Meeresleuchten (Film)

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Film
Originaltitel Meeresleuchten
Produktionsland Deutschland
Originalsprache Deutsch
Erscheinungsjahr 2021
Länge 89 Minuten
Stab
Regie Wolfgang Panzer
Drehbuch Wolfgang Panzer
Musik Lionius Treikaukas,
Bruno Bieri
Kamera Ramunas Greicius
Schnitt Claudio Di Mauro
Besetzung

Meeresleuchten ist ein deutscher Fernsehfilm aus dem Jahr 2021. In der Hauptrolle spielt Ulrich Tukur einen Familienvater, der nach dem Tod seiner Tochter in seiner Trauer einen Neuanfang an der Ostseeküste wagt.

Handlung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Als Thomas und Sonja Wintersperger die ersten Nachrichten von einem Flugzeugabsturz über der Ostsee mitbekommen, haben sie noch ein wenig Hoffnung, dass sich ihre Tochter auf einem anderen Flug von Japan nach Deutschland befand. Doch alsbald wird aus ihrem Tod traurige Gewissheit. Die beiden nehmen an einer Trauerfeier an der Ostseeküste teil, wenige Kilometer vom Absturzort entfernt. Auf der Rückfahrt ins Hotel wird es Thomas im Bus zu viel, er muss aussteigen und möchte allein zurücklaufen. Hierbei trifft er den alten Max, der ihn in den Ort Maalsund mitnimmt, wo er sich mit einigen Bewohnern anfreundet und spontan entscheidet, dort eine Nacht zu verbringen. Am nächsten Morgen kauft er kurzerhand einen kleinen Laden am Hafen des Orts sowie ein Boot, da er hier seiner Tochter nahe sein könne. Dadurch lässt der erfolgreiche Unternehmer alles hinter sich. Seine Frau geht anders mit der Trauer um, sie scheut den Ort der Erinnerung, sodass sich die Eheleute entzweien.

Thomas wird mit seinem Laden samt Gaststätte ein wichtiger Begegnungspunkt in dem kleinen Ort, aus dem viele Bewohner wegziehen. Mittlerweile hat er auch Wiebke im Laden angestellt. Er hört seinen Stammkunden zu und gibt ihnen Rat. Dazu gehören Max, der sich liebevoll um seine Enkelin kümmert, oder die schrullig-liebenswürdige Rena, die eine Menge zu erzählen weiß, aber ihrem verstorbenen Mann immer noch Essen zubereiten möchte. Ihre Enkelin Nina ist erfolgreiche Tänzerin, deshalb ist sie ständig in der Welt unterwegs. Künstler Matti kümmert sich um ihre Villa und hilft Thomas mit seinem Laden. Thomas versucht auch zwischen den beiden zu vermitteln, er fühlt sich wohl hier. Mittlerweile ist Thomas’ Bruder Florian im Ort angekommen, da er wegen ihrer gemeinsamen Firma Rat sucht. Thomas möchte damit nichts mehr zu tun haben. Später können Florian und Sonja die Firma und das Haus der Eheleute gewinnbringend verkaufen.

Thomas träumt eines Nachts von seiner verstorbenen Tochter. Nachdem sie mehrmals fragt: „Darf ich gehen?“, lässt er sie gehen und findet so seinen Frieden. Als das nächste Weihnachtsfest in seinem Laden gefeiert wird, sind alle seine neu gewonnenen Freunde dabei. Nur seine Frau fehlt ihm. Sonja kommt plötzlich zur Tür hinein, eigentlich möchte sie nur kurz mit ihm sprechen. Doch sie bleibt und die beiden ziehen in Betracht, ein Haus in der Nähe zu kaufen und gemeinsam hier zu leben.

Hintergrund[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Film wurde vom 2. bis zum 22. September 2019 an der Ostseeküste und in der litauischen Hauptstadt Vilnius gedreht.[1] Da der Film auch in Litauen gedreht wurde und kleine Nebenrollen mit einheimischen Darstellern besetzt wurden, sind diese synchronisiert worden.[2]

Autor und Regisseur Wolfgang Panzer arbeitete in jungen Jahren als Reporter bei der Schweizer Tagesschau und war hierbei in den 1970er Jahren auch an zwei Absturzstellen von Passagierflugzeugen im Einsatz. Dies habe ihn, so berichtet er in einem Interview, sehr geprägt. Später drehte er an der kanadischen Ostküste, ganz in der Nähe, wo am 2. September 1998 Swissair-Flug 111 in der Nacht ins Meer abstürzte. Später habe er von den Angehörigen über deren persönlichen Umgang mit dem Unglück erfahren, wie diese wieder ins Leben zurückfanden.[3] Nach diesem Unglück habe Ian Shaw, Vater der bei diesem Absturz ums Leben gekommenen Staphanie Shaw, in unmittelbarer Nähe zum Absturzort ein zum Verkauf stehendes Cafe erworben und dieses zu einem Restaurant umgebaut.[4] Für Panzer, der zehn Jahre lang keinen Film mehr realisiert hatte, sei Meeresleuchten ein sehr persönlicher Film.[5]

Der Film wurde im Fernsehen erstmals am 17. Februar 2021 im Ersten ausgestrahlt.

Rezeption[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Kritiken[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Lexikon des internationalen Films bewertet den Film folgendermaßen: „Warmherziges Drama mit einem Mikrokomos (sic) sorgfältig entworfener Figuren und einer hervorragenden Besetzung.“[6]

Thomas Gehringer vergibt für den Film insgesamt 5 von 6 Sternen in seiner Besprechung bei tittelbach.tv. Für ihn ist die Besetzung bis zu den kleineren Rollen hin überzeugend gelungen, in der „Inszenierung werden „kleine“ Figuren ganz groß“. Auf Betroffenheits-Pathos werde verzichtet, in der schnörkellosen Erzählweise habe sogar leiser Humor seinen Platz. Er lobt die zurückhaltende Spielweise von Ulrich Tukur. Insgesamt sei es ein „auf unspektakuläre, beiläufige Weise hoch emotionaler Film“.[7]

Einschaltquoten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Erstausstrahlung von Meeresleuchten im Ersten am 17. Februar 2021 sahen in Deutschland 4,99 Millionen Zuschauer, was einem Marktanteil von 15,3 % entsprach.[8]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Meeresleuchten bei crew united, abgerufen am 11. März 2021.
  2. Eric Leimann: Fernsehfilm „Meeresleuchten“. In: Weser-Kurier. 11. Februar 2021, abgerufen am 15. Februar 2021.
  3. Gitta Deutz: Meeresleuchten - Interview mit Autor und Regisseur Wolfgang Panzer. In: wdr.de. WDR, 5. Januar 2021, abgerufen am 6. August 2022.
  4. Informationen aus dem Schweizer Reportage-Film Es geschah am… Swissair 111 – Absturz über Halifax.
  5. Peter Zander: Der Absturz, der für ein Ehepaar alles verändert. In: abendblatt.de. Hamburger Abendblatt, 17. Februar 2021, abgerufen am 6. August 2022.
  6. Meeresleuchten. In: Lexikon des internationalen Films. Filmdienst, abgerufen am 14. Februar 2021.
  7. Thomas Gehringer: Fernsehfilm „Meeresleuchten“. In: tittelbach.tv. 5. Februar 2021, abgerufen am 14. Februar 2021.
  8. Laura Friedrich: Primetime-Check - Mittwoch, 17. Februar 2021. In: Quotenmeter.de. 18. Februar 2021, abgerufen am 18. Februar 2021.