Memminger Ach

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Memminger Ach
Memminger  Ach in der Altstadt von Memmingen

Memminger Ach in der Altstadt von Memmingen

Daten
Gewässerkennzahl DE: 1148
Lage Deutschland, Bayern
Flusssystem Donau
Abfluss über Iller → Donau → Schwarzes Meer
Ursprung Zusammenfluss von Kressenbach und Riedbach in Memmingen
47° 59′ 0″ N, 10° 11′ 32″ O
Quellhöhe ca. 600 m ü. NN
Mündung Bei Pleß in die IllerKoordinaten: 48° 6′ 44″ N, 10° 8′ 14″ O
48° 6′ 44″ N, 10° 8′ 14″ O
Mündungshöhe 535 m ü. NN [1]
Höhenunterschied ca. 65 m
Länge ca. 36 km[2] mit Oberlauf Mühlbach – Kressenbach
Einzugsgebiet 136,42 km²[3]
Abfluss am Pegel Heimertingen
AEo: 126,5 km²
Lage: 8,8 km oberhalb der Mündung
NNQ
MNQ
MQ
Mq
MHQ
HHQ
820 l/s
1,44 m³/s
2,16 m³/s
17,1 l/(s km²)
7,42 m³/s
15,4 m³/s
Abfluss an der Mündung[4]
AEo: 136,42 km²
MQ
Mq
2,3 m³/s
16,9 l/(s km²)

Linke Nebenflüsse Weidenbach, Mühlbach
Rechte Nebenflüsse Plätzer Bach

Die Memminger Ach ist ein insgesamt 36 Kilometer langer Nebenfluss der Iller. Ihr Quellgebiet ist das Benninger Ried. Dadurch, dass sie stellenweise fünf Meter breit ist, wird sie in den Statistiken sowohl als Bach als auch als Fluss bezeichnet.

Entstanden ist der Unterlauf als Kanal, als zu Gründungszeiten der Stadt Memmingen die Gewässer des Riedes gebündelt und am Mauereintritt über den Stadtgraben in die Stadt geleitet wurden. Hier wurde für damalige Verhältnisse etwas Beachtliches geschaffen. Die „Wasserkunst“ war ein Meisterwerk mittelalterlicher Wassersysteme und gilt als eines der Sieben Memminger Wahrzeichen.

Die Bezeichnung Memminger Ach gilt ab dem Zusammenfluss ihres Oberlaufes Kressenbach mit dem Riedbach südöstlich der Altstadt von Memmingen. Bis zum Austritt aus der Stadtmauer beim Luginsland ist auch die Bezeichnung Stadtbach gebräuchlich. Die Fließgeschwindigkeit liegt bei etwa zwei Metern pro Sekunde. Die Memminger Ach fließt vom Luginsland durch das Landesgartenschaugelände weiter nach Heimertingen, durch die Auwälder der Iller, vorbei an Fellheim und Pleß, wo sie in die Iller mündet. Sie hat hier eine Wasserführung von im Mittel 2,3 m³/s.

Innerhalb der Altstadt von Memmingen und von Heimertingen gehört der Fluss zur Gewässerstrukturgüte VII, außerhalb überwiegend zur Gewässerstrukturgüte I bis II. Die Wasserqualität entspricht den Güteklassen I bis II. Der Fluss wird von vier Kleinelektrizitätswerken genutzt, wovon sich eines in der Memminger Altstadt, eines an einem ehemaligen Sägewerk in Amendingen und zwei in Heimertingen befinden.

Bereits 1564 schrieb man: „Durch Memmingen fließt ein Bach von reinstem Brunnenwasser“.[5] Dies war sicher nicht mehr der Fall, nachdem die Ach die Stadt verlassen hatte, da gerade zu dieser Zeit der Fluss zur Müllbeseitigung missbraucht wurde. So wurden die Gerber- und Schlachtabfälle und anderer Müll mit der Memminger Ach aus der Stadt geleitet. Das hatte zur Folge, dass der Bach einmal im Jahr abgelassen werden musste, um den Unrat aus dem Bachbett zu räumen. Zwischen den Zünften wechselnd, durften jedes Jahr die Gesellen den Bach vorher leerfischen. Dies ist seit dem 16. Jahrhundert nachweisbar. Am Ende des 19. Jahrhunderts wurde aus dieser Tradition das Fischerfest bzw. der Fischertag.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

[2] [3]

  1. Topografische Karte 1:25.000
  2. a b Gesamtlänge des Strangs Mühlbach → Kressenbach → Memminger Ach nach: Verzeichnis der Bach- und Flussgebiete in Bayern – Flussgebiet Donau von Quelle bis Lech, Seite 17 des Bayerischen Landesamtes für Umwelt, Stand 2012 (PDF; 2,3 MB)
  3. a b Einzugsgebiet nach: Verzeichnis der Bach- und Flussgebiete in Bayern – Flussgebiet Donau von Quelle bis Lech, Seite 17 des Bayerischen Landesamtes für Umwelt, Stand 2012 (PDF; 2,3 MB)
  4. Pegelwert Heimertingen vermehrt um den Gebietsabfluss des Resteinzugsgebietes (9,89 km²), ermittelt für das Zwischeneinzugsgebiet der Pegel Kempten (Iller), Stielings (Leubas), Lauben (Aitrach), Heimertingen (Memminger Ach) und Wiblingen (Iller + Illerkanal)
  5. s:de:Cosmographia (Sebastian Münster): Memmingen