Meerkohl

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Meerkohl
Echter Meerkohl (Crambe maritima)

Echter Meerkohl (Crambe maritima)

Systematik
Rosiden
Eurosiden II
Ordnung: Kreuzblütlerartige (Brassicales)
Familie: Kreuzblütler (Brassicaceae)
Tribus: Brassiceae
Gattung: Meerkohl
Wissenschaftlicher Name
Crambe
L.

Meerkohl (Crambe) ist eine Pflanzengattung in der Familie der Kreuzblütler (Brassicaceae). Die 34 bis 37 Arten sind von Mitteleuropa bis Westasien sowie Nordafrika und auf Kanarischen Inseln verbreitet; das Zentrum der Artenvielfalt ist der Mittelmeerraum. Einige Arten wie der Echte Meerkohl spielen als Wild- und als Nutzpflanzen für die Ernährung eine Rolle, die Krambe wird als Nachwachsender Rohstoff vor allem als Ölpflanze für technische Öle und Wachse genutzt.

Beschreibung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Illustration des Tatarischen Meerkohl (Crambe tataria)
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Vegetative Merkmale[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Meerkohl-Arten sind ausdauernde krautige Pflanzen. Sie wachsen aus einer tief in den Boden ragenden Pfahlwurzel.

Generative Merkmale[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die zwittrigen Blüten sind vierzählig. Die vier weißen Blütenkronblättern weisen die für die Kreuzblütler typische kreuzförmige Stellung auf.

Die zweigliedrigen Schoten enthalten jeweils einen kugeligen Samen.

Vorkommen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Verbreitungsgebiet der Meerkohlarten liegt in Eurasien, Afrika und auf den makaronesischen Inseln. So findet sich der Echte Meerkohl an den Meeresküsten des Atlantik in Westeuropa, an der Küste der Ostsee sowie am Schwarzen Meer. Das Riesenschleierkraut ist im nördlichen Kaukasus heimisch, wurde jedoch als Futterpflanze in weiten Teilen Russlands und der Ukraine angebaut und ist heute bis nach Sibirien verbreitet. Crambe kotschyana lebt in Mittelasien, dem nordwestlichen Himalaya und dem nördlichen Iran und wird in Usbekistan kultiviert. Der Tatarische Meerkohl ist eine Wildpflanze der Steppengebiete Ost- und Südosteuropas und ist im Westen – als postglaziales Kältesteppenrelikt – bis nach Tschechien, Österreich und Italien und im Osten bis nach Sibirien verbreitet. Ein Endemit der Kanaren ist der Schmächtige Meerkohl (Crambe strigosa).

Echter Meerkohl (Crambe maritima) wurde auch in Deutschland, Baden-Württemberg (Kaiserstuhl) entdeckt. Er wächst dort auf Brachland, wo das Grundwasser sehr hoch ist.

Systematik und Verbreitung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Riesenschleierkraut (Crambe cordifolia)
Krambe (Crambe hispanica subsp. abyssinica)
Habitus von Crambe pritzelii im Habitat
Schmächtiger Meerkohl (Crambe strigosa)
Tatarischer Meerkohl (Crambe tataria)

Die Gattung Crambe wurde durch Carl von Linné aufgestellt.

Die Gattung Crambe gehört zur Tribus Brassiceae innerhalb der Familie Brassicaceae.

Die Gattung Crambe wird in drei Sektionen gegliedert:

  • Crambe sect. Crambe (Syn.: Crambe sect. Sarcocrambe DC.): Die etwa 16 Arten sind von Nord- über Osteuropa bis Zentralasien verbreitet.[1]
  • Crambe sect. Dendrocrambe DC.: Die etwa 14 Arten kommen in Makaronesien vor.[2]
  • Crambe sect. Leptocrambe DC.[3]

Die Gattung Crambe ist von Mitteleuropa bis Westasien sowie Nordafrika und Makaronesien verbreitet. Das Zentrum der Artenvielfalt ist der Mittelmeerraum. Etwa zehn Arten sind auch in Europa heimisch.

Die Gattung Crambe enthält 34[4] bis 37 Arten:[4]

Nicht mehr zur Gattung Crambe gehört:[5]

Nutzung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

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Die Krambe ist in Afrika zu finden. Ihr ursprüngliches Verbreitungsgebiet befindet sich im Hochland von Abessinien in Äthiopien, in Ruanda sowie an der afrikanischen und kleinasiatischen Mittelmeerküste bis in die Türkei. Seit den 1930er Jahren und vor allem nach dem Zweiten Weltkrieg verbreitete sich die Krambe als Kulturpflanze in Russland und Osteuropa. Sie wird in kleineren Beständen in mehreren europäischen Ländern und großflächiger auch in den trockeneren Gebieten der Vereinigten Staaten von Amerika angebaut.

