Melanie Amann

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Zur Navigation springen Zur Suche springen
Melanie Amann (2019)

Melanie Amann (* 1978 in Bonn) ist eine deutsche Juristin und Journalistin, die für das Nachrichtenmagazin Der Spiegel arbeitet und seit 1. Februar 2019 dessen Hauptstadtbüro in Berlin leitet.

Ausbildung und Beruf[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Melanie Amann wuchs in Siegburg auf und legte dort das Abitur ab. Sie studierte Rechtswissenschaften an den Universitäten Trier, Aix-Marseille III und an der Humboldt-Universität zu Berlin. Nach dem Ersten juristischen Staatsexamen wechselte Amann 2003 in den Journalismus und besuchte die Deutsche Journalistenschule in München. Hospitanzen führten sie unter anderem zum Bonner General-Anzeiger und zur Süddeutschen Zeitung. Amann war Redakteurin der Financial Times Deutschland, für die sie vor allem über den Nahen Osten schrieb, und ab 2006 Mitglied der Wirtschaftsredaktion der Frankfurter Allgemeinen Zeitung; dort betreute sie juristische Themen und die arbeitsrechtliche Rubrik der wöchentlichen Beilage Beruf und Chance.[1]

2011 promovierte Amann bei Volker Rieble an der Ludwig-Maximilians-Universität München mit der Arbeit Die Belegschaftsabstimmung[2] über ein betriebsverfassungsrechtliches Thema zum Dr. iur. In ihrer Dissertation entwickelt Amann ein Konzept für eine verstärkte unmittelbare Teilhabe und Selbstbestimmung der Arbeitnehmer im Betrieb.[3]

Seit 2013 ist Melanie Amann Redakteurin im Hauptstadtbüro des Nachrichtenmagazins Der Spiegel,[4] das sie seit 1. Februar 2019 gemeinsam mit Martin Knobbe leitet.[5] Amann schreibt vor allem über die CDU und die Alternative für Deutschland.[6] Amann schreibt außerdem über Justizthemen und ist Gastmitglied der Justizpressekonferenz in Karlsruhe.[7]

Amann ist regelmäßig Gast in Talkshows wie Phoenix-Runde, Markus Lanz, Anne Will oder Presseclub sowie in anderen Fernsehsendungen.

Das Medium Magazin zählte Amann 2015 zu den zehn führenden politischen Journalisten Deutschlands.[8]

„Angst für Deutschland“[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

2017 veröffentlichte Melanie Amann das Buch Angst für Deutschland im Verlag Droemer Knaur, das im Mai 2018 in neuer Auflage vorgelegt wurde.[9] Für 2019 ist eine weitere Neuauflage angekündigt.[10] Das – nach Ansicht von Toralf Staud „sorgfältig recherchierte“ – Buch behandelt den Aufstieg der AfD von der Parteigründung über die ersten Erfolge als gegen den Euro gerichtete Partei bis zum Wandel zur offen migranten- und islamfeindlichen Partei sowie über deren Finanzierung, Funktionäre und politische Strategien. Nach Meinung von Matthias Kamann sieht Amann vor allem mehr oder weniger existentialistische Ängste als Beweggründe der AfD-Funktionäre.[11]

Ehrenamtliches Engagement[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

2001 gehörte Amann zum Gründungsvorstand der Berlin Debating Union, 2003 bis 2004 war sie Präsidentin des Verbandes der Debattierclubs an Hochschulen sowie 2004 bis 2005 Chefredakteurin von achte minute, einem mehrsprachigen Magazin der europäischen Debattierszene.[12]

Werke[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Die Belegschaftsabstimmung. Schriften zum Arbeitsrecht und Wirtschaftsrecht, Band 73. Peter Lang, Frankfurt am Main u. a. 2012, ISBN 978-3-631-63279-6.
  • Angst für Deutschland. Die Wahrheit über die AfD: wo sie herkommt, wer sie führt, wohin sie steuert. Aktualisierte und erweiterte Auflage. Droemer, München 2018, ISBN 978-3-426-27763-8.

Quellen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Frankfurter Allgemeine Zeitung GmbH: Sie redigieren, schreiben und gestalten. Frankfurter Allgemeine Zeitung, Frankfurt am Main 2008.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Commons: Melanie Amann – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Frankfurter Allgemeine Zeitung GmbH: Sie redigieren, schreiben und gestalten. Frankfurter Allgemeine Zeitung, Frankfurt am Main 2008.
  2. Zentrum für Arbeitsbeziehungen und Arbeitsrecht an der Ludwig-Maximilians-Universität München: Tätigkeitsbericht 2011, S. 43 (abgerufen am 27. Oktober 2018).
  3. Verlagsangaben, peterlang.com (abgerufen am 27. Oktober 2018).
  4. Melanie Amann: Angst für Deutschland. Die Wahrheit über die AfD: wo sie herkommt, wer sie führt, wohin sie steuert. Aktualisierte und erweiterte Auflage. Droemer, München 2018, ISBN 978-3-426-27763-8, Autorenangaben (Klappentext).
  5. Amann und Knobbe leiten „Spiegel“-Hauptstadtbüro, Politik & Kommunikation vom 29. Januar 2019 (abgerufen am 30. Januar 2019).
  6. Marvin Schade: Umbau im Spiegel-Hauptstadtbüro: Mit diesen Leuten will Chefredakteur Klusmann die Redaktionsfusion vorantreiben. Meedia, 22. Oktober 2018 (abgerufen am 27. Oktober 2018).
  7. Justizpressekonferenz e.V.: Mitglieder, justizpressekonferenz.de (abgerufen am 27. Oktober 2018).
  8. Martin Kaul: Journalisten des Jahres 2015, mediummagazin.de (abgerufen am 27. Oktober 2018).
  9. Deutsche Nationalbibliothek: Katalogeintrag (abgerufen am 27. Oktober 2018)
  10. Deutsche Nationalbibliothek: Katalogeintrag (abgerufen am 27. Oktober 2018).
  11. perlentaucher.de zur Auflage von 2017 (abgerufen am 27. Oktober 2018).
  12. Ehemalige Mitglieder der Chefredaktion, achteminute.de (abgerufen am 27. Oktober 2018).