Melitta Sundström

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Melitta Sundström singt bei Modenschau von BeV StroganoV vor dem Café Swing am Nollendorfplatz, Berlin 1987
Melitta Sundström privat bei Proben im Waldschlößchen zum Theaterstück "Die Schönheit" 1987
Melitta Sundström / Thomas Gerards Grab 2014

Melitta Sundström (* 31. Oktober 1963; † 8. September 1993 in Berlin; eigentlich Thomas Gerards, weiteres Pseudonym auch Hanne Fisch) war ein deutscher Unterhaltungskünstler.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Thomas Gerards stammte aus Bad Kreuznach und machte sich in Berlin einen Namen als Soulsänger und Tunte. Gemeinsam mit Melitta Poppe, Chou-Chou de Briquette und BeV StroganoV trat er als Melitta Sundström in den Szene-Lokalitäten Berlins, zum Beispiel im SchwuZ, Café Graefe und in der Theatergruppe Ladies Neid auf.

In der Berliner Schwulenzeitschrift Siegessäule schrieb er unter dem Pseudonym Hanne Fisch mehrere Jahre lang für verschiedene Rubriken. Ab 1990 machte er als Sundström mit seinen Soloprogrammen Mein Kampf – Krämpfe einer Damendarstellerin und Ein Leben im Liegen (u.a. BKA-Theater, Berlin und Schmidt-Theater HH) von sich reden. Er selbst bezeichnete sich oftmals als „Soul-Tunte“. In dem Theaterstück "Die Schönheit" von Ronald M. Schernikau spielte er ausnahmsweise die männliche Hauptrolle (SchwuZ, Berlin 1987).

Gerards war mit HIV infiziert und thematisierte dies auch immer wieder in seinen Auftritten und Liedern als Melitta Sundström. Nur wenige Tage vor seinem Tod konnte er noch seine CD Sundström präsentieren. Am 8. September 1993 erlag Thomas Gerards den Folgen der Immunschwächekrankheit AIDS. Er ist in Meisenheim (Glan) in Rheinland-Pfalz begraben.

Noch heute erinnert der Name des Cafés Melitta Sundström am Mehringdamm 61 in Berlin-Kreuzberg an den Künstler.

Der Berliner Orden der Schwestern der Perpetuellen Indulgenz trägt ihm zu Ehren den Hausnamen „Erzmutterhaus Sankta Melitta Iuvenis“ (Melitta die Jüngere im Vergleich zu Melitta Poppe).

2017 ehrt das Berliner SchwuZ zu seinem 40. Jubiläum Melitta Sundström mit einer Neuauflage ihrer gesammelten Werke als CD

Veröffentlichungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • 1988 – Melitta Sundström, EP
  • 1993 – Sundström, CD
  • 2017 – [Melitta Sundström]², Doppel-CD

Filmografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]