Mit Ausnahme der Krambe, die aufgrund ihres hohen Gehalts an Erucasäure toxisch ist, werden alle Meerkohlarten als Nahrungs- oder Futterpflanzen genutzt. Dabei spielt der Echte Meerkohl auch in der menschlichen Ernährung eine Rolle und wird als Gemüse zubereitet. Crambe kotschyana und das Riesenschleierkraut werden als Futterpflanzen genutzt, wobei vor allem die stark stärkehaltigen Pfahlwurzeln und Rhizome eine wichtige Rolle spielen. Der Tatarische Wildkohl wurde niemals kultiviert, spielte allerdings wahrscheinlich bereits in der Antike eine Rolle als Wildgemüse.[9]

Die Krambe wird ausschließlich als Ölpflanze genutzt, da die Inhaltsstoffe für den Menschen und das Nutzvieh ungenießbar bis giftig sind. Sie findet vor allem Verwendung bei der Herstellung von Schaumbremsern in Waschmittel (Emulgatoren), technischen Ölen und Gleitfetten. Weitere Einsatzgebiete liegen in der Herstellung von Kunstfasern, Alkydharzen und Weichmachern sowie bei der Produktion von pharmazeutischen Erzeugnissen. Durch den Einsatz von Grüner Gentechnik soll zudem die Produktion von Wachsestern für Schmiermittel in der Fahrzeugindustrie ermöglicht werden.[10]

Quellen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Anibal Oscar Prina: Taxonomic review of the genus Crambe sect. Crambe (Brassicaceae, Brassiceae). In: Anales del Jardín Botánico de Madrid, Volume 66, Issue 1, 2009, S. 7–24. ISSN 0211-1322. doi:10.3989/ajbm.2186 PDF.
  2. Anibal Oscar Prina, J. B. Martinez-Laborde: A taxonomic revision of Crambe section Dendrocrambe (Brassicaceae). In: Botanical Journal of the Linnean Society, Volume 156, Issue 2, 2008, S. 291–304. doi:10.1111/j.1095-8339.2007.00708.x
  3. Anibal Oscar Prina: A taxonomic revision of Crambe, sect. Leptocrambe (Brassicaceae). In: Botanical Journal of the Linnean Society, Volume 133, 2000, S. 509-524.
  4. a b S. I. Warwick, A. Francis, R. K. Gugel: Guide to Wild Germplasm of Brassica and Allied Crops (tribe Brassiceae, Brassicaceae). Hrsg.: Multinational Brassica Genome Project. 3. Auflage. Ontario 2009, Taxonomic Checklist and Life History, Ecological, and Geographical Data (englisch, Online PDF 427 kB).
  5. a b c d e f g h i j k l m n o p q r s t u v w x y z aa ab ac ad ae af ag ah ai aj ak al am an ao ap aq ar as at Datenbank: BrassiBase, Version 1.2, März 2017 der Universität Heidelberg.
  6. a b c d e f g h i j k l m n o p q r s t u v w x y z aa ab ac ad ae af ag ah ai aj Crambe im Germplasm Resources Information Network (GRIN), USDA, ARS, National Genetic Resources Program. National Germplasm Resources Laboratory, Beltsville, Maryland. Abgerufen am 16. Juli 2017.
  7. a b c d e f g h i j k l m n o Crambe-Arten in der Roten Liste gefährdeter Arten der IUCN 2017. Abgerufen am 2017-07-18.
  8. A. Santos-Guerra: Crambe feuilleii (Brassicaceae) Santos sp. nova for the flora of Hierro Island (Canary Islands). In: (Anonymous, Ed.) 2nd Symposium Fauna and Flora of the Atlantic Islands, 1996, S. 162. Departamento de Biologia, Universidad de Las Palmas de Gran Canaria, Las Palmas de Gran Canaria.
  9. B. Honermeier: Crambe. In: Klaus-Ulrich Heyland, Herbert Hanus, Ernst Robert Keller: Ölfrüchte, Faserpflanzen, Arzneipflanzen und Sonderkulturen. Handbuch des Pflanzenbaus Band 4, Eugen Ulmer KG, Stuttgart 2006, ISBN 978-3-8001-3203-4, Seiten 179–184.
  10. Grüne Rohstoffe auf dem Vormarsch. In: research eu, Magazin des Europäischen Forschungsraums (online).

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Meerkohl (Crambe) – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien