RTL Group

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RTL Group SA

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Rechtsform Société Anonyme
ISIN LU0061462528
Gründung 30. Mai 1931
(als Compagnie Luxembourgeoise de Radiodiffusion)
5. Juli 2000
(Fusion CLT-UFA mit Pearson TV)
Sitz Luxemburg, LuxemburgLuxemburg Luxemburg
Leitung Thomas Rabe (CEO)[1]
Mitarbeiterzahl 11.011[2]
Umsatz 6,373 Mrd. Euro (2017)[2]
Branche Medien
Website www.rtlgroup.com
Stand: 31. Dezember 2017

Die RTL Group SA (abgeleitet aus Radio Télévision Luxembourg) ist mit 61 Fernseh- und 30 Radiosendern Europas größter Betreiber von werbefinanziertem Privatfernsehen und Privatradio. Sitz der Société Anonyme nach luxemburgischem Recht ist die Stadt Luxemburg. Der RTL-Konzern befindet sich zu 75,1 Prozent im Eigentum von Bertelsmann.[3]

Unternehmensgeschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Vorläufer der RTL Group ist die 1931 gegründete Compagnie Luxembourgeoise de Radiodiffusion (CLR), 1954 umbenannt in Compagnie Luxembourgeoise de Télédiffusion (CLT). Das private luxemburgische Rundfunkunternehmen sendete auch in die Nachbarländer und baute nach und nach in weiteren europäischen Ländern eigene Radio- und Fernsehsender auf. Teilhaber der CLT waren viele andere Unternehmen, darunter Bertelsmann. 1997 fusionierte die CLT mit der deutschen UFA Film & TV Produktion GmbH, an der ebenfalls Bertelsmann wesentliche Anteile hielt, zur CLT-UFA. Zum 5. Juli 2000 fusionierte das Unternehmen erneut, diesmal mit der konkurrierenden britischen Fernsehproduktionsgesellschaft Pearson Television, der Fernsehsparte der Mediengruppe Pearson. Als Name des fusionierten Unternehmens wurde RTL Group gewählt, abgeleitet aus den bekannten Namen der Mehrzahl der CLT-Fernseh- und Radiosender.

Nach der Fusion gehörten 37,04 Prozent der RTL-Group-Eigentumsanteile der Beteiligungsgesellschaft BW TV und Film Verwaltungs GmbH (BW-TV). Die BW-TV wiederum gehörte zu 80 Prozent Bertelsmann und zu 20 Prozent der WAZ Mediengruppe. 2001 übernahm Bertelsmann durch einen Aktientausch mit der belgischen Groupe Bruxelles Lambert (GBL) deren RTL-Group-Eigentumsanteil von 30 Prozent und sicherte sich dadurch die Aktienmehrheit des Unternehmens.[4] 2002 kaufte Bertelsmann auch den Eigentumsanteil von Pearson in Höhe von 22 Prozent.[5]

2005 verkaufte die BW-TV ihre RTL-Group-Eigentumsanteile an die Bertelsmann TV Beteiligungs GmbH (BTV), eine hundertprozentige Tochtergesellschaft des Bertelsmann-Konzerns. Dadurch wechselte für einen Kaufpreis von 550 Millionen Euro der indirekte WAZ-Anteil von 7,41 Prozent zum Bertelsmann-Konzern, während der indirekte Bertelsmann-Anteil von 29,63 Prozent innerhalb des Konzerns verschoben wurde.[6] Kurz darauf übertrug Bertelsmann auch seine direkt gehaltenen Eigentumsanteile in Höhe von 52,71 Prozent an die BTV, so dass diese Ende 2005 89,75 Prozent der RTL Group besaß.[7] BTV wurde später in Bertelsmann Capital Holding GmbH umfirmiert.[8]

