Menschheitsgeschichte

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Die Menschheitsgeschichte umfasst die Entwicklung der gesamten Menschheit. In diesem Artikel geht es um die historische Entwicklung in den einzelnen Weltregionen, die zwar schon früh stark von Interdependenzen bestimmt waren, aber erst seit Ende des 19. Jahrhunderts zu einem einheitlichen Geschichtsraum zusammenwuchsen. Oft werden Menschheitsgeschichte und Weltgeschichte im selben Sinne gebraucht. Im engeren Sinne bezieht sich Weltgeschichte aber auf die Geschichtsschreibung zur Menschheitsgeschichte.

Inhaltsverzeichnis

Periodisierung[Bearbeiten]

Für die Gliederung der Menschheitsgeschichte erweist sich die traditionelle eurozentrierte[1] Periodisierung in Altsteinzeit, Mittelsteinzeit, Jungsteinzeit, Bronzezeit, Eisenzeit, Altertum, Mittelalter und Neuzeit als fragwürdig. Der hier unternommene Periodisierungsversuch teilt einerseits in ein gröberes Raster ein (Entwicklung des Menschen, Urgeschichte – Steinzeit, Hochkulturen, Aufbruch und Kontinuität, Globalisierung), andererseits nimmt er die innerhalb der Neuzeit feststellbaren Umbrüche Revolutionszeit (Industrielle und bürgerliche Revolutionen in Europa) und Weltkriegszeit (Erster und Zweiter Weltkrieg sowie kommunistische und sozialistische Revolutionen) auf. Weshalb diese Umbrüche hervorgehoben zu werden verdienen, wird im weiteren Text angesprochen werden und ist unter Periodisierung thematisiert.

Kurzüberblick[Bearbeiten]

Im Verlauf der Menschheitsgeschichte haben sich die Herausforderungen, denen sich die Menschen gegenüber sahen, wesentlich verändert.

Zunächst mussten sie sich gegen die Mächte der Natur behaupten (Entwicklung von Technik, Arbeitsteilung, Gemeinschaft). Dafür organisierten die Menschen ihr Zusammenleben (Gesellschaft, Staat, Entwicklung eines Gewaltmonopols zur Sicherung des Lebens der einzelnen vor gewalttätigen Auseinandersetzungen wie Blutrache und Fehde).

Dann verbesserten sie ihr Zusammenleben in Richtung Schutz und Mitwirkung des Einzelnen (Rechtsstaat als Schutz, Demokratie als Sicherung der Mitwirkung).

Militärische und wirtschaftliche Ungleichgewichte zwischen Gesellschaften und Staaten führten immer wieder zu Krieg und Ausbeutung (Kolonialzeitalter und Imperialismus). Zur Friedenssicherung dienten regional die Reichsbildung, internationale Verträge, Gleichgewichtssysteme wie Heilige Allianz/System Metternich oder das „Konzert“ der Großmächte. Da diese immer nur kurz- und mittelfristig Auseinandersetzungen verhindern konnten, wurden aufgrund der Weltkriegserfahrung weltumspannende Organisationen entwickelt wie Völkerbund und danach die Vereinten Nationen. Diese können Kriege aber nicht verhindern. Vor einem Krieg zwischen den Supermächten schützt nur das System gegenseitiger Abschreckung. Seit dem Zusammenbruch des Ostblocks wird versucht, es durch internationale Kooperation zu ergänzen (vgl. G 20, Klimagipfel).

Entwicklung des Menschen[Bearbeiten]

Die Evolution des Menschen begann mit der langsamen Abkühlung des Erdklimas, die während des Miozän (vor 25 bis 5 Millionen Jahren) einsetzte und bis zur Eiszeit des Pleistozän fortdauerte. Wegen des wärmeren Klima im frühen Miozän herrschten in Afrika und Eurasien große tropische Regenwälder vor, die die Ernährung früher hominider Affen sicherten – frühe Vorgänger der heutigen Gorillas, Schimpansen und Menschen.

Zum Ende des Miozän bildeten sich Eiskappen an den Polen und trockenere Klimaverhältnisse führten in Afrika zum Rückgang der tropischen Wälder. In Ostafrika, wo die Geburtsstätte der Hominiden vermutet wird, sorgten geologische Prozesse für die Hebung des Plateaus und für die Bildung eines tiefen Grabens. Die in den Wäldern lebenden frühen Hominiden wurden immer weiter zurückdrängt und sahen sich nun von lichtem Waldland und Savannen umgeben. Nach der veralteten Savannen-Hypothese zufolge soll sich durch die Anpassung an die neuen Lebensverhältnisse der aufrechte Gang entwickelt haben, diese gilt jedoch mittlerweile als widerlegt; nach neueren Erkenntnissen setzte die Entwicklung des zweibeinigen Ganges viel früher ein.

Der 4,4 Millionen Jahre alte Ardipithecus ramidus zählt zu den ältesten bekannten Arten in der Entwicklungslinie der Hominini. Er konnte wahrscheinlich bereits auf zwei Beinen stehen. Vor etwa 3 Millionen Jahren entwickelten sich aus seinem Nachfolger, dem Australopithecus afarensis, zwei Gruppen unabhängig voneinander weiter: der wegen seinem schweren Kiefer und seinen großen Zähnen genannte Australopithecus robustus und der zu den Vorfahren des heutigen Menschen zählende Australopithecus africanus. Der A. africanus besaß kleine Zähne und Kiefer und ernährte sich von Pflanzen und von in den Savannen lebenden Herdentieren. Vor etwa 2,4 Millionen Jahren tauchte der Homo habilis auf. Sein Hirnvolumen war bereits halb so groß, wie das des heutigen Menschen. Im Unterschied zu den Vertretern der Australopithecus-Gruppen, die nur einfache Werkzeuge wie Steine und Stöcke kannten, benutzte der H. habilis scharfkantige Steine und Kiesel für die Zerlegung größerer Tiere. Da sich die Funde dieser Gruppe ausschließlich auf die Olduvai-Schlucht im ostafrikanischen Grabensystem beschränken, wird diese Oldowan-Kultur genannt.

Der Homo habilis wurde vor 1,9 Millionen Jahren durch den Homo erectus abgelöst. Dieser besaß ein Hirnvolumen, das zwei Drittel des Jetztmenschenhirns umfaßte und sich eine Million Jahre später auf drei Viertel vergrößerte. Es kam zu einem raschen Wechsel von trockenen Eiszeiten und feuchtwarmen Zwischeneiszeiten, was den evolutionären Druck auf die Hominini erhöhte und intelligentere Arten begünstigte. Der Homo erectus lernte die Beherrschung von Feuer und stellte durch die sogenannte Hammertechnik Faustkeile her. Die zu seiner Zeit (vor 1,5 Millionen Jahren) einsetzende Kultur wird Acheuléen-Kultur genannt.

Der Homo erectus ist als erster Hominide auch außerhalb Afrikas nachgewiesen. Seine Wanderung in die tropischen Zonen Süd- und Ostasiens setzte vor 1,8 Millionen Jahren ein, vor etwa einer Million Jahren erreichte er die gemäßigten Klimazonen Europas und Nordchinas. Sein Lebensraum umfasste Savannen, Steppen sowie lichte und offene Wälder, in arktischen und subarktischen Zonen war er noch nicht überlebensfähig. Die nun isoliert lebenden Homo erectus-Gruppen begannen sich vor 500.000 Jahren unterschiedlich zu entwickeln. Die in Afrika und Europa vorkommenden Arten mit großem Hirnvolumen wiesen bereits ähnliche Züge auf, wie die Vertreter des Homo sapiens im Mittelpaläolithikum. Von 230.000 bis 150.000 v. Chr. entwickelte sich in Europa aus dem Homo sapiens der Homo sapiens neanderthalensis, welcher in den kalten eiszeitlichen Steppen überlebensfähig war. Er benutzte für die Werkzeugherstellung die Moustérien-Technik, welche auch Jäger- und Sammlergruppen in Nordafrika und Vorderasien kannten. Die Evolution des heutigen Homo sapiens sapiens setzte vor 135.000 Jahren in Afrika ein.

Ältere Urgeschichte[Bearbeiten]

Hauptartikel: Urgeschichte

Steinzeit[Bearbeiten]

Hauptartikel: Steinzeit
Bandkeramische Gefäße aus Mitteldeutschland im Bestand der ur- und frühgeschichtlichen Sammlung der Universität Jena, die Friedrich Klopfleisch 1882 zur Definition der bandkeramischen Kultur benutzte
Archeon, Niederlande: Rekonstruktion eines Hauses aus der Jungsteinzeit

Als Steinzeit bezeichnet man den längsten Zeitabschnitt der Menschheitsgeschichte, bevor die Herstellung und technische Nutzung von Metallen bekannt war. Träger der steinzeitlichen Kulturen waren dem heutigen Forschungsstand zufolge zunächst Homo habilis und Homo rudolfensis, später insbesondere Homo erectus und die Neandertaler[2] sowie Homo sapiens.

Die Steinzeit ist die älteste Stufe des von Christian Jürgensen Thomsen im Jahre 1836 erstellten Dreiperiodensystems, welches die Urgeschichte in die Steinzeit, die Bronzezeit und die Eisenzeit unterteilt. Die Dreiteilung nach dem verwendeten Werkstoff ist weitgehend auf Europa und Teile Westasiens und Nordafrikas beschränkt. In Amerika hat sich die Periodisierung der Urgeschichte nach dem jeweils wichtigsten Werkstoff nie durchgesetzt.

Die Altsteinzeit (Paläolithikum) Europas wird wiederum unterteilt in Altpaläolithikum, Mittelpaläolithikum und Jungpaläolithikum und endet um 10.000 v. Chr. Nach einer kurzen Übergangszeit, der Mittelsteinzeit (Mesolithikum), folgt die Jungsteinzeit (Neolithikum). Für die Urgeschichte des subsaharischen Afrika gibt es eine eigene Terminologie in Early, Middle und Later Stone Age, was chronologisch in etwa der europäischen Einteilung Alt-, Mittel- und Jungpaläolithikum entspricht, inhaltlich aber nur zum Teil.

Eine Mittelsteinzeit gibt es nur im nordalpinen Europa, während im Mittelmeerraum und im Vorderen Orient von Epipaläolithikum gesprochen wird. Kennzeichnend für die Neolithisierung und damit beginnende Jungsteinzeit sind tiefgreifende Veränderungen in der Wirtschaftsweise, die wegen der Verbreitung von Anatolien aus auch als „neolithisches Bündel“ (engl.: „neolithic package“) bezeichnet werden. Hauptmerkmale sind domestizierte Tiere und Pflanzen sowie die durch den Ackerbau bedingte Sesshaftigkeit. Im Vorderen Orient gab es zwischen dem 10. und dem 8. Jahrtausend v. Chr. eine Phase des Akeramischen Neolithikums mit Sesshaftigkeit und Steingefäßen, aber noch ohne Tongefäße.

Die Entdeckung von Keramik als Töpferware aus Ton ist wahrscheinlich unabhängig voneinander in mehreren Regionen erfolgt. Die ältesten Keramikgefäße der Welt sind aus der Jomon-Kultur Japans nachgewiesen und datieren um 13000 v. Chr. Von da verbreitete sich die Technologie über Wildbeuter-Kulturen nach Korea sowie in das Amurgebiet. Neue Entdeckungen belegen ebenfalls sehr alte (möglicherweise die älteste) Keramik in China.[3][4] Funde aus einem Höhlengrab bei Xianrendong in der Provinz Jiangxi werden sogar auf ein Alter von bis zu 20000 Jahren geschätzt.[5]

Die Veränderung der Lebensweise durch Ackerbau und Viehzucht wurde von Vere Gordon Childe als Neolithische Revolution bezeichnet. Die schnelle Neolithisierung (Landwirtschaft, domestizierte Tiere, Hausbau, Keramik, geschliffene Steinbeile) in Südeuropa um 6000 v. Chr. und in Mitteleuropa um 5500 v. Chr. ist allerdings global gesehen eine Ausnahme. In anderen Teilen der Welt, zum Beispiel im subsaharischen Afrika, liegen zwischen dem Auftreten einzelner Merkmale der Neolithisierung zum Teil mehrere Jahrtausende.

Die jüngere Phase des Neolithikums wird in manchen Regionen wegen der zunehmenden wirtschaftlichen Bedeutung des Kupfers als Kupfersteinzeit bezeichnet. In manchen Weltgegenden folgen Bronze- und Eisenzeit auf die Steinzeit.

Hochkulturen[Bearbeiten]

Fruchtbarer Halbmond um 7500 v. Chr.

Der Beginn der Hochkulturen, der eine Schriftkultur voraussetzt, ist im fruchtbaren Halbmond, der Region von Mesopotamien, Syrien und Palästina, zu finden. Andere Hochkulturen wurden von dort beeinflusst. Weitere Hochkulturen entwickelten sich in Indien, China, Mesoamerika und Peru.

Um 2500 v. Chr. lebten im unteren Mesopotamien die Sumerer in Stadtstaaten mit Zehntausenden von Einwohnern. Sie schrieben Keilschrift auf Tontafeln, zunächst in Bilderschrift, dann in einer daraus entwickelten Silbenschrift. Eine ähnliche Entwicklung nahm die Hieroglyphenschrift der Ägypter, die ihrerseits aufgrund ihrer Konzentration auf das Niltal eine recht einheitliche Kultur entwickelten, die durch einen umfangreichen Totenkult mit Pyramiden, Mumien, Kleinplastiken und mehr gekennzeichnet war.

Der Raum von Syrien und Palästina bot keine vergleichbaren Flusslandschaften, kannte aber ähnlich große Siedlungen und wurde schon früh von Zweistromland und Ägypten zugleich beeinflusst. Einen charakteristischen Beitrag lieferte dieser Raum später durch die Entwicklung der Buchstabenschrift und die weit ausgreifenden Entdeckungsfahrten der Phönizier sowie für die Entwicklung der abrahamitischen Religionen mit der Entstehung des Judentums und die Ausbreitung des Christentums durch die Anhänger Jesu von Nazaret.

Zu den ältesten Kulturen gehört ebenfalls die Induskultur, deren Städte mehrstöckige Häuser und Kanalisation kannten, sowie in Südamerika die Kultur von Caral, die zwar schriftlos war, aber große architektonische Leistungen hervorbrachte, die erhebliche Kenntnisse in Geometrie voraussetzen.

Die erste europäische Hochkultur war die minoische, die durch Palastbauten wie den von Knossos um 2000 v. Chr. gekennzeichnet war.

Das afrikanische Reich von Kerma (im Raum von Nubien) das um 2000 v. Chr. entstand, entwickelte sich im Austausch mit Ägypten.

Nach 1750 v. Chr. drangen Truppen von Kerma auf ägyptisches Gebiet vor, doch gelang es Ägypten nach der Bildung des Neuen Reiches um 1500 v. Chr. das Reich von Kerma zu unterwerfen.

Weitgehend unabhängig von den westasiatischen und nordafrikanischen Hochkulturen entwickelte sich die chinesische, die um 1500 v. Chr. die Bronzeherstellung kannte. Ob die Kenntnisse von Streitwagen und Schrift vielleicht doch auf äußere Einflüsse schließen lassen, ist noch unklar. Die Schrift entwickelte sich jedenfalls in China nicht zur Silbenschrift weiter.

Naher Osten und Afrika[Bearbeiten]

Uruk-Zeit[Bearbeiten]

Die Entstehung der mesopotamischen Hochkultur begann in der so genannten Uruk-Zeit, grob im 4. Jahrtausend  v. Chr. Vor allem entlang des Euphrat entstanden Städte. Uruk war damals die bedeutendste unter ihnen. Hier im Kultbezirk Eanna wurde ein monumental angelegtes Großbauprogramm verwirklicht.

In der zweiten Hälfte des vierten Jahrtausends ist eine Verbreitung südmesopotamischer Bevölkerungsgruppen festzustellen. In Nachbarregionen werden Kolonien angelegt. In dieser Zeit wird auch die Schrift erfunden. Sie wird entscheidende Technik eines Verwaltungsapparats; einer frühen Form eines Staates. Diese Periode endete spätestens um 2900 v. Chr.

Zeit der Sumerer und Akkader[Bearbeiten]

Am Anfang der Frühdynastischen Periode standen eine Reihe von Stadtstaaten (Adab, Eridu, Isin, Kisch, Kullab, Lagasch, Larsa, Nippur, Ur und Uruk). Im Rückblick wird dies von der sumerischen Königsliste zu einem "altsumerischen Reich" stilisiert.[6]

Erster bekannter Herrscher in Sumer war Etana, der um 2800 v. Chr. lebte und König von Kisch war. Sein Nachfolger Mes-ki-agga-scher, König von Uruk (dem biblischen Erech), gründete weit südlich von Kisch eine rivalisierende Dynastie und erlangte die Herrschaft über die ganze Region zwischen dem Mittelmeer und dem Zagros-Gebirge. Nach dessen Sohn En-mer-kar (um 2750 v. Chr.) folgte sein Feldherr Lugalbanda auf den Thron. Darauf wurde En-me-bar-agesi um 2700 v. Chr., ein König der Etana-Dynastie in Kisch, zum führenden Herrscher von Sumer.

Den ersten echten Flächenstaat errichtete Sargon mit seinem Reich von Akkade (2371 bis 2191 v. Chr.). Akkadisch wurde Verwaltungssprache. Befördert durch Aufstände endete diese Dynastie mit der Eroberung durch die Gutäer.

Reich der 3. Dynastie von Ur und seine Nachfolger[Bearbeiten]

Die Könige der 3. Dynastie von Ur errichteten eine zweiten Flächenstaat, der nun unter sumerischer Herrschaft stand. In dieser Zeit wurden erste Zikkurate gebaut. Es endete unter dem Druck Elams aus dem Osten.

In den folgenden Jahrtausenden entstanden in Mesopotamien viele weitere Reiche, die sich oft nur über wenige Jahrhunderte halten konnten. Die stabilsten waren das Reich der Kassiten in Babylonien[7] und das neuassyrische Reich.

Ägypten[Bearbeiten]

Die Pyramiden von Gizeh
Tafel mit dem Vertrag von Kadesch zwischen Hethitern und Ägyptern, erster Friedensvertrag der Geschichte

Die ägyptische Hochkultur begann mit der Prädynastischen Zeit. In dieser Zeit wuchsen Oberägypten und das heutige Unterägypten zusammen und lassen sich die Anfänge der ägyptischen Hieroglyphen zurückverfolgen. In der frühdynastischen Epoche stieß der Thinitenkönig Aha von Ober- nach Unterägypten vor und leitete die Reichseinigung ein. Er ließ eine zentrale Verwaltung in der neuen Hauptstadt Memphis errichten. Am Ende der ersten Dynastie 2780 v. Chr. hatten sich Abydos, Hierakonpolis, Buto und Sais als geistige Zentren Ägyptens entwickelt.

Im Alten Reich ab 2707 v. Chr. begann der Bau der Pyramiden. Die größten errichteten die Könige Cheops und Chephren bei Giseh. Das Alte Reich zerfiel möglicherweise ausgelöst durch einen asiatischen Einfall im Delta oder durch eine Hungersnot.

Im Mittleren Reich förderte Amenemhet I. den Kult um Amun, stieß bis nach Nubien vor und entwickelte Handelsbeziehungen zu Phönizien. Mit dem Eindringen der Hyksos 1648 v. Chr. zerfiel das Mittlere Reich.

Im Neuen Reich (1550 bis 1070 v. Chr.) erreichte Ägypten seine größte Machtstellung. Es dehnte seinen Einflussbereich auf die Inseln Kreta, Zypern, und die Kykladen aus und erreichte die politische Kontrolle von Napata in Nubien bis zum Euphrat.

Amenophis IV. (Echnaton) (etwa 1397 bis 1380 v. Chr.) wählte die von ihm neu erbaute Stadt Achet-Aton als Regierungssitz und führte die Verehrung Atons als einzigen Gott ein.

Unter Tutanchamun wurde der Atonkult wieder durch die Verehrung der traditionellen Götter ersetzt. Sein Grab enthielt die spektakulärsten Grabfunde Ägyptens. Ramses II. bekämpfte in der Schlacht bei Kadesch die Hethiter, aus der jedoch kein eindeutiger Sieger hervorging. Der daraufhin geschlossene Friedensvertrag gilt als ältester bekannter schriftlicher Friedensschluss. Doch Ende der 20. Dynastie zerfiel um 1070 v. Chr. auch das Neue Reich.

Assyrer und Perser sowie makedonische Griechen besetzten das Land. In der 25. Dynastie herrschten sogar die verachteten Nubier oder Kuschiter über den Nilstaat. Alexander der Große begründete dann die griechische Herrschaft. Nach seinem Tode machte Ptolemaios I. Alexandria zur neuen Hauptstadt. Nach der Schlacht bei Actium, 31 v. Chr., wurde Aegyptus eine römische Provinz.

Asien[Bearbeiten]

China[Bearbeiten]

Hauptartikel: Geschichte Chinas
Ausdehnung der Shang-Dynastie

Während für die Xia-Dynastie (夏朝) (um 2000 v. Chr.) nur archäologische Funde existieren, liegen für die Shang-Dynastie (商朝) (ca. 1570 bis 1066 v. Chr.) bereits Schriftzeugnisse (Handschriften auf Muschelschalen) vor. Bronze wurde verarbeitet, Münzen geprägt, Wälle gebaut und es gab Pferde-Streitwagen.

Ausdehnung der Zhou-Dynastie

Für die Zhou-Dynastie (周朝) (1045 bis 221 v. Chr.) liegen bereits viele zeitgenössische Dokumente vor. Anfangs gab es etwa 170 kleine Königreiche, die sich allerdings schon als ein Volk betrachteten. Durch Kriege, Heirat und Diplomatie schlossen sich die Königreiche immer weiter zusammen, so dass es zur Zeit der Streitenden Reiche nur noch sieben Königreiche gab. Es wurden schon Waffen aus Eisen benutzt und zur Zhou-Zeit war die Blütezeit der großen Philosophen Chinas (Konfuzius, Lao-Tse).

Ausdehnung Chinas während der Qin-Dynastie

Das Reich der Qin war eines der sieben Königreiche am Ende der Zhou-Dynastie. Es verfügte über eine effektive Verwaltung und eine äußerst restriktive Gesetzgebung. König Zhao Zheng unterwarf die anderen Reiche und führte dadurch 221 v. Chr. die Reichseinigung herbei. Er ließ sich zum Kaiser krönen und nannte sich von da ab Qin Shihuangdi („Erster Gottkaiser von Qin“). Ganz China erhielt das effektive Verwaltungssystem des Reiches Qin. Außerdem wurden Maße, Gewichte und Schrift standardisiert. Unter Qin Shihuangdi wurde zur Verteidigung gegen die Nomadenstämme durch die Verbindung bereits bestehender Mauern der sieben Reiche die Chinesische Mauer geschaffen. Qin Shihuangdi wurde 210 v. Chr. mit der bekannten Terrakottaarmee als Grabbeigabe beigesetzt. Kurz nach seinem Tod kam es unter seinem Sohn zu Bauernaufständen, die in einem Bürgerkrieg zur Gründung der Han-Dynastie führten.

Gebiet der Han-Dynastie
Pferdeskulptur der Han-Zeit

Sie vergrößerte das Reich und war auch wirtschaftlich so erfolgreich, dass man das chinesische Volk von da an auch als Han-Chinesen bezeichnete. Mit der Unterwerfung der Kleinstaaten entlang der Seidenstraße entstand eine indirekte Handelsbeziehung mit dem Römischen Reich. Gleichzeitig erreichte der Buddhismus auf diesem Weg China. Zur Staatsphilosophie erhoben die Han-Kaiser jedoch den Konfuzianismus.

Die Drei Reiche

Als 220 n.Chr. der letzte Han-Kaiser abgesetzt wurde, hatten sich drei Reiche gebildet, die durch den sehr populären Roman Die Geschichte der Drei Reiche so bekannt geblieben sind wie Adam und Eva in der westlichen Welt. Sima Yan, ein Minister des Wei-Reiches, setzte den letzten Wei-Kaiser Cao Huan ab und begründete 265 die Jin-Dynastie. Dieser gelang es, das Reich wieder zu einen, doch konnten die Xiongnu, Nomaden aus dem Norden, den westlichen Teil des Reiches zerstören. Im Osten wurde Nanjing die neue Hauptstadt.

Indien[Bearbeiten]

Hauptartikel: Geschichte Indiens

Etwa in den Jahren 2800–1800 v. Chr. entwickelte sich im Nordwesten des indischen Subkontinents (heute Pakistan) die Indus-Kultur. Sie erstreckte sich über ca. 1.250.000 km² und war damit flächenmäßig größer als das antike Ägypten und Mesopotamien zusammen. Sie kannte bereits Städteplanung, Schrift und Architektur. Doch erst etwa zehn Prozent ihrer Siedlungen wurden ausgegraben, die Schrift ist noch nicht entschlüsselt.[8]

Die vedische Kultur hatte ihre Anfänge etwa ab 1500 v. Chr. und wurde von den (vom Norden her) einwandernden Ariern wesentlich geprägt, als sie sich mit den einheimischen Stämmen vermischten. Diese Wanderungsbewegungen gingen sehr langsam vonstatten. In der spätvedischen Zeit (etwa 900–600 v. Chr.) begann eine Phase der Urbanisierung und Reichsbildung und die mythologische Legitimation für das Kastenwesen. An der Spitze der gesellschaftlichen Hierarchie standen die Brahmanen (Schriftgelehrte, Priester), gefolgt von den Kriegern Kshatriyas und den Händlern, Handwerkern und Bauern Vaishyas. Am unteren Ende der Gesellschaft befanden sich die Angehörigen der ursprünglichen Bevölkerung, die als Diener Shudras lebten. Allerdings haben sich die Kasten in dieser Form in der vedischen Zeit noch nicht voll ausgeprägt.

Alexander der Große

Zum Ende der vedischen Zeit (6. und 5. Jh. v. Chr.) traten in Magadha zwei Religionsstifter auf. Mahavira begründete den Jainismus, und Siddhartha Gautama lehrte als Buddha 45 Jahre lang den Buddhismus.

Das Maurya-Reich zur Zeit Ashokas
Silbermünzen des Maurya-Reiches

Kurz nach dem Eindringen von Alexander dem Großen (326 v. Chr.) legte Chandragupta Maurya um 321 v. Chr. die Grundlagen für das erste indische Großreich, das Maurya-Reich. Unter König Ashoka (268–233 v. Chr.) reichte der Einfluss bis nach Südindien. Die zentrale Verwaltung mit ihrem Beamtenapparat umfasste jedoch nur das Kerngebiet des Reiches in der Gangesebene. Ashoka, der sich zum Buddhismus bekannte, begründete u. a. mit der Eroberung Kalingas das erste Großreich auf indischem Boden und zugleich den ersten, auf friedfertiger Toleranz beruhenden sozialen Wohlfahrtsstaat der Antike. Ashoka hinterließ zahlreiche Felsenedikte, weshalb diese geschichtliche Periode relativ gut dokumentiert ist. Das Reich zerfiel um 185 v. Chr. in zahlreiche Einzelstaaten (u. a. Shunga, Shatavahana, Shaka und das wiederaufgestiegene Kalinga).

Um 50 v. Chr. verdrängten die iranischen Parther die Shakas, wurden ihrerseits aber von den Kushana (ursp. Yüe-tschi) geschlagen, die in Baktrien und Gandhara ein blühendes Reich errichten. Unter König Kanishka (1./2. Jahrhundert n. Chr.) erreichte es seine größte Macht. Förderung und Entfaltung des Buddhismus (Kunstschulen von Mathura und Gandhara) gehören zu seinen kulturellen Leistungen.

In Nordindien herrschte von 330 bis 550 n. Chr. die Dynastie der Gupta, während im Dekkan das Vakatakareich eine herausragende Position einnahm. Im 5. Jahrhundert kam es zur Errichtung der buddhistischen Universität von Nalanda, die mit über 10.000 Studenten und angeblich 9 Mio. Büchern die größte Lehrstätte der antiken Welt war. Die Guptas förderten Buddhismus und Hinduismus. Im 5./6. Jahrhundert erfolgte der Niedergang des Gupta-Reiches bedingt durch Reichsteilung und Hunneneinbrüche. Letztere verwüsteten Nordindien und beendeten die Zeit der blühenden Stadtkultur. (weiter zu Indien …)

Amerika[Bearbeiten]

Bildrelief aus Palenque
Hauptartikel: Geschichte Amerikas

Maya[Bearbeiten]

Hauptartikel: Maya

Am Ende der Archaischen Periode entstehen erste dauerhafte Siedlungen und Landwirtschaft im Mayagebiet. Erste den Maya zugerechnete archäologische Funde aus Cuello (Belize) werden auf etwa 2000 v. Chr. datiert. Von diesem Ursprungsort aus wird eine Aufspaltung und Bewegung nach Norden (Golf von Mexiko) angenommen. Etwa 1100 v. Chr. siedelten Jäger im Bereich von Copán (Honduras) und Lamanai, das mit einer permanenten Besiedlungszeit von etwa 3000 Jahren zu den am längsten genutzten Mayastädten gehört, wurde gegründet. Etwa einhundert Jahre später wurde Cahal Pech besiedelt und blieb es bis ca. 700 n. Chr.

Tempelruinen von Tikal

In der Mittleren Vorklassik (etwa 900–400 v. Chr.) kommt es zur durchgehenden Besiedlung im gesamten Mayagebiet und zur Entwicklung von Handel zwischen den Städten. Etwa im 7. Jahrhundert v. Chr. finden sich die ersten Siedlungsspuren im Gebiet von Tikal in Guatemala. Am Golf von Mexiko lassen sich etwa 500 v. Chr. erstmals Siedlungsbauten und steinerne Tempel nachweisen. Zu den ersten großen Städten der Maya gehören El Mirador mit der höchsten bekannten Maya-Pyramide (72 m) und Nakbe im heutigen Guatemala, von denen Letztere seine Glanzzeit zwischen 800 und 400 v. Chr. hatte.

Die klassische Maya-Zivilisation (ca. 300–900 n. Chr.) umfasste eine Reihe von Stadtstaaten, die jeweils einen eigenen Herrscher und ihm untergebene Verwalter hatte.

In Tikal findet sich die erste datierte Maya-Stele von 292 n. Chr. Im Jahr 562 kommt es zu einem großen Krieg zwischen Calakmul und Tikal. Chichén Itzá wurde um das Jahr 650 gegründet.

Mit der Ausbreitung über die ganze Halbinsel Yucatán erreichte die Hochkultur der Maya ihre Blütezeit, während deren auch Uxmal und Cobá gegründet wurden. Weitere wichtige Städte waren Tikal, Calakmul, Bonampak und Quiriguá. Viele Städte waren durch Dammstraßen (Sakbe) miteinander verbunden. Die Städte hatten teilweise mehr als 10.000 Einwohner und waren damit größer als die größten Städte des damaligen Mitteleuropa.

Zu den Maya-Zentren der Klassik gehören unter anderen Bonampak, Calakmul, Caracol, Xunantunich, Lubaantun, Copán, Dos Pilas, Naranjo, Palenque, Piedras Negras, Tikal, Yaxchilán oder Yaxha.

Bereits im 9. Jahrhundert kam es dann zur Aufgabe einzelner Maya-Zentren im südlichen Tiefland und in der Folgezeit zu einem rapiden Bevölkerungsverlust in der gesamten Zentralregion Yukatans. Zahlreiche Städte wurden verlassen, die Bewässerungssysteme verfielen. Nach der Mitte des 10. Jahrhunderts wurden im gesamten Tiefland keine monumentalen Steinstelen mehr errichtet.[9]

Australien und Ozeanien[Bearbeiten]

Da seit der späten Kreidezeit (ca. 70 Millionen Jahre) keine Landbrücke zu Asien bestand, muss die Besiedlung des Raumes von Australien und Ozeanien über die See erfolgt sein. Bis auf Neuguinea und einige benachbarte melanesische Inseln blieb Ozeanien zunächst unbesiedelt. Die Besiedlung des australischen Festlandes wird gewöhnlich zwischen 60.000 und 32.000 v. Chr. angesetzt.[10] Jedenfalls erfolgte sie lange vor der Überflutung der Torres-Straße (ca. 6000 v. Chr.). Die Gesamtzahl der Ureinwohner Australiens (Aborigines) vor Ankunft der Europäer wird auf 300.000 bis 1 Million geschätzt. Vermutlich war sie relativ konstant. Schon früh entstanden die mündlich überlieferten Traumzeit-Legenden, die von der Erschaffung Australiens berichten.[11] Daneben diente in der schriftlosen Kultur vor allem die Malerei als Mittel der Überlieferung.

In Ozeanien erfolgte ein Einwanderungsschub um 1500 v. Chr.

Eine Hochkultur mit Staatenbildung entwickelte sich in diesem Raum erst sehr spät. (weiter zu Australien …)

Europa[Bearbeiten]

Hauptartikel: Geschichte Europas
Kretominoische Doppelaxt aus der minoeschen Kultur

Die älteste Hochkultur in Europa ist die minoische, deren Blütezeit etwa von 1700 bis 1400 v. Chr. dauerte. Es folgte die Mykenische Kultur, die bis etwa 100 v. Chr. von hohem Einfluss war und zum Teil mit der minoischen verschmolz. In Mitteleuropa begann die Eisenzeit etwa um 800 v. Chr., sie wurde von der Hallstatt- und der Latène-Kultur bestimmt. Diese Kulturen werden Illyrern und Kelten zugeschrieben.

Griechenland[Bearbeiten]

Hauptartikel: Antikes Griechenland

Die griechische Kultur kann als die erste spezifisch europäische verstanden werden, insofern sie sich als erste von asiatischen Kulturen abgrenzte.[12] In der archaischen Zeit (ca. 700–500 v. Chr.) kam es zur Entstehung der griechischen Polis[13] und zu ihrer Verbreitung über den Mittelmeerraum durch die große Kolonisation. Die Gründe für die Kolonisation waren Überbevölkerung, das Bedürfnis nach Sicherung der Handelswege und innere Kämpfe in Griechenland, die zur Auswanderung der unterlegenen Parteien führten. Im 7. und 6. Jahrhundert v. Chr. erlebte die Regierungsform der Tyrannis eine Blüte, so z. B. in Korinth, wo die Kypseliden um 660 v. Chr. an die Macht kamen. Um 550 v. Chr. gründete Sparta den Peloponnesischen Bund und zementierte damit seinen Herrschaftsanspruch.

Um 500 v. Chr. führte der Ionische Aufstand zum Konflikt Griechenlands mit dem persischen Großkönig Dareios I. Zunächst siegte Athen bei Marathon 490 v. Chr.

Zehn Jahre später kam es zu einem erneuten Feldzug unter Führung von Dareios Sohn Xerxes I.

