Medweschji-Inseln

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche

f

Medweschji-Inseln
Hauptinsel Krestowski
Hauptinsel Krestowski
Gewässer Ostsibirische See
Geographische Lage 70° 52′ N, 161° 26′ OKoordinaten: 70° 52′ N, 161° 26′ O
Medweschji-Inseln (Republik Sacha)
Medweschji-Inseln
Anzahl der Inseln 6
Hauptinsel Krestowski
Gesamte Landfläche 60 km²
Einwohner (unbewohnt)
Karte der Medweschji-Inseln
Karte der Medweschji-Inseln

Die Medweschji- oder Bäreninseln (russisch Медвежьи острова) sind eine unbewohnte Inselgruppe am westlichen Ende des Kolyma-Golfes in der Ostsibirischen See.

Geographie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die sechs Inseln liegen etwa 100 Kilometer von der Mündung der Kolyma entfernt. Die 15 Kilometer lange Insel Krestowski ist die größte, mit 273 Metern höchste (Gora Schapka) und westlichste der Gruppe. Sie liegt 35 Kilometer vor der Küste Sibiriens. Auf Tschetyrjochstolbowoi, der östlichsten und südlichsten der sechs Inseln, befindet sich eine Station.

Administrativ gehört die Gruppe zum Verwaltungsbezirk Nischnekolymski ulus der Republik Sacha (Jakutien). Der Name ist vom russischen Wort medwed für „Bär“ bzw. auch „Eisbär“ abgeleitet.

Die sechs Inseln von West nach Ost:

  1. Krestowski
  2. Andrejewa
  3. Puschkarjowa
  4. Leontjewa
  5. Lyssowa
  6. Tschetyrjochstolbowoi

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Inseln wurden 1710 von Jakow Permjakow im Rahmen einer Expedition von der Lenamündung zur Kolyma entdeckt. Allerdings hatte zuvor schon Michailo Nasedkin, der 1702 von der Mündung der Kolyma zur Mündung der Indigirka reiste, berichtet, er habe Inseln gesehen.[1]

Während einer von 1820 bis 1824 dauernden Expedition Ferdinand von Wrangels durch die Ostsibirische See und die Tschuktschensee umfuhr der Arktisforscher Fjodor Matjuschkin die Medweschji-Inseln und kartografierte sie.

Auch Adolf Erik Nordenskiöld sichtete die Inseln auf seiner Fahrt durch die Nordostpassage.

Sonstiges[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Flora und Fauna sind typisch für die Tundra. Die Medweschji-Inseln sind fast permanent von Eis umgeben und haben ein sehr kaltes, trockenes Klima. Im Sommer wird im Gebiet der Inseln industrieller Fischfang betrieben.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wikisource Wikisource: Medweschji-Inseln – Artikel im Enzyklopädischen Wörterbuch von Brockhaus und Efron, Sankt Petersburg 1890–1907 (russisch)
 Commons: Medvezhyi Islands – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Н. Н. Зубов, К. С. Бадигин: Разгадка тайны Земли Андреева. In: Природа, 2/1952, S. 37–45 (russisch, Online).