Melania Trump

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Melania Trump auf einer Wahlkampf-Veranstaltung 2016

Melania Trump (* 26. April 1970 in Novo mesto, Jugoslawien, als Melanija Knavs) ist ein ehemaliges slowenisch-US-amerikanisches Model. Bekanntheit erlangte sie jedoch vor allem durch ihre Ehe mit dem New Yorker Immobilienmilliardär und Kandidaten der Republikanischen Partei für die Präsidentschaftswahl 2016, Donald Trump. Die germanisierte Schreibweise ihres Namens, Melania Knauss, nahm sie in den frühen 1990er Jahren an.[1]

Herkunft[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ihr Vater Viktor Knavs war Autohändler, ihre Mutter Amalija, geb. Ulčnik, arbeitete in einer Kleiderfabrik. Sie hat eine ältere Schwester und einen älteren Halbbruder aus einer früheren Beziehung ihres Vaters.[1] Die Eltern leben heute im Trump Tower in New York.

Die Existenz des Halbbruders wurde erst 2016 durch die Journalistin Julia Ioffe öffentlich.[1] Viktor Knavs hatte die Vaterschaft immer bestritten und dies trotz eines positiven Nachweises bis vor das oberste Appellationsgericht in Slowenien verfochten, wo er schließlich unterlag.[1] Auch Melania Trump bestritt auf Nachfrage von Ioffe die Existenz des Halbbruders und räumte erst nach Vorlage gerichtlicher Dokumente ein, schon lange davon gewusst zu haben.[1]

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Melanija wuchs in Sevnica auf, im Südosten der jugoslawischen Teilrepublik Slowenien.[2] Bereits als Kind trat sie durch Vermittlung ihrer Mutter wiederholt als Model auf. Sie besuchte acht Jahre die Primarstufe in Sevnica und anschließend die Mittelschule für Gestaltung und Fotografie in Ljubljana[3]. In dieser Zeit wurde die 17-Jährige vom Fotografen Stane Jerko entdeckt. Sie begann anschließend ein Architekturstudium an der Universität Ljubljana, das sie aber nach einem Jahr zugunsten ihrer Modelkarriere vorzeitig abbrach.

Als Model war sie auf den Titelblättern von Modezeitschriften wie Vogue, Harper’s Bazaar, Ocean Drive, In Style, New York Magazine, Avenue, Sports Illustrated Swimsuit Issue, Allure, Vanity Fair, Self, Glamour und Elle zu sehen. Zu ihren Fremdsprachenkenntnissen kursieren verschiedene Varianten: neben ihrer Muttersprache Slowenisch, Englisch, Französisch und Deutsch verweisen verschiedene Medien auf Serbisch[4][5][6] bzw. Serbokroatisch[7], andere dagegen auch[8] bzw. stattdessen[9] auf Italienisch.

Ehe[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im September 1998 lernte sie den amerikanischen Unternehmer und Milliardär Donald Trump auf der Fashion-Week-Party in New York City kennen. Im Januar 2005 wurde sie dessen dritte Ehefrau. Die Hochzeit fand in der Episcopal Church of Bethesda-by-the-Sea in Palm Beach, Florida, statt.[10] 2006 kam der gemeinsame Sohn Barron zur Welt. Ihr Ehemann hatte schon vier Kinder aus seinen früheren Ehen, darunter die damals noch minderjährige Tiffany (* 1993). Melania Trump trat in mehreren Folgen von The Apprentice, der Fernseh-Reality-Show ihres Mannes, auf.

Rede auf dem Parteitag 2016[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Video-Vergleich der Reden von Trump 2016 und Obama 2008.

