Mekke Willms Swyter

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Mekke Willms Swyter, auch Mekke Wilm Swyter (* 8. Oktober 1838 in Eilsum; † 19. April 1900 in Aplington, Iowa) war ein baptistischer Geistlicher und Pionier der baptistischen Bewegung in Nordwestdeutschland. In der zweiten Hälfte seiner Dienstzeit war er als Missionar unter ostfriesischen Auswanderern in Iowa / USA tätig.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Mekke Willms Swyter

Mekke Willms Swyter entstammte einer evangelisch-reformierten Familie. Er besuchte nach seiner schulischen Ausbildung das Lehrerseminar und wurde Volksschullehrer. Nachdem er sich am 23. Dezember 1860 von dem baptistischen Missionar Johann Peter de Neui hatte taufen lassen und Mitglied der Baptistengemeinde Hamswehrum (heute: Evangelisch-Freikirchliche Gemeinde Jennelt) geworden war, musste er nach dem damaligen Beamtengesetz den Lehrerberuf quittieren. Womit Swyter in den fünf folgenden Jahren den Lebensunterhalt für sich und seine Familie verdiente, ist unbekannt.

Die Baptistengemeinde Hamswehrum erkannte seine Predigtgabe und empfahl ihn zum Theologischen Kurs am Missionsseminar in Hamburg, den er von Februar bis September 1865 besuchte.[1] Anschließend wirkte er als Missionsarbeiter in Emden und begleitete den Aufbau der dortigen Baptistengemeinde, deren Keimzelle die hugenottische Gemeinde unter dem Kreuz war.[2] Ab 1871 fand Swyter Anstellung als Missionar der Gemeinde Ihren mit Standort in Weener. Deren Baptistengemeinde war derzeit noch eine Zweigstelle der Ihrener Baptisten. Seinen Wohnsitz hatte er in dieser Zeit in Jemgum.[3] Neben seiner Aufbauarbeit im Rheiderland war Swyter in dieser Zeit im gesamten ostfriesischen Raum als Reiseprediger tätig. 1875 wurde Swyter als Prediger nach Helmstedt gerufen, wo er bis 1876 verblieb[4] und anschließend in die baptistische Auswanderermission der Bremer Baptisten wechselte. Von dort kam er im Oktober 1881 nach Felde bei Westerstede, um die vakante Predigerstelle der ammerländischen Baptistengemeinde zu übernehmen.[5]

1892 verließ Mekke Swyter seine nordwestdeutsche Heimat und wanderte in die Vereinigten Staaten aus, um in den von Ostfriesen gegründeten Baptistengemeinden in George und Buck Grove (beide Orten befinden sich im US-amerikanischen Bundesstaat Iowa) Aufbauarbeit zu leisten. Danach ging er in den Ruhestand und zog zu seinem Sohn Carl Swyter nach Aplington, wo er noch einige Monate in der jungen Baptistengemeinde als Interimspastor wirkte.[6] Swyter verstarb 1900. Sein Grab befindet sich auf dem Pleasant View- Friedhof in Aplington.[7]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Evangelisch-Freikirchliche Gemeinde Westerstede (Hrsg.): Zeitsprünge. Episoden aus 150 Jahren Gemeindegeschichte. Westerstede 1999.
  • Evangelisch-Freikirchliche Gemeinde Weener / Ems (Hrsg.): Geschichte der Baptistengemeinde Weener / Ems. Weener 1996.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Evangelisch-Freikirchliche Gemeinde Westerstede: Zeitsprünge. Episoden aus 150 Jahren Gemeindegeschichte, Westerstede 1999, S. 14, Sp I
  2. Samuel Cornelius de Haan, letzter Prediger der Gemeinde unter dem Kreuz hatte sich dem Baptismus zugewandt und sich am 7. Juni 1866 mit 16 Gemeindemitgliedern in der Baptistengemeinde Hamswehrum durch den Altesten S. U. Janssen taufen lassen; vergleiche dazu Evangelisch-Freikirchliche Gemeinde Aurich (Hrsg.): Alles hat seine Zeit. Chronistische Anmerkungen eines Zeitgenossen zum 25jährigen Jubiläum der Evangelisch-Freikirchlichen Gemeinde Aurich (Baptisten).
  3. Evangelisch-Freikirchliche Gemeinde Weener/Ems (Hrsg.): Geschichte der Baptistengemeinde Weener / Ems, Weener 1996, S. 7 f.
  4. Peter Muttersbach: Wegmarken einer Freikirche. 160 Jahre Baptisten in Schöningen, Norderstedt 2010, ISBN 978-3-8391-8234-5, S. 48.
  5. Evangelisch-Freikirchliche Gemeinde Westerstede (Hrsg.): Zeitsprünge. Episoden aus 150 Jahren Gemeindegeschichte. Westerstede 1999, S. 14 SP II
  6. Historische Seite auf der Homepage der Aplingtoner Baptistengemeinde; eingesehen am 16. März 2010. - Swyters Vorname lautet hier William (wahrscheinlich „Willms“ in anglisierter Form).
  7. Friedhofsverzeichnis des IAGenWeb-Projektes; eingesehen am 16. März 2010.