2002 und 2007 unternahm Bertelsmann Versuche, die restlichen Aktien zu kaufen, um die RTL Group von der Börse zu nehmen und Verwaltungskosten einzusparen.[9][10] Diese Vorhaben scheiterten jedoch an unterschiedlichen Preisvorstellungen sowie an Unklarheiten der luxemburgischen Gesetzgebung.[11] 2013 verkaufte Bertelsmann einen Teil seiner Aktien in Streubesitz und verringerte damit gegen einen Erlös von 1,4 Milliarden Euro seinen Eigentumsanteil von 92,3 Prozent auf 75,1 Prozent.[12]

Konzernstruktur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Eigentümer der RTL Group[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Eigentümer der RTL Group S.A. Aktiengesellschaft sind mit Stand Juli 2018:[3]

  • Bertelsmann Capital Holding GmbH (75,1 %)
  • Streubesitz (24,1 %)
  • Eigenbesitz der RTL Group S.A. (0,79 %)

Beteiligungen der RTL Group[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Luxemburger Aktienunternehmen (S.A.) ist an folgenden Unternehmen beteiligt:

  • CLT-UFA Holding S.A. (100 %); hierüber beteiligt an:
    • RTL Group Verwaltungs und Holding GmbH (100 %)
  • CLT-UFA S.A. (99,72 %); hierüber Beteiligungen an:
    • RTL Group Germany S.A. (99,72 *)
    • RTL Disney Fernsehen GmbH & Co. KG (49,86 %*)
    • Radio Hamburg GmbH & Co. KG (29,12 %*)
    • RTL2 Fernsehen GmbH & Co. KG (27,22 %*)
  • AVE II Vermögensverwaltungsgesellschaft mbH & Co. KG (99,7 %); hierüber beteiligt an:
    • Antenne Thüringen GmbH & Co. KG (14,96 %*)
  • Funkhaus Halle GmbH & Co. KG (61,2 %)
  • BCS Broadcast Sachsen GmbH & Co. KG (47,2 %); hierüber beteiligt an:
    • Sächsisches Gemeinschaftsprogramm GmbH & Co. KG (18,88 %*)
  • Mediengesellschaft Mittelstand Niedersachsen GmbH (23 %); hierüber beteiligt an:
    • Antenne Niedersachsen GmbH & Co. KG (1,61 %*)

* = Anteil bezogen auf die RTL Group S.A., gerundet

Alle zur RTL Group gehörenden Unternehmen betreiben zahlreiche Medienunternehmen, darunter die folgende Liste als Auswahl:

Fernsehsender[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Mediengruppe RTL Deutschland[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Logo der Mediengruppe RTL Deutschland
Digitales Sendezentrum der Mediengruppe RTL Deutschland in den Kölner Rheinhallen
Verbreitung in Deutschland[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Sendegruppe RTL Deutschland plante den DVB-T-Ausstieg bis Anfang 2014. Laut den Informationen wurde beispielsweise im Großraum München das DVB-T-Angebot der angeschlossenen Sender im August 2013 beendet und auf Grund befristeter Verträge wäre die DVB-T-Ausstrahlung praktisch bis 2014 bundesweit eingestellt worden. Der Geschäftsführer von RTL Interactive begründete den Schritt unter anderem mit fehlender Planungssicherheit, da die digitalen Frequenzen insbesondere bei den Telekommunikationskonzernen sehr begehrt sind und das Bundeswirtschaftsministerium den Sendern die Nutzung der Frequenzen nicht langfristig zusichern will.[17] Mittlerweile wurden die Ausstiegspläne jedoch revidiert.[18] Zum 29. März 2017 wurde die Verbreitung über DVB-T eingestellt und sendet seitdem über DVB-T2HD.

Frankreich[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Belgien[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Niederlande[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Luxemburg[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Spanien[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ungarn[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Kroatien[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Russland[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Radio[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Inhalte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

(Fernsehproduktion und Rechtehandel)

Zur RTL Group gehören zahlreiche Produktionsfirmen in Europa, Amerika und Australien. Dazu zählen unter anderem:[19]

Dazu kommt noch die Nachrichtenplattform ENEX (Luxemburg, 76,4 %).