Nach der Schlacht an den Thermopylen kam es bei Salamis zur Entscheidungsschlacht. Die Griechen vernichteten die zahlenmäßig überlegene persische Flotte (480 v. Chr.), ein Jahr später auch das persische Landheer in der Schlacht von Plataiai. Athen gründete 478/477 v. Chr. den Attischen Seebund. Auf den Grundlagen der Reformen Solons und des Kleisthenes von Athen sowie der Seeherrschaft Athens in der Ägäis entstand Mitte des 5. Jahrhunderts v. Chr. die entwickelte Attische Demokratie mit Perikles als leitendem Staatsmann.

Es war außerdem eine Blütezeit von Kunst, Literatur und Philosophie. So entstanden der Parthenon-Tempel und die Athena Parthenos von Phidias, die großen Tragödien von Aischylos, Sophokles und Euripides sowie die klassische griechische Philosophie von Sokrates, Platon und Aristoteles.

Der Peloponnesische Krieg zwischen Sparta und Athen um die Vorherrschaft in Griechenland endete nach wechselvollem Verlauf mit der Niederlage Athens 404 v. Chr. Sparta konnte aber seine Hegemonie in Griechenland nicht aufrechterhalten und unterlag 371 v. Chr. in der Schlacht von Leuktra vernichtend; es folgte die kurze Zeit der Hegemonie Thebens 371–362 v. Chr. Philipp II. von Makedonien machte sein Land zur führenden Militärmacht in Griechenland. Er wurde 336 v. Chr. ermordet.

Philipps Sohn, Alexander der Große, besiegte die persischen Armeen und stieß bis nach Indien vor. Es begann das Zeitalter des Hellenismus. Die griechische Kultur verbreitete sich bis nach Indien (siehe auch Diadochen). Das Ende des Hellenismus ergab sich 146 v. Chr. durch die Eingliederung Griechenlands in das Römische Reich.

Römisches Reich[Bearbeiten]

Hauptartikel: Römisches Reich

Rom, ursprünglich ein Stadtstaat unter etruskischer Königsherrschaft, begann am Anfang des 4. Jahrhunderts v. Chr. mit einer gezielten Expansion in Mittelitalien (Eroberung von Veji 396 v. Chr.), musste dabei aber auch schwere Rückschläge verkraften. Hier gab es zunächst den Galliersturm von 387 v. Chr. und mehrere Niederlagen gegen italische Volksstämme. Es folgten die Samnitenkriege (1. 343 bis 341 v. Chr.; 2. 326 bis 304 v. Chr.; 3. 298 bis 290 v. Chr.) und der Latinerkrieg (ca. 340 bis 338 v. Chr.). Rom legte an strategisch wichtigen Orten Kolonien an und schloss Bündnisse mit mehreren italischen Stämmen, die jedoch nicht das römische Bürgerrecht erhielten. Konkurrenten waren die Etrusker nördlich von Rom, die Kelten in der Poebene und die griechischen Kolonien in Süditalien (Magna Graecia).

Nach und nach fiel die gesamte Halbinsel an Rom (außer Oberitalien, welches erst später annektiert wurde). Um 275 v. Chr. wurden die griechischen Stadtstaaten in Süditalien erobert, nachdem es gelungen war, den Pyrrhus von Epiros abzuwehren. Mit dieser Expansion kam Rom allerdings in Konflikt mit der bisher Rom freundlich gesinnten Handelsrepublik Karthago (im heutigen Tunesien), was zu den Punischen Kriegen führte.

Punische Kriege und Eroberung des östlichen Mittelmeerraums[Bearbeiten]

Im Ersten Punischen Krieg (264 bis 241 v. Chr.) eroberte Rom Sizilien, später auch Sardinien und Korsika. Daraufhin errichtete die karthagische Familie der Barkiden in Hispanien eine Art Kolonialreich.

Im Zweiten Punischen Krieg (218 bis 201 v. Chr.) marschierte der karthagische Feldherr Hannibal nach der römischen Kriegserklärung überraschend über die Alpen und vernichtete mehrere römische Armeen. Die Schlacht von Cannae (216 v. Chr.) war die schwerste Niederlage der römischen Geschichte, doch trotz seiner Siege konnte Hannibal Rom nicht erobern. Der römische Feldherr Scipio setzte 204 v. Chr. nach Afrika über und besiegte Hannibal 202 v. Chr. bei Zama. Karthago verlor alle außerafrikanischen Besitzungen und seine Flotte.

Die hellenistischen Großreiche um 200 v. Chr.

Ab 200 v. Chr. mischte sich Rom in die Politik der hellenistischen Großreiche ein. Rom kämpfte 200–197 v. Chr. in Griechenland gegen Philipp V. und im Römisch-Syrischen Krieg (192–188 v. Chr.) gegen das hellenistische Seleukidenreich unter Antiochos III. So wurde es auch zur Vormacht im östlichen Mittelmeerraum. 146 v. Chr. wurden Griechenland und nach dem Dritten Punischen Krieg (150–146 v. Chr.) Karthago römische Provinz. Schließlich war 63 v. Chr. nur noch Ägypten der Ptolemäer unabhängig, wurde aber zu einem römischen Protektorat. An der Grenze des Partherreiches fand die römische Expansion aber ihr Ende.

Revolutionszeit und Bürgerkrieg[Bearbeiten]
Gaius Iulius Caesar

Die Republik geriet seit der Mitte des 2. Jahrhunderts v. Chr. in eine innenpolitische Krise, die in die Epoche der Bürgerkriege mündete und mit dem Untergang der bisherigen Staatsform endete. Die Brüder Tiberius Sempronius Gracchus und Gaius Sempronius Gracchus hatten mit der Grachischen Reform die Benachteiligung der Bauern aufheben wollen, scheiterten aber dabei.

Stattdessen unternahm Marius eine Heeresreform, die den Feldherren mehr Macht gab. Dabei setzte sich Gaius Iulius Caesar, der im Gallischen Krieg ein ihm ergebenes Heer aufgebaut hatte, gegen Gnaeus Pompeius Magnus durch (Pharsalos). Im Februar 45 v. Chr. wurde er zum Diktator auf Lebenszeit erhoben, doch an den Iden des März um 44 v. Chr. durch eine Verschwörergruppe unter Brutus und Cassius ermordet.

Augustus, der erste römische Kaiser

In dem Bürgerkrieg, der nun ausbrach, setzte sich Augustus gegen die Verschwörer und danach gegen seinen Rivalen Marcus Antonius durch.

Prinzipat[Bearbeiten]
Trajanssäule mit Darstellungen aus den Dakerkriegen

Anders als Cäsar respektierte Augustus nach außen hin die Macht des senatorischen Adels und konnte so eine indirekte Art der Herrschaft begründen, das Prinzipat. Schon bald aber hatte er so viel Macht, dass er seine Position an den von ihm ausgewählten Nachfolger Tiberius vererben konnte. Trotz großer Schwächen seiner Nachfolger (Cäsarenwahn, Nero) blieb diese Herrschaftsform erhalten und führte unter den Kaisern Trajan und Hadrian zu einer Glanzzeit des Reiches.

Beginnenden Krisenerscheinungen begegnete Caracalla, indem er das römische Bürgerrecht an alle freien Untertanen verlieh (Constitutio Antoniniana). Doch kam es unter seinen Nachfolgern zur Reichskrise, in der nur noch militärisch legitimierte Soldatenkaiser dem Ansturm der Germanen an Rhein und Donau (besonders der Alamannen und der Goten) und der neupersischen Sassaniden standhielten (Römisch-Persische Kriege). Dabei kam es zeitweise zur Abspaltung einzelner Provinzen (Gallisches Sonderreich), die aber unter Aurelian wieder rückgängig gemacht werden konnten.

Spätantike[Bearbeiten]
Hauptartikel: Spätantike
Kopf der Kolossalstatue Konstantins in den Kapitolinischen Museen in Rom

Mit Diokletian vollzog sich 284 der Übergang in die Spätantike, die von einer – im Gegensatz zur vorherigen Zeit – stärkeren Zentralisierung und Bürokratisierung sowie dem späteren Sieg des Christentums geprägt war. Diokletian reformierte die Verwaltung und schuf die Tetrarchie, wo es zwei Senior-Kaiser (Augusti) mit jeweils einem Junior-Kaiser (Caesar) gab. Denn ein Kaiser allein konnte das Imperium wegen des Drucks auf die Grenzen nicht regieren, wenn er zu stark in Feldzügen engagiert war.

Die Idee der Teilung des Herrschaftsraumes war nicht völlig neu, doch wurde sie nun konsequenter umgesetzt. Allerdings wurde der Gedanke der Reichseinheit nicht aufgegeben. Rom blieb der ideelle Mittelpunkt des Reiches, auch wenn die Kaiser ihre Residenzen nun in die Nähe der Grenzen, so etwa nach Trier, verlegten.

Konstantin der Große verlegte die Hauptstadt dann nach Konstantinopel und bevorzugte das Christentum (konstantinische Wende). 361 kam es unter seinem Neffen Julian zu einer kurzen Wiederbelebung des Heidentums. Doch war sie nicht von Dauer, weil Julian schon 363 bei einem Persienfeldzug ums Leben kam.

Unter Valentinian I. wurde das Reich aus Verwaltungsgründen vorläufig und nach dem Tod Kaiser Theodosius’ I. endgültig geteilt. Doch galten die Gesetze des einen Kaisers normalerweise auch im Machtbereich des jeweils anderen. In seine Zeit fällt auch die Einführung des Christentums als Staatsreligion.

Aufbruch und Kontinuität[Bearbeiten]

Asien[Bearbeiten]

Hauptartikel: Geschichte Asiens

Naher Osten – Aufstieg des Islam und Niedergang des Byzantinischen Reiches[Bearbeiten]

Belagerung von Konstantinopel (Ausschnitt aus einer Buchmalerei, 1455)
Staaten mit einem islamischen Bevölkerungsanteil von mehr als 5 %
Grün: sunnitische Gebiete, Rot: schiitische Gebiete, Blau: Ibaditen (Oman)
Die Mezquita-Catedrál von Córdoba gebaut von den Mauren
Die Gebietsveränderungen des Byzantinischen Reiches
  • Byzantinisches Reich
  • unter Kaiser Justinian I. zurückeroberte Provinzen des Weströmischen Reiches, das im 5. Jahrhundert untergegangen war.

Der spätere Prophet Mohammed wurde um 570 in Mekka geboren. Im Alter von vierzig Jahren hatte er Visionen, die er als Wort Gottes (Allahs) verkündete; diese bildeten später den Koran. Im September 622 zog er mit seinen Anhängern von Mekka nach Yathrib (Medina). Die Hedschra stellt den Beginn der islamischen Zeitrechnung dar. In Medina formte sich der Islam gesellschaftlich aus. Er nahm immer stärker Bezug auf konkrete Regelungen des Lebens und der Organisation der islamischen Gemeinschaft. Noch zu Mohammeds Lebzeiten weitete sich der Einfluss des Islams auf die ganze arabische Halbinsel aus.

Als Mohammed am 8. Juni 632 in Medina starb, hinterließ er keinen männlichen Erben. Seine Nachfolger, die „Rechtgeleitete Kalifen“, Abdallah Abu Bakr, Umar ibn al-Chattab, Uthman ibn Affan, Ali ibn Abi Talib (632–661) weiteten das Reich aus.

Die Umayyaden stießen dann sogar bis Spanien vor (Al-Andalus). Die unter den Abbasiden (749–1258) entwickelte Hochkultur in den arabisch beherrschten Gebieten wird als Blütezeit des Islam bezeichnet.

Ein Zentrum für Kunst, Kultur, Wissenschaft und Forschung wurde unter anderem Bagdad, das um 800 mehr als 100.000 Einwohner hatte. Der oft angestellte Vergleich mit Orten in Nordwesteuropa, zum Beispiel der Pfalz Karls des Großen in Aachen, die zu dieser Zeit nur wenige hundert Seelen umfasste, ist beeindruckend, aber nicht wirklich zulässig, denn die eigentlichen kulturellen Zentren und Kontrahenten Bagdads in der damals bekannten Welt waren Xi'an im Osten und Konstantinopel im Nordwesten. Gegen die Hauptstadt der Tang-Dynastie mit 1–2 Millionen und die des Byzantinischen Reiches mit 500.000 bis einer Million Einwohnern nahm sich Bagdad vergleichsweise bescheiden aus. Ebenfalls zu einem Zentrum des Wissens und der Literatur entwickelte sich die ostpersische Provinz Chorasan. Sie bildete später den Kern der Iranischen Renaissance.

Auch das von den Mauren beherrschte Al-Andalus, insbesondere das Emirat von Córdoba/Kalifat von Córdoba und das spätere Emirat von Granada, im Süden der Iberischen Halbinsel erreichten im Mittelalter eine Blüte an Kultur und Wissenschaft.

Das Byzantinische Reich widerstand lange dem islamischen Ansturm – teils mit Unterstützung europäischer Ritter in den Kreuzzügen[14]- brach dann aber mit der Eroberung Konstantinopels 1453 zusammen.

China[Bearbeiten]

Mahlstein mit Läufer der Peiligang-Kultur
Kochutensil aus Keramik

Nach der Jin-Dynastie ging die politische Einheit wieder verloren, doch der Buddhismus erlebte eine Blütezeit. Unter den Sui wurde der Kaiserkanal angefangen und 606 das Prüfungssystem für Beamte eingeführt. Die darauf folgende Tang-Dynastie bedeutete nach den Han einen zweiten Höhepunkt der chinesischen Geschichte.[15] Unter ihnen wurde Chang'an zur größten Stadt der Welt. Außerdem gab es in vielen Bereichen einen kulturellen Höhepunkt: Dichtkunst (Li Bai, Du Fu), Malerei, Musik (Pipa), keramische Produktion erreichten ein hohes Niveau, auf technischem Gebiet entwickelte sich der Buchdruck, und die Herstellung von Schießpulver gelang. Außerdem sind folgende Entdeckungen und Erfindungen zu nennen: die Entdeckung von Diabetes mellitus um 640, die Erfindung des Hartporzellans 700, der Streichhölzer 577 und nicht zuletzt auch die Zeitung.

Indien[Bearbeiten]

Hauptartikel: Geschichte Indiens
Siddhartha Gautama. Statue am Niederrhein in der Darstellung als Buddha Shakyamuni (Der Weise aus dem Geschlecht der Shakya)

Zwischen 606 und 647 regierte Harshavardhana in Nordindien. Er gilt als einer der letzten großen Förderer des Buddhismus, seine Zeit markiert den Übergang zum indischen Mittelalter. Sein Versuch zur Unterwerfung Zentralindiens scheiterte aber: hier wechselten sich die Chalukya- und Pallava-Könige ab.

Vom 8. bis zum 10. Jahrhundert teilten sich die Rashtrakuta in Zentralindien (um 752–973), die Pala in Bengalen (um 750–1161) und die Pratihara (um 730–1036) im Nordosten Indiens die Macht. Die Pratihara-Könige sind die Vorgänger der Rajputen-Fürsten, und übernahmen wie diese auch die Verteidigung gegen die muslimischen Eindringlinge (wie z. B. Mahmud von Ghazni).

Die Macht der Könige basierte auf den Vasallen, die Zentralverwaltungen waren schwach. Nicht nur Vasallenkönige, sondern auch Provinzgouverneure hatten ein eigenes Heer. Da ihr Amt oft weitervererbt wurde, entstanden aus ihnen neue Dynastien.

Im 10. und 11. Jahrhundert nahmen Landschenkungen an Brahmanen zu, da die Könige damit eine Schwächung der Provinzgouverneure und einen starken Rückhalt für sich selbst anstrebten. Der Buddhismus wurde zurückgedrängt. Teile seiner Lehren und Ausdrucksformen wurden in den Hinduismus integriert.

Vom 9. bis zum 13. Jahrhundert beherrschte das Chola-Reich große Teile Südindiens. Seine wichtigsten Rivalen waren die Chalukya (ca. 550–750 und 973–1190) und Pallava (250/575–897). Im Norden begann zur Blütezeit der Chola im 11. Jahrhundert die Invasion der Moslems unter Mahmud von Ghazna, welche die Rajputen-Könige besiegten und bis Kannauj vordrangen. (weiter zu Indien …)

Japan[Bearbeiten]

Hauptartikel: Geschichte Japans

Das Zeitalter des Feudalismus dauerte in Japan von 1185 bis etwa 1600.

Schlacht von Nagashino

In der Kamakura-Zeit von 1185 bis 1333 spielte der Konflikt zwischen den Familien Taira und Minamoto eine zentrale Rolle. Er ist als Gempei-Krieg in Japans Literatur eingegangen. Minamoto no Yoritomo errichtete in Kamakura das erste Shogunat. Seine Regierung (Bakufu) war ganz militärisch ausgerichtet. Unter den Hōjō unternahmen die Mongolen 1274 und 1279 zwei erfolglose Invasionen. Doch die Abwehr kostete einen hohen Aufwand, ohne dass Land zur Belohnung der Krieger erobert worden wäre. In der folgenden Muromachi-Zeit (1333–1568) kam es unter Ashikaga Yoshimitsu zu einer kurzen Hochphase, doch bald darauf zerfiel das Shōgunat im Ōnin-Krieg (1467–1477). (weiter zu Japan …)

Mongolisches Reich[Bearbeiten]

Die Mongolen-Reiche unter Dschingis Khan (1206–1227) und seinen Erben:
Hauptartikel: Mongolisches Reich

Das Reich der Mongolen entstand bereits um 1130 unter Kabul Khan geeint, nach einem Zusammenbruch stieg es erst unter der Führung Dschingis Khans (1155/1162–1227) zum größten Landreich der Geschichte (29.000.500 km² und über 100 Millionen Untertanen) auf.

