Mehring (Mosel)

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Ortsgemeinde Mehring
Mehring (Mosel)
Deutschlandkarte, Position der Ortsgemeinde Mehring hervorgehoben
Koordinaten: 49° 48′ N, 6° 50′ O
Basisdaten
Bundesland: Rheinland-Pfalz
Landkreis: Trier-Saarburg
Verbandsgemeinde: Schweich an der Römischen Weinstraße
Höhe: 130 m ü. NHN
Fläche: 22,3 km2
Einwohner: 2358 (31. Dez. 2016)[1]
Bevölkerungsdichte: 106 Einwohner je km2
Postleitzahl: 54346
Vorwahl: 06502
Kfz-Kennzeichen: TR, SAB
Gemeindeschlüssel: 07 2 35 083
Gemeindegliederung: 2 Ortsteile
Adresse der Verbandsverwaltung: Brückenstraße 26
54338 Schweich
Webpräsenz: www.mehring.org
Ortsbürgermeister: Jürgen Kollmann (CDU)
Lage der Ortsgemeinde Mehring im Landkreis Trier-Saarburg
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Mehring an der Mosel ist eine Ortsgemeinde im Landkreis Trier-Saarburg in Rheinland-Pfalz. Sie gehört der Verbandsgemeinde Schweich an der Römischen Weinstraße an. Mehring ist ein staatlich anerkannter Fremdenverkehrsort.[2]

Gemeindegliederung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Mehring auf einer Ansichtskarte von 1976
Mehring mit Moselbrücke um 1950

Am 17. März 1974 wurde die bis dahin selbständige Gemeinde Lörsch eingemeindet.[3]

Zum Ortsteil Mehring gehören auch die Wohnplätze Jagdhaus Ginsterheld, Landhaus Eller, Mehringer Berg, Mehringer Schweiz, Neu-Mehring und Schleicherberg.[4]

Herkunft des Ortsnamens[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Viele alte Siedlungen an der Mosel sind römischen Ursprungs. Zeugnisse dieser Wurzeln sind neben den mannigfachen Grabungsfunden aus dieser Zeit die Namensgebungen der einzelnen Dörfer und Ortschaften. Häufig gab es Zusammensetzungen aus einem römischen Männernamen und der für gallo-römische Siedlungsstellen üblichen Endung iacum. Mit diesem Suffix wurden im römischen Gallien Latifundien nach deren erstem Besitzer benannt. Im Falle von Mehring handelte es sich wohl um einen Römer namens Marinus. Also dürfte die ursprüngliche Namensgebung der gallo-römischen Ansiedlung Mariniacum gewesen sein. Übersetzen lässt sich dies mit Hof des Marinus. Im 8. Jahrhundert erschien dann zum ersten Mal die Ortsbezeichnung „Marningum“. Im Verlauf des Mittelalters tauchten unterschiedliche Schreibweisen auf. Das Prümer Urbar weist alleine fünf auf, darunter im Jahre 1295 erstmals die Form „Mehring“. Diese Schreibweise etablierte sich aber erst ab dem 16. Jahrhundert allmählich. So gab es noch bis ins 19. Jahrhundert Abweichungen dieser heute gültigen morphophonemischen Orthographie, so etwa „Mehringk“ (1569) oder „Mähring“ (1805).[5]

Einwohnerentwicklung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Entwicklung der Einwohnerzahl von Mehring bezogen auf das heutige Gemeindegebiet; die Werte von 1871 bis 1987 beruhen auf Volkszählungen:[2]

Jahr Einwohner
1815 918
1835 1.438
1871 1.547
1905 1.519
1939 1.741
1950 1.774
Jahr Einwohner
1961 1.825
1970 1.970
1987 1.894
2005 2.203
2011 2.241
2015 2.317
Grafik der Einwohnerentwicklung

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gemeinderat[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gemeinderat
2
4
8
2
Insgesamt 16 Sitze

Der Ortsgemeinderat in Mehring besteht aus 16 Ratsmitgliedern, die bei der Kommunalwahl am 25. Mai 2014 in einer personalisierten Verhältniswahl gewählt wurden, und dem ehrenamtlichen Ortsbürgermeister als Vorsitzendem.

Die Sitzverteilung im Ortsgemeinderat:[6]

Wahl SPD CDU FWG* WGR Gesamt
2014 2 8 4 2 16 Sitze
2009 2 7 5 2 16 Sitze
2004 2 6 7 1 16 Sitze

* FWG = Freie Wählergruppe Mehring e. V.

Gemeindepartnerschaft[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Seit 1991 besteht eine Gemeindepartnerschaft mit der belgischen Gemeinde Linter.[7]

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Auf der Gemarkung von Mehring stand an der Römerstraße eine Villa rustica, die als Rekonstruktion besichtigt werden kann. Über den Originalresten wurde der Portikusbereich nachgebaut.

Am Nordrand der Gemeinde befindet sich an der Goldkuppstraße der römische Qanat von Mehring (Tunnelwasserleitung).

Im Ortsteil Lörsch wurden Reste einer ausgedehnten römischen Bauanlage ausgegraben, die sich auf etwa 600 m entlang des Moselufers erstreckte.

