Meng Wanzhou

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Meng Wanzhou in Vancouver (2021)

Meng Wanzhou (chinesisch 孟晚舟, Pinyin Mèng Wǎnzhōu; * 13. Februar 1972 in Chengdu) ist eine chinesische Geschäftsfrau.

Werdegang[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Meng Wanzhou ist die Tochter von Ren Zhengfei und seiner ersten Frau Meng Jun. Sie hat einen Bruder. Nach dem Abschluss an der Hochschule 1992 arbeitete sie ein Jahr bei der China Construction Bank. Danach trat sie in das väterliche Unternehmen Huawei als Sekretärin ein. Daneben studierte sie an der Universität für Wissenschaft und Technik Zentralchina in Wuhan und schloss dort mit einem Master ab.[1] Ihre weiteren Wohnorte waren Vancouver und Hongkong. Seit März 2018 ist sie CFO bei Huawei.

Am 1. Dezember 2018 wurde sie in Vancouver aufgrund eines Ersuchens der Vereinigten Staaten verhaftet. Sie wird der Verschwörung beschuldigt, Banken betrogen und die US-Sanktionen gegen den Iran umgangen zu haben.[2] Dagegen behaupten ihre Anwälte, dass die von den USA vorgelegten Beweise „unzuverlässig und fehlerhaft“ seien und somit nicht von dem kanadischen Gericht in der Verhandlung über die Auslieferung an die USA berücksichtigt werden sollten.[3]

Am 9. Juli 2021 lehnte Heather Holmes, eine kanadische Richterin, Mengs Antrag ab, in ihrem juristischen Kampf gegen die Auslieferung an die USA eine Reihe von entlastenden Beweisen vorzulegen. Mengs Anwälte erklärten, die Beweise würden den US-amerikanischen Auslieferungsversuch gegen sie entkräften und beweisen, dass die Vorwürfe der USA gegen Meng willkürlich konstruiert wurden, um sie aus politisch motivierten Gründen zu inhaftieren.[4] Donald Trump suggerierte bereits 2018, dass Meng von den USA als „Trumpfkarte“ in Handelsgesprächen mit China missbraucht werden könnte.[5] Holmes gab keine Gründe für die Entscheidung an, Mengs entlastendes Beweismaterial aus dem gerichtlichen Prozess auszuschließen.[4]

Am 24. September 2021 beendete Holmes das Auslieferungsverfahren gegen Meng und ordnete die Aufhebung ihrer Haftauflagen an. Die Entscheidung folgte auf eine Vereinbarung mit dem amerikanischen Justizministerium, nach der das US-Verfahren gegen Meng beigelegt wird.[6]

Sie ist seit 2007 verheiratet mit Liu Xiaozong. Aus der Ehe ging ein Kind hervor. Die anderen drei Kinder brachte ihr Ehemann mit in die Ehe.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Commons: Meng Wanzhou – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Sherisse Pham: Who is Meng Wanzhou, the Chinese exec wanted by the US? In: CNN. 9. Dezember 2018, abgerufen am 26. Mai 2019 (eng).
  2. Finanzchefin von Huawei will kanadische Regierung verklagen. In: Die Zeit. 3. März 2019, abgerufen am 26. Mai 2019.
  3. Huawei lawyers say U.S. evidence 'unreliable' in Meng extradition case. In: Reuters. 15. August 2020, abgerufen am 15. August 2020 (englisch).
  4. a b Achim Sawall: Kanada lehnt Beweise für Huaweis Finanzchefin ab: Ein kanadisches Gericht lässt entlastende Beweise für Huaweis Finanzchefin Sabrina Meng (Meng Wanzhou) nicht zu. Golem, 12. Juli 2021, abgerufen am 13. Juli 2021.
  5. Betsy Klein, Ben Westcott: Trump expresses openness to using Huawei CFO as bargaining chip in China trade talks. Übersetzung: Trump zeigt sich offen, Huawei-CFO als Trumpfkarte in China-Handelsgesprächen zu nutzen. In: CNN. 12. Dezember 2018, abgerufen am 13. Juli 2021.
  6. Einigung mit US-Justiz: Huawei-Finanzchefin kommt frei. In: Der Spiegel. 24. September 2021 (spiegel.de [abgerufen am 24. September 2021]).