Meister des Ehninger Altars

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Als Meister des Ehninger Altars wird ein vermutlich im Umkreis von Rottenburg am Neckar zwischen 1467 und 1476 greifbarer Maler und Zeichner bezeichnet, der stark durch die Altniederländische Malerei beeinflusst war. Der namentlich nicht bekannte Künstler erhielt seinen Notnamen nach dem von ihm geschaffenen Ehninger Altar. Dieses für die Pfarrkirche St. Maria in Ehningen bei Böblingen geschaffene Werk entstand um 1476 als eine Stiftung der Pfalzgräfin Mechthild, deren Wappen am Altar zu finden ist und die ab 1463 ihren Witwensitz in Rottenburg hatte.[1]

Herkunft und Stil[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Meister des Ehninger Altars stammt fast sicher nicht aus der Region und hat seine Werkstatt nach Zuwanderung aus einer anderen süddeutschen Gegend im schwäbischen Raum aufgebaut[2]. Malstil und Gesamtkomposition des Ehninger Altars sowie insbesondere einige Details erinnern stark an Arbeitsweise und Motivwahl von Dierick Bouts. In der Kunstgeschichte wird allgemein die Vermutung anerkannt, dass der Altar ein heute verlorenes Werk dieses niederländischen Malers als Vorbild gehabt hat. Eventuell war der Meister des Ehninger Altars sogar Diericks Schüler. Der Altar ist ein für die schwäbische Kunst seiner Zeit eher untypisches Beispiel[3], da er letztendlich auf Rogier van der Weyden zurückgehenden Einfluss und Farbwahl zeigt.

Ehninger Altar[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Ehninger Altar ist ein Triptychon, gemalt in Tempera und Öl auf Fichtenholz. Der Meister des Ehninger Altars stellt Szenen der Auferstehung und Himmelfahrt Christi sowie das Pfingstwunder dar. Die mit Leinwand überzogenen Außenseiten zeigen die Verkündigung an Maria.

Das Werk befindet sich heute in der Staatsgalerie Stuttgart.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Melanie Prange: Der Ehninger Altar. Kat.-Nr. IV.13. In: Erwin Frauenknecht und Peter Rückert (Hg.): Mechthild 1419-1482 im Spiegel der Zeit. Katalog zur Ausstellung des Landesarchivs Baden-Württemberg, Hauptstaatsarchiv Stuttgart. Stuttgart 2019, S. 163–166.
  • Sven Lüken: Die Verkündigung an Maria im 15. und frühen 16. Jahrhundert. Göttingen 2000, S. 198
  • Alfred Stange: Deutsche Malerei der Gotik Band 8. Schwaben in der Zeit von 1450 bis 1500. München und Berlin 1957

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Prange 2019, S. 163.
  2. s. dazu A. Stange: Deutsche Malerei der Gotik Band 8. Schwaben in der Zeit von 1450 bis 1500. München und Berlin 1957. S. 103
  3. S. Lüken: Die Verkündigung an Maria im 15. und frühen 16. Jahrhundert. Göttingen 2000, S. 198