Auf dem Höhepunkt gehörten die größten Teile des Kaiserreiches China, Koreas, Khorassans (heute zu Afghanistan und Iran), Georgiens, Armeniens, Russlands, Ungarns, Persiens und die dazwischen liegenden Länder dazu. Dabei hatte Dschingis Khan ursprünglich nicht die Absicht, ein Weltreich zu errichten.[16]

Europäisches Mittelalter[Bearbeiten]

Hauptartikel: Mittelalter
Idealbild vom Karl der Große
Ausschnitt aus dem Holzschnitt „Totentanz“ (Hans Holbein der Jüngere). Holbein machte deutlich, dass der Schwarze Tod weder Stand noch Klasse kenne.
Frühmittelalterliche Bewaffnung:
Spatha, Sax, Franziska, Spangenhelm und Schildbuckel (Germanisches Nationalmuseum), Nürnberg

In der Zeit von 500 bis 1500 wurde die politische und kulturelle Dominanz des griechisch-römisch geprägten Mittelmeerraums abgelöst durch eine neue, fast ganz Europa umfassende Welt christlicher Feudalstaaten romanischer, germanischer, slawischer und keltischer Völkerschaften. Grundzüge des europäischen Mittelalters waren eine nach Ständen geordnete Gesellschaft, eine gläubig christliche Geisteshaltung in Literatur, Kunst und Wissenschaft und Latein als gemeinsame Kultur- und Bildungssprache. Daneben waren die Idee der Einheit der christlichen Kirche (die aber faktisch nach dem großen Schisma mit der Ostkirche nicht mehr bestand) sowie ein recht einheitliches Weltbild kennzeichnend für diese Epoche. Die vorherrschende Gesellschafts- und Wirtschaftsform des Mittelalters war der Feudalismus. Vieles vom alten Wissen der antiken Hochkulturen ging in der Folgezeit im Westen verloren, der Handel verkümmerte teilweise und die Menschen kehrten zu ländlichen Gemeinschaften zurück.

Nach der Krönung Karls des Großen durch Papst Leo III. zum römischen Kaiser im Jahre 800 wurde die neue Hauptresidenz des Kaisers Aachen zu einem Zentrum der Kunst und der Wissenschaften und gab damit den Anstoß zur karolingischen Renaissance, der Neubelebung der Kultur unter Rückbesinnung auf die Antike. Karl eroberte große Teile von Italien und anderen umliegenden Ländern und vergrößerte damit sein Reich. Er bekam dabei Hilfe durch den Papst, der nicht länger auf den Schutz des Byzantinischen Reiches vertrauen konnte. Auf diese Art wurde der Papst zunächst ein Lehnsmann des Kaisers, der Rom vor der Gefahr von Langobarden und Sarazenen schützte, später aber wurden die Güter des Papstes zum unabhängigen Kirchenstaat in Mittelitalien. Die Aufteilungen des Reiches unter seinen Nachkommen führte nach langwierigen Erbfolgekonflikten 962 zur Gründung des Heiligen Römischen Reiches durch Otto I., und zur Gründung des Westfränkischen Reiches.

Die normannische Eroberung Englands und Süditaliens waren Meilensteine in der europäischen Geschichte.

Ein weiteres Anzeichen der Wiedergeburt einer westeuropäischen Zivilisation nach der karolingischen Renaissance kann im 11. Jahrhundert beobachtet werden, als die ersten Universitäten in Italien gegründet wurden und der Handel bedeutender wurde, wodurch wirtschaftliches und kulturelles Wachstum der unabhängigen Stadtstaaten wie Venedig und Florenz begannen. Gleichzeitig formten sich neben dem Heiligen Römischen Reich, Frankreich und dem Kirchenstaat Königreiche wie England, Spanien (siehe Reconquista), Königreich Ungarn, Königreich Polen und die Kiewer Rus. Im Gegensatz dazu blieben Deutschland und Italien noch in eine Vielzahl kleiner Feudalstaaten und unabhängiger Städte zersplittert, die dem Kaiser nur formell unterstanden.

Eine der größten Katastrophen, die Europa heimgesucht haben, war die Pest. Es gab eine Reihe von Epidemien, aber die schwerste von allen war der „Schwarze Tod“ von 1346 bis 1352, die vermutlich ein Drittel der Bevölkerung Europas dahinraffte.

Das Ende des Mittelalters wird normalerweise mit dem Fall von Konstantinopel 1453 und der endgültigen Eroberung des Byzantinischen Reichs durch die Osmanen verbunden. Die Osmanen machten Konstantinopel zur neuen Hauptstadt des Osmanischen Reichs, das bis 1919 Bestand hatte und in seiner größten Ausdehnung den Nahen Osten, Nordafrika, die Krim, den Kaukasus und den Balkan umfasste.

Renaissance[Bearbeiten]

Hauptartikel: Renaissance
Der vitruvianische Mensch (Feder und Tinte auf Papier, ca. 1490)
Buchdruck im 16. Jahrhundert

Ab dem 14. Jahrhundert, verstärkt aber nach dem Fall Konstantinopels, als viele griechische Wissenschaftler nach Italien kamen, begann man sich wieder für die Überlieferung aus der Antike zu interessieren. Wissenschaftler wie Poggio Bracciolini oder Niccolo Niccoli durchsuchten die Bibliotheken nach Werken klassischer Autoren wie Platon, Cicero und Vitruv.[17] Außerdem fanden während der Reconquista auf der Iberischen Halbinsel die christlichen Eroberer viele Werke griechischer und arabischer Autoren, die antike Vorstellungen überliefert hatten.[18] Die Werke von Künstlern wie Leonardo da Vinci, Michelangelo und Raffael waren weltzugewandter als die religiöse Kunst des Mittelalters und führten perspektivische Malerei und Porträtkunst auf einen neuen Höhepunkt. Die Naturwissenschaften erlebten einen Aufschwung (Galileo Galilei, Francis Bacon). Johannes Gutenberg erfand den Druck mit beweglichen Lettern und in der Literatur wurden von Dante Alighieri und William Shakespeare unübertreffliche Werke der Weltliteratur geschaffen.

Amerika[Bearbeiten]

Hauptartikel: Geschichte Amerikas

Maya[Bearbeiten]

Hauptartikel: Maya

Während der Postklassik bildete eine Zeit lang die Liga von Mayapán ein Machtzentrum auf der Halbinsel Yucatán, doch verlagerte sich der Machtschwerpunkt allmählich in Richtung Zentralmexiko. Dort herrschten vom 11. bis zum 13. Jahrhundert die Tolteken; danach zerfiel ihr Reich unter dem Ansturm einiger Stämme aus dem Norden Mexikos. Ab dem frühen 14. Jahrhundert bis zur Eroberung durch die Spanier entwickelte sich dann das Reich der Azteken. Kulturelle Mittelpunkte waren in dieser Zeit Cobá, Chichén Itzá, Ek Balam, Mayapán, Tulúm und Uxmal.

Azteken[Bearbeiten]

Hauptartikel: Azteken
Das heutige Wappen Mexikos, Adler auf einer Schlange, greift den Gründungsmythos von Tenochtitlán auf.

Die Azteken kamen wohl zwischen 1320 und 1350 nach im Gebiet von Tenochtitlán, das heutige Mexiko.[19] Nach anfänglicher Abhängigkeit von den Tepaneken gelang es dem aztekischen Dreibund sich im Tal von Mexiko und darüber hinaus durchzusetzen.[20]

Moctezuma I. führte[21] so genannte Blumenkriege zur Beschaffung von Sklaven ein, die als Menschenopfer zur Besänftigung der Götter dienen sollten.[22] Unter Auítzotl dehnte sich das Herrschaftsgebiet der Azteken auf seinen größten Stand aus. Dass es Hernán Cortés 1519 rasch gelang, Mexiko zu erobern, erklärt sich aus der außenpolitischen Isolation der Azteken und der passiven Haltung Moctezumas II. Doch dass Cortés sich trotz eines erfolgreichen Aufstandes der Azteken von 1520 endgültig durchsetzen konnte, erklärt sich wohl nur durch eine Pockenepidemie in der Hauptstadt Tenochtitlán.

1535 wurde das Vizekönigreich Neuspanien errichtet und die einheimische Bevölkerung weitgehend christianisiert.[23] Doch die alte Sprache Nahuatl hat sich bis heute bei den Nahua erhalten (vgl. die Wikipedia in Nāhuatl).

Inka[Bearbeiten]

Die Ausdehnung des Inkareiches und des Chimúreiches
Hauptartikel: Inka
Inka-Mumie
Atahualpa wird gefangengenommen (Stich von Pierre Duflos, entstanden zwischen 1760 und 1810)

Historisch[24] lassen sich fünf Herrscher der Inka fassen. Pachacútecs (1438–1471) herrschte in seiner Hauptstadt Cuzco vom Titicacasee bis nach Junín, Arequipa und zur Küste. Túpac Yupanqui erreichte die größte Ausdehnung des Reiches (bis Quito im heutigen Ecuador und Santiago im heutigen Chile). Nach seinem Tod kam es zum Bürgerkrieg, bei dem sich Huayna Cápac durchsetzte.[25] Er verlegte seinen Hauptsitz nach Tomibamba, (Cuenca (Ecuador)),[26][27][28] wo er insgesamt über 200 Söhne und Töchter zeugte, und errichtete Höhenfestungen mit steinernen Schutzwällen.[29] In seinen letzten Jahren erreichte ihn noch die Meldung von bärtigen, weißen Männern an Bord von Schiffen.[27]

Nach seinem Tod kam es zwischen seinen Söhnen Atahualpa (in der nördlichen Region[30] mit der Hauptstadt Cajamarca) und Huáscar (im Süden mit der Hauptstadt Cuzco) zum Bürgerkrieg. Huáscar wurde geschlagen und die Leichen seiner engsten Verwandten an Pfählen auf den Straßen zur Schau gestellt.[31]

Afrika[Bearbeiten]

Aus Berichten von Herodot geht hervor, dass es schon in der Antike Verbindungen zwischen Nord- und Subsahara-Afrika gab. Diese wurden seit dem 5. Jahrhundert nach Chr. wegen des Reiches von Ghana ausgebaut.[32] Über die Bornustraße zwischen dem Tschadsee und Tripolis wurden Pferde, Stoffe und Waffen in den Süden geliefert. Dort waren Sklaven das Hauptexportprodukt. Von diesem Handel profitierte das Reich von Kanem-Bornu. Ab 1450 stieg im Songhaireich Timbuktu am Niger zum bedeutendsten Handelszentrum in der Sahelzone auf.

Globalisierung[Bearbeiten]

Vom Kolonialismus zum Imperialismus[Bearbeiten]

Der Aufstieg Europas[Bearbeiten]

Hauptartikel: Geschichte Europas

Im 15. Jahrhundert waren in Europa mächtige Nationalstaaten, wie Frankreich, England und Polen-Litauen, entstanden. Die Kirche dagegen hatte durch Korruption, innere Meinungsverschiedenheiten und die säkularisierenden Einflüsse der Renaissance viel von ihrer Macht verloren.

Kolonialismus[Bearbeiten]
Hauptartikel: Kolonialismus
Deutscher Kolonialherr in Togo (ca. 1885), damals deutsche Kolonie, nach dem Ersten Weltkrieg französisches Mandatsgebiet.

Die neuen Staaten trieben die Erforschung und Eroberung großer Teile der Welt voran, besonders im neu entdeckten Amerika. Im frühen 16. Jahrhundert waren Spanien und Portugal, die bei der Erforschung führend waren, die ersten Staaten, die Kolonien in Südamerika (vgl. Konquistadoren) sowie Handelsposten an den Küsten Afrikas und Asiens gründeten, aber Frankreich, England und die Niederlande taten es ihnen bald nach.

Spanien hatte die Kontrolle über große Teile Südamerikas und die Philippinen, Großbritannien hatte ganz Australien, Neuseeland, Indien und große Teile von Afrika und Nordamerika, Frankreich hatte Kanada und Teile von Indien (beide verlor es 1763 an Großbritannien), Teile Südostasiens (Französisch-Indochina) und große Teile Afrikas unter Kontrolle. Die Niederlande bekamen Indonesien und einige Inseln in der Karibik, Portugal gehörten Brasilien und mehrere Gebiete in Afrika und Asien.[33] Später erwarben auch andere Mächte wie Russland, Deutschland, Belgien, Italien, außerhalb Europas die USA und Japan einige Kolonien.

Der amerikanische Unabhängigkeitskrieg, der 1776 zur Unabhängigkeitserklärung der Vereinigten Staaten führte, sowie die Unabhängigkeitserklärungen der südamerikanischen Staaten setzten der europäischen Kolonialisierung Grenzen.

Reformation und Gegenreformation[Bearbeiten]
Hauptartikel: Reformation und Gegenreformation

Mit Martin Luthers Verbreitung der Thesen zum Ablass 1517 gewannen reformatorische Tendenzen allgemein europäischen Einfluss. Dieser Bruch zwischen dem Katholizismus und dem Protestantismus führte überall in Europa zu religiös-politischen Auseinandersetzungen, die in Frankreich in den Hugenottenkriegen, in England mit Begründung der anglikanischen Kirche durch Heinrich VIII. eine weitgehende konfessionelle Einheit des Staates zum Ergebnis hatten, in Deutschland aber über den Dreißigjährigen Krieg die zentrale Autorität entscheidend schwächten und mit der Souveränität der Landesherren endeten.

In den sich herausbildenden Nationalstaaten und den Territorien des Heiligen Römischen Reiches bildete sich der Absolutismus heraus, der in Frankreich unter der Herrschaft Ludwigs XIV. seine deutlichste Ausprägung erfuhr. Eine Anpassung des Absolutismus an Ideen der Aufklärung wurde im aufgeklärten Absolutismus versucht. (vgl. Friedrich II. von Preußen, Joseph II. von Österreich und Katharina II. von Russland)

Im Kampf um das Recht auf religiöse Selbstbestimmung (vgl. Religionsfreiheit) wie etwa im Freiheitskampf der Niederlande gegen den katholischen König Philipp II. von Spanien bildete sich die Vorstellung vom Widerstandsrecht heraus, das man mit Naturrecht zu begründen suchte. Die Vorstellung vom Naturrecht war auch die Basis für das im Zeitalter der Aufklärung entwickelte Konzept der Menschenrechte[34], das zur Rechtfertigung von Glorious Revolution (1689), Unabhängigkeitserklärung der Vereinigten Staaten (1776) und Französischer Revolution (1789) diente.

Revolutionszeit[Bearbeiten]
Industrielle Revolution[Bearbeiten]
Hauptartikel: Industrielle Revolution
Prinzipzeichnung der Newcomenschen Dampfmaschine

Allgemein ist seit Mitte des 18. Jahrhunderts eine starke Zunahme von Erfindungen festzustellen[35]; diese waren insbesondere bei der neuartigen Nutzung nicht-menschlicher Energie und im Textilgewerbe auszumachen. Die Zahl der gültigen Patente wuchs in England von 102 im Jahr 1750 auf 6155 im Jahr 1850.

Die Textilindustrie ist die Schlüsselindustrie der Industriellen Revolution[36] in England. Der britische Historiker Eric Hobsbawm sagte: „Wer Industrielle Revolution sagt, meint Baumwolle.“[37] Technische Erfindungen wie die Spinning Jenny und der mechanische Webstuhl erlaubten ihre maschinelle Verarbeitung und schufen die Grundlage für das entstehende Fabriksystem, eine auf innerbetrieblicher Arbeitsteilung und Maschinennutzung beruhende neue Produktionsform (Industriekapitalismus). Die Textilindustrie gab Anstoß zur Entstehung und Entwicklung weiterer Industriezweige.

Mit nachhaltigen Folgen verbesserte James Watt 1769 die von Thomas Newcomen erfundene Dampfmaschine, deren Effektivität die neuen industriellen Unternehmer zu nutzen verstanden. Ihre Einführung und Verbreitung führte zu einer noch stärkeren Intensivierung der Industrieproduktion. So wurde zum Beispiel die Textilindustrie von den vorher heimischen Kleinproduktionsstätten in große Fabriken umgelagert, wo dampfgetriebene Spinnmaschinen und Webstühle schnell und produktiv die auf dem europäischen Kontinent begehrten Stoffe herstellten.

Als Folge mechanisierter Produktion stieg die Nachfrage nach Brennstoffen, wodurch Kohleabbau lukrativ und durch weitere Erfindungen immer produktiver wurde. Weiterhin wichtige technische Grundlage war die Erfindung des Kokshochofens zur Eisenverhüttung durch Abraham Darby. Mit Rädern versehen und auf Schienen gestellt, wurde die Dampfmaschine als Eisenbahn (Robert Stephensons„Rocket“) erfunden, die eine enorme Produktivitätssteigerung im Transportwesen ermöglichte. Durch fortschreitende Spezialisierung[38] trieb die Industrialisierung im Kontext der kapitalistischen Kommerzialisierung in einem bis heute anhaltenden Prozess immer neue Gewerbe hervor.

Bürgerliche Revolutionen[Bearbeiten]

Die Industrielle Revolution brachte im Lauf des 19. Jahrhunderts tief greifende wirtschaftliche und soziale Veränderungen mit sich. Diese führten in Europa nach amerikanischem Vorbild in Frankreich zur ersten bürgerlichen Revolution, der Französischen Revolution. Die Ideen der Menschenrechte wurden auch im übrigen Europa aufgegriffen. In den Revolutionskriegen, insbesondere durch Napoleon und im Zusammenhang mit Widerstand und Befreiungskriegen gegen die napoleonische Herrschaft, wurden dann weitere Errungenschaften der französischen Revolution im kontinentalen Europa verbreitet. Als die Monarchen in der Restaurationszeit diese Entwicklungen zurückzudrängen versuchten, kam es ab 1830 von Frankreich ausgehend zu einer Reihe von Revolutionen (Julirevolution 1830, Februarrevolution 1848, Märzrevolution 1848/1849).

