Mehlmeisel

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Gemeinde Mehlmeisel
Mehlmeisel
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Mehlmeisel hervorgehoben
Koordinaten: 49° 59′ N, 11° 51′ O
Basisdaten
Bundesland: Bayern
Regierungsbezirk: Oberfranken
Landkreis: Bayreuth
Höhe: 621 m ü. NHN
Fläche: 13,23 km²
Einwohner: 1321 (31. Dez. 2015)[1]
Bevölkerungsdichte: 100 Einwohner je km²
Postleitzahl: 95694
Vorwahl: 09272
Kfz-Kennzeichen: BT, EBS, ESB, KEM, MÜB, PEG
Gemeindeschlüssel: 09 4 72 164
Gemeindegliederung: 10 Ortsteile
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Rathausplatz
95694 Mehlmeisel
Webpräsenz: www.mehlmeisel.de
Erster Bürgermeister: Franz Tauber (Freie Wählergemeinschaft Mehlmeisel)
Lage der Gemeinde Mehlmeisel im Landkreis Bayreuth
Landkreis Nürnberger Land Bayreuth Bayreuth Landkreis Hof Landkreis Wunsiedel im Fichtelgebirge Landkreis Kulmbach Landkreis Lichtenfels Landkreis Bamberg Landkreis Forchheim Landkreis Tirschenreuth Landkreis Neustadt an der Waldnaab Landkreis Amberg-Sulzbach Prüll Warmensteinacher Forst-Nord Waidacher Forst Waidacher Forst Veldensteiner Forst Neubauer Forst-Nord Waischenfeld Lindenhardter Forst-Südost Lindenhardter Forst-Nordwest Langweiler Wald Bayreuth Heinersreuther Forst Goldkronacher Forst Glashüttener Forst Forst Neustädtlein am Forst Gemeindefreies Gebiet Fichtelberg Emtmannsberg Haag (Oberfranken) Seybothenreuth Creußen Warmensteinach Weidenberg Schnabelwaid Prebitz Plech Mistelgau Mistelbach (Oberfranken) Hummeltal Hummeltal Heinersreuth Goldkronach Glashütten (Oberfranken) Gesees Gefrees Eckersdorf Bischofsgrün Bischofsgrün Bindlach Betzenstein Bad Berneck im Fichtelgebirge Speichersdorf Kirchenpingarten Waischenfeld Plankenfels Pegnitz (Stadt) Mehlmeisel Hollfeld Fichtelberg (Oberfranken) Aufseß Ahorntal Bischofsgrüner Forst Pottenstein (Oberfranken)Karte
Über dieses Bild

Mehlmeisel ist eine Gemeinde im Landkreis Bayreuth, Regierungsbezirk Oberfranken, und ein staatlich anerkannter Erholungsort.

Geografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Geografische Lage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Blick vom Klausenberg (Bayreuther Haus) Richtung Nordost auf Mehlmeisel (2013)

Die Streusiedlung Mehlmeisel liegt im Naturpark Fichtelgebirge am Oberlauf der Fichtelnaab in einem intramontanen Becken südöstlich des Ochsenkopfs.

Ortsteile[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Mehlmeisel hat zehn Ortsteile:[2]

Es gibt die Gemarkungen Mehlmeisel und Neugrün.

Nachbargemeinden[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Angrenzende Gemeinden und Gemeindefreie Gebiete sind:

Fichtelberg Gemeindefreies Gebiet Fichtelberg
Gemeindefreies Gebiet Fichtelberg Nachbargemeinden Nagel
(Landkreis Wunsiedel im Fichtelgebirge)
Brand
(Landkreis Tirschenreuth/Oberpfalz)

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Mittelalter[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Ort wurde im März 1283 erstmals als „Welmunzel“ urkundlich erwähnt. Es handelt sich dabei um eine Verkaufsurkunde, in der die Übertragung von landgräflichen Ländereien an das neue wittelsbachische Amt Waldeck dokumentiert wurde. Der Textausschnitt lautet:

„silva Welmunzel dimidia, adquam pertinent VI villae et alia multa jura, tam in apius quamaliis accidentiis.“

Übersetzung:

„Der Wald Welmunzel, zu welchem sechs Dörfer und viele anderen Rechte sowie weitere Zugehörungen zählen.“

Der Name „Welmunzel“ ist vermutlich slawischen Ursprungs. Es bleibt allerdings unklar, ob Mehlmeisel eine slawische Siedlungsgründung ist. Bislang fehlen entsprechende archäologische Nachweise. Aufgrund seiner geografischen Lage wurde das Becken von Mehlmeisel im 12. und 13. Jahrhundert für die Bienenzucht als so genannte Zeidelweide und für das Forstwesen, insbesondere für die Köhlerei, genutzt.

