Meindorf

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Meindorf
Koordinaten: 50° 46′ 40″ N, 7° 8′ 19″ O
Höhe: 60 m ü. NHN
Einwohner: 2900
Eingemeindung: 1. August 1969
Postleitzahl: 53757
Vorwahl: 02241
Meindorf
Meindorf

Meindorf ist ein Stadtbezirk der Stadt Sankt Augustin im nordrhein-westfälischen Rhein-Sieg-Kreis mit etwa 2900 Einwohnern.

Lage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Meindorf liegt auf einer Anhöhe über dem Lauf der Sieg, die ca. vier Kilometer westlich in den Rhein mündet.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Meindorf ist wohl während der fränkischen Landnahmen im Rheinland im 5. bis 8. Jahrhundert entstanden. Urkundlich ist Meindorf zum ersten Mal im 13. Jahrhundert erwähnt. Offensichtlich gab es in Meindorf auch einmal eine Burg, deren Überreste Ende des 19. Jahrhunderts gefunden wurden. Auch ein Adelsgeschlecht „von Meindorf“ ist urkundlich belegt.

Im Ersten Koalitionskrieg setzte am 1. Juni 1796 der französische General Colaud mit einer Division, unter dem Widerstand österreichischer Truppen unter General Kienmeier, über die Sieg und errang die Furten bei Meindorf und Menden. Nachdem die Franzosen immer mehr Kavallerie über die Sieg brachten, drängten sie die österreichischen Truppen bis Hangelar zurück. Bei Niederpleis sammelten sich diese nochmals mit der Reserve zur Gegenoffensive, mussten aber schließlich der Übermacht weichen und wurden bis zu den Anhöhen hinter Hennef zurückgedrängt.[1]

Die Furt von Meindorf (im Volksmund „Kuhpfad“ genannt) in heutigem Zustand

Zu Beginn des 19. Jahrhunderts wurde Meindorf im Zuge der preußischen Neuordnung im Rheinland der Bürgermeisterei Menden (ab 1927 Amt Menden) angegliedert. Im Zuge der kommunalen Neuordnung in Nordrhein-Westfalen (Bonn-Gesetz) wurde Meindorf am 1. August 1969 in die neugegründete Gemeinde und heutige Stadt Sankt Augustin eingegliedert.[2]

Einwohnerentwicklung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Jahr Einwohner[3]
1816 213
1843 290
1871 345
1905 449
1961 949

Infrastruktur und Wirtschaft[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Meindorf verfügt über eine katholische Grundschule sowie zwei Kindergärten, einer in katholischer Trägerschaft, der andere in Trägerschaft der Arbeiterwohlfahrt. Des Weiteren gibt es einen Friseur sowie eine Gaststätte und diverse andere Dienstleister. Ein Penny-Markt mit angebundener Bäckerei am Ortseingang wurde im Sommer 2013 gemeinsam mit einem neuen AWO-Kindergartengebäude eröffnet. [4]

Religion und Kirche[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Bereich der katholischen Kirche gehört Meindorf zur Pfarrei St. Augustinus Menden. Meindorf verfügt allerdings über eine eigene Filialkirche mit dem Namen „St. Maria Rosenkranzkönigin“. Die evangelischen Christen sind in einer „Evangelischen Kirchengemeinde Menden und Meindorf“ zusammengefasst. Eine evangelische Kirche gibt es in Meindorf nicht. Ein sonntäglicher Gottesdienst im Monat findet jedoch in der katholischen Filialkirche statt.

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ortsvorsteher von Meindorf ist Peter Kespohl (SPD).

Sport[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In Meindorf sind zwei Sportvereine ansässig:

  • Der FC Adler Meindorf 1911 e.V. (Fußballverein) verfügt über eine Vielzahl von Mannschaften für Mädchen und Jungen in fast allen Altersklassen. Heimspielstätte ist der Naturrasenplatz in den Siegauen.
  • Der TuS Meindorf 1966 e.V. betreibt mit seinen Unterabteilungen diverse Sportarten.

Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

ÖPNV[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Am Meindorfer Ortsrand liegt der Haltepunkt Menden (Rheinland). Von dort bestehen Zugverbindungen auf der rechten Rheinstrecke nach Köln, Flughafen Köln/Bonn, Bonn-Beuel und Koblenz. Zudem verkehren die Buslinien 640 (Bonn – Siegburg) und 517 (Meindorf – Sankt Augustin Zentrum – Hangelar) durch Meindorf.

Motorisierter Individualverkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Durch Meindorf führt die Landesstraße 16. Die nächsten Autobahnanschlussstellen sind „Bonn-Beuel“ (A 565, ASt 2) und „Siegburg“ (A 560, ASt 2).

Persönlichkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Josef Butz (1891–1989), Musikverleger, Komponist und Musikwissenschaftler, der ab 1983 in Meindorf wohnte und dort seinen Musikverlag weiter betrieb

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Erzherzog Carl von Österreich: Grundsätze der Strategie, erläutert durch die Darstellung des Feldzuges von 1796 in Deutschland. II. Teil Geschichte des Feldzugs. Anton Strauss, Wien 1819, S. 48–49.
  2. Martin Bünermann: Die Gemeinden des ersten Neugliederungsprogramms in Nordrhein-Westfalen. Deutscher Gemeindeverlag, Köln 1970, S. 85.
  3. Volkszählungsergebnisse von 1816 bis 1970 der Städte und Gemeinden. Beiträge zur Statistik des Rhein-Sieg-Kreises, Bd. 17, Siegburg 1980, S. 138–139.
  4. Penny-Markt in Meindorf kurz vor der Eröffnung, auf: general-anzeiger-bonn.de vom 26. Juni 2013, abgerufen am 23. Oktober 2016