Meerbeck

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Wappen Deutschlandkarte
Die Gemeinde Meerbeck führt kein Wappen
Meerbeck
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Meerbeck hervorgehoben
Koordinaten: 52° 20′ N, 9° 9′ O
Basisdaten
Bundesland: Niedersachsen
Landkreis: Schaumburg
Samtgemeinde: Niedernwöhren
Höhe: 66 m ü. NHN
Fläche: 13,09 km2
Einwohner: 1932 (31. Dez. 2017)[1]
Bevölkerungsdichte: 148 Einwohner je km2
Postleitzahl: 31715
Vorwahl: 05721
Kfz-Kennzeichen: SHG, RI
Gemeindeschlüssel: 03 2 57 023
Gemeindegliederung: 3 Ortsteile
Adresse der Verbandsverwaltung: Hauptstr. 46
31712 Niedernwöhren
Webpräsenz: www.meerbeck.de
Bürgermeisterin: Sabine Druschke (SPD)
Lage der Gemeinde Meerbeck im Landkreis Schaumburg
Nordrhein-WestfalenLandkreis Hameln-PyrmontLandkreis Nienburg/WeserRegion HannoverAhnsenApelernAuetalAuhagenBad EilsenBad NenndorfBeckedorfBückeburgBuchholz (bei Stadthagen)HagenburgHasteHeeßenHelpsenHespeHeuerßenHohnhorstHülsedeLauenauLauenhagenLindhorstLüdersfeldLuhdenMeerbeckMessenkampNiedernwöhrenNienstädtNordsehlObernkirchenPohlePollhagenRintelnRodenbergSachsenhagenSeggebruchStadthagenSuthfeldWiedensahlWölpinghausenKarte
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Meerbeck ist eine Gemeinde in der Samtgemeinde Niedernwöhren, die wiederum im Landkreis Schaumburg liegt.

Geografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Gemeinde liegt südlich des Schaumburger Waldes und etwa vier Kilometer nordwestlich der Kreisstadt Stadthagen. Der Mittellandkanal verläuft in der Gemarkung Volksdorf entlang der südlichen Seite des Schaumburger Waldes durch das Gemeindegebiet.

Nachbargemeinden sind im Uhrzeigersinn die Gemeinden Wiedensahl, Niedernwöhren und Nordsehl, die Stadt Stadthagen mit den Ortsteilen Enzen und Hobbensen, die Gemeinde Hespe und deren Ortsteil Levesen, sowie die Stadt Petershagen in Nordrhein-Westfalen.

Meerbeck gliedert sich in die Ortsteile Meerbeck, Volksdorf und Kuckshagen. Die Gemeinde Meerbeck ist 1974 der Samtgemeinde Niedernwöhren als Mitgliedsgemeinde beigetreten.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Meerbeck liegt als eine der ältesten Ansiedlungen des Schaumburger Landes im Vorland der Bückeberge auf der Wasserscheide zwischen Weser und Leine, der sogenannten „Meerbecker Schwelle“. Angelegt wurde Meerbeck an der Moorbeeke, die in die Gehle mündet. Von dieser Lage leitet sich auch der Ortsname ab. „Bach (Beeke) der durch das Moor fließt“. Am 3. März 1013 wurde es erstmals als Meribiki bei einer Übereignung an die Paderborner Kirche urkundlich erwähnt. Im Jahre 1030 gab es in Meerbeck sechs Bauernhöfe, darunter einen grundherrlichen Haupthof, sowie die dem Apostel St. Bartholomäus geweihte Kirche, die am 2. November 1031 in einer Stiftungsurkunde des Benediktinerklosters St. Peter und Paul (Abdinghof) in Paderborn erstmals erwähnt wurde. In sächsischer Zeit war Meerbeck Mittelpunkt eines Go-Gerichtsbezirkes. Der steinumhegte Gerichtsplatz wurde durch den Bau einer Trasse für eine Kleinbahn zerstört. Das alte Steinkreuz der Thingstätte steht heute neben der Kirche in Meerbeck.

Kuckshagen wurde urkundlich 1247 als Luckeshagen erwähnt. Graf Ludolf von Roden-Wunstorf erhielt vom Bischof von Minden die Hagenkolonie zum Lehen. Am 15. und 16. März 1793 war Kuckshagen Schauplatz einer blutigen Auseinandersetzung zwischen Schaumburg-Lippischen Bauern aus dem Amt Stadthagen, die eine Sondersteuer aus dem Jahr 1784 nicht bezahlen wollten, und dem Militär der Fürstin Juliane aus Bückeburg. Die Bauern Hans Heinrich Gümmer, Hobbensen Nr. 3 und Johann Heinrich Redecker, Volksdorf Nr. 16, sowie der Musketier Thomas ließen ihr Leben. Dieser Vorgang ging als „Kuckshäger Krieg“ in die Geschichte ein.