Während der Hussitenkriege wurde das Dorf „Welmansel“ im Februar 1431 geplündert und die alte (wahrscheinlich hölzerne) Laurentius-Kirche zerstört. In einer Diözesanmatrikel von 1438 befindet sich hierzu folgender Eintrag:

„Welmansel; Plebanus, Ecclesia devastata.“

Im Jahre eine weitere Plünderung des Gebietes durch Truppen des Markgrafen von Brandenburg. Die Siedlungen Mehlmeisel, Niederlind (das heutige Unterlind), Neugrün und Mähring (heute ein Weiler im Hochwald bei Oberwarmensteinach) wurden völlig verwüstet. In historischen Schriften wurden diese Orte über lange Zeit lediglich als „die vier Öden“ bezeichnet.

Neuzeit[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Ortskern von Mehlmeisel, das heißt, die Gehöfte rund um die alte Dorfkirche (heutige Kriegergedächtniskapelle), wurde im Juni 1848 und im Mai 1901 von verheerenden Brandkatastrophen heimgesucht.

Mehlmeisel, heute im Regierungsbezirk Oberfranken, gehörte seit dem 15. Jahrhundert den Freiherren von Hirschberg und war Teil des Kurfürstentums Bayern. Der Ort war ein Teil der geschlossenen Hofmark Ebnath, die 1818 in ein Patrimonialgericht umgewandelt und 1848 aufgehoben wurde.

Bis zur Gemeindegebietsreform 1972 gehörte Mehlmeisel zum aufgelösten Landkreis Kemnath und damit zur Oberpfalz. Von 1978 bis 1993 bestand zwischen den Gemeinden Fichtelberg und Mehlmeisel eine Verwaltungsgemeinschaft (VG). Diese wurde nach langjährigen Verhandlungen im Oktober 1993 durch einen Landtagsbeschluss beendet. Seit dem 1. Januar 1994 ist Mehlmeisel wieder eine eigenständige Gemeinde.

Einwohnerentwicklung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Jahr Bevölkerung
1910 1262[3]
1933 1349[4]
1939 1361[4]
1961 1618
1970 1615
1987 1461
1995 1445
2000 1447
2005 1391
2010 1353
2015 1321

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bürgermeister[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Zum Bürgermeister wurde 2014 mit 64,6 % der Stimmen Franz Tauber (Freie Wählergemeinschaft Mehlmeisel) gewählt. Sein Vorgänger war Günter Pöllmann (CSU).

Gemeinderat[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die letzten Kommunalwahlen führten zu den folgenden Sitzverteilungen im Gemeinderat:

Parteien und Wählergruppen 2008 2014
CSU 6 6
Freie Wählergemeinschaft Mehlmeisel 6 6
Summe 12 12

Religion[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Mehlmeisel ist eine überwiegend katholisch geprägte Gemeinde und gehört zum Bistum Regensburg und zum Dekanat Kemnath-Wunsiedel.

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Baudenkmäler[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Neoromanische katholische Pfarrkirche St. Johannes Baptist in Mehlmeisel, erbaut 1906/07, erweitert 1951/52
  • Barocke Wallfahrtskapelle Maria Loreto (Hammerkirchl) im Ortsteil Unterlind, erbaut 1686
  • Kriegergedächtniskapelle mit Granit-Kirchturm (Standort der alten Dorfkirche)

Freizeit[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Klausenturm (2011)
  • Geführte Wanderungen
  • Mountainbiking
  • Naherholungszentrum Bayreuther Haus mit Klausenturm, Waldinformationszentrum im Waldhaus Mehlmeisel und Trimm-Dich-Pfad
  • Nordic Walking
  • Wildpark Waldhaus Mehlmeisel mit Wildgehegen für Reh-, Rot- und Schwarzwild, Fuchs, Dachs etc; seit April 2014 Freigehege für Luchse; Streichelzoo. Er ist Außenstelle der Landesgartenschau Bayreuth 2016.

Sport[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Klausenlift (Alpine FIS-Skianlage)
  • Langlaufloipen des Nordic Parc Fichtelgebirge
  • TSV Mehlmeisel (Fußball)
  • SG 1904 Mehlmeisel (Sportschießen)

Organisationen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Bergwacht Mehlmeisel
  • Katholischer Burschenverein Unterlind

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Richard Schreiber: Mehlmeisel – Geschichtliches aus dem Gemeindeleben. In: Gemeinde Mehlmeisel (Hrsg.): Schriftenreihe zur Geschichte der Gemeinde Mehlmeisel, Band II. Mehlmeisel 2000

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Mehlmeisel – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
 Wikivoyage: Mehlmeisel – Reiseführer

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Bayerisches Landesamt für Statistik – Tabelle 12411-001: Fortschreibung des Bevölkerungsstandes: Bevölkerung: Gemeinden, Stichtage (letzten 6) vom Juli 2016 (Einwohnerzahlen auf Grundlage des Zensus 2011) (Hilfe dazu).
  2. Bayerische Landesbibliothek Online: Mehlmeisel
  3. www.gemeindeverzeichnis.de, abgerufen am 19. April 2012
  4. a b www.verwaltungsgeschichte.de, abgerufen am 19. April 2012