Melania Trump

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Melania Trump (* 26. April 1970 in Novo mesto, Jugoslawien, als Melanija Knavs) ist ein slowenisch-US-amerikanisches ehemaliges Model und die Ehefrau des 45. US-Präsidenten Donald Trump. Seit dem 20. Januar 2017 ist sie die 47. First Lady der Vereinigten Staaten und damit nach Louisa Adams, Ehefrau des sechsten Präsidenten John Quincy Adams, die zweite First Lady, die außerhalb der USA geboren wurde.

Melania Trump (2016)

Leben

Herkunft und Ausbildung

Melanija Knavs wuchs in Sevnica auf, einer Kleinstadt in der jugoslawischen Teilrepublik Slowenien.[1] Ihr Vater Viktor Knavs war Autohändler, ihre Mutter Amalija, geb. Ulčnik, arbeitete in einer Kleiderfabrik. Sie hat eine ältere Schwester und einen älteren Halbbruder aus einer früheren Beziehung ihres Vaters.[2] Die Eltern leben heute im Trump Tower in New York.

Die Existenz des Halbbruders wurde erst 2016 durch die Journalistin Julia Ioffe öffentlich.[2] Viktor Knavs hatte die Vaterschaft immer bestritten und dies trotz eines positiven Nachweises bis vor das oberste Appellationsgericht in Slowenien verfochten, wo er schließlich unterlag.[2] Auch Melania Trump bestritt auf Nachfrage von Ioffe die Existenz des Halbbruders und räumte erst nach Vorlage gerichtlicher Dokumente ein, schon lange davon gewusst zu haben.[2]

Bereits als Kind trat Melanija durch Vermittlung ihrer Mutter wiederholt als Model auf. Sie besuchte acht Jahre die Primarstufe in Sevnica und anschließend die Mittelschule für Gestaltung und Fotografie in Ljubljana.[3] Nach dem Schulabschluss begann sie ein Architekturstudium an der Universität Ljubljana, das sie aber nach einem Jahr zugunsten ihrer Modelkarriere abbrach. Melania Trump spricht Slowenisch sowie Englisch, Französisch und Deutsch, verschiedene Medien verweisen auch auf Serbisch[4][5][6] bzw. Serbokroatisch,[7] und Italienisch.[8] Die germanisierte Schreibweise ihres Mädchennamens (bei gleichbleibender Aussprache), Melania Knauss, nahm sie in ihrer Zeit als Model in den frühen 1990er Jahren an.[2]

Karriere und Auswanderung in die Vereinigten Staaten

Melania Trump fing mit fünf Jahren an zu modeln,[9] mit 16 Jahren hatte sie ein Fotoshooting mit dem slowenischen Modefotografen Stane Jerko.[10] Mit achtzehn Jahren unterschrieb sie ihren ersten Vertrag mit einer Modelagentur in Mailand. Im Jahr 1992 nahm sie bei einem Wettbewerb des slowenischen Modemagazins Jana teil. Den drei Erstplatzierten wurden Modelverträge in europäischen Städten angeboten; sie erreichte den zweiten Platz.[11][12]

Melania Trump bei einer QVC-Veranstaltung 2011

Nachdem sie in Mailand und Paris als Model gearbeitet hatte, siedelte sie 1996 in die USA nach New York über und arbeitete dort für eine Agentur.[13] Nach einem Bericht der Associated Press nahm sie im Jahr 1996 an 10 Fotoshootings in den USA teil, ohne vorher ein dafür notwendiges H-1B-Arbeitsvisum erhalten zu haben. Dieses sei ihr erst sieben Wochen danach ausgestellt worden. Ihr Einwanderungsanwalt aus New York äußerte sich bezüglich der Dokumente, welche dem Bericht zugrunde liegen, dass diese nicht verifiziert seien und nicht die vorhandenen Aufzeichnungen, einschließlich die der dazugehörigen Passstempel, widerspiegeln würden.[14]

In den USA, aber auch schon in der Zeit davor, war sie in Werbevideos als Darstellerin zu sehen, wie beispielsweise in einem für den amerikanischen Versicherungsunternehmen Aflac produzierten Spot. Zudem war sie unter anderem auf den Titelblättern von Modezeitschriften und in Magazinen wie Vogue, Vanity Fair, Ocean Drive, GQ, Sports Illustrated Swimsuit, InStyle Weddings, Allure sowie in Self, Harper’s Bazaar und in Elle zu sehen. Für den Teleshopping-Sender QVC präsentierte sie 2010 eine mit ihrem Namen versehene Kollektion von Schmuck und Armbanduhren, wie 2007 schon ihre Stieftochter Ivanka.[15]