Vom Nationalismus zum Imperialismus[Bearbeiten]
Hauptartikel: Nationalismus und Imperialismus
Europa im Jahr 1890
Karl Marx, ein bedeutender Theoretiker des Kommunismus

Auch wenn die Revolutionäre oft besiegt wurden, waren um 1860 die meisten Staaten nicht mehr absolutistisch, sondern hatten eine Verfassung erhalten. Nach dem Scheitern der demokratisch und liberal gesinnten Revolutionen und Unabhängigkeitsbewegungen in den italienischen Fürstentümern wurde der italienische Nationalstaat von oben als Königreich Italien unter sardinischer Führung nach mehreren Kriegen vor allem gegen Österreich durchgesetzt (siehe auch Risorgimento). 1861 wurde der sardinische König Viktor Emanuel II. zum italienischen König proklamiert. Sein Ministerpräsident Camillo Benso Graf von Cavour spielte für Sardinien und Italien eine ähnliche Rolle wie Bismarck für Preußen und das Deutsche Reich. Deutschland wurde 1871 nach den drei deutschen Einigungskriegen (1864 Deutsch-Dänischer Krieg, 1866 Deutscher Krieg gegen Österreich und 1870/1871 Deutsch-Französischer Krieg) im Schloss Versailles zum deutschen Kaiserreich unter Kaiser Wilhelm I. ausgerufen. Dessen Politik wurde bis 1890 wesentlich von Reichskanzler Otto von Bismarck bestimmt. In Frankreich kam es nach dem Sturz von Kaiser Napoléon III. in der Folge der französischen Niederlage im Krieg gegen Preußen und den Norddeutschen Bund zur Ausrufung der 3. französischen Republik.

Während in den Revolutionen ab 1830 Handwerker und Arbeiter zwar mitgekämpft, aber die Ziele nur unwesentlich mitbestimmt hatten, kam es 1871 im besetzten Frankreich zur ersten Erhebung, in der Arbeiter sozialistische, marxistische (von Karl Marx im Kommunistischen Manifest 1848 formulierte Vorstellungen) und anarchistische Ideen kurzfristig verwirklichen konnten, zur Pariser Kommune.

Die letzten Jahrzehnte des 19. Jahrhunderts wurden durch eine zunehmende wirtschaftliche und machtpolitische Konkurrenz der Großmächte Zentraleuropas, insbesondere des Deutschen Reiches, Frankreichs und Englands bestimmt. Diese Konkurrenz führte unter anderem zu einer verstärkten Militarisierung der jeweiligen Gesellschaften, einem Rüstungswettlauf, dem Kampf um Kolonien vor allem in Afrika und Asien (Imperialismus) und zu einer Überhöhung des Nationalismus. Diese Entwicklungen führten langfristig, insbesondere nach der Auflösung des Bismarckschen Bündnissystems, das bis 1890 für eine gewisse zwischenstaatliche Stabilität gesorgt hatte, unter Kaiser Wilhelm II. zum Ersten Weltkrieg.

Asien[Bearbeiten]

Hauptartikel: Geschichte Asiens

Die Verbreitung von Schießpulver und damit Musketieren und Kanonen Ende des fünfzehnten Jahrhunderts führte zur Entstehung der drei großen islamischen Reiche der Osmanen, Safawiden und Großmoguln. In dieser Zeit setzten sich in China die Ming durch. Alle diese Reiche litten unter der Kleinen Eiszeit im 17. Jahrhundert und sahen sich mit eindringenden Europäern konfrontiert.

Naher Osten[Bearbeiten]
Osmanisches Reich bis 1683

Mit dem Regierungsantritt Mehmets II. 1451 wandelte sich das seit dem 14. Jahrhundert in Anatolien und auf dem Balkan expandierende Osmanische Emirat zum Osmanischen Reich. 1453 wurde Konstantinopel erobert und darauf zur Hauptstadt des neuen Imperiums. Dieses drang bis Mitte des 16. Jahrhunderts nach Persien, Ägypten und bis nach Wien vor (Belagerung von 1529). Die Stärke des Reiches beruhte auf den an Soldaten ausgegebenen Pfründen (Timar-System) und den nur dem Sultan unterstellten Elitetruppen der Janitscharen. Als die Expansion endete, kam es zu einer Landknappheit, die das Timar-System schwächte. So stürzten die teuren Kriege das Reich in eine innere Krise. Ab Mitte des 17. Jahrhunderts führten fähige Großwesire Reformen durch, die den Osmanen eine zweite Phase versuchter Expansion gegen Habsburger, Perser und Russen ermöglichten. Doch im 18. Jahrhundert wurde das Reich endgültig außenpolitisch defensiv (Tulpenzeit).

Persien unter den Safawiden

1501 gründete Shah Ismail I. im persischen Reich die Safawiden-Dynastie. Sie erlebte um 1600 eine Blütezeit. Ein stehendes Heer mit Feldartillerie ermöglichte Rückeroberungen von Gebieten der Osmanen. Die Safawiden waren schiitisch, aber trotzdem religiös tolerant. Mit dem durch die Europäer verursachten Rückgang des interkontinentalen Handelsvolumens über Land allerdings sank die Macht der Safawiden. 1722 kam es zu einem Aufstand afghanischer Stämme, die von Nadir Shah (1736–1747) zurückgedrängt wurden. Doch nach dessen Ermordung entstand ein unabhängiges Afghanistan. In Persien folgt nach lang andauernden Nachfolgekämpfen 1796 die Dynastie der Kadscharen.

China[Bearbeiten]
Ming-Dynastie 1580
Hauptartikel: Geschichte Chinas

Der Ming-Dynastie gelang es die Mongolen zu vertreiben und eine neue straffe Herrschaft über ganz China zu errichten. Zunächst wurde eine expansive Politik betrieben, die durch Expeditionen nach Zentralasien, Vietnam und See-Expeditionen unter Admiral Zheng He gekennzeichnet war. Doch nachdem 1449 der Ming-Kaiser nach einer Schlacht gegen die Oiraten gefangengenommen worden war, verhielten sich die Ming nur noch defensiv. Die Große Mauer wurde ausgebaut. Nach einem wirtschaftlichen Niedergang zu Beginn des 17. Jahrhunderts gelang es dann den aus den Jurchen hervorgegangenen Mandschu 1644 Beijing zu erobern.

Deren Qing-Dynastie versuchte eine Sinisierung zu vermeiden. Zwar behielt sie das chinesische Verwaltungssystem bei, es wurde jedoch durchgängig mit Manchu besetzt. Im 18. Jahrhundert gelang es ihnen, ihre Herrschaft auch in den entlegenen Provinzen und bis nach Tibet durchzusetzen. Der Kontakt mit den Europäern erwies sich zunächst als fruchtbar, da mit den von ihnen übernommenen Kulturen von Mais, Süßkartoffel und Erdnüssen die landwirtschaftlich genutzten Flächen ausgeweitet werden konnten, so dass die Bevölkerung wieder zunahm. Außerdem wurden herausragende kulturelle Leistungen vollbracht.[39] Fortschritte in Landwirtschaft, Handwerk und Industrie ermöglichten zwischen 1700 und 1800 eine Verdoppelung der Bevölkerung von 160 Millionen auf 300 Millionen. China stellte etwa 50 % der Weltproduktion, es erreichte 1759 mit 11,5 Millionen km2 die größte Ausdehnung seiner Geschichte und das sinozentrische Weltbild erlebte seine Blüte. Doch eine Folge von Naturkatastrophen und vermehrter Druck der Europäer führten zum Verlust der führenden Stellung in der Welt. Großbritannien konnte mit zwei Opiumkriegen (1839–1842, 1856–1860 ) den Opiumexport durchsetzen, der sein gewaltiges Handelsdefizit[40] mit China zu beseitigen half. China musste eine „Politik der offenen Tür“ zulassen und im Vertrag von Nanking 1842 Hongkong an Großbritannien abtreten sowie weitere Vertragshäfen öffnen. Daraufhin brachen große Teile der chinesischen Wirtschaft zusammen. Durch die Massenarmut begründete Aufstände (Taiping-Aufstand und Nian-Aufstand) konnten teilweise nur mit ausländischer militärischer Hilfe niedergeschlagen werden. Das Kaisertum verlor an Prestige, alle Modernisierungsbestrebungen (u. a. die Hundert-Tage-Reform) scheiterten. So endete 1912 mit der Ausrufung der Republik China durch Sun Yatsen das über zweitausendjährige chinesische Kaisertum.

Japan[Bearbeiten]
Hauptartikel: Geschichte Japans

Trotz einer Phase innerer Zerstrittenheit (Sengoku) gelang es Japan 1592 im Imjin-Krieg das Korea der Joseon-Dynastie zu erobern. Mit Unterstützung durch die chinesischen Ming konnten sich die Koreaner aber schon nach sieben Jahren wieder befreien.

Durch Oda Nobunaga, Toyotomi Hideyoshi und Tokugawa Ieyasu wurde Schritt für Schritt die Einheit Japans (1600) wieder hergestellt. Unter den Tokugawa zwischen 1603 und 1868 folgte eine Periode des Friedens, die aber auch durch Abschließung von der Außenwelt charakterisiert war. Diese wurde 1854 durch amerikanisches Eingreifen beendet, das mit der raschen Modernisierung Japans in der Meiji-Restauration beantwortet wurde.

Südostasien[Bearbeiten]

Unter den Thaistaaten gewann im 16. Jahrhundert das Königreich Ayutthaya die Vormachtstellung. Daraus ging das Reich von Siam hervor. Es stand in Konkurrenz mit Birma und dem Vietnam zur Zeit der Le-Dynastie, in der die Familien der Nguyen und Trinh die Herrscher stellten.

Indien – Reich der Großmoguln[Bearbeiten]
Das Mogulreich um 1700
Höhepunkt der Mogularchitektur: Taj Mahal (1632–1648) in Agra
Hauptartikel: Mogulreich

Der erste Großmogul Babur (reg. 1526 bis 1530), ein aus Zentralasien stammender Fürst der Timuriden-Dynastie,[41] eroberte ausgehend vom Gebiet der heutigen Staaten Usbekistan und Afghanistan das Sultanat von Delhi. Als bedeutendster Mogulherrscher gilt Akbar (reg. 1556 bis 1605), der das Reich militärisch, politisch und wirtschaftlich festigte. Unter Aurangzeb (reg. 1658 bis 1707) erfuhr das Mogulreich seine größte Ausdehnung, wurde aber finanziell und militärisch überspannt, so dass es im Laufe des 18. Jahrhunderts zu einer untergeordneten Macht im politischen Gefüge Indiens herabsank. 1858 wurde der letzte Großmogul von den Briten abgesetzt, sein Territorium ging in Britisch-Indien auf. Der Nachwelt erhalten geblieben sind reiche Zeugnisse einer von persischen und indischen Künstlern geprägten Architektur, Malerei und Dichtung.

Amerika[Bearbeiten]

Nordamerika[Bearbeiten]

Die Kolonisierung Nordamerikas begann bereits Mitte des 16. Jahrhunderts durch Spanier und Briten, doch erst am Anfang des 17. Jahrhunderts kam es zu dauerhaften englischen Siedlungen an der Ostküste Amerikas. Dabei kam es zum Zusammenprall dreier Kulturen: indianische Ureinwohner, weiße Siedler und Sklaven aus Afrika. Unter Dezimierung der Indianer um 90 % in den ersten 100 Jahren nach der Besiedlung und Preisgabe moralischer wie christlicher Werte kam es zum „Sieg“ der weißen Kultur und zur Gründung von 13 britischen Kolonien an der amerikanischen Ostküste. Diese Kolonien waren untereinander unabhängig, jedoch dem Mutterland, England, untergeordnet. Sie erhielten ihren Verfassungsstatus durch einen sog. Charter. Dieser sprach sie entweder einer Siedlungsgesellschaft (corporate charter), einem Privateigentümer (proprietary charter) oder der Krone selbst zu (Kronkolonie). Dieser Status änderte sich in vielen Fällen während der Kolonialzeit. Diese Kolonien erkämpften sich im amerikanische Unabhängigkeitskrieg ihre Loslösung von der britischen Krone. Die neugegründeten Vereinigten Staaten von Amerika entwickelten sich bald zur Vormacht auf dem Kontinent. Zwei Phasen waren dabei für die Entwicklung bestimmend: Die Kolonisierung des Lebensraums der Indianer und der amerikanische Bürgerkrieg, durch den Abraham Lincoln ein Auseinanderfallen des Bundesstaates verhindern konnte (vgl. Gettysburg Address) und die Abschaffung der Sklaverei erreichte.[42] Die wirtschaftliche Erholung und die Industrialisierung wurden durch die erfolgreiche Bewältigung Einwanderungswelle ab 1880 beschleunigt.

Mittelamerika[Bearbeiten]
Mittelamerika um 1860

In Mittelamerika entstand aus dem Vizekönigreich Neuspanien 1821 das Mexikanische Kaiserreich unter Agustín I. 1823 bildeten Guatemala, Honduras, El Salvador, Nicaragua, und Costa Rica die Zentralamerikanische Konföderation, doch sie zerbrach im Bürgerkrieg (1838–1840).

Mit Ausnahme von Kuba, Puerto Rico und der Dominikanischen Republik gerieten die Staaten der Karibik seit dem 16. Jahrhundert aus der spanischen Herrschaft unter den Einfluss der westeuropäischen Kolonialmächte England, Frankreich und Niederlande. Die letzten spanischen Kolonialgebiete wurden nach dem Spanisch-Amerikanischen Krieg von den USA abhängig. Auf allen karibischen Inseln wurde die indianische Bevölkerung weitestgehend ausgerottet und afrikanische Sklaven als Plantagenarbeiter eingesetzt. Im Unterschied zum Festland erlangten die karibischen Staaten (außer Haiti, der Dominikanischen Republik und Kuba) relativ spät, nämlich erst in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts ihre Unabhängigkeit.

Südamerika[Bearbeiten]

Bereits 1494 wurde Südamerika im Vertrag von Tordesillas von Papst Alexander VI. zwischen Spanien und Portugal aufgeteilt. Der östliche Teil, große Teile des heutigen Brasilien, wurde Portugal zugesprochen. Panama und der Rest des Kontinents fiel an Spanien. Die spanische Eroberung erfolgte von Mittelamerika und aus der Karibik, auf der Suche nach dem sagenhaften Goldland El Dorado. Die Portugiesen eroberten den Bereich des heutigen Brasilien.

Entwicklung vom Kolonialismus zum modernen Staatensystem in Südamerika ab 1700

Die ersten Siedlungen der spanischen Einwanderer entstanden bereits um 1520 im heutigen Venezuela, Kolumbien und Argentinien. Angetrieben durch die reichen Goldquellen in Mexiko, erkundete Francisco Pizarro von Panama aus die Pazifikküste Südamerikas für die spanische Krone, auf der Suche nach Reichtümern. Dabei gelangte er im Jahr 1526 ins heutige Ecuador und Peru. In den beiden Jahren 1532/1533 verstand er es die Wirren des Bruderkrieges zwischen den Inka Huáscar und Atahualpa auszunutzen und unterwarf das riesige Inkareich. Zu Hilfe kamen ihm dabei waffentechnologische Überlegenheit (Feuerwaffen) und die von den Einwanderern mitgebrachten Krankheiten, die auf die ursprüngliche Bevölkerung verheerende Folgen hatten.

Die indianische Bevölkerung wurde innerhalb kurzer Zeit weitgehend ausgelöscht (allerdings nicht so stark wie in der Karibik). Bartolomé de Las Casas erreichte als „Generalverteidiger der Indios“ zwar die „Neuen Gesetze“ von 1542, doch blieben diese weitgehend unwirksam und wurden zum Teil wieder zurückgenommen.

Vor allem die Zwangsarbeit zur Ausbeutung der Silberminen (z. B. Potosí), kostete im Lauf der Kolonialzeit über eine Million das Leben. Doch auch Arbeit im Rahmen der Encomienda führte zu sozialer Zerrüttung mit Vernichtung der indigenen Kultur im Namen der Religion und Zivilisation.[43]

In den südamerikanischen Unabhängigkeitskriegen wurden die spanischen Vizekönigreiche (Vizekönigreich Neugranada, Vizekönigreich Peru und Vizekönigreich des Río de la Plata) beseitigt und die Unabhängigkeit beinahe aller Staaten Südamerikas, nämlich Argentinien, Bolivien, Chile, Ecuador, Kolumbien, Paraguay, Peru, Uruguay und Venezuela erreicht. 1822 erlangte auch die portugiesische Kolonie Brasilien eine zwar friedliche, aber auch nur scheinbare Unabhängigkeit. Nach 1825 blieben nur Britisch Guyana, Niederländisch-Guayana und Französisch-Guayana als europäische Kolonien bestehen.

