Med Stream

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche

Med Stream (englisch Mediterrenean Pipeline Project, türkisch Akdeniz Boru Hattı; hebräisch מסדרון התשתיות [misde̞'ʁo̞n hataʃti'jo̞t]) ist ein türkisch-israelisches Infrastrukturprojekt aus dem Jahr 2008 über die Errichtung eines unterseeischen Korridors aus Pipelines, die Elektrizität, Erdgas, Rohöl und Wasser von der Türkei nach Israel transportieren sollen. Auch über die Verlegung einer Telekommunikationsverbindung wurde diskutiert [1]. Die Erdgas- und Rohölpipeline wären die Verlängerung der Baku-Tiflis-Erzurum-Pipeline (BTE)[2] bzw. der Baku-Tiflis-Ceyhan-Pipeline (BTC) [2]. Im Juli 2008 beschlossen die zuständigen Minister der Türkei und Israels die Durchführung von Machbarkeitsstudien [3].

Die Pläne beinhalteten den Bau einer 460 Kilometer langen Pipeline von der türkischen Hafenstadt Ceyhan zur israelischen Hafenstadt Haifa.[1] Die Pipeline soll 20–50 Mio. t Rohöl, 4–10 Mrd. m³ Erdgas, 400–1000 Mio. m³ Frischwasser[1] sowie bis zu 4,2 GW Elektrizität[2] pro Jahr nach Israel transportieren. Die geschätzten Baukosten lagen zwischen 2 und 4,5 Mrd. US-Dollar.[1] Es wurde mit drei Jahren Bauzeit gerechnet.[1] Die Fertigstellung sollte 2013[veraltet] erfolgen.[2]

Das Projekt kam mit der massiven Verschlechterung der politischen Beziehungen zwischen Israel und der Türkei seit 2010 sowie nach der nahezu zeitgleichen Entdeckung erheblicher Erdgasvorkommen in der erweiterten Wirtschaftszone Israels im östlichen Mittelmeer zum vorläufigen Erliegen.

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b c d e Germany Trade and Invest: Türkisch-israelische Unterseeverbindung befürwortet abgerufen am 17. Juli 2008.
  2. a b c d Ministry of National Infrastructures: Significant progress in advancing the infrastructure corridor project (Med Stream) between Turkey and Israel abgerufen am 17. Juli 2008.
  3. Hürriyet: Turkey-Israel agree to start works on pipeline project abgerufen am 17. Juli 2008.