Megingoz von Geldern

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Megingoz von Geldern (* um 920; † 997 in Geldern) war ein adeliger Stiftsgründer und Vater der heiligen Adelheid von Vilich.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Über Megingoz' Geburt und Jugend ist nichts bekannt, er scheint aber aus dem niederrheinischen Geldern zu stammen, wo seine Familie große Güter besaß – ebenso wie in der Nähe von Bonn.[1] Zwar wird er in Urkunden gelegentlich als „comes“ (Graf) bezeichnet, doch stammte er offenbar aus dem niederen Adel, da ihn die Königsdiplome nur als „nobilis vir“ (Edelmann) aufführen. Er ehelichte die aus höchstem Hause stammende Gerberga, Tochter des lothringischen Pfalzgrafen Gottfried und Enkelin des westfränkischen Königs Karl III. (des Einfältigen). Zudem war sie eine Nichte des Kölner Erzbischofs Wichfried.

Aus dieser Ehe gingen fünf Kinder hervor:

  • Gottfried (* spätestens 960; † 976/977 in Böhmen)
  • Irmintrud
  • Alvera
  • Bertrada († vor 1002 in Köln), Äbtissin des Kölner Klosters St. Maria im Kapitol
  • Adelheid (* nach 965 und vor 970 in Geldern; † vmtl. 1015 in Köln), Äbtissin des Klosters in Vilich

Als Vasall Heinrichs und Gegner der deutschen Herrschaft in Lotharingien ergriff Megingoz im Streit gegen König Otto I. beim zweiten Aufstand 941 die Partei Heinrichs und kämpfte auf dessen Seite. Möglicherweise war er auch bereits beim ersten Aufstand im Jahre 939 dabei. Nach der Niederschlagung musste er fliehen, um sich vor der Todesstrafe zu retten, verlor aber sämtliche Besitzungen. Nachdem Heinrich von seinem Bruder Otto wieder in Ehren aufgenommen worden war, erhielt auch Megingoz auf Heinrichs Bitten sein Eigengut mit Urkunde vom 18. Juli 944 durch Otto I. zurück.[2]

Im Jahre 976 oder 977 fiel Gottfried, der einzige Sohn und Erbe, im Kampf gegen die Böhmen. Zu seinem Andenken gründete Megingoz mit seiner Frau Gerberga 978 auf ihrem Grund und Boden in (Bonn-)Vilich ein Frauenstift (St. Adelheidis-Stift) neben einer bereits seit dem 8. oder 9. Jahrhundert befindlichen kleinen Kirche, die wohl schon zuvor als Friedhofskapelle genutzt worden war. 987 wurde aus dem Kloster ein Reichsstift mit besonderen Privilegien. Da die Tochter Bertrada bereits Äbtissin des Kölner Klosters Maria im Kapitol war, setzten die Eltern ihre jüngste Tochter Adelheid als Leitung des Stifts ein, das sie später in ein Kloster umwandelte und deren erste Äbtissin sie wurde.

Nach der Stiftsgründung zog Megingoz sich für den Rest seines Lebens nach Geldern zurück. Als er starb, wurden seine Gebeine ins Kloster Vilich überführt.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Severin Corsten, Megingoz und Gerberga, Gründer des Stiftes Vilich, in: Bonner Geschichtsblätter, Bd. 30, Bonn 1978.
  • Josef Niesen, Artikel: Megingoz, in: Bonner Personenlexikon, 3. Auflage, Bonn 2011.

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Josef Niesen, Bonner Personenlexikon, 3. Aufl., Bonn 2011, S. 310.
  2. DO I, 59.