Nachdem Donald Trump im Juni 2015 als Bewerber in den Kampf um die Kandidatur der Republikaner für die Präsidentschaftswahl 2016 eingestiegen war, hielt Melania sich lange eher im Hintergrund, begleitete ihren Mann jedoch zu wichtigen Terminen und gab einige Interviews. Ihr erster größerer Auftritt war eine 15-minütige Rede beim Nominierungsparteitag am 18. Juli 2016. Diese Rede löste eine Kontroverse aus, weil zwei Passagen fast aufs Wort Passagen der Rede von Michelle Obama auf dem Parteitag der Demokraten 2008 glichen, wo deren Ehemann Barack Obama als Präsidentschaftskandidat nominiert wurde.[11] Donald Trumps Wahlkampfmanager Paul Manafort wies die Plagiatsvorwürfe als absurd zurück und behauptete, diese seien eine typische Aktion von Hillary Clinton, der voraussichtlichen Kandidatin der Demokraten.[12] Melania Trump habe schlicht allgemein übliche Worte benutzt. Sie hatte zuvor angegeben, ihre Rede selbst und nur „mit geringer Hilfe“ verfasst zu haben, und äußerte sich nicht zu den Vorwürfen.[11] Zwei Tage nach der Rede übernahm eine Mitarbeiterin des Wahlkampfteams die Verantwortung und entschuldigte sich.[13] Nach ihrer Darstellung hatten andere Redenschreiber den Text verfasst, aber Melania habe sie um eine Überarbeitung gebeten und ihr dabei Obamas Rede „als Inspiration“ vorgelesen. Sie, die Mitarbeiterin, habe versehentlich Stücke der Obama-Rede in der Endfassung vergessen.[14]

Unkorrekte Biografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ende Juli 2016 sorgte die Abschaltung ihrer Website www.melaniatrump.com für Schlagzeilen. Dort war seit 2006 zu lesen gewesen, sie habe an einer slowenischen Universität ein Studium in den Fächern Design und Architektur abgeschlossen.[15] Die Abschaltung ihrer Website wurde nun als Reaktion auf eine Notiz in einem Artikel im New Yorker im Mai 2016[16] interpretiert, wonach sie dieses Studium schon im ersten Jahr abgebrochen habe.[17][18]

Klage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wegen rufschädigender Berichterstattung will Trump gegen die Yellowpresszeitung Daily Mail klagen.[19]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Melania Trump – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b c d e Julia Ioffe: Melania Trump on Her Rise, Her Family Secrets, and Her True Political Views: “Nobody Will Ever Know”. GQ Magazine, 27. April 2016.
  2. Lauren Collins: The Model American: Melania Trump is the exception to her husband's nativist politics. In: The New Yorker, 9. Mai 2016. 
  3. Jason Horowitz: Melania Trump: From Small-Town Slovenia to Doorstep of White House, New York Times (July 18, 2016)
  4. Melania: Ten things you didn't know about Mrs Donald Trump, TheWeek, 31. Mai 2016 (englisch)
  5. CBS News: A crash course on Melania Trump
  6. Meghan Keneally: 5 Things to Know About Melania Trump. In: ABC News. 18. Juli 2016, abgerufen am 7. September 2016.
  7. Matthew Yglesias: Melania Trump, explained. In: Vox. 19. Juli 2016, abgerufen am 3. September 2016.
  8. Associated Press: Melania Trump insists she's her own person. So who is she? 18. Juli 2016, abgerufen am 3. September 2016 (englisch).
  9. Dietrich Alexander: Manchmal hört Trump seiner Gattin Melania auch zu. Die Welt, 25. Februar 2016, abgerufen am 4. September 2016 (deutsch).
  10. Tom Doniphon: Trump - Facts, Quotes and Trivia. Pkt. 56.
  11. a b Parteitag in Cleveland: Melania spricht fast genauso wie Michelle. In: Spiegel Online. Abgerufen am 19. Juli 2016.
  12. Questions Over Melania Trump’s Speech Set Off Finger-Pointing, in: New York Times, 19. Juli 2016. Mit einem Video-Vergleich der betreffenden Passagen der beiden Reden.
  13. Melania-Rede: Trump-Mitarbeiterin übernimmt Verantwortung für Obama-Plagiat. In: Spiegel Online vom 20. Juli 2016, abgerufen am 24. Juli 2016.
  14. nytimes.com
  15. Noch einsehbar im melaniatrump.com biography (Memento vom 3. Juli 2006 im Internet Archive).
  16. Lauren Collins: The Model American. The New Yorker, 9. Mai 2016.
  17. FAZ.net 29. Juli 2016: Melania Trump schaltet Website ab
  18. nytimes.com: With Degree Debunked, Melania Trump Website Is Taken Down
  19. Tabloid retracts Melania Trump 'escort' claims, dw.com, 2. September 2016