Mecklenburgisches Landestheater Parchim

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Das Mecklenburgische Landestheater Parchim ist ein Schauspielhaus in Parchim in Mecklenburg-Vorpommern.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

1945 wurde das Theater im ehemaligen „Hotel Graf Moltke“ (Blutstraße 16) als Bunte Bühne gegründet und eröffnete unter der Leitung von Rolf Roeder mit einem Kabarettprogramm „Tante Lene – hü – hü“.[1] Im Oktober 1948 wurde die Bühne nach einer kurzen Umbauphase als Parchimer Kreistheater unter der Leitung von Fred Sabo mit Lessings Nathan der Weise wiedereröffnet. Nachdem 1949 das Theaterensemble in Ludwigslust als Folge eines Theaterbrands von 1947 endgültig aufgelöst wurde, siedelte ein Teil des dortigen Ensembles an das nun Landestheater Parchim genannte Theater über. Zu DDR-Zeiten war das Parchimer Haus ein Mehrspartentheater und bot mit einem eigenen Sängerensemble und einem kleinen Orchester auch Musiktheatervorstellungen an.

Seit Juni 1990 heißt das Theater Mecklenburgisches Landestheater Parchim. Nach 1990 wurde die Musiktheatersparte geschlossen; das Theater hat seither nur noch ein Schauspielensemble. Neben Schauspielen für Erwachsene legt das Theater einen besonderen Schwerpunkt auf Vorstellungen für Kinder, Jugendliche und Familien. Im 2006 gegründeten Jugendtheaterclub des Theaters stehen Jugendliche auch selbst auf der Bühne.

Im Januar 2014 wurde der große Saal sowie der Malsaal des Theaters aufgrund Bautechnischer Mängel gesperrt. Derzeit spielt das Theater in der Stadthalle Parchim, der Remise im Landratsamt sowie in der Theatergaststätte. Außerdem ist das Theater auch im Landkreis an unterschiedlichen Standorten unterwegs. Ein neues Haus ist für 2016 in der ehemaligen Elde-Mühle vorgesehen, das Land hat hierfür 5 Millionen Euro zur Verfügung gestellt.[2]

Im Zuge der Theaterreform fusioniert das "Mecklenburgische Landestheater Parchim" mit dem "Schweriner Staatstheater'" zu einem "Mecklenburgisches Staatstheater gGmbH", die Fusion tritt zum 1. August 2016 in Kraft. Hierbei übernimmt das Land 74,9 %, Schwerin und der Kreis Ludwigslust-Parchim je 10 % sowie die Stadt Parchim 5,1 %. Das bisherige Parchimer Theater führt dabei künftig den Namen "Junges Staatstheater Parchim", die Intendanz in Parchim hat wie bisher Thomas-Ott-Albrecht inne, die Generalintendanz übernimmt Lars Tietje.

Heute gehören neun Schauspieler zum Ensemble (Stand: 2014). Die Leitung des Theaters hat Intendant Thomas Ott-Albrecht inne. In der Saison 2013/2014 besuchten 16.000 Zuschauer die Vorstellungen des Theaters.[3]

Spielstätten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Große Bühne des Theaters Parchim im denkmalgeschützten[4] ehemaligen „Hotel Graf Moltke“ bietet 289 Zuschauern Platz, der Malsaal (ehemals Malersaal des Theaters) hat 90 Plätze. Auch in der Theatergaststätte mit 50 Plätzen finden Vorstellungen statt.

Im April 2017 wurde bekannt gegeben, dass die Parchimer Elde-Wassermühle als neue feste Spielstätte des Theaters ausgebaut wird. Die Baumaßnahmen sollen neben Spenden und Kreis- und Stadtmitteln nach einer Förderzusage mit etwa 5 Millionen Euro durch Landesmittel kofinanziert werden. Sie sind Bestandteil der Fusion mit dem Staatstheater Schwerin. Ende 2017 sollen die nötigen Ausschreibungen folgen.[5]

Von Anfang an spielte das Theater nicht nur im Stammhaus, sondern gab als Landesbühne auch Gastspiele an zahlreichen Abstecherorten, u. a. in Ludwigslust und im Kulturhaus Mestlin. In Koproduktionen arbeitet das Landestheater Parchim u. a. mit dem Volkstheater Rostock zusammen.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Horst Zänger: Theater in Mecklenburg. Kleine Geschichte und Geschichten. Selbstverlag, Schwerin 2002, ISBN 3-8311-3356-5, S. 105–107

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Deutsches Bühnenjahrbuch 2005, S. 466
  2. svz.de Neue Spielstätte fürs Theater
  3. Besucherzahlen öffentlicher Theater in MV (PDF; 12,4 MB)
  4. Denkmalliste des Landkreises Parchim für die Stadt Parchim (PDF; 46 kB)
  5. Parchim: Theater-Mühle bleibt kein Traum, Norddeutsche Neueste Nachrichten, 26. April 2017

Koordinaten: 53° 25′ 39″ N, 11° 50′ 45″ O