Mellendorf

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Dieser Artikel beschreibt Mellendorf in Niedersachsen. Mellendorf in Niederschlesien ist unter Mielno (Przewóz) verzeichnet.

Koordinaten: 52° 32′ 49″ N, 9° 44′ 11″ O

Mellendorf
Gemeinde Wedemark
Wappen von Mellendorf
Höhe: 60 m
Fläche: 9,25 km²
Einwohner: 6372 (31. Dez. 2008)
Bevölkerungsdichte: 689 Einwohner/km²
Eingemeindung: 1. März 1974
Postleitzahl: 30900
Vorwahl: 05130
Neues Rathaus Wedemark in Mellendorf
St. Georgskirche in Mellendorf

Mellendorf ist ein Ortsteil der Gemeinde Wedemark in der Region Hannover. Mit 6.372 Einwohnern[1] ist er der zweitgrößte der Wedemark. In Mellendorf befindet sich der Verwaltungssitz der Gemeinde.

Geografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Mellendorf liegt mitten in der Wedemark und unweit des südlichen Randes der Lüneburger Heide. Das Waldgebiet Forst Rundshorn befindet sich etwa vier Kilometer östlich von Mellendorf hinter der A7. Rund 20 km südlich des Ortes liegt die Landeshauptstadt Hannover. Der Flughafen Hannover-Langenhagen befindet sich 9,5 km in südwestlicher Richtung.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Mit dem Bau des Autobahnabschnitts Berkhof–Gailhof–Altwarmbüchen der A7 1960 hatten die Wedemärker Gemeinden einen direkten Anschluss an das überregionale Straßennetz erhalten. Mellendorf verlor seinen bäuerlichen Charakter. Es entwickelte sich zum regionalen Zentrum für gewerbliche und industrielle Unternehmen sowie zahlreicher Schulen wie beispielsweise der Volkshochschule.

Am 1. März 1974 wurde Mellendorf in die neue Gemeinde Wedemark eingegliedert.[2]

Einwohnerentwicklung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Mit 128 Einwohnern im Jahre 1823 hatte Mellendorf einen bäuerlichen Charakter. Die Einwohnerzahl Mellendorfs stieg im Zeitraum von 1895 bis 1939 von 604 auf 1121. Nachdem 1975 Neubaugebiete entstanden waren, stieg die Einwohnerzahl Mellendorfs von 1969 bis 1980 weiter von 4108 auf 5534. Die rege Bautätigkeit begünstigte den Zuzug von Familien aus der gesamten Bundesrepublik Deutschland.

Religion[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

St. Marienkirche

Die historische Kirche St. Georg an der Wedemarkstraße gehört zur evangelisch-lutherischen Kirchengemeinde Mellendorf-Hellendorf und damit zum Kirchenkreis Burgwedel-Langenhagen. Zur Gemeinde gehört auch eine Kindertagesstätte an der Krausenstraße.

Die katholische Kirche St. Maria Immaculata, umgangssprachlich auch kurz St. Marien genannt, befindet sich am Karpatenweg. Sie wurde 1958/59 von Josef Fehlig erbaut, und am 13. Dezember 1959 von Bischof Heinrich Maria Janssen geweiht. Ihre Pfarrgemeinde, die seit dem 1. November 2014 auch die Heilig-Geist-Kirche in Schwarmstedt umfasst, gehört zum Dekanat Hannover.

Die Neuapostolische Kirche an der Stargarder Straße 22 bestand bis 2005. Die nächstgelegene neuapostolische Kirche befindet sich heute im 12 km entfernten Großburgwedel.

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ortsrat und Ortsbürgermeister[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Ortsrat ist neben Mellendorf auch für den Ortsteil Gailhof zuständig. Ortsbürgermeisterin ist seit 15. November 2016 Jessica Borgas (CDU).

Städtepartnerschaft[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Mellendorf unterhält seit März 1984 mit der französischen Gemeinde Roye (Somme) eine Städtepartnerschaft.

