Meeresschleim

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Die viskösen Eigenschaften des Meeresschleims werden von einem wissenschaftlichen Mitarbeiter der Tjärnö Meeresstation in Schweden getestet.

Meeresschleim oder Meeresrotz ist eine Ansammlung von organischen Substanzen an der Meeresoberfläche und in den oberen Wasserschichten. Diese sind von schleimiger oder gelatinöser Konsistenz und bestehen aus den Resten von Mikroorganismen, hauptsächlich Algen.[1] Meeresschleim ist trotz seines für den Menschen ekelhaften Aussehens an sich nicht krankheitserregend, es können jedoch Keime in die Substanz einwandern.[2]

Ursachen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Meeresschleim kann überall im Meer entstehen, wird aber großflächig vor allem an den Küsten beobachtet, wo es durch den Eintrag von Abfällen und Schadstoffen aus Industrie und Städten zu einer Überdüngung und damit zu überdurchschnittlichem Wachstum des Phytoplanktons kommt. Die Gefahr, die von dem Schleimteppich ausgeht, besteht aus der Abschottung der tieferen Schichten vom Licht und Stoffaustausch. Im Lauf der Zeit sinkt das organische Material zu Boden und seine Zersetzung führt zu Sauerstoffmangel in der Tiefe, was zum Umkippen des gesamten Ökosystems führen kann.[3]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Ian R. Jenkinson, Xiao Xia Sun, Laurent Seuront: Thalassorheology, organic matter and plankton: towards a more viscous approach in plankton ecology. Journal of Plankton Research, 37, 6, November/Dezember 2015, S. 1100–1109 doi:10.1093/plankt/fbv071
  2. Roberto Danovaro, Serena Fonda Umani, Antonio Pusceddu: Climate Change and the Potential Spreading of Marine Mucilage and Microbial Pathogens in the Mediterranean Sea. In: PLOS ONE. 4, Nr. 9, 16. September 2009, ISSN 1932-6203, S. e7006. bibcode:2009PLoSO...4.7006D. doi:10.1371/journal.pone.0007006. PMID 19759910. PMC 2739426 (freier Volltext).
  3. Selin Uğurtaş: Turkey struck by 'sea snot' because of global heating. In: The Guardian, 25. Mai 2021. Abgerufen am 26. Mai 2021. 

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]