Menno Aden

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Menno Aden (2014)

Menno Aden (* 18. November 1942 in Berchtesgaden) ist ein deutscher Jurist, Autor und Hochschullehrer.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Aden wuchs in Schortens auf, bestand das Abitur 1962 am Mariengymnasium Jever und studierte von 1963 bis 1967 Rechtswissenschaften an den Universitäten in Tübingen, Göttingen und Bonn. In Tübingen wurde er Mitglied des Corps Franconia. Nach dem Assessorexamen wurde er 1972 in Bonn promoviert. In den Jahren 1971/72 war er Senior Research Officer am Institut für Rechtsvergleichung der Universität von Südafrika (UNISA).

Menno Aden ist mit Patricia Aden verheiratet, mit der er fünf Kinder hat.

Wirken[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Von Juli 1994 bis Juli 1996 war Menno Aden Präsident des Oberkirchenrates der Evangelisch-Lutherischen Landeskirche Mecklenburgs. 1998 wurde bekannt, dass gegen Aden ein Verfahren wegen „nichtgedeihlichen Wirkens“ eingeleitet wurde. Bereits seit Juli 1996 hatte er seinen Dienst im gegenseitigen Einvernehmen nicht mehr wahrgenommen.[1] Ende 1999 wurde Aden zudem wegen Problemen bei der Zusammenarbeit mit allen Leitungsorganen der Landeskirche endgültig aus dem Amt abberufen und in den Ruhestand versetzt.[2] Aden klagte zwar erfolgreich gegen seine Abberufung beim zuständigen Kirchengericht, die Vereinbarung jedoch, dass Aden seine Dienstgeschäfte so lange nicht wahrnimmt, bis es eine Vereinbarung über die von der Kirche angestrebten Beendigung seines Dienstes getroffen ist, blieb bestehen.[3]

Später lehrte er bis 2007 an der Fachhochschule für Oekonomie und Management in Essen. Neben seiner Lehrtätigkeit verfasste er zahlreiche Schriften im Bereich Bank-, Wirtschafts- und internationales Recht. Darüber hinaus veröffentlichte er theologische Schriften und Bücher zu anderen Themen. Er ist der Erstübersetzer des religiösgeschichtlichen Epos Kashida des britischen Schriftstellers und Reisenden Richard Francis Burton. Daneben übersetzte er in seinem Buch Puschkin Russlands erster Dichter etwa hundert Gedichte Puschkins.

Von 2006 bis zum Juni 2012 war er Vorstandsmitglied des Vereins Deutsche Sprache.[4] Menno Aden war bis zu seinem Rücktritt 2014 Vorsitzender der Staats- und Wirtschaftspolitischen Gesellschaft (SWG) in Hamburg.

Menno Aden verfasste in den Jahren 2008 und 2009 regelmäßig wirtschaftsrechtliche Artikel für die Wochenzeitung Junge Freiheit. Daneben hielt er regelmäßig Vorträge, etwa zum Thema „Deutscher Patriotismus im heutigen Europa“, bei der Bürgerbewegung pro Deutschland.[5] In seinem 2003 in 2. Auflage erschienenen Werk zur internationalen Handelsschiedsgerichtsbarkeit spricht Aden von einer „traditionellen deutschen nationalen Ichschwäche“, die leicht dazu führe, „dass sich ein deutscher Jurist von einem selbstbewussten Amerikaner, insbesondere wenn dieser wie nicht selten jüdischer Herkunft ist, eher ‚die Butter vom Brot nehmen lässt‘ als umgekehrt“[6].

Aden ist Erstunterzeichner der Aktion Linkstrend stoppen. 2010 war er Mitherausgeber eines umstrittenen Buches zum Missbrauch in Deutschland.

Aden war Mitglied der Partei Alternative für Deutschland [7] und wurde für diese Partei im Jahr 2014 in den Rat der Stadt Essen gewählt.[8] Am 18. Juni 2014 trat Aden aus der AfD-Ratsfraktion sowie aus der Partei aus und schloss sich der Fraktion des Essener Bürgerbündnis (EBB) an.[9][10]

