Meggen LU

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LU ist das Kürzel für den Kanton Luzern in der Schweiz und wird verwendet, um Verwechslungen mit anderen Einträgen des Namens Meggenf zu vermeiden.
Meggen
Wappen von Meggen
Staat: Schweiz
Kanton: Luzern (LU)
Wahlkreis: Luzern-Land
BFS-Nr.: 1063i1f3f4
Postleitzahl: 6045
UN/LOCODE: CH MEG
Koordinaten: 671132 / 211049Koordinaten: 47° 2′ 48″ N, 8° 22′ 29″ O; CH1903: 671132 / 211049
Höhe: 477 m ü. M.
Fläche: 13,93 km²
Einwohner: 7002 (31. Dezember 2016)[1]
Einwohnerdichte: 503 Einw. pro km²
Ausländeranteil:
(Einwohner ohne Bürgerrecht)
14,7 % (31. Dezember 2015)[2]
Website: www.meggen.ch
Karte
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Über dieses Bild
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Meggen (schweizerdeutsch Megge [mekːə]) ist eine politische Gemeinde im Wahlkreis Luzern-Land des schweizerischen Kantons Luzern.

Geographie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Meggen liegt zwischen dem Vierwaldstättersee und dem Meggerberg. Im Osten grenzt der Ort an den Kanton Schwyz. Der südwestlich-nordöstlich verlaufende Meggerberg ist nahe dem Grat vom Meggerwald bedeckt. Am unteren Hang und am See gibt es keine Waldflächen. Der Ort besteht aus etlichen Quartieren, die früher separate Weiler waren. Im Westen der Gemeinde sind die wichtigsten die Flossenmatt, die Krusenweid und Lerchenbühl am Seeufer. Darüber am Hang liegen Ebnet, Hochrüti und Schönau. Die wichtigsten Quartiere im Dorfzentrum sind Schwerzi, Eiholz, Kreuz und Käppeli. Im Osten des Orts liegen Grosshusmatt und Letten am See sowie Höfli, Neuhof und Tschädigen am Südhang des Meggerbergs.

Der höchste Punkt der Gemeinde befindet sich bei der Höchstegg nördlich von Tschädigen auf 652 m ü. M., der tiefste am Vierwaldstättersee auf 434 m ü. M. Nordwestlich von Tschädigen liegt das Sumpfgebiet Forenmoos.

Die Gemeindegrenze geht im Osten vom Vierwaldstättersee über die Strichmatt zum Gränzetürli (deutsch: Grenztörchen; 618 m ü. M.). Dort dreht sie Richtung Südwesten und verläuft dem Nordhang des Meggerbergs entlang bis zum Englischen Friedhof. Dort wendet sie sich gegen Süden und stösst zwischen Salzfass (Stadt Luzern) und Siten (Gemeinde Meggen) wieder auf den Vierwaldstättersee.

Vom Gemeindeareal von 1393 ha sind bloss 726 ha Landfläche. Davon wird 47,7 % landwirtschaftlich genutzt. Weitere 28,5 % sind Siedlungsfläche und 23,7 % von Wald bedeckt.

Meggen grenzt an Adligenswil, die Stadt Luzern und an den Ortsteil Merlischachen von Küssnacht.

Bevölkerung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Zwischen 1798 wuchs das Bauern- und Fischerdorf stark (1798–1850: +49,4 %). Nach einer zehnjährigen Stagnationsphase folgte ein weiterer Wachstumsschub. Dennoch blieb der Ort bis zum Ende des Zweiten Weltkriegs eine ländlich geprägte Gemeinde. Mit den verbesserten Verkehrsbedingungen in die nahe gelegene Stadt Luzern und der massiven Senkung des Steuerfusses nahm die Einwohnerschaft danach rasch zu. Heute ist die Gemeinde Meggen eine steuerstarke Vorortsgemeinde der Stadt Luzern. Aufgrund der hohen Bodenpreise – wegen der tiefen Steuern – hat sich das Bevölkerungswachstum in den letzten Jahren verlangsamt.

Quellen: 1798–1837: Helvetische und kantonale Volkszählungen[3]; Bundesamt für Statistik; 1850 bis 2000 Volkszählungsergebnisse, 2010 ESPOP, seit 2011 STATPOP


Sprachen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Bevölkerung benutzt als Alltagssprache eine hochalemannische Mundart. Bei der letzten Volkszählung im Jahr 2000 gaben 93,30 % Deutsch, 1,57 % Englisch und 1,00 % Italienisch als Hauptsprache an.

