Melzow

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Zur Navigation springen Zur Suche springen
Melzow
Gemeinde Oberuckersee
Koordinaten: 53° 10′ 3″ N, 13° 53′ 27″ O
Höhe: 72 m ü. NHN
Einwohner: 209 (31. Dez. 2006)[1]
Eingemeindung: 1. Januar 1970
Eingemeindet nach: Warnitz
Postleitzahl: 17291
Vorwahl: 039863
Dorfkirche
Dorfkirche

Melzow ist ein zum Ortsteil Warnitz gehörender Wohnplatz der Gemeinde Oberuckersee im Landkreis Uckermark in Brandenburg. Bis zur Eingemeindung nach Warnitz am 1. Januar 1970 war Melzow eine eigenständige Gemeinde.

Lage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Melzow liegt in der Uckermark am westlichen Rand des Melzower Forst, jeweils 17 Kilometer Luftlinie südlich von Prenzlau und nordwestlich von Angermünde. Umliegende Ortschaften sind Trumpf im Norden, Meichow im Nordosten, Polßen im Osten, Grünheide im Südosten, Pfingstberg und Stegelitz im Süden, Suckow im Westen sowie Warnitz im Nordwesten.

Melzow liegt an einem Abzweig der Kreisstraße 7315, die nördlich des Ortes verläuft. Die Bundesautobahn 11 führt östlich am Ortsgebiet vorbei, deren Anschlussstelle Warnitz ist etwa vier Kilometer entfernt. Westlich von Melzow liegt die Bahnstrecke Berlin–Stralsund.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Ortsgebiet um Melzow wurde in der Jungsteinzeit besiedelt, was durch einen Bestattungsplatz der Trichterbecherkultur aus der Zeit um 3700 v. Chr. auf einem hoch gelegenen Geländerücken belegen lässt.[2] Später siedelten sich slawische Kolonisten in Melzow an. Erstmals urkundlich erwähnt wurde der Ort im Jahr 1540 mit der Schreibweise Melsow, der Ortsname geht auf den slawischen Personennamen „Milesch“ zurück.[3] Bereits ein Jahr vor der ersten Erwähnung kam Melzow im Zuge der Auflösung des Klosters Gramzow an das Klosteramt Gramzow-Seehausen.[4]

Bis 1952 gehörte Melzow zum Landkreis Angermünde, der bis 1946 zum preußischen Regierungsbezirk Potsdam gehörte. Nach der DDR-Kreisreform kam die Gemeinde an den Kreis Prenzlau im Bezirk Neubrandenburg. Am 1. Januar 1970 wurden Melzow und das benachbarte Grünheide nach Warnitz eingemeindet. Nach der Wende gehörte Melzow dem Landkreis Uckermark an.

Am 31. Dezember 2001 fusionierte die Gemeinde Warnitz mit Blankenburg, Potzlow und Seehausen zu der neuen Gemeinde Oberuckersee.

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Die evangelische Dorfkirche Melzow wurde im 13. Jahrhundert errichtet. Sie ist ein rechteckiger Feldsteinbau mit verbrettertem westlichem Dachturm aus dem 18. Jahrhundert. Die Fenster wurden nachträglich rundbogig vergrößert, an der Ostwand befindet sich eine Dreifenstergruppe. Die Kirche verfügt über einen hölzernen Altaraufsatz aus dem 16. Jahrhundert, der zwischen 2005 und 2007 saniert wurde.[5]
  • Das Forsthaus Melzow (Friedhofstraße 13) ist ein Lehmziegelbau mit Krüppelwalmdach aus dem frühen 19. Jahrhundert. Zu dem Forsthaus gehören mehrere Wirtschaftsgebäude, darunter ein Stall aus dem Jahr 1796 sowie eine alte Waschküche aus dem Jahr 1908.

Einwohnerentwicklung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Jahr Einwohner
1875 685
1890 593
1910 575
Jahr Einwohner
1925 625
1933 584
1939 534
Jahr Einwohner
1946 591
1950 663
1964 450

Gebietsstand des jeweiligen Jahres[6]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Gemeinde- und Ortsteilverzeichnis. In: geobasis-bb.de. Landesvermessung und Geobasisinformation Brandenburg, abgerufen am 24. Februar 2019.
  2. Ulrich Dirks, Joachim Stark: Ein Bestattungsplatz der frühen bis älteren Trichterbecherkultur bei Melzow, Lkr. Uckermark bei academia.edu
  3. Reinhard E. Fischer: Die Ortsnamen der Länder Brandenburg und Berlin. Alter – Herkunft – Bedeutung. be.bra Wissenschaft, Berlin 2005, S. 115.
  4. Melzow – Gemeinde Oberuckersee. In: uckermark-region.de. Abgerufen am 24. Februar 2019.
  5. Georg Dehio; bearbeitet von Gerhard Vinken u. a.: Handbuch der Deutschen Kunstdenkmäler. Brandenburg. Deutscher Kunstverlag, München/Berlin 2012, S. 690 f.
  6. Historisches Gemeindeverzeichnis des Landes Brandenburg 1875 bis 2005. (PDF; 331 KB) Landkreis Uckermark. Landesbetrieb für Datenverarbeitung und Statistik Land Brandenburg, Dezember 2006, abgerufen am 24. Februar 2019.