Melanesier

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Historische Karte aus Meyers Konversationslexikon (1885–90) zum Verbreitungsgebiet der Melanesier

Melanesier ist ein vom französischen Entdecker Jules Dumont d’Urville geprägter Begriff für die Bewohner Neuguineas, Neukaledoniens, der Salomonen und Ureinwohnern Australiens.

Begriffsgeschichte[Bearbeiten]

Der Begriff „Melanesier“ ist heute umstritten, da er die Existenz einer melanesischen Rasse impliziert. In erster Linie hat er sich jedoch als Eigenbezeichnung der genannten Bevölkerungsgruppen (ca. zehn Millionen Menschen) durchgesetzt. In der heutigen Verwendung des Begriffs rechnet man die indigenen Völker der folgenden Inseln zu den Melanesiern: Neuguinea (Papua-Neuguinea und die indonesische Provinz West-Papua), Neukaledonien, die Salomonen und Vanuatu. Die Melanesier sind jedoch kulturell, ethnisch und sprachlich äußerst verschieden. Genetisch sind sie mehr mit den australischen Aborigines als mit den durch ihr Territorium gewanderten Polynesiern verwandt.

Bei frühen Abgrenzungen der Melanesier von benachbarten Bevölkerungsgruppen spielten neben der dunklen Hautfarbe (melas = griech. „schwarz“) oder dem Haar auch einige Merkmale eine Rolle, die man heute als rassistisch bezeichnen würde, wie „Feindseligkeit gegenüber Weißen“, „Hässlichkeit ihrer Weiber“ etc.

Ein Melanesier aus Vanuatu

Biologische Besonderheiten[Bearbeiten]

Die Melanesier und die australischen Aborigines sind die einzigen dunkelhäutige Ethnien, bei denen blondes Haar vorkommen kann.[1] Bei den Melanesiern ist eine bestimmte Oberflächenvariante der roten Blutkörperchen auffallend häufig. Sie scheint die Menschen vor Malariainfektionen zu schützen.[2] Als einzige bekannte menschliche Gruppe stammen die Melanesier eventuell zum Teil von den Denisova-Menschen, Verwandten des Neandertalers, ab.[3]

Literatur[Bearbeiten]

Siehe auch[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Der Standard, 3. Mai 2012: Was Melanesier blond macht
  2. FAZ, 22.December, 2003: Wo Malaria nicht haftet
  3. New York Times, 22.December, 2010: Siberian Fossils Were Neanderthals’ Eastern Cousins, DNA Reveals