Mediaset

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Mediaset S.p.A.
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Rechtsform Società per Azioni
ISIN IT0001063210
Gründung 1978
Sitz Cologno Monzese, Italien

Leitung

Mitarbeiter 5.559 (2014)[2]
Umsatz 3,41 Mrd. EUR (2014)[2]
Branche Medien
Website www.mediaset.it

Die Mediaset S.p.A. ist ein italienisches Medienunternehmen mit Sitz in Cologno Monzese bei Mailand. Das Unternehmen ist Bestandteil des Aktienindex FTSE MIB.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

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Sendeturm in Cologno Monzese bei Mailand

Die Mediengruppe Mediaset wurde 1978 von Silvio Berlusconi gegründet. Die Familienholding Fininvest hält heute 33,49 % der Anteile am Unternehmen, 47,7 % befinden sich in Händen institutioneller Anleger; davon halten Investoren aus den Vereinigten Staaten 16,5 %, aus Italien 12,8 %, aus Kanada 8,1 %, aus dem Vereinigten Königreich 3,7 %, aus Luxemburg 2,3 % und Norwegen 1,7 %.[3]

Mediaset war die erste private Sendergruppe, die in ganz Italien ein einheitliches Programm ausstrahlte. Es galt zwar ein Gesetz, welches dieses untersagte, Berlusconi wich dem Gesetz jedoch aus, indem er auf zahlreichen Regionalsendern selben Namens zeitgleich Videokassetten abspielte, und so dennoch ein einheitliches Programm bot.

Nach einiger Zeit wurde seine Methode verboten, aber die italienische Bevölkerung hatte sich so an vor allem amerikanische Sendungen gewöhnt, dass das Gesetz gekippt wurde. Neben den öffentlich-rechtlichen Sendern der RAI sowie La7 sind die drei Mediaset-Sender die einzigen Sender, die republikweit per Antenne zu empfangen sind.

Der Firmensitz befindet sich in Cologno Monzese in Mailand, wo auch das Hauptzentrum für die Fernsehproduktionen liegt. Weitere Produktionsstätten befinden sich im Stadtviertel Milano 2 (Segrate) und in Rom. Das Stadtviertel Milano 2 wurde von Berlusconis Gesellschaft Fininvest geschaffen. Mediaset ist auch in Spanien tätig, wo sie über die Tochtergesellschaft Mediaset Investimenti 50,13 % am Fernsehsender Telecinco hält, der von Berlusconi mitgegründet wurde und mittlerweile der größte Fernsehsender auf dem spanischen Markt ist.

Mediaset kontrolliert unter Anderem auch eine der weltgrößten Werbeagenturen, die vor allem, aber nicht ausschließlich, Werbung für das Fernsehen produziert. Die größten Gesellschaften sind Publitalia 80 (für den italienischen Markt), Publiespaña (für Telecinco) und Publieurope (für alle weiteren Märkte).

Seit dem 1. Dezember 2003 überträgt Mediaset auch in den Formaten DTT oder DVB-T, über einen Decoder und seit August 2005 auch über einen zweiten Decoder.

Regulär dürfen nur zwei der Mediaset-Sender in Italien gesendet werden, Canale 5 und Italia 1. Über die Position von Rete 4 wird seit 20 Jahren diskutiert, da eine zu starke Monopolstellung von Mediaset befürchtet wird. Mediaset hat außerdem HSE24 erworben (mittlerweile verkauft), den kostenlosen, digital empfangbaren Kinderkanal Boing gegründet und mit Mediaset Premium ein Pay-per-view-Angebot geschaffen.

In Kürze werden neue Sender für den Standard DVB-H (neuer Standard für das Fernsehen per Handy) geschaffen.

Um ein Anzeichen für Pluralismus zu geben, den es in Italien noch nie gegeben hat (berücksichtigt man das Duopol in der italienischen Fernsehlandschaft), verlangt das italienische Wettbewerbsrecht, dass mindestens 40 % der Mediaset-Sender an Dritte verkauft oder vermietet werden. Es wurden Vereinbarungen mit Vodafone und 3 getroffen, außerdem wurden die Frequenzen von Sportitalia aufgekauft. Die Wettbewerbsaufsicht hat dazu die Einwilligung gegeben, allerdings unter einer Bedingung: Die Frequenzen dürfen nur für das Handy-Fernsehen benutzt werden, nicht für den analogen TV-Empfang.

Kritik und Kontroversen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Europäische Gerichtshof in Luxemburg hat am 15. Juni 2010 ein Urteil gefällt, das für den Konzern Mediaset die Rückzahlung staatlicher Beihilfen anordnet. Das kann eine dreistellige Millionensumme ausmachen. Es geht um Subventionen zum Kauf von Decodern für den Empfang digital-terrestrischer ausgestrahlter Programme.[4]

Wegen einseitiger Berichterstattung insbesondere in Wahlkampfzeiten wurde die Gruppe Mediaset kritisiert. Die Sendung Studio Aperto wurde deswegen von der italienischen Medienregulierungsbehörde zu einer Geldstrafe von 100.000 Euro verurteilt, die Sendung TG4 des Senders Rete 4 muss 200.000 Euro zahlen.[5]

Gesellschaften der Unternehmensgruppe Mediaset[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Kanäle[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Satellitenkanäle[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Verbreitung am 1. Januar 2006 eingestellt:

Verbreitung eingestellt am 31. Juli 2003 (nach Fusion von Stream TV und Tele+ zu Sky Italia):

  • Comedy Life, ehemals über Pay-TV Plattform Stream TV.

Digitale Kanäle[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Pay-TV[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Mediaset – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. mediaset.it - Board of Directors
  2. a b Approvato Bilancio 2014. Mediaset S.p.A., abgerufen am 26. Januar 2016.
  3. Shareholders’ structure. mediaset.it, abgerufen am 3. April 2016.
  4. Andrea Bachstein: Berlusconi-Konzern Mediaset – Europas harte Hand. Süddeutsche.de, 15. Juni 2010, abgerufen am 3. April 2016.
  5. 250.000 wegen einseitiger Wahlberichterstattung. ORF.at, abgerufen am 3. April 2013.
    Einseitige Wahlberichte: Italiens Tagesschauen bestraft. APA-Meldung auf DiePresse.com, 24. Mai 2011, Abgerufen am 3. April 2016.