Religionen – Konfessionen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Früher waren alle Bewohner Mitglied der römisch-katholischen Kirche. Durch Kirchenaustritte und Zuwanderung aus anderen Regionen der Schweiz und dem Ausland hat sich dies geändert. Heute (Stand 2000) sieht die religiöse Landschaft wie folgt aus: Es gibt 64,85 % römisch-katholische, 20,31 % evangelisch-reformierte, 0,49 % orthodoxe und 0,25 % freikirchliche Christen. Daneben findet man 10,10 % Konfessionslose, 0,54 % Muslime und 0,49 % Angehörige anderer nichtchristlicher Bekenntnisse.

Herkunft – Nationalität[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ende 2016 waren von den 7'002 Einwohnern 5'935 Schweizer und 1'067 (= 15,24 %) Ausländer.[4] Ende 2016 stammten die zehn wichtigsten Migrationsgruppen aus Deutschland (429 Menschen; 6,13 %), Italien (73 Menschen; 1,04 %), der Niederlande (59 Menschen; 0,84 %), Grossbritannien (49 Menschen; 0,70 %), Portugal (45 Menschen; 0,64 %), Österreich (42 Menschen; 0,60 %), Schweden (30 Menschen; 0,43 %), Russland (28 Menschen; 0,40 %), Dänemark und USA (je 22 Menschen; je 0,31 %). Ende 2015 waren insgesamt 11,6 % der Zugewanderten aussereuropäischer Herkunft.[5]

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gemeinderat[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Gemeinderat von Meggen setzt sich wie folgt zusammen:

  • Urs Brücker (glp): Gemeindepräsident
  • HansPeter Hürlimann (FDP): Gemeindeammann
  • Daniel Ottiger (parteilos): Gemeindeschreiber
  • Carmen Holdener (CVP): Schule/Freizeit/Jugend
  • Olivier Class (FDP): Sozialvorsteher
  • Josef Scherer (FDP): Umwelt und Sicherheit

Kantonsratswahlen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bei den Kantonsratswahlen 2015 des Kantons Luzern betrugen die Wähleranteile in Meggen: FDP 34,4 %, SVP 23,9 %, CVP 16,4 %, glp 11,5 %, SP 8,2 %, GPS 4,6 %.[6]

Nationalratswahlen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bei den Schweizer Parlamentswahlen 2015 betrugen die Wähleranteile in Meggen: FDP 30,1 %, SVP 28,2 %, CVP 15,4 %, SP 11,0 %, glp 8,3 %, GPS 5,5 %, BDP 0,9 %.[7]

Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Meggen liegt an der Bahnstrecke Luzern–Immensee und besitzt einen Bahnhof (Meggen) und eine Haltestelle (Meggen Zentrum). Die Linie S3 der S-Bahn Luzern, welche von Brunnen nach Luzern führt, hält an beiden Stationen, dazu hält noch der Voralpen-Express in Meggen Zentrum und ermöglicht so direkte Verbindungen nach Luzern, Arth-Goldau, Pfäffikon, Rapperswil, Herisau, St. Gallen und Romanshorn. Zwei Buslinien erschliessen Meggen noch besser durch den Öffentlichen Verkehr. Dies sind die Linien 24 (Luzern Bahnhof – Meggen Tschädigen) und 25 (Luzern Brüelstrasse – Meggen Piuskirche – Gottlieben) der Verkehrsbetriebe Luzern (VBL).