Schriften (Auswahl)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Puschkin: Russland und sein erster Dichter. Attempto, Tübingen 2000, ISBN 3-89308-324-3.
  • Internationale Handelsschiedsgerichtsbarkeit: Kommentar zu den Verfahrensordnungen. Beck, München 2003, ISBN 3-406-49178-2.
  • Christlicher Glaube: Darstellung der Grundlagen und Kommentar zum apostolischen Glaubensbekenntnis. Daedalus, Münster 2004, ISBN 3-89126-147-0.
  • Internationales Privates Wirtschaftsrecht. Oldenbourg, München 2005, ISBN 3-486-57892-8; 2. Auflage 2009, ISBN 978-3-486-58952-8.
  • Deutsch und Englisch: Zum deutschen sprachlichen und kulturellen Selbstbewußtsein. IFB, Paderborn 2007, ISBN 978-3-931263-72-0.
  • Richard Francis Burton: Die Kasidah des Haji Abdu El-Yezdi. Übersetzt und erläutert von Menno Aden. Attempto, Tübingen 2007, ISBN 978-3-89308-401-2.
  • Die Schlacht im Teutoburger Wald vor 2000 Jahren. Wendepunkt für Europa und die Welt (= Eckartschriften. Heft 196). Österreichische Landsmannschaft, Wien 2009.
  • Hrsg. mit Andreas Späth: Die missbrauchte Republik: Aufklärung über die Aufklärer. Verlag Inspiration Un Limited, London/Hamburg 2010.
  • Nimmersatt und Nimmerwiedersehn. Gedichte. IFB Verlag, Paderborn 2012, ISBN 978-3-942409-14-8.
  • Friedrich II. Der Große! Das Ende des alten Reiches der Deutschen und die Verwandlung Europas (= Eckartschriften. Heft 207). Österreichische Landsmannschaft, Wien 2012.
  • Apostolisches Glaubensbekenntnis: Grundlagen des christlichen Glaubens und Wort für Wort-Kommentar. Bautz, Nordhausen 2013, ISBN 978-3-88309-814-2.
  • Deutsche Fürsten auf fremden Thronen. Druffel & Vohwinkel, Gilching 2014, ISBN 978-3-8061-1241-2.
  • Die Reformation und das Augsburger Bekenntnis von 1530 nach heutigen Predigten kommentiert. Bautz, Nordhausen, 2015, ISBN 978-3-95948-057-4.
  • Das Werden des Imperium Americanum und seine zwei hundertjährigen Kriege, ARES Verlag, Graz, 2016 ISBN 978-3-902732-63-7.
  • Kulturgeschichte der deutschen Erfindungen und Entdeckungen von Albertus Magnus bis Konrad Zuse, ifb- Verlag Deutsche Sprache, Paderborn 2017, ISBN 978-3-942409-55-1.
  • Maschinelle Sprachübersetzung und die globale Wirtschaftssprache der Zukunft. Recht der Internationalen Wirtschaft (RIW) Heft 4 2018 Seite 1
  • Antikes Kommunalrecht – Zum Briefwechsel von Plinius und Kaiser Trajan Der Gemeindehaushalt 2018, S. 44 ff
  • Schutz deutscher Unternehmen gegen Abwanderung in das Nicht – EU- Ausland Recht der Internationalen Wirtschaft (RIW) Heft 12, 2017 Editorial
  • Die Reformation als Paradigmenwechsel in der Legitimation öffentlicher Gewalt von Dr.  Menno Aden NVwZ Heft 21/2017 Aufsätze

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Menno Aden – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Meldung OST1083 Evangelischer Pressedienst vom 29. März 1998, Verfahren gegen Schweriner Oberkirchenratspräsidenten Menno Aden
  2. Meldung 4675 Evangelischer Pressedienst vom 1. November 2010, Anzeige wegen Volksverhetzung gegen früheren Kirchenpräsidenten
  3. Meldung 0231 Evangelischer Pressedienst vom 18. Januar 2002, Schwerin: Kein Ende im Streit zwischen Kirche und ihrem Präsidenten
  4. Pressemitteilung
  5. Deutscher Patriotismus im heutigen Europa – Vortrag am 26. August 2010 in Berlin.
  6. Menno Aden: Internationale Handelsschiedsgerichtsbarkeit. 2. Auflage 2003, ISBN 3-406-49178-2, S. 163. Zum Buch auch die Rezension von Rolf A. Schütze, in: Neue Juristische Wochenschrift 2003, S. 2220.
  7. AfD: Mit Geschichtsrevisionismus ins EU-Parlament?, Publikative.org, 21. Januar 2014, abgerufen am 22. Januar 2014.
  8. WAZ und NRZ vom 27. Mai 2014
  9. http://www.derwesten.de/staedte/essen/afd-ratsherr-menno-aden-tritt-ebb-bei-spd-bricht-gespraeche-ab-id9433028.html AfD-Ratsherr Menno Aden tritt EBB bei SPD bricht Gespräche ab. Abgerufen am 21. August 2014
  10. AfD-Ratsherr Menno Aden tritt zum Bürgerbündnis über. Westdeutsche Allgemeine Zeitung, 6. Juni 2014, abgerufen am 21. August 2014.