Mehlmeisel

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Gemeinde Mehlmeisel
Mehlmeisel
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Mehlmeisel hervorgehoben

Koordinaten: 49° 59′ N, 11° 51′ O

Basisdaten
Bundesland: Bayern
Regierungsbezirk: Oberfranken
Landkreis: Bayreuth
Höhe: 621 m ü. NHN
Fläche: 13,23 km2
Einwohner: 1321 (31. Dez. 2019)[1]
Bevölkerungsdichte: 100 Einwohner je km2
Postleitzahl: 95694
Vorwahl: 09272
Kfz-Kennzeichen: BT, EBS, ESB, KEM, MÜB, PEG
Gemeindeschlüssel: 09 4 72 164
Gemeindegliederung: 10 Gemeindeteile
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Rathausplatz
95694 Mehlmeisel
Website: www.mehlmeisel.de
Erster Bürgermeister: Franz Tauber[2] (Freie Wählergemeinschaft Mehlmeisel)
Lage der Gemeinde Mehlmeisel im Landkreis Bayreuth
Landkreis Nürnberger LandBayreuthBayreuthLandkreis HofLandkreis Wunsiedel im FichtelgebirgeLandkreis KulmbachLandkreis LichtenfelsLandkreis BambergLandkreis ForchheimLandkreis TirschenreuthLandkreis Neustadt an der WaldnaabLandkreis Amberg-SulzbachPrüllWarmensteinacher Forst-NordWaidacher ForstWaidacher ForstVeldensteiner ForstNeubauer Forst-NordWaischenfeldBayreuthHeinersreuther ForstGlashüttener ForstForst Neustädtlein am ForstGemeindefreies Gebiet FichtelbergEmtmannsbergHaagSeybothenreuthCreußenWarmensteinachWeidenbergSchnabelwaidPrebitzPlechMistelgauMistelbach (Oberfranken)HummeltalHeinersreuthGoldkronachGlashütten (Oberfranken)GeseesGefreesEckersdorfBischofsgrünBischofsgrünBindlachBetzensteinBad Berneck im FichtelgebirgeSpeichersdorfKirchenpingartenWaischenfeldPlankenfelsPegnitz (Stadt)MehlmeiselHollfeldFichtelberg (Oberfranken)AufseßAhorntalBischofsgrüner ForstPottenstein (Oberfranken)Karte
Über dieses Bild
Blick vom Klausenberg (Bayreuther Haus) Richtung Nordost auf Mehlmeisel (2013)

Mehlmeisel ist eine Gemeinde im Landkreis Bayreuth, Regierungsbezirk Oberfranken. Der gleichnamige Hauptort ist Sitz der Gemeindeverwaltung und ein staatlich anerkannter Erholungsort.

Geografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Geografische Lage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Streusiedlung Mehlmeisel liegt im Naturpark Fichtelgebirge am Oberlauf der Fichtelnaab in einem Talkessel südöstlich des Ochsenkopfs.

Gemeindegliederung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Es gibt 10 Gemeindeteile (in Klammern ist der Ortstyp angegeben):[3]

Es gibt die Gemarkungen Mehlmeisel und Neugrün.

Nachbargemeinden[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Angrenzende Gemeinden und Gemeindefreie Gebiete sind:

Fichtelberg Gemeindefreies Gebiet Fichtelberg
Gemeindefreies Gebiet Fichtelberg Nachbargemeinden Nagel
(Landkreis Wunsiedel im Fichtelgebirge)
Brand
(Landkreis Tirschenreuth/Oberpfalz)

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Mittelalter[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Ort wurde im März 1283 erstmals als „Welmunzel“ urkundlich erwähnt. Es handelt sich dabei um eine Verkaufsurkunde, in der die Übertragung von landgräflichen Ländereien an das neue wittelsbachische Amt Waldeck dokumentiert wurde. Der Textausschnitt lautet:

„silva Welmunzel dimidia, adquam pertinent VI villae et alia multa jura, tam in apius quamaliis accidentiis.“

Übersetzung:

„Der Wald Welmunzel, zu welchem sechs Dörfer und viele anderen Rechte sowie weitere Zugehörungen zählen.“

Der Name „Welmunzel“ ist vermutlich slawischen Ursprungs. Es bleibt allerdings unklar, ob Mehlmeisel eine slawische Siedlungsgründung ist. Bislang fehlen entsprechende archäologische Nachweise. Aufgrund seiner geografischen Lage wurde das Becken von Mehlmeisel im 12. und 13. Jahrhundert für die Bienenzucht als so genannte Zeidelweide und für das Forstwesen, insbesondere für die Köhlerei, genutzt.

Während der Hussitenkriege wurde das Dorf „Welmansel“ im Februar 1431 geplündert und die alte (wahrscheinlich hölzerne) Laurentius-Kirche zerstört. In einer Diözesanmatrikel von 1438 befindet sich hierzu folgender Eintrag:

„Welmansel; Plebanus, Ecclesia devastata.“

Im Jahre eine weitere Plünderung des Gebietes durch Truppen des Markgrafen von Brandenburg. Die Siedlungen Mehlmeisel, Niederlind (das heutige Unterlind), Neugrün und Mähring (heute ein Weiler im Hochwald bei Oberwarmensteinach) wurden völlig verwüstet. In historischen Schriften wurden diese Orte über lange Zeit lediglich als „die vier Öden“ bezeichnet.

Hier befanden sich auch etliche Eisenhämmer, wie der Hammer Niederlind oder der Hammer Oberlind, die im 19. Jahrhundert wegen Unrentabilität geschlossen wurden.

