Meisterklasse (Hochschule)

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Meisterklassen sind im künstlerischen Hochschulbereich besondere Lehrveranstaltungen von renommierten Künstler-Professoren. Sie werden von ausgewählten Kunststudenten (Meisterschülern) nach dem Abschluss ihres regulären Studiums (mit Akademiebrief, Diplom oder Bachelor-/Magisterabschluss) besucht, um unter exklusiver Betreuung ihre Anlagen und Fähigkeiten weiterzuentwickeln. Ein Meisterschülerstudium können an deutschen Kunsthochschulen oder Musikhochschulen diejenigen Studenten beginnen, die das reguläre Studium mit überdurchschnittlichen Leistungen absolviert haben. Über die Zulassung entscheidet eine Kommission. Bis der Meisterschülertitel bzw. Meisterschülerbrief verliehen wird, müssen in der Regel noch ein oder zwei weitere Studienjahre an der Kunsthochschule verbracht werden.

Die ersten Meisterklassen wurden in den 1820er Jahren als Schöpfung Wilhelm von Schadows (1788–1862) an der Kunstakademie Düsseldorf eingerichtet. In seinen 1828 gedruckten Gedanken über eine folgerichtige Ausbildung des Malers legte Schadow die entsprechenden Prinzipien seiner Kunstauffassung und Didaktik öffentlich dar.[1][2] 1831 verfasste Schadow das Reglement für die Königliche Kunst-Academie zu Düsseldorf, dessen methodischer Stufenplan eine Vorschule in einer Grund- oder Elementarklasse vorsah, nachfolgend eine mehrgliedrige Vorbereitungsklasse. Sodann schloss sich in einer Meisterklasse die Mitarbeit eines Schülers bei einem Akademieprofessor als Meister an, bevor der Schüler dann in das selbständige eigene Atelier an der Akademie als letzte Stufe des Curriculums entlassen wurde, wo sein Schaffen weiterhin der alltäglichen kollegialen Kritik ausgesetzt war.[3]

Im Bereich der Architektur greift die Universität für angewandte Kunst Wien auf ein Meisterklassenprinzip zurück, obwohl dieses Ausbildungsprinzip in Österreich offiziell bereits durch die Universitätsreform 2002 abgeschafft wurde. Drei Architekten leiten aktuell die drei verschiedenen Studios und lehren die Studenten den Umgang mit neuer Architektur, besonders im Präsentationsbereich. Greg Lynn, Kazuyo Sejima (seit dem Wintersemester 2015 in Nachfolge von Zaha Hadid) und Hani Rashid leiten die Studios. Klaus Bollinger ist Leiter des Instituts für Architektur.

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Ekkehard Mai: Die Düsseldorfer Malerschule und die Malerei des 19. Jahrhunderts. In: Wend von Kalnein (Hrsg.): Die Düsseldorfer Malerschule. Verlag Philipp von Zabern, Mainz 1979, ISBN 3-8053-0409-9, S. 24
  2. Patrick Bahners: Das Glück der stillen Brüter. Artikel vom 20. Dezember 2011 im Portal faz.net, abgerufen am 23. Juni 2013
  3. Ekkehard Mai: Schadows Erfolgsmodell. Die Düsseldorfer Kunstakademie im Vergleich. In: Bettina Baumgärtel (Hrsg.): Die Düsseldorfer Malerschule und ihre internationale Ausstrahlung 1819–1918. Michael Imhof Verlag, Petersberg 2011, ISBN 978-3-86568-702-9, S. 55