler in Meckenlohe

Einwohnerentwicklung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Jahr 001818 001840 001861 001871 001885 001900 001925 001950 001961 001970 001987 002014 002018
Einwohner 84 85 103 94 100 90 98 109 90 86 85 103 93
Häuser[10] 19 17 21 20 19 20 19 24
Quelle [11] [12] [13] [14] [15] [16] [17] [18] [19] [20] [21] [1]

Religion[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Einwohner evangelisch-lutherischer Konfession sind nach St. Johannes der Täufer (Schwand) gepfarrt.

Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gemeindeverbindungsstraßen führen nach Pruppach, nach Harrlach zur Kreisstraße RH 35, über die Obere Glasschleife nach Roth zur Staatsstraße 2409 und zur RH 1 bei Schwand. Meckenlohe befindet sich an der Haltung Leerstetten am Main-Donau-Kanal-Kilometer 87.

Meckenlohe wird im öffentlichen Personennahverkehr vom VGN bedient. Wochentags bestehen unregelmäßige Verbindungen nach Roth, Schwanstetten und Wendelstein. Tagsüber kann ein Linienbedarfstaxi angefordert werden. Samstags und an Sonn- und Feiertagen besteht keine Anbindung an den ÖPNV.

Meckenlohe vom Kanal aus gesehen

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Meckenlohe – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b www.stadt-roth.de
  2. Gewässergüte des Finsterbaches
  3. Meckenlohe im BayernAtlas
  4. a b F. Eigler, S. 175.
  5. a b W. Ulsamer (Hrsg.), S. 429.
  6. F. Eigler, S. 405f.
  7. J. K. Bundschuh, Bd. 3, Sp. 481.
  8. F. Eigler, S. 479.
  9. Ruhestein bei Meckenlohe
  10. Es werden nur bewohnte Häuser angegeben. 1818 werden diese als Feuerstellen bezeichnet, 1840, 1852 als Häuser, 1871 bis 1987 als Wohngebäude.
  11. Alphabetisches Verzeichniß aller im Rezatkreise nach seiner durch die neueste Organisation erfolgten Constituirung enthaltenen Ortschaften: mit Angabe a. der Steuer-Distrikte, b. Gerichts-Bezirke, c. Rentämter, in welchen sie liegen, dann mehrerer anderer statistischen Notizen. Ansbach 1818, S. 58 (Digitalisat). Dort als Mekenlohe aufgelistet.
  12. Eduard Vetter (Hrsg.): Statistisches Hand- und Adreßbuch von Mittelfranken im Königreich Bayern. Selbstverlag, Ansbach 1846, S. 218 (Digitalisat).
  13. Joseph Heyberger, Chr. Schmitt, v. Wachter: Topographisch-statistisches Handbuch des Königreichs Bayern nebst alphabetischem Ortslexikon. In: K. Bayer. Statistisches Bureau (Hrsg.): Bavaria. Landes- und Volkskunde des Königreichs Bayern. Band 5. Literarisch-artistische Anstalt der J. G. Cotta’schen Buchhandlung, München 1867, Sp. 1090, urn:nbn:de:bvb:12-bsb10374496-4 (Digitalisat).
  14. kgl. Statistisches Bureau (Hrsg.): Vollständiges Ortschaften-Verzeichniss des Königreichs Bayern. Nach Kreisen, Verwaltungsdistrikten, Gerichts-Sprengeln und Gemeinden unter Beifügung der Pfarrei-, Schul- und Postzugehörigkeit … mit einem alphabetischen General-Ortsregister enthaltend die Bevölkerung nach dem Ergebnisse der Volkszählung vom 1. Dezember 1875. München 1877, 2. Abschnitt (Einwohnerzahlen von 1871), Sp. 1257, urn:nbn:de:bvb:12-bsb00052489-4 (Digitalisat).
  15. Karl von Rasp: Ortschaften-Verzeichniss des Königreichs Bayern. Nach Regierungsbezirken, Verwaltungsdistrikten, … sodann mit einem alphabetischen Ortsregister unter Beifügung der Eigenschaft und des zuständigen Verwaltungsdistriktes für jede Ortschaft. LIV. Heft der Beiträge zur Statistik des Königreichs Bayern. Hrsg.: K. Bayer. Statistisches Bureau. München 1888, Abschnitt III, Sp. 1192 (Digitalisat).
  16. K. Bayer. Statistisches Bureau (Hrsg.): Ortschaften-Verzeichnis des Königreichs Bayern, mit alphabetischem Ortsregister. LXV. Heft der Beiträge zur Statistik des Königreichs Bayern. München 1904, Abschnitt II, Sp. 1264 (Digitalisat).
  17. Bayerisches Statistisches Landesamt (Hrsg.): Ortschaften-Verzeichnis für den Freistaat Bayern nach der Volkszählung vom 16. Juni 1925 und dem Gebietsstand vom 1. Januar 1928. Heft 109 der Beiträge zur Statistik Bayerns. München 1928, Abschnitt II, Sp. 1302 (Digitalisat).
  18. Bayerisches Statistisches Landesamt (Hrsg.): Amtliches Ortsverzeichnis für Bayern – Bearbeitet auf Grund der Volkszählung vom 13. September 1950. Heft 169 der Beiträge zur Statistik Bayerns. München 1952, Abschnitt II, Sp. 1126 (Digitalisat).
  19. Bayerisches Statistisches Landesamt (Hrsg.): Amtliches Ortsverzeichnis für Bayern, Gebietsstand am 1. Oktober 1964 mit statistischen Angaben aus der Volkszählung 1961. Heft 260 der Beiträge zur Statistik Bayerns. München 1964, Abschnitt II, Sp. 825 (Digitalisat).
  20. Bayerisches Statistisches Landesamt (Hrsg.): Amtliches Ortsverzeichnis für Bayern. Heft 335 der Beiträge zur Statistik Bayerns. München 1973, S. 180 (Digitalisat).
  21. Bayerisches Landesamt für Statistik und Datenverarbeitung (Hrsg.): Amtliches Ortsverzeichnis für Bayern, Gebietsstand: 25. Mai 1987. Heft 450 der Beiträge zur Statistik Bayerns. München November 1991, S. 349 (Digitalisat).