Afrika[Bearbeiten]

Hauptartikel: Geschichte Afrikas
Sklaventransport

Unter der Führung Heinrichs des Seefahrers wurde eine Reihe von Entdeckungsreisen unternommen, die andere Seefahrer zu weiteren Expeditionen anregte. 1432 erreichten portugiesische Schiffe das Kap Bojador und 1445 Kap Verde, 1482 erreichte Diogo Cão die Mündung des Kongo, sechs Jahre später gelangte Bartolomeu Diaz zum Kap der Guten Hoffnung, und 1498 erreichte Vasco da Gama auf dem Seeweg den indischen Subkontinent, wobei er die afrikanische Ostküste entdeckte. Mit diesen Entdeckungen war der Grundstein für eine erste Kolonisierung Afrikas durch die Portugiesen gelegt.

An der Guineaküste wurde 1482 São Jorge da Mina, der erste portugiesische Stützpunkt, errichtet. Die Haupthandelsgüter waren Sklaven, Gold, Elfenbein und Gewürze. Aufgrund der Entdeckung und Kolonisierung Amerikas wurde der Sklavenhandel, der zunächst weitgehend von Arabern betrieben worden war, von den Europäern erheblich ausgeweitet. Die koloniale Vormachtstellung verlagerte sich von den Portugiesen zunächst auf die Niederländer, später auf die Franzosen und Briten. Doch bis ins späte 19. Jahrhundert beschränkten sich die Kolonialmächte auf die Besetzung von kleinen Handelsposten entlang der Küste, das Hinterland blieb lange Zeit unerforscht und (zumindest politisch) unabhängig.

An der ostafrikanischen Küste eroberten die Portugiesen bis 1520 alle muslimischen Sultanate zwischen Sofala und dem Kap Guardafui. Hier versuchten sie schon früh, in das Landesinnere vorzudringen, da sie hofften, große Mengen Gold zu finden. Doch konnten sie diese Gebiete nicht dauerhaft kontrollieren.

Südafrika wurde bis ins 17. Jahrhundert keine große Bedeutung zugemessen, und das Kap der Guten Hoffnung diente lediglich als Rastplatz auf dem Weg nach Indien. Als erste gründeten die Niederländer 1652 die erste dauerhafte weiße Siedlung in Südafrika.[44] Unter den ersten Siedlern befanden sich auch Hugenotten, die in den Niederlanden Asyl gefunden hatten. Zunächst sah man die Kapkolonie nur als westlichsten Vorposten von Ost-Indien, doch nach und nach dehnten die Niederländer ihren Einfluss- und Siedlungsbereich nach Norden hin aus. Der Kampf gegen Napoleon veranlasste die Briten, die niederländische Kapkolonie zu besetzen. Nach langen Kämpfen befanden sich schließlich die Siedlungen in Südafrika 1814 in britischem Besitz.

1830 besetzten die Franzosen Algier und beendeten damit die – freilich nur noch nominelle – Herrschaft des Osmanischen Reiches. Durch Feldzüge in das Atlas-Gebirge kamen die Berber unter französische Herrschaft. Bis 1855 waren auch große Teile der nördlichen Sahara unterworfen. Der Anführer der muslimischen Völker dieser Region, Abd el-Kader, hatte sich bereits 1837 dem französischen Oberbefehlshaber General Bugeaud, unterwerfen und ins Exil in den Libanon gehen müssen.

Australien[Bearbeiten]

Hollandia Nova, Karte von 1659, erstellt von Joan Blaeu basiert auf Reisen von Abel Tasman und Willem Jansz, hier eine französische Ausgabe von 1663
Australiens Bundesstaaten und Territorien im Laufe der Zeit

Die australische Küste wurde schon im 16. Jahrhundert erreicht[45] Doch erst 1642 wurde Australien im Auftrag der Niederländischen Ostindien-Kompanie erforscht. Dabei entdeckte Abel Tasman das heutige Tasmanien.

Zu einer Kolonisierung Australiens kam es aber erst, nachdem James Cook 1770 die Ostküste Australiens formell als New South Wales für die britische Krone in Besitz genommen hatte.[46] Da die USA von Großbritannien unabhängig geworden waren, nutzte die britische Regierung diese Kolonie zur Deportation von Sträflingen. Insgesamt wurden von 1788 bis 1868 etwa 160.000 Sträflinge nach Australien gebracht.

1835 handelten tasmanische Geschäftsleute den Aborigines 2.400 km² in der Gegend des heutigen Melbourne ab und gründeten Port Phillip. Obwohl dieser Handel als illegal galt, gab die Kolonieführung dem Druck der wachsenden Bevölkerung nach und gab das Land offiziell zur Besiedlung frei.

Ozeanien[Bearbeiten]

Ozeanien wurde schon ab 1512 kolonisiert. Die Portugiesen errichteten ihren ersten Stützpunkt auf den Molukken. 1526 wurde Neuguinea entdeckt und noch im 16. Jahrhundert ein Großteil der im Pazifik gelegenen Inselgruppen.[47] Im 17. und 18. Jahrhundert waren verstärkt Niederländer, Briten und Franzosen an den Entdeckungen beteiligt. Da nun, vor allem von James Cook, recht sorgfältig kartografiert wurde, konnten einmal entdeckte Inseln erfolgreich wieder angesteuert werden.[48] Im 19. Jahrhundert versuchten im Zuge des Imperialismus auch Deutschland und die USA sich festzusetzen, doch sicherte sich zunächst Großbritannien die meisten Stützpunkte. Nach dem Spanisch-Amerikanischen Krieg etablierten sich daneben die USA als Vormacht. (weiter zu Australien und Ozeanien …)

Von Weltkriegen zur Weltpolitik[Bearbeiten]

Weltkriegszeit[Bearbeiten]

Erster Weltkrieg[Bearbeiten]
Hauptartikel: Erster Weltkrieg
Erster Weltkrieg: beteiligte Staaten
  • Entente und Alliierte
  • Mittelmächte
  • Neutrale*

  • *Abessinien, Darfur (nicht eingezeichnet), der Senussi-Staat (nicht eingezeichnet) und Persien kämpften teilweise auf Seiten der Mittelmächte. Zentralarabien und der Hedschas (nicht eingezeichnet) standen auf Seiten der Entente

Der Erste Weltkrieg (1914 bis 1918) wurde in Europa, dem Nahen Osten, Afrika und Ostasien geführt und kostete über neun Millionen Menschenleben. Er wurde zunächst zwischen den Mittelmächten, dem Deutschen Reich und Österreich-Ungarn, auf der einen Seite und den Entente-Mächten, Frankreich, Großbritannien und Russland sowie Serbien auf der anderen Seite ausgetragen. Anlass war ein Attentat auf den österreichischen Thronfolger, Ursache waren die machtpolitischen Gegensätze der europäischen Großmächte, die zu einer enormen Aufrüstung geführt hatten. Zum Ende des Krieges befanden sich 25 Staaten und deren Kolonien, in denen insgesamt 1,35 Milliarden Menschen lebten, also etwa drei Viertel der damaligen Erdbevölkerung, im Kriegszustand. Wegen seiner schwerwiegenden Folgen gilt er vielen Historikern als die „Urkatastrophe des 20. Jahrhunderts“.

Es war der erste Krieg, der mit massivem Materialeinsatz (Panzer, Flugzeuge, Luftschiffe) und mit Massenvernichtungswaffen (Giftgas) geführt wurde. Insbesondere auf den Schlachtfeldern vor Verdun und in Flandern fielen im Stellungskrieg auf beiden Seiten Hunderttausende von Soldaten.

Noch während des Krieges kam es in Russland 1917 zur Februar- und zur Oktoberrevolution. Diese wurde von Lenin organisiert, der dazu von der deutschen obersten Heeresleitung nach Russland gebracht worden war. Die von Lenin geplante Weltrevolution kam allerdings nicht zustande, sondern es blieb zunächst beim Aufbau des Kommunismus in einem Land durch Stalin.

Zwischenkriegszeit[Bearbeiten]

Die internationale Ordnung, die durch den Friedensvertrag von Versailles und die Errichtung des Völkerbundes angestrebt wurde, erwies sich allerdings als unstabil. Nachkriegsschwierigkeiten wie z. B. die deutsche Inflation, die Angst vor dem Kommunismus und schließlich die Weltwirtschaftskrise führten zu Erfolgen autoritärer und totalitärer Gruppierungen in vielen europäischen Ländern und in einigen Fällen, dazu, dass sie die Regierung stellten: Die Faschisten unter Benito Mussolini in Italien (1922), die Nationalsozialisten unter Adolf Hitler in Deutschland (1933), die Franquisten in Spanien (nach Ende des Bürgerkriegs 1939) und auch in anderen Ländern wie in Japan[49] und in Ungarn (1920).

Nachdem diese Mächte über den Antikominternpakt zusammengefunden hatten[50], löste Adolf Hitler, ermutigt durch das Münchner Abkommen und gestützt auf einen Nichtangriffspakt mit der Sowjetunion, am 1. September 1939 mit dem Überfall auf Polen den Zweiten Weltkrieg aus.

Zweiter Weltkrieg[Bearbeiten]
Hauptartikel: Zweiter Weltkrieg

Der Zweite Weltkrieg (1939–1945) stellt den bislang größten und verlustreichsten Konflikt in der Menschheitsgeschichte dar. Er ist der einzige Krieg, in dem sowohl atomare – von den USA gegen Japan – als auch biologische und chemische Waffen – hauptsächlich durch Japan gegen China – eingesetzt wurden (ABC-Waffen).

In Asien begann der Zweite Weltkrieg bereits mit dem Ausbruch des Zweiten Japanisch-Chinesischen Krieges am 7. Juli 1937.

In Europa begann er mit dem Angriff des Deutschen Reiches auf Polen, nachdem der Deutsch-sowjetische Nichtangriffspakt für beide Staaten den Weg für militärische Expansionen (Polen beziehungsweise Finnland) freigemacht hatte. Die im Dreimächtepakt verbündeten Staaten Deutschland und Italien begannen zunächst Eroberungsfeldzüge gegen angrenzende Staaten, die sie ihren Interessen unterordnen wollten. Ihre militärischen Hauptgegner waren dabei Frankreich und Großbritannien.

Am 22. Juni 1941 brach die deutsche Seite den Nichtangriffspakt durch den Überfall auf die Sowjetunion. Nach dem japanischen Angriff auf Pearl Harbor am 7. Dezember 1941 nahmen schließlich die Vereinigten Staaten von Amerika auf Seiten der Alliierten am gesamten Kriegsgeschehen teil, nachdem auch das Deutsche Reich und Italien vier Tage später den Vereinigten Staaten den Krieg erklärt hatten.

Der Zweite Weltkrieg endete mit der vollständigen Niederlage Italiens (1943), Deutschlands (8. Mai 1945) und Japans (2. September 1945).

Der Zweite Weltkrieg forderte 55 bis 60 Millionen Menschenleben. Er war seitens der Achsenmächte durch eine starke rassistische Ideologisierung geprägt, die zu zahlreichen Kriegsverbrechen und gewaltsamen, zumeist systematischen Übergriffen auf die Zivilbevölkerung führte. Mit Kriegsverlauf und Kriegsführung war auch untrennbar der Holocaust verbunden, dem durch die Nationalsozialisten allein sechs Millionen Juden zum Opfer fielen.

Nach dem Krieg brach die Allianz der Siegermächte auseinander. Unter der Führung der sich etablierenden Supermächte Sowjetunion und USA mündeten die weltanschaulichen Gegensätze und Machtinteressen der sich bildenden Staatenblöcke in den Kalten Krieg.

Nach dem Zweiten Weltkrieg[Bearbeiten]

Militärbündnisse zu Zeiten des Kalten Kriegs
Raketen- und Luftwaffenstützpunkte in Kuba im Oktober 1962 (US-Grafik)

Nach dem Zweiten Weltkrieg wurden von den alliierten Kriegsgegnern Hitlerdeutschlands und Japans die Vereinten Nationen gegründet, doch bald zerbrach die Gemeinsamkeit der Alliierten, und es bildeten sich zwei Blöcke. Die USA beanspruchten Westeuropa als ihre Einflusssphäre und gründeten die NATO als Schutz vor einer möglichen sowjetischen Invasion. Die Sowjetunion beanspruchte Osteuropa (Polen, die Tschechoslowakei, Ungarn, Rumänien, Bulgarien, die DDR) und gründete den Warschauer Pakt. Europa war durch den „Eisernen Vorhang“ getrennt. Es begann ein Kalter Krieg[51] zwischen den neu entstandenen Supermächten, den kapitalistischen USA und der kommunistischen Sowjetunion.

Ehemalige Kolonien oder von den Industrieländern kontrollierte Gebiete erlangten die Unabhängigkeit: Dank Gandhi Indien und Pakistan 1947, unter Mao Zedong 1949 China und außerdem Indonesien. Im Koreakrieg 1950–1953 kam es erstmals zu einer militärischen Konfrontation zwischen den Blöcken. Aufstände gegen die Herrschaft der Sowjetunion wurden niedergeschlagen (DDR 1953, Ungarn 1956). Mehr und mehr ehemalige Kolonien wurden selbständig. Damit entstand neben dem Ost-West-Konflikt eine neue Konfliktlinie zwischen den reichen Industrieländern und den jungen, armen Staaten der Dritten Welt, der Nord-Süd-Konflikt.[52] Noch auf die Zeit des Ersten Weltkrieges geht der Nahostkonflikt zurück, der aufgrund der durch Judenverfolgungen verursachten jüdischen Einwanderungswelle seit 1938 auswegloser wurde und noch in den 2001 sich verschärfenden Terrorismus hineinspielte.

Nachdem in der Kubakrise 1962 die Gefahr eines Dritten Weltkrieges akut geworden war, bemühten sich beide Supermächte um Entspannung.[53] Die Europäische Wirtschaftsgemeinschaft (1957) entwickelte sich zur Europäischen Union (1993). Der Kommunismus verlor an innerer Legitimation, als klar wurde, dass er nicht einen ähnlichen wirtschaftlichen Wohlstand schaffen konnte wie die westlichen Industrieländer und – angesichts der Zerschlagung des Prager Frühlings 1968, dass er reformunfähig war.[54] Schließlich regte sich in Polen durch Solidarność wie im von der Sowjetunion 1980 besetzten Afghanistan Widerstand. Der Reformkurs Michail Gorbatschows führte zur Beendigung des Kalten Krieges und nach einer Reihe von gewaltlosen Umstürzen[55] zum Zusammenbruch des Ostblocks und der Sowjetunion. Dadurch entstand eine Reihe neuer Staaten in Osteuropa und Asien. China begann unter Führung Deng Xiaopings schon bald nach Maos Tod (1976) tiefgreifende Wirtschaftsreformen.

Obwohl schon weit früher vor Umweltverschmutzung gewarnt worden war, wurden die Gefahren unkontrollierten Umweltverbrauchs[56] erst aufgrund der Studie Grenzen des Wachstums von 1972 intensiv öffentlich diskutiert. Nach einer ersten Umweltkonferenz 1972, wurde nach zwei Ölkrisen (1973 und 1979/80) und mehreren wissenschaftliche Studien über die Gefahren des Treibhausklimas 1992 in Rio de Janeiro ein Prozess angestoßen, der zu regelmäßigen UN-Klimakonferenzen und internationalen Abmachungen wie dem Kyoto-Protokoll (1997) führte.

Seit dem Zusammenbruch des Ostblocks[Bearbeiten]
Die brennenden Türme des World Trade Center 2001 mit der Freiheitsstatue im Vordergrund
Collage wichtiger Schauplätze im Arabischen Frühling

Zunächst erschien es so, als könne die Beendigung des Kalten Krieges aufgrund allgemeiner Abrüstung zu einer Friedensdividende und zu allgemeiner Demokratisierung führen.[57] Dabei herrschte angesichts der unumstrittenen Stellung der USA als einziger verbliebener Supermacht auch eine gewisse Einigkeit darüber, dass die wirtschaftliche Entwicklung von Deregulierung und Globalisierung geprägt sein sollte.[58] Doch das Auseinanderbrechen Jugoslawiens und mehr noch die Terroranschläge am 11. September 2001 in den USA durch al-Qaida beendigten diese Friedenshoffnung. Die USA riefen einen weltweiten Krieg gegen den Terrorismus aus. Sie griffen 2001 Afghanistan und im März 2003 den Irak an. Es kam zu weiteren Terroranschlägen in Madrid (2004), in London (2005) und in Mumbai (2008).

Russland kehrte unter Gorbatschows Nachfolger Boris Jelzin zu einer nationalistischeren Politik zurück, doch bereicherten sich Wirtschaftsführer unverhältnismäßig, während ein großer Teil der Bevölkerung verarmte. Ab 2000 setzte Wladimir Putin mit diktatorischen Methoden die staatliche Autorität wieder durch, doch bei dem inneren Konflikt mit Tschetschenien ließ er schwere Menschenrechtsverletzungen zu. Beim Kaukasuskrieg 2008 trat Russland deutlich als Hegemonialmacht auf.

Andererseits kam es auf dem Gebiet der früheren Sowjetunion ab 2003 zu mehreren gewaltlosen Revolutionen[59]. Die in sie gesetzten Hoffnungen auf Fortschritte bei Bürgerbeteiligung und Demokratisierung wurden allerdings nicht bestätigt.

2004 nahm die Europäische Union 10 neue Mitglieder auf. Mit dem Vertrag von Lissabon von 2009[60] wurde die Struktur an die neue Situation angepasst, nachdem ein Verfassungsvertrag 2005 an Negativvoten bei Volksabstimmungen in Frankreich und den Niederlanden gescheitert war. 2010 entwickelte sich aus der griechischen Finanzkrise eine Eurokrise, gegen die ein Europäischer Stabilitätsmechanismus entwickelt wurde, der mit immer neuen Veränderungen zwar eine Katastrophe verhinderte, aber bisher nur die Krise verlängerte.

