Meister des Ehninger Altars

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche

Als Meister des Ehninger Altars wird ein vermutlich in Rottenburg am Neckar gegen Ende des 15. Jahrhunderts tätiger gotischer Maler bezeichnet. Der namentlich nicht bekannte Künstler erhielt seinen Notnamen nach dem von ihm geschaffenen Ehninger Altar. Dieses für die Pfarrkirche St. Maria in Ehningen bei Böblingen geschaffene Werk entstand wahrscheinlich um 1476 als eine Stiftung der Pfalzgräfin Mechthild, deren Wappen am Altar zu finden ist und die ab 1463 ihren Witwensitz in Rottenburg hatte.

Herkunft und Stil[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Meister des Ehninger Altars stammt fast sicher nicht aus der Region und hat seine Werkstatt nach Zuwanderung aus einer anderen süddeutschen Gegend im schwäbischen Raum aufgebaut[1]. Malstil und Gesamtkomposition des Ehninger Altars sowie insbesondere einige Details erinnern stark an Arbeitsweise und Motivwahl von Dierick Bouts. In der Kunstgeschichte wird allgemein die Vermutung anerkannt, dass der Altar ein heute verlorenes Werk dieses niederländischen Malers als Vorbild gehabt hat. Eventuell war der Meister des Ehninger Altars sogar Diericks Schüler. Der Altar ist ein für die schwäbische Kunst seiner Zeit eher untypisches Beispiel[2], da er letztendlich auf Rogier van der Weyden zurückgehenden Einfluss und Farbwahl zeigt.

Ehninger Altar[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Ehninger Altar ist ein Triptychon, gemalt in Tempera und Öl auf Fichtenholz. Der Meister des Ehninger Altars stellt Szenen der Auferstehung und Himmelfahrt Christi sowie das Pfingstwunder dar. Die mit Leinwand überzogenen Außenseiten zeigen die Verkündigung an Maria.

Das Werk befindet sich heute in der Staatsgalerie Stuttgart.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Sven Lüken: Die Verkündigung an Maria im 15. und frühen 16. Jahrhundert. Göttingen 2000, S. 198
  • Alfred Stange: Deutsche Malerei der Gotik Band 8. Schwaben in der Zeit von 1450 bis 1500. München und Berlin 1957

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. s. dazu A. Stange: Deutsche Malerei der Gotik Band 8. Schwaben in der Zeit von 1450 bis 1500. München und Berlin 1957. S. 103
  2. S. Lüken: Die Verkündigung an Maria im 15. und frühen 16. Jahrhundert. Göttingen 2000, S. 198