Menachinon

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Strukturformel
Struktur von Menachinon
Allgemeines
Trivialname Vitamin K2
Andere Namen
  • Farnochinon
  • Menachinon-6
  • Menachinon-7
  • 2-Methyl-3-difarnesyl-1,4-naphtochinon
Summenformel nicht angebbar, da Stoffgemisch
CAS-Nummer 84-81-1
PubChem 5283547
Kurzbeschreibung gelbe Flüssigkeit
Vorkommen Kohl, Spinat, Rosenkohl
Physiologie
Funktion Synthese von Prothrombin
Täglicher Bedarf 0,065–0,08 mg/Tag
Folgen bei Mangel Ekchymose, Petechien, Hämatome[1]
Überdosis nicht bekannt
Eigenschaften
Molare Masse nicht angebbar, da Stoffgemisch
Aggregatzustand flüssig
Löslichkeit fettlöslich
Sicherheitshinweise
GHS-Gefahrstoffkennzeichnung [2]
keine Einstufung verfügbar
H- und P-Sätze H: siehe oben
P: siehe oben
Soweit möglich und gebräuchlich, werden SI-Einheiten verwendet. Wenn nicht anders vermerkt, gelten die angegebenen Daten bei Standardbedingungen.

Menachinon (MK) oder Vitamin K2 ist ein fettlösliches Vitamin, welches gemeinsam mit der Gruppe der Phyllochinone oder Phyllochinon-ähnlichen Substanzen, aus historischen Gründen gesamthaft als Vitamin K bezeichnet wird.

Vitamin K wird für die Synthese von Prothrombin, als Kofaktor im Osteocalcin-Stoffwechsel und Stoffwechsel der Matrix-Gla-Proteine benötigt. Namensgebend für die Vitamin-K-Gruppe war die indirekte Wirkung auf die Blutgerinnung (Koagulation). Heute wird zwischen verschiedenen Formen des Vitamins unterschieden.[3]

Beschreibung[Bearbeiten]

Menachinon wird u. a. im gesunden Körper durch die Bakterien der Darmflora gebildet.[4][5] Etwa die Hälfte des Bedarfs an Vitamin K wird so bereitgestellt. Als Natto wird eine in Ostjapan verzehrte Speise aus fermentiertem Soja bezeichnet, diese ist nachweislich besonders reich an natürlichem Menachinon. Wie bei den anderen Vitamin-K-Vertretern wird für die Aufnahme (Resorption) aus dem Darm die Anwesenheit von Gallensäuren benötigt.

Vitamin K2 (Menachinon) ist nach Prüfung durch die europäische Aufsichtsbehörde EFSA im Jahr 2009 neben Vitamin K1 (Phyllochinon) zur Verwendung in europäischen Lebensmittel- und Nahrungsergänzungszubereitungen zugelassen.[6] Ferner wurden positive Health Claims für Vitamin K veröffentlicht.[7] Aufgrund unzureichender Dokumentation wurden eingereichte Health Claims bezüglich des Schutzes der Gefäße vor Arteriosklerose von der EFSA abgelehnt.

Erste Hypothesen bezüglich einer Verminderung von Gefäßverkalkung und Sterblichkeit durch eine ausreichende Aufnahme von Menachinon basieren auf in 2004 veröffentlichten Daten aus der Rotterdam-Studie.[8] Hier wurde allerdings nicht wie in kontrollierten klinischen Studien Menachinon verabreicht, sondern über Fragebögen erfasst, was die an der Studie beteiligten Personen an Nahrung und darüber an Vitaminen zu sich nahmen. Aus der täglichen Nahrungszufuhr hat man über Daten zum Menachinon-Gehalt der Lebensmittel die durchschnittlichen Tagesmengen errechnet. Das relative Risiko für Herzkreislauferkrankungen war in den mittleren und oberen Tertilen im Vergleich zu dem Tertil mit dem geringsten Menachinonkonsum verringert. Gleiches fand sich für die Gesamttodesrate. Für die Einnahme von Phyllochinon, d. h. Vitamin K1, konnte in der Rotterdam-Studie kein Zusammenhang mit der Rate von Herzkreislauferkrankungen oder Sterblichkeit gezeigt werden. Daher wurde die Hypothese aufgestellt, dass eine ausreichende Zufuhr von Menachinon für die Prävention von Herzkreislauferkrankungen bedeutsam sein könnte.