Volksdorf erschien am 13. April 1029 als Folchardesdorfa in einer Urkunde. Kaiser Konrad II. bestätigte die Ausstattung des Martinistifts in Minden mit zwei Hufen Land durch Bischof Siegbert. In den Jahren 1601 und 1622 wurde jeweils eine Frau aus Volksdorf wegen Hexerei verurteilt und hingerichtet. Der Gallhof wurde 1332 als curiam Ghelehof erwähnt. Die Grundsteinlegung des Forsthauses Hiddenserborn erfolgte am 8. Januar 1800 durch den Jäger Johann Ernst Ludwig aus Rusbend. Er erhielt am 8. September 1800 den Meierbrief. Später befand sich dort ein Schwefelbad und es gab den Zusatz „Bad“. Heute befindet sich dort das Hotel Bad Hiddenserborn, ein Ausflugslokal.

Am 9. Mai 1945 musste Meerbeck auf Anordnung der britischen Militärregierung für die Unterbringung von Kriegsgefangenen geräumt werden. Nach deren Rücktransport in ihre Heimatländer wurde Meerbeck ab dem 4. September 1945 ein „DP-Lager“ (Displaced Person). Die Zwangsbesetzung endete erst am 15. September 1948.

Zum 1. März 1974 gaben die Gemeinden Volksdorf und Kuckshagen ihre Eigenständigkeit auf und wurden in die Gemeinde Meerbeck eingegliedert.[2]

Religion[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Die evangelischen Christen der Gemeinde bilden mit denen aus Enzen, Hobbensen, Niedernwöhren und Teilen von Nordsehl und Stadthagen die ev.-luth. Kirchengemeinde „St. Bartholomäus“ mit der Kirche in Meerbeck. Man nennt Meerbeck auch das Kirchdorf.
  • Die katholischen Gläubigen gehören zur Pfarrgemeinde St. Joseph in Stadthagen.

Politik/Verwaltung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Rat der Gemeinde besteht aus 11 Ratsfrauen und -herren. Nach der Kommunalwahl 2016 hält davon die SPD 8 Sitze, die CDU 3 Sitze. Bürgermeisterin ist Sabine Druschke, Gemeindedirektor ist Dietmar Mensching.

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Sehenswert ist in Meerbeck die St.-Bartholomäus-Kirche, die im Jahr 1031 erstmals als „merebeke cum ecclesia“ erwähnt wurde.

Sport[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Der Tennisclub Meerbeck e. V. unterhält drei Tennisplätze mit einem Vereinsheim.
  • Schießsport betreibt der Schützenverein Volksdorf e. V. im Schützenhaus mit einer Schießsportanlage und einem Gelände für Bogenschießen.
  • Tanzen findet in der Volkstanz- und Trachtengruppe statt, die auch gleichzeitig Heimatpflege betreibt.

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Öffentliche Einrichtungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Für Sicherheit und Ordnung ist das Polizeikommissariat Stadthagen zuständig. Im Tagdienst ist eine Polizeistation in Niedernwöhren eingerichtet.
  • Der abwehrende Brandschutz und die allgemeine Hilfe wird durch die Freiwillige Feuerwehr Meerbeck-Niedernwöhren sichergestellt.

Bildung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In der Gemeinde sind ein Kindergarten und eine Grundschule vorhanden. Weiterführende Schulen befinden sich in Helpsen und Stadthagen.

Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Über Stadthagen wird in wenigen Minuten die Bundesstraße 65 und über diese die BAB 2 in Bad Nenndorf erreicht. Der nächstgelegene Bahnhof befindet sich in Stadthagen. Im Halbstundentakt werden hier Anschlüsse in Richtung Hannover und Minden erreicht. Der ÖPNV wird durch die Schaumburger Verkehrs-Gesellschaft (SVG) mit der Linie 2121 und durch die Firma Rottmann & Spannuth (RSO) mit der Linie 24/28 bedient. Außerdem steht das Anrufbussystem Niedernwöhren zur Verfügung. Transporte per Schiff können über den Hafen Wiehagen am Mittellandkanal erfolgen.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Ernst Führing: Wichtiges und Nebensächliches aus den vergangenen tausend Jahren von Meerbeck und seinem Umland. herausgegeben von der Gemeinde Meerbeck, 2013
  • Hermann Banser: Meerbeck 1945–1948: die Zwangsräumung eines Dorfes, Berichte und Dokumente. herausgegeben von der Gemeinde Meerbeck, 1985
  • Heinrich Munk: Meribiki-Meerbeck: Geschichte eines Dorfes im Schaumburger Land. herausgegeben von der Gemeinde Meerbeck, 1981

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Meerbeck – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Landesamt für Statistik Niedersachsen, LSN-Online Regionaldatenbank, Tabelle 12411: Fortschreibung des Bevölkerungsstandes, Stand 31. Dezember 2017 (Hilfe dazu).
  2. Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- und Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen und Regierungsbezirken vom 27. 5. 1970 bis 31. 12. 1982. W. Kohlhammer GmbH, Stuttgart/Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 201.