Sie erhielt 2001 eine permanente Aufenthaltsgenehmigung in Form einer Greencard[16] und wurde 2006 amerikanische Staatsbürgerin.[17]

Ehe

Im September 1998 lernte sie den amerikanischen Unternehmer und Milliardär Donald Trump auf einer Fashion-Week-Party in New York City kennen. Im Jahr 2004 verlobten sie sich.[18]

Am 22. Januar 2005 heirateten beide in der Episcopal Church of Bethesda-by-the-Sea in Palm Beach, Florida. An der Trauung nahmen u. a. Rudolph Giuliani, Hillary Clinton und die Sänger Billy Joel und Tony Bennett teil. Anschließend wurde auf Trumps dortigem Anwesen Mar-A-Lago gefeiert.[19] Am 20. März 2006 kam der gemeinsame Sohn Barron William zur Welt. Ihr Ehemann hatte bereits drei Kinder (Don, Ivanka und Eric) aus erster und die damals noch minderjährige Tiffany aus zweiter Ehe.[20][21] Melania Trump trat in mehreren Folgen von The Apprentice, der Fernseh-Reality-Show ihres Mannes, auf.

Mitwirkung beim Wahlkampf

Nachdem Donald Trump im Juni 2015 als Bewerber in den Kampf um die Kandidatur der Republikaner für die Präsidentschaftswahl 2016 eingestiegen war, hielt Melania sich lange eher im Hintergrund, begleitete ihren Mann jedoch zu wichtigen Terminen und gab einige Interviews. Als Melania Trump in einem Interview im November 2015 zur Präsidentschaftskandidatur ihres Mannes gefragt wurde, sagte sie: „Ich ermutige ihn, weil ich weiß was er tun wird und was er für Amerika tun kann.“ Sie sagte zudem, dass sie sich im Wahlkampf eher zurückhalte, damit sie mehr Zeit mit ihrem gemeinsamen Sohn verbringen könne.[22]

Video-Vergleich der Reden von Melania Trump im Jahr 2016 und Michelle Obama im Jahr 2008.

Ihr einziger größerer Auftritt auf dem Nominierungsparteitag am 18. Juli 2016 löste eine Kontroverse aus, weil zwei Passagen ihrer Rede fast aufs Wort Passagen der Rede von Michelle Obama auf dem Parteitag der Demokraten 2008 glichen, auf dem deren Ehemann Barack Obama als Präsidentschaftskandidat nominiert wurde. Donald Trumps Wahlkampfmanager Paul Manafort wies die Plagiatsvorwürfe als absurd zurück und behauptete, diese seien eine typische Aktion von Hillary Clinton, der voraussichtlichen Kandidatin der Demokraten.[23] Melania Trump habe schlicht allgemein übliche Worte benutzt. Sie hatte zuvor angegeben, ihre Rede selbst und nur „mit geringer Hilfe“ verfasst zu haben, und äußerte sich nicht zu den Vorwürfen.[24] Zwei Tage nach der Rede übernahm eine Mitarbeiterin des Wahlkampfteams die Verantwortung und entschuldigte sich.[25] Nach ihrer Darstellung hatten andere Redenschreiber den Text verfasst, aber Melania habe sie um eine Überarbeitung gebeten und ihr dabei Obamas Rede „als Inspiration“ vorgelesen. Sie, die Mitarbeiterin, habe versehentlich Stücke der Obama-Rede in der Endfassung vergessen.[24][26][27]

Ende Juli 2016 sorgte die Abschaltung ihrer Website www.melaniatrump.com für Schlagzeilen. Dort war seit 2006 zu lesen gewesen, sie habe an einer slowenischen Universität ein Studium in den Fächern Design und Architektur abgeschlossen.[28] Die Abschaltung ihrer Website wurde nun als Reaktion auf eine Notiz in einem Artikel im New Yorker im Mai 2016[29] interpretiert, wonach sie dieses Studium schon im ersten Jahr abgebrochen habe.[30][31]

First Lady

Donald und Melania Trump auf der Feier zur Amtseinführung

Melania Trump ist seit dem 20. Januar 2017 die 47. First Lady der Vereinigten Staaten. Als sie 1999 von einem Reporter über ihre Rolle als mögliche First Lady gefragt wurde, äußerte sie, dass sie sehr traditionell sein würde, wie Jackie Kennedy oder Betty Ford.[32] Auf einer Wahlkampfveranstaltung sagte sie, dass sie sich als First Lady gegen Cyber-Mobbing engagieren werde.[33]