In einer Weinbergsmauer sind noch dort eingebaute Quader eines römischen Grabdenkmals zu sehen.

Links der Mosel spezialisierte man sich auf den flachen Hängen schon im Mittelalter mit dem Weinbau, während die rechte Moselseite eher der Land- und Viehwirtschaft diente. Die landwirtschaftliche Nutzung brachte dem Weideland den Namen „Kühstantinopel“ ein. Am noch bestehenden Fährturm setzte man mit der Fähre über die Mosel, bis die neue Brücke gebaut war.

Das Landwehrkreuz aus dem späten 19. Jahrhundert, ein beliebtes Wanderziel, steht an der höchsten Erhebung der Mehringer Moselberge, dem Mehringer Berg (Longen/Mehring).

Siehe auch: Liste der Kulturdenkmäler in Mehring

Vereine[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Mit rund 450 Mitgliedern ist der Sportverein Mehring 1921 e.V. der mitgliederstärkste Verein im Ort. Die Fußball-A-Mannschaft spielt derzeit (Saison 2017/18) in der Rheinlandliga. Neben Fußball in allen Altersklassen bietet der Verein auch Gymnastik, Tennis und Kinderturnen an.[8]

Laut dem Vereinsregister des Amtsgerichtes Wittlich gibt es in Mehring noch folgende eingetragene Vereine: Angelsport-Club Mehring 1975, Fanfarenzug Mehring 1967, Feldbogensport Mehring, Förderkreis SCHUKI - Mehring, Förderverein der Freiwilligen Feuerwehr Mehring, Förderverein SV Mehring, Gewerbeverein Mehring, Männer- und Frauenchor Mehring, MARNINGUM, us Duaref Kulturhistorischer Verein Mehring, Mountainbike Club Mehring, Reha-Sport Mehring - Verein für rehabilitative Gymnastik, St. Sebastianus Schützenbruderschaft 1636 Mehring, Touristikverein Mehring, Volleyball Club Schmetterlinge Mehring und Wassersportclub Mehring. Darüber hinaus sind bekannt die Winzerkapelle Mehring und die Winzertanzgruppe Mehring. Der Mehringer Karnevalsverein Oh Leit her! 1982 e.V. wurde 2017 aufgelöst.

Wirtschaft und Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Mehring ist erheblich geprägt vom Weinbau und mit 237 Hektar bestockter Rebfläche nach Piesport, Zell, Leiwen, Konz und Neumagen-Dhron fünftgrößte Weinbaugemeinde der Mosel. Es wird traditionell überwiegend Riesling angebaut. Der Weinbau bildet außerdem die Grundlage für den Tourismus, der ebenfalls einen bedeutenden Wirtschaftszweig darstellt. Schwerpunkte bilden dabei der Rad- und Wandertourismus. So liegt Mehring unter anderem am Mosel-Radweg und wird von dem 2014 eröffneten Moselsteig angebunden.[9]

Die Raiffeisenbank Mehring-Leiwen und die Sparkasse Trier unterhalten Geschäftsstellen in Mehring.

Mehring liegt an der Bundesautobahn 1 (Europastraße 422), an der Bundesstraße 53 sowie an weiteren Landes- und Kreisstraßen.

Weinlagen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Mehringer Blattenberg
  • Mehringer Goldkupp
  • Mehringer Zellerberg

Großlage: Sankt Michael

Öffentliche Einrichtungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

ehem. Schule
  • Gemeindebüro, Touristinformation, Wein- und Heimatmuseum
  • Kindergarten, Grundschule, Sportplatz, Turnhalle

Persönlichkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Mehring (Mosel) – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Statistisches Bundesamt – Anzahl der Einwohner in den Kommunen am 31. Dezember 2016 (Hilfe dazu).
  2. a b Statistisches Landesamt Rheinland-Pfalz – Regionaldaten
  3. Statistisches Landesamt Rheinland-Pfalz: Amtliches Gemeindeverzeichnis 2006. (Memento vom 26. Dezember 2011 im Internet Archive), S. 187 (PDF; 2,6 MB).
    00Hinweis: Es liegt ein aktuelles Verzeichnis (2016) vor, das aber den Abschnitt „Gebietsänderungen – Territoriale Verwaltungsreform“ nicht vollständig abdeckt.
  4. Statistisches Landesamt Rheinland-Pfalz: Amtliches Verzeichnis der Gemeinden und Gemeindeteile. Stand: 1. Januar 2017[veraltet], S. 78 (PDF; 1,9 MB).
  5. Hoffmann, Joachim; Scheit Stefanie: Das Wein- und Heimatmuseum Mehring. 1998
  6. Der Landeswahlleiter Rheinland-Pfalz: Kommunalwahl 2014, Stadt- und Gemeinderatswahlen
  7. Bericht zum 25-jährigen Bestehen der Partnerschaft, Trierischer Volksfreund
  8. Unser Verein auf der Homepage des SV Mehring. Abgerufen am 27. Januar 2018.
  9. Moselsteig Etappe 7, moselsteig.de