Medienboard Berlin-Brandenburg

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Medienboard Berlin-Brandenburg GmbH
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Rechtsform GmbH
Gründung 1. Januar 2004
Sitz August-Bebel-Str. 26-53
14482 Potsdam
Leitung Kirsten Niehuus
(Geschäftsführerin)
Helge Jürgens
(Geschäftsführer)
Björn Böhning
(Aufsichtsratsvorsitzender)
Mitarbeiter 45
Branche Film und Medien
Website www.medienboard.de

Die Medienboard Berlin-Brandenburg GmbH ist ein staatliches Unternehmen für Filmförderung und Standortentwicklung der deutschen Länder Berlin und Brandenburg und Ansprechpartner für Film- und Medienschaffende in Deutschlands Hauptstadtregion.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die länderübergreifende GmbH wurde am 1. Januar 2004 mit dem Zusammenschluss von Filmboard und Medienbüro der beiden Länder gegründet und führte damit Filmförderung und Standortmarketing bundesweit erstmals in einem Haus zusammen. Sie verfügt über einen Förderetat von rund 30 Mio. Euro im Jahr. Gesellschafter sind je hälftig die Investitionsbanken der Länder Berlin (IBB) und Brandenburg (ILB).

Geschäftsführerin für den Bereich Standortmarketing war von 2004 bis 2010 Petra Müller, die zum 1. September 2010 die Nachfolge von Michael Schmid-Ospach als Geschäftsführerin der Film- und Medienstiftung NRW antrat. Von 2010 bis 2015 war Elmar Giglinger Geschäftsführer des Bereichs Standortmarketing.

Geschäftsbereiche[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Filmförderung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Geschäftsbereich Filmförderung, seit 2004 unter der Leitung von Kirsten Niehuus, verfügt über ein jährliches Budget von rund 26 Mio. Euro. Zu den Filmen, die das Medienboard gefördert hat, gehören die Bollywood-Produktion Don – The King is back mit Shah Rukh Khan, Inglourious Basterds von Quentin Tarantino, Das weiße Band von Michael Haneke, Der Ghostwriter von Roman Polański, Zwischen Welten von Feo Aladag, Oh Boy von Jan-Ole Gerster, Grand Budapest Hotel von Wes Anderson, Victoria von Sebastian Schipper, Traumfrauen von Anika Decker, Fack ju Göhte 1 und 2 von Bora Dagtekin, Honig im Kopf, Keinohrhasen, Zweiohrküken und Conni & Co 2 von Til Schweiger sowie Toni Erdmann von Maren Ade.

Gefördert werden deutsche und internationale Kinofilme in den Kategorien Development, Produktion (Spiel-, Dokumentar-, Animations- und Kurzfilm sowie Internationale Koproduktionen) sowie Verleih und Vertrieb (für die Herausbringung in Deutschland). Als eine der ersten deutschen Fördereinrichtungen unterstützt das Medienboard seit 2015 die Entwicklung und Produktion serieller TV-Formate. Mit dieser Förderung ist es u. a. gelungen, die international renommierte US-Serie Homeland in die Hauptstadtregion zu holen. Die Fördermittel des Medienboard sind bedingt rückzahlbare Darlehen und müssen vollständig in der Hauptstadtregion ausgegeben werden. Sie können mit anderen Förderungen kombiniert werden.

Standortentwicklung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Geschäftsbereich Standortentwicklung, der seit Januar 2016 von Helge Jürgens geleitet wird, sorgt für die nationale und internationale Präsentation und Profilierung des Film- und Medienstandorts Berlin-Brandenburg, für aktuelle Standortinformationen, die länder- und branchenübergreifende Vernetzung der Film- und Medienwirtschaft, und er unterstützt die Ansiedlung von Film- und Medienunternehmen. Mit rund 5 Mio. Euro im Jahr fördert der Geschäftsbereich darüber hinaus medienbezogene Projekte am Standort sowie die Entwicklung und Produktion innovativer audiovisueller Inhalte in den Bereichen Apps, Computerspiele, Transmediale Inhalte und Virtuelle Realität.[1]

Als medienbezogene Standortprojekte fördert das Medienboard Maßnahmen zur Entwicklung, Professionalisierung und Präsentation des Film- und Medienstandorts Berlin-Brandenburg. Dazu zählen Preise und Wettbewerbe, Festivals und Märkte, Veranstaltungen und Präsentationen, Kinoförderung, Medienkulturelle Veranstaltungen Brandenburg, Professionalisierung und Nachwuchs, Kinderprojekte und Medienkompetenz. Das Medienboard unterstützt mit 1 Mio. Euro im Jahr die Entwicklung und Produktion innovativer audiovisueller Inhalte.

Einmal im Jahr veranstaltet das Medienboard zusammen mit der Medienanstalt Berlin-Brandenburg und in Kooperation mit der re:publica den internationalen Medienkongress Media Convention Berlin.

Creative Europe Desk Berlin-Brandenburg[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das an das Medienboard angegliederte Creative Europe Desk Berlin-Brandenburg ist eines von vier MEDIA-Informationsbüros in Deutschland und wichtiger Ansprechpartner für die Branche in allen Fragen zum Creative Europe Programm.[2] Produzenten, Verleiher, Kinobetreiber, Festivals sowie andere Unternehmen der audiovisuellen Branche erhalten hier Informationen über MEDIA-Förderung und Unterstützung bei Anträgen in Brüssel. Das MEDIA Programm ist Teil des EU-Programms Creative Europe zur Förderung der Kreativ- und Kulturwirtschaft in Europa.[3]

Berlin Brandenburg Film Commission[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Als eine Abteilung des Medienboard steht die Berlin Brandenburg Film Commission Film- und Medienmachern, die in der Hauptstadtregion drehen wollen, mit Rat und Tat zur Seite: Die bbfc hilft bei der Locationsuche, vermittelt Drehgenehmigungen und Kontakte zur regionalen Filmbranche. Außerdem hält die Film Commission eine umfangreiche und ständig aktualisierte Adress- und Motiv-Datenbank zur Film- und Medienregion Berlin-Brandenburg bereit.[4]

Bedeutung des Begriffs[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Begriff „Medienboard“ setzt sich zusammen aus dem lateinischen Lehnwort „Medien“ und dem englischen „Board“, letzteres hier im Sinne von „Tafel“ bzw. im übertragenen Sinne „Vorstand“ oder „Gremium“. Durch die Verschmelzung eines deutschen und eines englischen Begriffs im selben Wort ist eine weder im Deutschen noch im Englischen sinnvolle und verständliche Bezeichnung geschaffen worden. Die möglichen Alternativen wären etwa "media board" oder „Mediengremium“ gewesen.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Medienboard - Interaktives und Innovatives. Abgerufen am 6. Oktober 2017.
  2. Creative Europe Program
  3. Creative Europe Desk Deutschland
  4. Berlin Brandenburg Film Commission