Neuzeit[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Ortskern von Mehlmeisel, das heißt, die Gehöfte rund um die alte Dorfkirche (heutige Kriegergedächtniskapelle), wurde im Juni 1848 und im Mai 1901 von verheerenden Brandkatastrophen heimgesucht.

Mehlmeisel, heute im Regierungsbezirk Oberfranken, gehörte seit dem 15. Jahrhundert den Freiherren von Hirschberg und war Teil des Kurfürstentums Bayern. Der Ort war ein Teil der geschlossenen Hofmark Ebnath, die 1818 in ein Patrimonialgericht umgewandelt und 1848 aufgehoben wurde.

Bis zur Gemeindegebietsreform 1972 gehörte Mehlmeisel zum aufgelösten Landkreis Kemnath und damit zur Oberpfalz. Von 1978 bis 1993 bestand zwischen den Gemeinden Fichtelberg und Mehlmeisel eine Verwaltungsgemeinschaft (VG). Diese wurde nach langjährigen Verhandlungen im Oktober 1993 durch einen Landtagsbeschluss beendet. Seit dem 1. Januar 1994 ist Mehlmeisel wieder eine eigenständige Gemeinde.

Einwohnerentwicklung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Zeitraum von 1988 bis 2018 sank die Einwohnerzahl von 1435 auf 1312 um 123 bzw. um 8,6 %. Ein Höchststand wurde am 31. Dezember 1997 mit 1476 Einwohnern erreicht.

Jahr Bevölkerung
1910 1262[4]
1933 1349[5]
1939 1361[5]
1961 1618
1970 1615
1987 1461
1991 1424
1995 1445
2000 1447
2005 1391
2010 1353
2015 1321
2016 1335

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bürgermeister[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Zum Ersten Bürgermeister wurde 2014 mit 64,6 % der Stimmen Franz Tauber (Freie Wählergemeinschaft Mehlmeisel) gewählt. Sein Vorgänger war Günter Pöllmann (CSU).

Gemeinderat[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die letzten Kommunalwahlen führten zu den folgenden Sitzverteilungen im Gemeinderat:

Parteien und Wählergruppen 2008 2014 2020[6]
CSU 6 6 6
Freie Wählergemeinschaft Mehlmeisel 6 6 6
Summe 12 12 12

Wappen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wappen Gde. Mehlmeisel
Blasonierung: „Über goldenem Schildfuß, darin ein beblätterter grüner Weißdornzweig mit roten Früchten, gespalten von Silber und Grün; vorne ein grüner Nadelbaum über zwei schräg gekreuzten schwarzen Hacken, hinten ein wachsender silberner Hirsch.“[7]

Religion[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Mehlmeisel ist eine überwiegend katholisch geprägte Gemeinde und gehört zum Bistum Regensburg und zum Dekanat Kemnath-Wunsiedel.

Organisationen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Bergwacht Mehlmeisel
  • Katholischer Burschenverein Unterlind

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Baudenkmäler[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Barocke Wallfahrtskapelle Maria Loreto
    Neoromanische katholische Pfarrkirche St. Johannes Baptist in Mehlmeisel, erbaut 1906/07, erweitert 1951/52
  • Barocke Wallfahrtskapelle Maria Loreto (Hammerkirchl) im Ortsteil Unterlind, erbaut 1686
  • Kriegergedächtniskapelle mit Granit-Kirchturm (Standort der alten Dorfkirche)

Bodendenkmäler[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Freizeit[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Geführte Wanderungen
  • Mountainbiking
  • Naherholungszentrum Bayreuther Haus mit Klausenturm, Waldinformationszentrum im Waldhaus Mehlmeisel und Trimm-Dich-Pfad
  • Nordic Walking
  • Wildpark Waldhaus Mehlmeisel mit Wildgehegen für Reh-, Rot- und Schwarzwild, Fuchs, Dachs etc.; seit April 2014 Freigehege für Luchse; Streichelzoo. Dieser war Außenstelle der Landesgartenschau Bayreuth 2016.

Sport[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Klausenlift (Alpine FIS-Skianlage)
  • Langlaufloipen des Nordic Parc Fichtelgebirge
  • TSV Mehlmeisel (Fußball)
  • SG 1904 Mehlmeisel (Sportschießen)

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Commons: Mehlmeisel – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
Wikivoyage: Mehlmeisel – Reiseführer

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Tabellenblatt "Daten 2", Statistischer Bericht A1200C 202041 Einwohnerzahlen der Gemeinden, Kreise und Regierungsbezirke 1. Vierteljahr 2020 (Einwohnerzahlen auf Grundlage des Zensus 2011) (Hilfe dazu).
  2. Gemeinderat. Gemeinde Mehlmeisel, abgerufen am 23. September 2020.
  3. Gemeinde Mehlmeisel in der Ortsdatenbank der Bayerischen Landesbibliothek Online. Bayerische Staatsbibliothek, abgerufen am 5. Januar 2020.
  4. www.gemeindeverzeichnis.de, abgerufen am 19. April 2012
  5. a b Michael Rademacher: Deutsche Verwaltungsgeschichte von der Reichseinigung 1871 bis zur Wiedervereinigung 1990. bay_kemnath.html. (Online-Material zur Dissertation, Osnabrück 2006).
  6. Gemeinderat. In: Gemeinde Mehlmeisel. Abgerufen am 9. Dezember 2020 (deutsch).
  7. Eintrag zum Wappen von Mehlmeisel in der Datenbank des Hauses der Bayerischen Geschichte