Sendeanlagen der RTL Group[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Sendeanlagen im Langwellen-, Mittelwellen- und Ultrakurzwellenbereich werden von der Firma Broadcasting Center Europe betrieben.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: RTL Group – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
 Wikinews: Kategorie: RTL Group – in den Nachrichten

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. David Hein: Thomas Rabe wird CEO der RTL Group. In: Horizont. 1. April 2019, abgerufen am 1. April 2019.
  2. a b Geschäftsbericht 2017. (PDF; 23,55 MB) Abgerufen am 2. Dezember 2018.
  3. a b Shareholding Structure. In: RTL Group Internetseite. Abgerufen am 2. Juli 2018 (englisch).
  4. Bertelsmann mit neuem Aktionär und Mehrheit an RTL. In: Heise online. 5. Februar 2001, abgerufen am 4. Juli 2018.
  5. Bertelsmann: RTL im Visier. In: Manager Magazin. 9. Januar 2002, abgerufen am 4. Juli 2018.
  6. WAZ steigt aus: Bertelsmann kauft RTL-Anteile. In: Manager Magazin. 3. Juli 2005, abgerufen am 2. Juli 2018.
  7. Veränderungen von Beteiligungsverhältnissen bei den Fernsehveranstaltern der RTL Group S.A. In: Beschluss der Kommission zur Ermittlung der Konzentration im Medienbereich (KEK). 13. Juni 2006, abgerufen am 2. Juli 2018.
  8. Bertelsmann/RTL Group S.A. Kurzportrait. In: Information der Kommission zur Ermittlung der Konzentration im Medienbereich (KEK). April 2017, abgerufen am 2. Juli 2018.
  9. RTL Group zu 90 Prozent bei Bertelsmann. In: Neue Zürcher Zeitung. 20. März 2002, abgerufen am 4. Juli 2018.
  10. Übernahme: Bertelsmann will RTL endlich ganz. In: Spiegel Online. 4. Dezember 2007, abgerufen am 4. Juli 2018.
  11. Bertelsmann stoppt RTL-Übernahmepläne. In: Der Tagesspiegel. 21. Dezember 2007, abgerufen am 4. Juli 2018.
  12. Verkauf von RTL-Aktien: Bertelsmann nimmt 1,4 Milliarden Euro ein. In: Handelsblatt. 29. April 2013, abgerufen am 2. Juli 2018.
  13. RTL Hessen Programmfenster GmbH. In: Mediendatenbank. Kommission zur Ermittlung der Konzentration im Medienbereich (KEK), abgerufen am 7. April 2018.
  14. RTL Nord GmbH. In: Mediendatenbank. Kommission zur Ermittlung der Konzentration im Medienbereich (KEK), abgerufen am 7. April 2018.
  15. RTL West GmbH. In: Mediendatenbank. Kommission zur Ermittlung der Konzentration im Medienbereich (KEK), abgerufen am 7. April 2018.
  16. CBC – Cologne Broadcasting Center GmbH – technisches Sendezentrum der RTL Deutschland Gruppe (Memento des Originals vom 18. September 2010 im Internet Archive) i Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.mediengruppe-rtl.de
  17. Petra Schwegler: RTL plant Ausstieg aus dem Antennenfernsehen. In: Werben und Verkaufen. 16. Januar 2013, abgerufen am 23. Mai 2015.
  18. RTL macht Rückzieher bei DVB-T-Ausstieg. T-Online, 4. Juni 2014, abgerufen am 23. Mai 2015.
  19. Über uns (Memento des Originals vom 7. Oktober 2015 im Internet Archive) i Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/mediengruppe-rtl.de mediengruppe-rtl.de, abgerufen am 16. August 2015