Wappen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Entwurf des Wappens von Mellendorf stammt von dem in Isernhagen geborenen und später in Hannover lebenden Heraldiker und Wappenmaler Gustav Völker, der schon die Wappen von Großburgwedel, Meitze, Wunstorf und vielen anderen Ortschaften entworfen hat. Die Verleihung des Wappens wurde am 13. Juni 1955 durch den Niedersächsischen Minister des Innern August Wegmann durchgeführt.[3]

Ortswappen
Wappenbeschreibung:

„In Silber ein bewurzelter, grüner Eichbaum, dessen Stamm mit einem roten Schild belegt ist, darinnen eine aufgerichtete, silberne Wolfsangel.“

Wappenbegründung:

Mellendorf ist ein Ort, der sich durch eine große Zahl alter Eichen auszeichnet. Mit der Eiche wird gleichzeitig die Verbundenheit zum norddeutschen Raum ausgedrückt. Bodenständigkeit, Heimattreue und Dauerhaftigkeit sind ebenfalls durch die Eiche sinnbildlich ausgesprochen. Die Wolfsangel in dem kleinen Wappenschild soll die Zugehörigkeit zum Landkreis Burgdorf hinweisen. Die Wolfsangel hat jedoch auch eine Bedeutung, die in die Vergangenheit weist. Es hat in unserer Gegend Wölfe gegeben, und Wolfsangeln waren im Gebrauch.

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Erste Erwähnung findet eine Kirche Mellendorfs in einer Urkunde des Jahres 1225. Die Kirche wurde 1497 wesentlich erweitert und in den folgenden Jahrhunderten weiter so verändert, wie sie sich heute als St. Georg darstellt.[4]
  • Etwas versteckt am südöstlichen Rand von Mellendorf befindet sich eine Holländerwindmühle, die im Jahr 1853 errichtet wurde.
  • Eins der ältesten Gasthäuser der Wedemark ist das Gasthaus Stucke von 1624 an der Kreuzung Wedemarkstraße zur Bissendorfer Straße. Seit den größeren Umbauten und Erweiterungen im Jahr 1898 hat sich ihr äußeres Erscheinungsbild des Baudenkmals bis heute erhalten.[5]
  • Auf der Friedrichshöhe am Mellendorfer Ortsrand steht seit 1951 ein 61 m hoher Fernmeldeturm aus Stahlbeton. Dieser Typenturm war bei seiner Errichtung ein Bestandteil der für den Fernsehbetrieb des NWDR benötigten Richtfunkstrecke zwischen Hamburg und Köln.[6] In einer Höhe von 27 Metern befindet sich ein Betriebsraum. Der Turm wird heute von der Deutschen Telekom AG betrieben.

Baudenkmale[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Mellendorf ist über die Abfahrt „Mellendorf“ an die A 7 über die L 310 an das Autobahnnetz angeschlossen. Die Autobahn liegt etwa vier Kilometer ostwärts vom Ortskern. Den Bahnhof Mellendorf bedient sowohl die S-Bahn-Linie 4, die in der Hauptverkehrszeit halbstündlich Verbindungen nach Hannover Hauptbahnhof bietet, als auch von Triebwagen der Heidebahn mit Fahrtmöglichkeiten Richtung Schwarmstedt, Walsrode, Soltau und Buchholz (Nordheide) sowie ebenfalls nach Hannover Hauptbahnhof.

Bildung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In Mellendorf gibt es eine Grundschule sowie die Hauptschule der Wedemark. Im Campus W sind die Realschule, das Gymnasium und die Integrierte Gesamtschule der Wedemark zusammengefasst. Des Weiteren existieren zwei Förderschulen sowie eine Volkshochschule[7][8] und das Ausbildungszentrum der Bauwirtschaft.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Mellendorf – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. www.wedemark.de (Memento vom 13. Februar 2005 im Internet Archive).
  2. Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- und Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen und Regierungsbezirken vom 27. 5. 1970 bis 31. 12. 1982. W. Kohlhammer GmbH, Stuttgart/Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 221.
  3. Landkreis Hannover: Wappenbuch Landkreis Hannover. Im Selbstverlag des Autors veröffentlicht, Hannover 1985.
  4. Kirche Mellendorf.
  5. Geschichte Gasthaus Stucke
  6. http://www.fernsehmuseum.info/fernsehstadt-berlin-04.html
  7. Förderschulen in Wedemark Mellendorf.
  8. volkshochschule à wedemark_mellendorf