Meggen liegt an der Strasse Luzern-Küssnacht SZ. Die nächstgelegenen Autobahnanschlüsse sind Küssnacht SZ an der A4, Buchrain an der A14 und Emmen-Süd an der A2.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Kleinere Funde weisen darauf hin, dass Meggen bereits sehr früh besiedelt war. Erste historische Erwähnung im Jahr 1160[8] in einer Urkunde der Acta Murensia des Klosters Muri. Darin bestätigt Werner von Habsburg dem Kloster die Herrschaft über Meggen. Ein Teil des Orts war allerdings schon sehr früh Teil der Besitzungen des Benediktinerklosters im Hof in Luzern und fiel später ans Kloster Murbach im Elsass. Trotz Steuerzahlungen der Megger Bürger ans Kloster verliehen die Klosterbrüder den Ort im Jahr 1259 den Habsburgern. Im Jahr 1306 kaufte Habsburg das Lehen. Die Eidgenossen zerstörten 1352 die 1240 errichtete Festung Neuhabsburg. Die formelle Herrschaft über Meggen übten von 1406 an die Stadtluzerner aus. Aber erst 1496 verzichteten die Habsburger auf ihre Rechte über Meggen. Im Bauernkrieg von 1653 hielt Meggen zur Stadt Luzern. Bis 1798 war Meggen ein Teil der Landvogtei Habsburg. Seit 1803 gehört sie zum Amt Luzern. Im Jahr 1847, zur Zeit des Sonderbundskriegs, marschierten eidgenössische Regierungstruppen durch Meggen Richtung Luzern.

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Katholische Kirche St. Pius, erbaut 1966
Die Neuhabsburg vom Vierwaldstättersee aus betrachtet
  • Die katholische Piuskirche – ein 13 m hoher Kubus mit einem frei stehenden, 40 m hohen Glockenturm – wurde in den Jahren 1964–1966 nach dem Wettbewerbsentwurf (1960) von Franz Füeg im Stil von Mies van der Rohe erbaut. Zwischen dem einheitlichen Raster aus grauen Stahlstützen befinden sich ockerfarbene, transluzente Marmorplatten mit einer Stärke von nur 28 mm.
  • Die Landsitze Schloss Meggenhorn (Neurenaissance), Schloss Neuhabsburg (Neugotik) und Saint Charles Hall (Neubarock) sind die bedeutendsten Bauwerke Meggens. Sie wurden alle im 19. Jahrhundert erbaut.

Sonstiges[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der im Vergleich zum restlichen Kanton Luzern tiefe Steuerfuss macht die Gemeinde attraktiv für reichere Leute, der bekannteste unter ihnen war der Milliardär Marc Rich, der bis zu seinem Tod im Juni 2013 in Meggen wohnte. Zwei weitere Milliardäre sind der deutsche Otto Happel und Pincus Green. Damit wohnen noch zwei von den insgesamt 35 Milliardären der Schweiz in Meggen.

Die Musiker James Galway und Wladimir Aschkenasi, der Bildhauer Rolf Brem, die Kunstturnerin Ariella Kaeslin, der Ring of Honor-Wrestler Claudio Castagnoli sowie der Eishockeyspieler Thomas Rüfenacht sind weitere bekannte Megger.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Waltraud Hörsch: Meggen. In: Historisches Lexikon der Schweiz.
  • Barbara Hennig, André Meyer: Die Kunstdenkmäler des Kantons Luzern. Band II: Das Amt Luzern. Die Landgemeinden. Hrsg. von der Gesellschaft für Schweizerische Kunstgeschichte GSK, Bern 2009 (Kunstdenkmäler der Schweiz Band 116), ISBN 978-3-906131-90-0, S. 349–398.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Meggen – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Ständige und nichtständige Wohnbevölkerung nach institutionellen Gliederungen, Geschlecht, Staatsangehörigkeit und Alter (Ständige Wohnbevölkerung). In: bfs.admin.ch. Bundesamt für Statistik (BFS), 29. August 2017, abgerufen am 20. September 2017.
  2. Ständige Wohnbevölkerung nach Staatsangehörigkeitskategorie, Geschlecht und Gemeinde (Ständige Wohnbevölkerung)
  3. Quelle:Robert Gubler, Bevölkerungsentwicklung und wirtschaftliche Wandlungen im Kanton Luzern.Schluss Tabelle 1
  4. Bilanz der ständigen Wohnbevölkerung nach demographischen Komponenten, institutionellen Gliederungen, Staatsangehörigkeit und Geschlecht (Bundesamt für Statistik, STAT-TAB)
  5. LUSTAT: Gemeindeprofil Meggen
  6. LUSTAT: Gemeindeprofil Meggen
  7. Nationalratswahlen 2015: Stärke der Parteien und Wahlbeteiligung nach Gemeinden. In: Ergebnisse Nationalratswahlen 2015. Bundesamt für Statistik, 2016, abgerufen am 2. Juni 2016.
  8. Waltraud Hörsch: Meggen im Historischen Lexikon der Schweiz, 3. November 2009