Mehdi Charef

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Mehdi Charef (* 21. Oktober 1952 in Maghnia, Algerien) ist ein in Frankreich lebender Schriftsteller, Filmregisseur und Bühnenautor algerischer Herkunft.

Biografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Charef kam im Alter von zehn Jahren nach Frankreich, wo er in verschiedenen Städten und auch in den Slums des Pariser Ballungsraums lebte. Von 1970 bis 1983 arbeitete er als Scherenschleifer in einer Fabrik. Zum Film kam er, als ihn Costa-Gavras dazu riet, seinen Roman Le Thé au harem d'Archi Ahmed zu verfilmen. 2005 schrieb er sein erstes Theaterstück mit dem Titel „1962“, das vom Ende des Algerienkriegs handelt.

Auszeichnungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Für seine Filme war er mehrfach preisnominiert. Für Le Thé au harem d'Archimède wurde er bei den Internationalen Filmfestspielen von Cannes 1985 mit dem „Award of the Youth“ ausgezeichnet, erhielt im gleichen Jahr den „Jean-Vigo-Preis“ und 1986 den französischen „César“ in der Kategorie „Bestes Erstlingswerk“. Mit „Au pays des Juliets“ war er bei den Internationalen Filmfestspielen von Cannes 1992 für die „Goldene Palme“ nominiert, erhielt dann den „Preis der ökumenischen Jury - Besondere Auszeichnung“. 2002 bekam er beim International Festival of Love Films in Mons den „Kodak-Award“ für „La Fille de Keltoum“.

Bibliografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • 1983: Le Thé au harem d'Archimède. Mercure de France, Paris.
    • 1986. deutsch von Christel Kauder: Tee im Harem des Archimedes. Beck & Glückler Verlag, Freiburg im Breisgau.
  • 1989: Le Harki de Mériem.
  • 1999: La Maison d'Alexina.
  • 2006: A bras le cœur.

Filmografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • 1984: Le Thé au harem d'Archimède (dt.: Tee im Harem des Archimedes), Film und Drehbuch
  • 1986: Miss Mona, Film und Drehbuch
  • 1987: Camomille (dt.: Versteckte Leidenschaft - Camomille), Film und Drehbuch
  • 1991: Au pays des Juliets (dt.: Ein Tag und eine Nacht), Film und Drehbuch
  • 1995: Pigeon vole (dt.: Frei wie ein Vogel; Fernsehfilm), Film und Drehbuch
  • 1999: La Maison d'Alexina (dt.: Lernen zu Leben; Fernsehfilm), Film und Drehbuch
  • 2000: Marie-Line, Film und Drehbuch
  • 2001: La Fille de Keltoum (dt.: Tochter von Keltoum), Film und Drehbuch
  • 2005: All the Invisible Children (Segment „Tanza“; dt.: Alle Kinder dieser Welt)
  • 2007: Cartouches gauloises, Regie.
  • 2014: Graziella, mit Philippine Leroy-Beaulieu; Regie.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Hans-Jürgen Lüsebrink: Fiktionen eines kollektiven Traumas. Das Ende des Algerienkriegs im Werk Mehdi Charefs. In: Doris Eibl, Gerhild Fuchs, Birgit Mertz-Baumgartner (Hrsg.): Cultures à la dérive – cultures entre les rives : Grenzgänge zwischen Kulturen, Medien und Gattungen ; Festschrift für Ursula Mathis-Moser zum 60. Geburtstag. Würzburg : Königshausen & Neumann, 2010, S. 324–335

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]