In den USA ging Barack Obama, der erste schwarze Präsident, 2009 in deutlicher Abkehr von seinem Vorgänger George W. Bush zu einer kooperativen Außenpolitik über,[61] und trieb die atomare Abrüstung voran. Innenpolitisch erzielte er 2010 mit seiner Gesundheitsreform einen ersten und mit den Maßnahmen zur Regelung des Finanzmarktes[62] einen zweiten Erfolg.

Neben die G 8 trat als internationales Konsultationsforum die G 20, der neben anderen Schwellenländern insbesondere China und Indien angehörten. Diese gewannen bei Beratungen über die Finanzkrise ab 2007 verstärkte Bedeutung[63] und machten auch sonst immer häufiger als Großmächte ihre nationalen Interessen geltend, z. B. auch auf der UN-Klimakonferenz in Kopenhagen 2009, die deshalb und wohl auch aufgrund unzureichenden Engagements der USA scheiterte.[64][65]

Ende 2010/Anfang 2011 kam es zu Protesten und Revolutionen in der Arabischen Welt. Diese zeitigten zwar manche Erfolge[66], führten aber in Libyen und Syrien zum Bürgerkrieg. 2013 kam es zu Protesten in der Türkei und in Brasilien.

Streiflichter auf die Regionen ab dem 20. Jahrhundert[Bearbeiten]

Australien und Ozeanien[Bearbeiten]

Australien[Bearbeiten]

Am 1. Januar 1901 formierten sich die einst voneinander unabhängigen Kolonien zum Commonwealth of Australia. Erste Hauptstadt Australiens wurde Melbourne. Hier eröffnete am 9. Mai 1901 das erste Parlament des Landes. Am 26. September 1907 erhielt der Australische Bund mit dem Dominionstatus die nahezu vollständige Unabhängigkeit vom Mutterland Großbritannien. 1911 wurde das Australian Capital Territory geschaffen, um die neue Hauptstadt Canberra aufzunehmen. Melbourne blieb aufgrund der langandauernden Bauarbeiten in Canberra aber noch bis 1927 Regierungssitz. Mit dem Statut von Westminster von 1931 wurde den Dominions des Empire formal die Unabhängigkeit verliehen. Das australische Parlament stimmte dem aber erst 1942 zu. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde eine progressive Einwanderungspolitik betrieben, die einerseits zur Massenimmigration aus Europa und nach Aufgabe der White Australia policy auch aus Asien und anderen Erdteilen führte. So kam es in kurzer Zeit zu starken demografischen Veränderungen, aber auch zu wirtschaftlichem Aufschwung. 1986 gab Großbritannien mit dem Australia Act die letzten Kompetenzen bezüglich der australischen Verfassung ab. Am 6. November 1999 stimmte die Bevölkerung in einem Referendum mit einer Mehrheit von 55 Prozent jedoch gegen die Schaffung einer Republik und blieb somit formal eine konstitutionelle Monarchie unter Elisabeth II.

Im Herbst 2007 wurde Kevin Rudd Premierminister einer Labour-Regierung. Er setzte auf eine verstärkte Zusammenarbeit mit den pazifischen Nachbarn und entschuldigte sich erstmals offiziell bei den Aborigines für das ihnen durch weiße Australier zugefügte Unrecht.[67]

Ozeanien[Bearbeiten]

Während des Zweiten Weltkrieges wurde ein Teil Ozeaniens von Japan besetzt, und es kam zu einer Reihe von Seeschlachten zwischen den Vereinigten Staaten von Amerika und Japan. Nach dem Krieg entließen die USA ihre Kolonien unter Vorbehalt von politischen Interventionsrechten und militärischen Privilegien (z. B. Erbauung und Erhaltung von Militärstützpunkten) in Eigenverwaltung. Später werden andere Inselstaaten zu ähnlichen Konditionen vom British Commonwealth und den französischen Überseedepartements unabhängig. Dabei kam es nur selten zu militärischen Auseinandersetzungen.

Afrika[Bearbeiten]

Afrika um 1914

Als in den 50er-Jahren des 20. Jahrhunderts die europäische Wirtschaft wieder in Schwung kam, wurde in den Kolonialländern zum ersten Mal über die Entlassung der afrikanischen Kolonien in die Unabhängigkeit debattiert. Dabei ging es insbesondere um die Frage der Rentabilität der Kolonien für die Mutterländer. Der Entschluss zur Dekolonisation kam primär aus volkswirtschaftlichen Gründen, denn die Mutterländer konnten ihre Kolonien nicht mehr finanzieren. Doch sahen sie sich außerdem von aufstrebenden Nationalbewegungen in den Kolonien immer mehr bedroht. Daher ging man etwa ab 1950 daran, die Staaten in die Unabhängigkeit zu entlassen. Soziale Träger der Entkolonialisierung waren meist lokale Eliten, die untere Funktionen in der Kolonialverwaltung besetzten und durch fehlende Aufstiegschancen frustriert waren. 1960 wurden besonders viele Staaten unabhängig, daher spricht man von 1960 auch als vom afrikanischen Jahr.

Bei der Machtübergabe waren die ehemaligen Kolonialherren immer darauf bedacht, Regierungen zu fördern bzw. zu installieren, die ihnen genehm waren, denn bei allem Interesse an Demokratisierung Afrikas fürchtete man den Verlust des Einflusses. So kam es zum Ende der Apartheid in Südafrika nicht aufgrund äußeren staatlichen Drucks, sondern aufgrund der Aktivitätät des African National Congress und des Verhandlungsgeschicks Nelson Mandelas vor dem Hintergrund der rapide absinkenden Akzeptanz der Regierung innerhalb Südafrikas und in der Weltöffentlichkeit. Wirtschaftlich wird das Afrika südlich der Sahara immer mehr marginalisiert. Der Kampf gegen Aids kam aufgrund innerafrikanischer Fehler (Thabo Mbeki) und fehlender internationaler Unterstützung nicht voran.[68]

Eine Bewegung hin zur Demokratisierung in diesem Raum entstand nicht – wie von der US-Regierung angestrebt – aufgrund der Golfkriege, sondern im Zuge der Proteste in der Arabischen Welt 2010–2011.

Asien[Bearbeiten]

China[Bearbeiten]

Hauptartikel: Geschichte Chinas

Die Republik China erwies sich als sehr instabil. Die Ministerpräsidenten wechselten bis zu fünfmal im Jahr, je nachdem, welcher General der ehemaligen Pekingarmee gerade die Macht hatte. Außerdem erwuchs ihr 1921 mit der Gründung der Kommunistischen Partei Chinas ein neuer Gegner.

Doch nach dem Tode Sun Yatsens gelang es seinem Anhänger Chiang Kai-shek 1926 die Warlords zu besiegen. 1927 wandte er sich dann gegen die Kommunisten. Diese zogen sich auf das Land zurück und so konnte er 1928 das Land offiziell wieder einen. Doch war die Republik Sun Yatsens während der Kämpfe einer Militärdiktatur immer ähnlicher geworden. 1937 griffen die Japaner China an und konnten innerhalb eines Jahres die chinesischen Armeen in die Flucht schlagen. Ihre Kräfte reichten aber nicht zur vollständigen Besetzung des Landes aus, so dass sie trotz 19 Millionen chinesischen Kriegsopfern und mancher japanischer Kriegsverbrechen bis zu ihrer Kapitulation am 14. August 1945 das Land nicht kontrollieren konnten.

Der im Kampf gegen Japan ruhende Konflikt zwischen Kommunisten und Nationalisten flammte danach erneut auf. 1949 besiegten die Mannschaften Mao Zedongs endgültig die Kuomintang unter Chiang Kai-shek. Die Nationalisten flohen auf das erst kurz zuvor von Japan zurückgewonnene Taiwan, wo die Republik China bis heute fortbesteht.[69]

Auf dem Festland wurde die Volksrepublik China gegründet. Im Versuch, schnell die Industrie- und Landwirtschaftsproduktion zu verbessern, wurde von Mao Zedong 1958 ein neues Wirtschaftsprogramm, der sogenannte Große Sprung nach vorn verkündet. Diese Politik der Bildung von Volkskommunen und tausender Minibetriebe auf dem Lande endete in einer Hungersnot, die 30 Millionen Tote kostete.

1966 inszenierte Mao Zedong unter Einsatz von Roten Garden die Kulturrevolution, die das Land ein Jahrzehnt lang ins Chaos stürzte. Außenpolitisch war die Volksrepublik isoliert, doch 1971 entdeckten die USA im kommunistischen China einen potentiellen Verbündeten gegen Moskau und widersetzten sich nicht mehr dessen Aufnahme in die UNO.

Nach dem Tod Mao Zedongs (1976) erhielt der von Mao entmachtete Deng Xiaoping 1977 seine Ämter zurück und steuerte sein Land auf einen Kurs zur „sozialistischen Marktwirtschaft“ (Sonderwirtschaftszonen). Chinas Wirtschaft gehört seitdem zu den am schnellsten wachsenden der Welt.[70] Wegen der dabei entstehenden sozialen Ungerechtigkeiten und deshalb entstehenden Unruhen (vgl. Tian'anmen-Massaker, 1989) trat Ministerpräsident Wen Jiabao auf dem Volkskongress 2004 für eine Trendwende zur Verminderung der sozialen Spannungen und zur Berücksichtigung ökologischer Aspekte ein.

Trotz eines mutigen Versuchs des 82-jährigen Ökonoms Mao Yushi im April 2011[71] ist es allerdings nicht zu einer Ent-Maoisierung gekommen.[72]

Mit der Wahl Xi Jinpings zum Generalsekretär 2012 und zum Staatspräsidenten 2013 hat die "fünfte Generation" die Führung übernommen. Sie hat eine Anti-Korruptionskampagne ausgerufen.[73].

Die Weltfinanzkrise hat China trotz seiner starken Exportorientierung aufgrund eines energischen Konjunkturprogamms bisher recht gut bewältigt.[74] Außenwirtschaftlich engagiert es sich zur Rohstoffsicherung stärker als andere Industriestaaten in Afrika.[75]

Indien[Bearbeiten]

Hauptartikel: Geschichte Indiens
Mahatma Gandhi Nationalheld in Indien

Das Kaiserreich Indien in Personalunion mit Großbritannien umfasste das heutige Indien, Pakistan, und Bangladesch und bestand bis 1947. Von 1866 bis 1937 gehörte auch Birma dazu. Eine Unabhängigkeitsbewegung gab es, seit 1885 Hindus und Moslems den Indischen Nationalkongress (INC) gegründet hatten. 1906 wurde wegen des Übergewichts der Hindus im INC die Muslimliga gegründet. Doch sie arbeitete bei den Forderungen nach indischer Unabhängigkeit mit dem INC zusammen. Die britische Regierung gestand 1917 einen Übergang zur Selbstregierung zu und Indien wirkte auch offiziell bei der Gründung des Völkerbundes mit.

Unter der Führung Mahatma Gandhis (1869–1948) kam es in der Zwischenkriegszeit zum passiven Widerstand gegen die britische Herrschaft. Gandhi bemühte sich dabei um die politische Einheit zwischen Hindus und Muslimen.

1947 wurde Indien unabhängig, doch es wurde nach dem Mountbattenplan in die überwiegend von Hindus bewohnte Indische Union, den moslemischen Staat Pakistan im Industal und der Gangesmündung und einen kleinen buddhistischen Staat Sikkim geteilt.[76] Regierungschef der Indischen Union wurde Jawaharlal Nehru, er war zuvor ein wichtiger Führer im Freiheitskampf. Über die Zuordnung der Provinz Kaschmir kam es rasch zum Konflikt, der zum Ersten Indisch-Pakistanischen Krieg führte. Dieser endete 1949 mit der De-facto-Zweiteilung Kaschmirs unter Vermittlung der Vereinten Nationen. 1949 löste sich die Indische Union auch nominell von der britischen Krone. Erster Präsident der Republik wurde Rajendra Prasad (1950–1962). Am 26. Januar 1950 trat die erste indische Verfassung in Kraft. Das Königreich Sikkim schloss mit Indien einen Vertrag, wonach Indien die Verantwortung für Verteidigung, Außenpolitik und andere Angelegenheiten übernahm. Schließlich schloss es sich 1965 ganz an Indien an. 1954 gab Frankreich die letzten unter seiner Herrschaft stehenden Gebiete zurück.

Indien gewährte 1959 dem tibetischen Dalai Lama politisches Asyl. Dieser bildete in Dharmshala (Himachal Pradesh) eine tibetische Exilregierung. 1961 annektierte Indien die portugiesischen Kolonien auf der indischen Halbinsel, insbesondere Goa. Im Indisch-Chinesischen Krieg von 1962 verlor Indien im Norden und Nordosten kleinere Gebiete an die Volksrepublik China.[77]

Nach Nehrus Tod 1964 wurde nach einer zweijährigen Zwischenphase 1966 seine Tochter Indira Gandhi zur Premierministerin. Die zweite Hälfte ihrer ersten Regierungszeit war von Unruhen und Separationsbewegungen einzelner Landesteile geprägt, so dass sie Mitte der siebziger Jahre den Notstand ausrief. Um ihren Kurs vom Volk absegnen zu lassen, rief sie 1977 Wahlen aus und wurde abgewählt. Nach drei turbulenten Jahren konnte sie 1980 ein triumphales Comeback feiern. Doch 1982 rebellierten Mitglieder der Religion der Sikhs in Amritsar und forderten einen unabhängigen Sikh-Staat im Punjab. Als der Konflikt weiter eskalierte, ließ Indira Gandhi im Juni 1984 den Goldenen Tempel in Amritsar stürmen. Aus Rache dafür wurde sie am 31. Oktober 1984 von einem ihrer Sikh-Leibgardisten ermordet.

Unter ihrem Sohn Rajiv Gandhi, der ihr problemlos im Amt nachfolgte, wurden in Indien Liberalisierungen in der Wirtschaft eingeführt. Doch verlor er Ende November 1989 wegen Korruptionsvorwürfen die Macht. Trotz des relativ guten Abschneidens der Kongresspartei bei der Wahl 1989 bildete sich eine Koalition gegen eine von der Kongresspartei geführte Regierung. Es folgten erst kurzlebige Koalitionsregierungen unter verschiedenen Premierministern, ehe 1991 P. V. Narasimha Rao die Regierung stabilisieren konnte und bis 1996 konsequent wirtschaftliche Reformen durchsetzte. Bei einer Wahlkampfrede zu Regionalwahlen in Südindien wurde Rajiv Gandhi 1991 von separatistischen Rebellen aus Sri Lanka (Tamil Tigers) durch einen Sprengstoffanschlag getötet.

Im Jahre 1997 übernahm mit K. R. Narayanan erstmals ein Kastenloser als Staatspräsident das höchste Amt im Staate. Nach einer Phase von Unruhen konnte Atal Behari Vajpayee 1998 wieder eine stabile Regierung bilden, die die Wahlen von 1999 klar gewann. Schon 1998 ließ er Atombombentests durchführen.[78] Vor allem bewährte er sich als Wirtschaftsreformer, dem es gelang, einen Boom einzuleiten.[79] Doch die Lage der ärmeren Inder blieb weitgehend unverändert. Die sich auftuende Schere zwischen Arm und Reich verhalf 2004 der oppositionellen Kongresspartei unter Sonia Gandhi, der Ehefrau des 1991 ermordeten Premierministers Rajiv Gandhi, zum Sieg. Aufgrund ihrer italienischen Herkunft stieß sie jedoch auf Widerstand und verzichtete auf das Amt als Regierungschefin. Neuer Ministerpräsident wurde am 22. Mai 2004 der 1932 geborene Manmohan Singh – ein Angehöriger der Sikh-Religion.

Indonesien[Bearbeiten]

Hauptartikel: Geschichte Indonesiens

Schon früh entstanden Unabhängigkeitsbewegungen: 1912 die Sarekat Islam („Islamische Vereinigung“), 1926 die Kommunistische Partei (PKI), 1927 die von Sukarno gegründete Partai Nasional Indonesia. Die Befreiung von den Kolonialherrschaft der Niederlande brachte allerdings erst die japanische Besatzung 1942–1945, die allerdings ihrerseits von Kriegsverbrechen begleitet war.

Am 17. August 1945 riefen Sukarno und Mohammad Hatta die Unabhängigkeit Indonesiens aus (Staatsname: Indonesia). Der Einfluss der Republik Indonesien erstreckte sich zunächst auf die Inseln Java, Madura und einen Teil Sumatras. Die übrigen Inseln wurden meist von den Niederländern kontrolliert. Im Indonesischen Unabhängigkeitskrieg (1947/48) eroberten die Niederlande zwar fast das gesamte Gebiet, kämpften aber weiterhin gegen eine indonesische Guerilla und verloren vor allem die Sympathie der Weltöffentlichkeit. Unter amerikanischem Druck mussten die Niederlande im August 1949 (abermals) Verhandlungen mit der Republik Indonesien aufnehmen. Am 27. Dezember 1949 wurde in Amsterdam die Übergabe der Souveränität unterzeichnet, der niederländische Teil von Neuguinea West-Papua blieb jedoch vorläufig unter niederländischer Verwaltung. 1962/63 mussten die Niederländer schrittweise auch ihren letzten Kolonialbesitz ihres ehemaligen Inselreiches übertragen, West-Papua oder West-Irian (New Yorker Abkommen, 1. Mai 1963).