In der jüngeren Vergangenheit wurden insbesondere bei Personen mit Niereninsuffizienz Untersuchungen hinsichtlich einer Unterversorgung mit Menachinon und der daraus resultierenden Folgen angestellt, da diese Personengruppe gegenüber der Normalbevölkerung deutlich stärker von Gefäßverkalkungen und daraus resultierenden Herzkreislauferkrankungen und Todesfällen betroffen ist.[9]

Erste Pilotstudien geben Hinweise darauf, dass durch die Zufuhr von Menachinon mit Gefäßverkalkung in Zusammenhang gebrachte Surogatparameter (dephosphoryliertes-uncarboxyliertes MGP, uncarboxyliertes Osteocalcin und PIVKA-II)[10] sowie mit Bild gebenden Verfahren messbare Verkalkungszeichen, wie der “Coronary Artery Calcium Score”, d. h. die Verkalkung der Herzgefäße oder die “Common Carotid intima medica thickness”, d. h. der Zustand der Halsschlagadern[11] beeinflusst werden könnten.

Siehe auch[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. emedicine.medscape.com
  2. Diese Substanz wurde in Bezug auf ihre Gefährlichkeit entweder noch nicht eingestuft oder eine verlässliche und zitierfähige Quelle hierzu wurde noch nicht gefunden.
  3. M. J. Shearer, X. Fu, S. L. Booth: Vitamin K nutrition, metabolism, and requirements: current concepts and future research. In: Advances in nutrition (Bethesda, Md.). Band 3, Nummer 2, März 2012, S. 182–195, ISSN 2156-5376. doi:10.3945/an.111.001800. PMID 22516726. PMC 3648719 (freier Volltext).
  4. R. Bentley, R. Meganathan: Biosynthesis of vitamin K (menaquinone) in bacteria. In: Microbiological reviews. Band 46, Nummer 3, September 1982, S. 241–280, ISSN 0146-0749. PMID 6127606. PMC 281544 (freier Volltext).
  5. J. M. Conly, K. Stein: The production of menaquinones (vitamin K2) by intestinal bacteria and their role in maintaining coagulation homeostasis. In: Progress in food & nutrition science. Band 16, Nummer 4, 1992 Oct-Dec, S. 307–343, ISSN 0306-0632. PMID 1492156.
  6. efsa.europa.eu
  7. bmelv.de (PDF)
  8. jn.nutrition.org
  9. M. Fusaro, M. Noale, V. Viola, F. Galli, G. Tripepi, N. Vajente, M. Plebani, M. Zaninotto, G. Guglielmi, D. Miotto, L. Dalle Carbonare, A. D'Angelo, A. Naso, C. Grimaldi, D. Miozzo, S. Giannini, M. Gallieni: Vitamin K, vertebral fractures, vascular calcifications, and mortality: VItamin K Italian (VIKI) dialysis study. In: Journal of bone and mineral research : the official journal of the American Society for Bone and Mineral Research. Band 27, Nummer 11, November 2012, S. 2271–2278, ISSN 1523-4681. doi:10.1002/jbmr.1677. PMID 22692665.
  10. R. Westenfeld, T. Krueger, G. Schlieper, E. C. Cranenburg, E. J. Magdeleyns, S. Heidenreich, S. Holzmann, C. Vermeer, W. Jahnen-Dechent, M. Ketteler, J. Floege, L. J. Schurgers: Effect of vitamin K2 supplementation on functional vitamin K deficiency in hemodialysis patients: a randomized trial. In: American Journal of Kidney Diseases. Band 59, Nummer 2, Februar 2012, S. 186–195, ISSN 1523-6838. doi:10.1053/j.ajkd.2011.10.041. PMID 22169620.
  11. postersessiononline.com (PDF; 743 kB)
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