Bis zum Ende des Schuljahres wird Melania Trump zusammen mit ihren Sohn Barron in New York bleiben, bevor sie nach Washington, D.C. ins Weiße Haus einziehen.[34]

Weblinks

 Commons: Melania Trump – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

  1. Lauren Collins: The Model American: Melania Trump is the exception to her husband's nativist politics. In: The New Yorker, 9. Mai 2016. 
  2. a b c d e Julia Ioffe: Melania Trump on Her Rise, Her Family Secrets, and Her True Political Views: “Nobody Will Ever Know”. GQ Magazine, 27. April 2016.
  3. .Jason Horowitz: Melania Trump: From Small-Town Slovenia to Doorstep of White House, New York Times (18. Juli 2016)
  4. Melania: Ten things you didn't know about Mrs Donald Trump, TheWeek, 31. Mai 2016 (englisch)
  5. CBS News: A crash course on Melania Trump
  6. Meghan Keneally: 5 Things to Know About Melania Trump. In: ABC News. 18. Juli 2016, abgerufen am 7. September 2016.
  7. Matthew Yglesias: Melania Trump, explained. In: Vox. 19. Juli 2016, abgerufen am 3. September 2016.
  8. "Manchmal hört Trump seiner Gattin Melania auch zu", abgerufen am 14. Januar 2017.
  9. "Melania Trump Juggles Motherhood, Marriage, and a Career Just Like Us", abgerufen am 14. Januar 2017
  10. "Melania Trump: From a small white house in Slovenia to the big one in DC", abgerufen am 14. Januar 2017.
  11. "The Model American", abgerufen am 14. Januar 2017.
  12. "Melania Trump: From Small-Town Slovenia to Doorstep of White House", abgerufen am 14. Januar 2017.
  13. "Melania Trump would be a first lady for the ages", abgerufen am 14. Januar 2017.
  14. "AP: Melania Trump modeled in U.S. prior to getting work visa", abgerufen am 14. Januar 2017.
  15. Douglas Quenqua: Another Trump Hopes What Glitters Will Be Gold "Meet Melania Trump", abgerufen am 15. Januar 2017.
  16. "10 Things You Need to Know About Melania Trump, the Future First Lady", abgerufen am 14. Januar 2017.
  17. "A crash course on Melania Trump", abgerufen am 14. Januar 2017.
  18. "The Model American", abgerufen am 14. Januar 2017.
  19. New York Times: "Melania Knauss and Donald Trump Wed", 23. Januar 2005, abgerufen am 14. Januar 2017.
  20. "Barron Trump: Get to know the president-elect's fifth child", abgerufen am 14. Januar 2017.
  21. "Donald Trump's family tree: Melania, Ivanka, Tiffany, Eric and more relatives", abgerufen am 14. Januar 2017.
  22. Lauren Effron: Why You Don't See Donald Trump's Wife Melania Out on the Campaign Trail, abcnews.go.com, 20. November 2015, abgerufen am 15. Januar 2017.
  23. Questions Over Melania Trump’s Speech Set Off Finger-Pointing, in: New York Times, 19. Juli 2016.
  24. a b Parteitag in Cleveland: Melania spricht fast genauso wie Michelle. In: Spiegel Online. Abgerufen am 19. Juli 2016.
  25. Melania-Rede: Trump-Mitarbeiterin übernimmt Verantwortung für Obama-Plagiat. In: Spiegel Online vom 20. Juli 2016, abgerufen am 24. Juli 2016.
  26. Melania-Rede: Trump-Mitarbeiterin übernimmt Verantwortung für Obama-Plagiat. In: Spiegel Online vom 20. Juli 2016, abgerufen am 24. Juli 2016.
  27. "Trump campaign tries to move on from plagiarism controversy", abgerufen am 14. Januar 2017.
  28. Noch einsehbar im melaniatrump.com biography (Memento vom 3. Juli 2006 im Internet Archive).
  29. Lauren Collins: The Model American. The New Yorker, 9. Mai 2016.
  30. Melania Trump schaltet Website ab, faz.net, 29. Juli 2016.
  31. Jason Horowitz: With Degree Debunked, Melania Trump Website Is Taken Down, nytimes.com, 28. Juli 2016, abgerufen am 15. Januar 2017.
  32. "Melania Trump: The unusual, traditional next First Lady", abgerufen am 14. Januar 2017.
  33. "Melania Trump Says She’ll Fight Cyber-Bullying as First Lady", abgerufen am 14. Januar 2017.
  34. "Melania, Barron Trump to remain in NYC until end of school year", abgerufen am 14. Januar 2017.