Meibom-Drüse

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche

Die Meibom-Drüsen (auch Tarsaldrüsen, lateinisch Glandulae tarsales) sind Talgdrüsen am Rand der Augenlider. Benannt sind sie nach Heinrich Meibom (1638–1700), einem Arzt und Anatomen aus Helmstedt.

Die Drüsen enden am Knorpelrand (Tarsalplatte) des Augenlids, anders als die Zeisschen und die Mollschen Drüsen, die sich ebenfalls im Augenlid befinden. Die Meibom-Drüsen geben eine ölige Flüssigkeit ab, die sich mit der von den Tränendrüsen abgegebenen Tränenflüssigkeit vermischt und dafür sorgt, dass letztere nicht zu schnell verdunstet. Das eingetrocknete Sekret dieser Drüsen wird im Volksmund auch als „Schlafsand“ bezeichnet.

Erkrankungen[Bearbeiten]

Eine eingeschränkte oder fehlende Funktion (evtl. genetisch bedingt) der Meibom-Drüsen führt daher zu trockenen Augen, weil die Stabilisierung der Tränenflüssigkeit durch die Lipide der Drüsen dann reduziert ist. Eine Komplikation kann auch eine chronische Lidrandentzündung (Blepharitis) sein. Ein häufiges Befeuchten der Augen mit Augentropfen („künstliche Tränen“) und tägliches Spülen der Augen mit z. B. leicht gesalzenem, sauberen Wasser (mit Hilfe einer kleinen Plastikschale, einer sog. Augenbadewanne) verschafft Linderung.

Eine akute Entzündung der Meibomschen Drüsen mit Staphylokokken kann zu einem Gerstenkorn (speziell Hordeolum internum) führen. Kommt es zu einer chronischen Entzündung, spricht man von einem Hagelkorn (Chalazion). Ursache hierfür ist zumeist eine Verstopfung der Drüsenausführungsgänge.

Funktionsstörung durch Isotretinion[Bearbeiten]

2013 fanden Ding et al. in-vitro Hinweise, dass der hauptsächlich zur Aknetherapie eingesetzte Wirkstoff Isotretinoin auf die Meibom-Drüse vergleichbar wirken könnte wie auf die Talgdrüse. Sie stellten fest, dass Isotretinoin die Zellproliferation unterdrückt, den Zelltod induziert und die Expression von 6726 Genen signifikant verändert. Diese Effekte könnten zumindest teilweise für die mit Isotretinoinanwendung zusammenhängende Störung der Meibom-Drüsenfunktion verantwortlich gemacht werden.[1]

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. J. Ding, W. R. Kam: J. Dieckow, D. A. Sullivan: The influence of 13-cis retinoic acid on human meibomian gland epithelial cells. In: Invest Ophthalmol Vis Sci. 2013 Jun 26;54(6):4341-50. PMID 23722388. PMC 3694789 (freier Volltext).

Literatur[Bearbeiten]

Gesundheitshinweis Dieser Artikel behandelt ein Gesundheitsthema. Er dient nicht der Selbstdiagnose und ersetzt keine Arztdiagnose. Bitte hierzu diese Hinweise zu Gesundheitsthemen beachten!