Die Unabhängigkeit war Indonesien nur unter der Bedingung zugestanden worden, dass Indonesien eine Föderation aus mehreren Teilstaaten (negara) sein sollte. Doch 1950 wandelte Sukarno die Republik in einen Einheitsstaat um. Bis 1955 wurde auch die Republik Maluku Selatan erobert. Die zunehmende Willkürherrschaft des Sukarno-Regimes provozierte 1965 einen angeblich kommunistischen Umsturzversuch (G30S/PKI). Dieser scheiterte an einem Gegenputsch rechtsgerichteter Armeeangehöriger, in dessen Verlauf zwischen 100.000 und einer Million Menschen getötet wurden, vor allem tatsächliche oder vermeintliche Anhänger der kommunistischen Partei Indonesiens (PKI) und Chinesen (Massaker in Indonesien 1965–1966). 1966 erzwang der Militär Suharto von Sukarno die Vollmacht zur Regierungsbildung und machte sich 1968 zum Staatspräsidenten. 1969 wurde West-Papua (Irian Barat) durch einen manipulierten Volksentscheid indonesische Provinz und erhielt den Namen „Irian Jaya“.

Als indonesische Truppen 1975 Teile von Portugiesisch-Timor besetzten, rief die „Revolutionäre Front für die Unabhängigkeit von Osttimor“ (FRETILIN) die Unabhängigkeit der bisherigen Kolonie aus. Neun Tage später begann Indonesien mit der Besetzung des restlichen Gebietes und gliederte es 1976 ohne internationale Anerkennung in seinen Staatenverband ein. Aufgrund der Besetzung und des folgenden Guerillakrieges starben 183.000 Menschen, fast ein Viertel der Bevölkerung. Erst nach dem Unabhängigkeitsreferendum in Osttimor 1999 und einer erneuten Gewaltwelle, zog sich Indonesien zurück. Osttimor kam unter UN-Verwaltung und wurde 2002 in die Unabhängigkeit entlassen.

Im Zuge der Asienkrise von 1997 verzeichnete die Indonesische Rupiah einen starken Wertverlust, und die indonesische Regierung musste sich für Hilfen des IMF zu erheblichen Kürzungen staatlicher Subventionen verpflichten. Die Preise für Waren wie Benzin und Reis, und Gebühren für öffentliche Service wie Bildung verteuerten sich dramatisch. Verschlimmert wurde die Situation von der weitverbreiteten Korruption im Land. Deshalb kam es zu Unruhen.[80] Daher trat Präsident Suharto 1998 zurück, und Bacharuddin Jusuf Habibie, bis dahin Vize-Präsident, wurde Staatspräsident. Immer wieder kam es zu Unruhen und Terroranschlägen. 2001 wurde dann Megawati Sukarnoputri, Tochter des Staatsgründers Sukarno und Mitglied der PDI-P, Staatspräsidentin. 2002 kam es zu einem islamistischen Terroranschlag auf der Touristeninsel Bali, bei dem es 202 Tote und mehr als 300 Verletzte gab.

2003 konnte die Provinz Aceh (Atjeh) auf Sumatra nur durch 40.000 Soldaten an einer Unabhängigkeitserklärung gehindert werden. Am 5. Juli 2004 kam es zu den ersten direkten Präsidentschaftswahlen, bei denen der frühere General Susilo Bambang Yudhoyono, Gründer der Demokratischen Partei, in der Stichwahl gegen die bisherige Amtsinhaberin siegte.[81]

Amerika[Bearbeiten]

Nordamerika[Bearbeiten]

Die Geschichte Nordamerikas wurde im 20. Jahrhundert primär von der Politik der USA geprägt, welche bereits im Zusammenhang mit obigen Ereignissen erwähnt wurde.

Lateinamerika[Bearbeiten]

Mittelamerika[Bearbeiten]

Auch im 20. Jahrhundert betrachteten die USA die Karibik und Mittelamerika so sehr als ihr unmittelbares Interessengebiet, dass sie sich dort sehr häufig – meist militärisch – einmischten: in Nicaragua (1909–1910, 1912–1925, 1926–1933), in Honduras (1905, 1907, 1911–1913, 1917, 1919, 1924–1929), in Kuba (1901-03, 1906-09, 1912, 1917–1919, 1921–1923, 1933, 1961), in Panama (1901, 1902, 1903, 1908, 1912–1914, 1917–1918, 1921, 1964, 1989–1990), in der Dominikanischen Republik (1903-05, 1907, 1914, 1916–1924, 1965–1966), in Haiti (1914, 1915–1935, 1944, 1994–1995, 2004), Costa Rica (1919), in Guatemala (1920, 1954), in Grenada (1983).

Aufgrund der inneren Geschichte sind wegen der Revolution ab 1953 Kuba, wegen der Entwicklung ab 1979 Nicaragua und ab 1981 auch Honduras von besonderem Interesse.

Südamerika[Bearbeiten]

Nach Erlangung der Unabhängigkeit wurden nach und nach Demokratien aufgebaut. Doch nach dem Zweiten Weltkrieg wurden mehr und mehr demokratische Regierungen durch Militärdiktaturen beseitigt. Seit 1990 sind alle Länder Südamerikas demokratisch regiert.

Zeitleiste der politischen Ausrichtung der Regierungen in Südamerika
Land 50er 60er 70er 80er 90er 2000er 2010er
0 1 2 3 4 5 6 7 8 9 0 1 2 3 4 5 6 7 8 9 0 1 2 3 4 5 6 7 8 9 0 1 2 3 4 5 6 7 8 9 0 1 2 3 4 5 6 7 8 9 0 1 2 3 4 5 6 7 8 9 0 1 2 3
SurinameSuriname Suriname
GuyanaGuyana Guyana
VenezuelaVenezuela Venezuela
KolumbienKolumbien Kolumbien
EcuadorEcuador Ecuador
PeruPeru Peru
BolivienBolivien Bolivien
BrasilienBrasilien Brasilien
ParaguayParaguay Paraguay
UruguayUruguay Uruguay
ArgentinienArgentinien Argentinien
ChileChile Chile

██ Links/Bolivarianisch/Sozialistisch ██ Mitte-links ██ Unabhängig/Liberal/Zentristisch ██ Mitte-rechts ██ (Militär-)Diktatur

Literatur[Bearbeiten]

(chronologisch sortiert)

Klassische Universalgeschichte[Bearbeiten]

  • Jacob Burckhardt: Weltgeschichtliche Betrachtungen, 1905.
  • Oswald Spengler: Der Untergang des Abendlandes. Umrisse einer Morphologie der Weltgeschichte. Band 1, Wien 1918, Band 2, München 1922.
  • Arnold J. Toynbee: A Study of History, 10 Bände; London 1934–1954, Zusatzbände 11–12; London, 1959/61. Autorisierte deutsche Kurzfassung: Der Gang der Weltgeschichte, 2 Bände; Zürich 1949 u. 1958.
  • Arnold J. Toynbee: Mankind And Mother Earth: A Narrative History Of The World; Oxford, 1976. Deutsch: Menschheit und Mutter Erde. Die Geschichte der großen Zivilisationen; Claassen Verlag GmbH, Düsseldorf, 1979.
  • Gerard Serrade: Leere Zeiten – oder: Das abstrakte Geschichtsbild; Logos, Berlin 1998, ISBN 3-89722-016-4.
  • Yuval Noah Harari: A Brief History of Humankind; Harvill Secker, 2012. Deutsch: Eine kurze Geschichte der Menschheit; Deutsche Verlagsanstalt, 2013 (3. Auflage).

Traditionelle Weltgeschichte der Nachkriegszeit[Bearbeiten]

Moderne World History / Weltgeschichte[Bearbeiten]

  • William Hardy McNeill: The Rise of the West. A history of the human community; Chicago: Univ. of Chicago Press, 1964.
  • Alfred W. Crosby: Ecological imperialism: the biological expansion of Europe, 900–1900; Studies in environment and history; Cambridge: Cambridge University Press, 1986.
  • Janet Abu Lughod: Before European hegemony: the world system A. D. 1250–1350; Oxford: Oxford University Press, 1989; ISBN 0-19-506774-6 Rezension
  • Jerry H. Bentley: Cross-Cultural Interaction and Periodization in World History; in: American Historical Review 101 (1996), Heft 3, S. 749–770.
  • André Gunder Frank: ReOrient. Global Economy in the Asian Age; Berkeley: University of California Press, 1998; Rezensionen,
  • Jared Diamond: Arm und Reich. Die Schicksale menschlicher Gesellschaften; Frankfurt/ Main: Fischer Taschenbuch Verlag, 1999; Rezension
  • Knut Borchardt: Globalisierung in historischer Perspektive; Bayerische Akademie der Wissenschaften, Sitzungsberichte, 2001, Heft 2; München: Verlag der bayerischen Akademie der Wissenschaften / Beck, 2001.
  • Wolfgang E. J. Weber: Universalgeschichte; in: Aufriss der Historischen Wissenschaften, Band 2: Räume, S. 15–98; Stuttgart, 2001.
  • Friedrich Edelmayer, Peter Feldbauer, Marija Wakounig (Hrsg.): Weltregionen 4 – Globalgeschichte 1450–1620; Wien: Promedia, 2002.
  • Patrick Manning: Navigating World History; New York: Palgrave Macmillan, 2003; Zusammenfassung, Rezension, Rezension, Rezension
  • John R. McNeill, William H. McNeill: The Human Web. A Bird’s Eye View of World History; New York: Norton, 2003;
  • Jürgen Osterhammel, Niels P. Peterson: Geschichte der Globalisierung. Dimensionen, Prozesse, Epochen; München: Beck, 2003; Rezension
  • Jürgen Osterhammel: Die Verwandlung der Welt. Eine Geschichte des 19. Jahrhunderts. C. H. Beck Verlag, München 2008, ISBN 9783406582837 - Rezensionen
  • Margarete Grandner, Andrea Komlosy (Hrsg.): Vom Weltgeist beseelt: Globalgeschichte 1700–1815; Wien: Promedia, 2004; Rezension, Rezension (PDF; 121 kB).
  • Immanuel Wallerstein: World-Systems Analysis. An Introduction; Durham, London: Duke University Press, 2004; Rezension
  • Herfried Münkler: Imperien. Die Logik der Weltherrschaft; Lizenzausgabe. Bonn, 2005; Rezension, Rezension, Rezensionen, Interview
  • Hans-Heinrich Nolte: Weltgeschichte. Imperien, Religionen und Systeme, 15.–19. Jahrhundert; Wien, Köln, Weimar: Böhlau, 2005; ISBN 3-205-77440-X.
  • Hanna Schissler: Weltgeschichte als Geschichte der sich globalisierenden Welt; in: Aus Politik und Zeitgeschichte, Nr. 1–2, 2005; S. 33–39
  • Christopher A. Bayly: Die Geburt der modernen Welt. Eine Globalgeschichte 1780-1914. Frankfurt/New York: Campus, 2006; ISBN 978-3-593-38160-2.
  • Jerry H. Bentley, Herbert F. Ziegler: Traditions and Encounters. A Global Perspective on the Past; Boston: McGraw-Hill, 20063; Rezension, Rezension
  • Imanuel Geiss: Geschichte im Überblick: Daten und Zusammenhänge der Weltgeschichte; überarbeitete und erweiterte Neuauflage. Reinbek: Rowohlt, 2006.
  • Eckhard Fuchs, Karen Oslund: Guest Editorial: Teaching World History: Introductory Remarks; in: World History Connected 3.3, 2006.
  • Sebastian Conrad, Andreas Eckert, Ulrike Freitag (Hrsg.): Globalgeschichte. Theorien. Ansätze, Themen. Frankfurt/New York: Campus, 2007; ISBN 3-593-38333-0.
  • Hans-Heinrich Nolte: Weltgeschichte des 20. Jahrhunderts; Wien, Köln, Weimar: Böhlau, 2009; ISBN 3-205-78402-2.
  • John Darwin: Der imperiale Traum. Die Globalgeschichte großer Reiche 1400–2000; Frankfurt/New York: Campus, 2010.

Big History[Bearbeiten]

  • David Christian: Maps of Time. An introduction to Big History; Berkeley: University of California Press, 2005; ISBN 0-520-24476-1. Verlagsdarstellung, Rezension
  • Fred Spier: Big History. Was die Geschichte im Innersten zusammenhält; (Originaltitel: The Structure of Big History from the Big Bang Until Today). Darmstadt: Wissenschaftliche Buchgesellschaft, 2005.

Siehe auch[Bearbeiten]

 Wikibooks: Geschichte der Menschheit – Lern- und Lehrmaterialien

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Die hier vorgelegte Darstellung versucht ihren Eurozentrismus so gering als möglich zu halten und orientiert sich am Konzept von Europa als Provinz im Sinne von Dipesh Chakrabarty (2000): Provincializing Europe, Princeton
  2. Zur Frage der Verdrängung des Neandertalers durch den Homo sapiens vgl. neuerdings William E. Banks, Francesco d'Errico, A. Townsend Peterson, Masa Kageyama, Adriana Sima, Maria-Fernanda Sánchez-Goñi (2008). Neanderthal Extinction by Competitive Exclusion PLoS ONE, 3 (12) DOI (zuletzt abgerufen 26. Januar 2009)
  3. Jeanette Werning: Früheste Scherben, frühester Reis, früheste Hirse. Zur Neolithisierung in China. In: Jörg Eckert (Hrsg.): Archäologische Perspektiven. Analysen und Interpretationen im Wandel. Leidorf, Rahden/Westfalen 2003, S. 103–129.
  4. Elisabetta Boarettoa u.a.: Radiocarbon dating of charcoal and bone collagen associated with early pottery at Yuchanyan Cave, Hunan Province, China. PNAS 2009, doi:10.1073/pnas.0900539106 (Abstract)
  5. Pottery 20,000 years old found in a Chinese cave USA Today, 28. Juni 2012
  6. Dieses Reich habe unter wechselnden Stadtherrschern bestanden, doch das ist historisch so nicht zutreffend.
  7. vgl. insbesondere Hammurapi I. (Babylon)
  8. Auch ihr plötzliches Verschwinden ab etwa 1900 v. Chr. ist noch nicht erklärt. Selbst Texte des Sanskrit aus dem 1. vorchristlichen Jahrtausend erwähnen diese frühe Kultur nicht direkt. Ebenfalls ist nicht sicher, welche Sprache die Menschen damals sprachen oder wie sie sich selbst nannten.
  9. Die ökologischen Erklärungsmodelle nehmen an, dass der stark gewachsenen Bevölkerung eine zu geringe Ackerbaufläche zur Verfügung stand, zumal sie offenbar hauptsächlich im traditionellen und flächenintensiven Milpa-System bearbeitet wurde. So O. F. Cook: Milpa agriculture, a primitive tropical system. In: Annual Report of the Board of Regents of the Smithsonian Institution = Annual report, 1919. Washington, D.C., 1921; S. 307–326. Andere Erklärungsansätze sind Invasionen, Katastrophen, Epidemien und Klimaveränderungen.
  10. Diese Datierung ist allerdings noch umstritten. Einige wenige Forscher möchten sogar schon das Aussterben der Megafauna um 130.000 v. Chr. auf menschliche Einwirkung zurückführen.
  11. Gerhard Leitner (2006): Die Aborigines Australiens, 2006, S. 40
  12. Christian Meier: Kultur um der Freiheit willen, München 2009, S. 29: „In einer Hinsicht aber, so könnte es scheinen, hat Europa bei den Griechen begonnen, indem durch sie nämlich, wie es Herodot im fünften Jahrhundert v. Chr. ausdrückte, Europa von Asien ‚abgespalten wurde‘.“
  13. Christian Meier: Kultur um der Freiheit willen, München 2009, S. 14: Die Polis war der Ort, wo sich mit der Zeit die Freiheit der Bürger entwickelte, „wofür wir in der Weltgeschichte zuvor kein zweites Beispiel finden“ und stellte insofern eine europäische Sonderentwicklung dar.
  14. Andererseits trug insbesondere der vierte Kreuzzug wesentlich zur Schwächung des byzantinischen Reiches bei.
  15. Die Chinatowns in amerikanischen Städten heißen auf Chinesisch Tang-Ren-Jie (Straßen der Tang-Menschen).
  16. Jeder seiner Eroberungen ging eine besondere Erörterung der sich entwickelnden politischen Lage und der ökonomischen Vorteile voraus. Ein Beispiel ist die Eroberung der nordchinesischen Hauptstadt Peking 1215. Er schlug nach der Eroberung der Hauptstadt die Chance aus, die Erweiterung auf ganz Nordchina auszudehnen und kehrte nach seinem Sieg einfach nach Hause zur Steppe zurück. Der Krieg gegen das Choresmische Reich 1219–1221 begann aufgrund von Handelstreitigkeiten.
  17. Paul Strathern: The Medici: Godfathers of the Renaissance; 2003; S. 81–90, 172–197.
  18. Allein die Bibliothek von Cordoba soll 400.000 Bücher umfasst haben. (The Islamic World to 1600. Tutorial der University of Calgary; abgerufen 11. November 2008)
  19. Hanns J. Prem: Die Azteken. Geschichte – Kultur – Religion. Verlag C.H.Beck, 4. Auflage, München 2006, S. 76. Daneben steht allerdings auch eine Datierung auf 1100–1200
  20. Hanns J. Prem: Die Azteken. Geschichte – Kultur – Religion. Verlag C.H.Beck, 4. Auflage, München 2006, S. 86: Itzcóatl ließ aus bisher nicht ganz geklärten Gründen viele alte Bilderhandschriften vernichten.
  21. Vermutlich aufgrund einer Hungersnot zwischen 1445 und 1450
  22. Hanns J. Prem: Die Azteken. Geschichte – Kultur – Religion. Verlag C.H.Beck, 4. Auflage, München 2006, S. 92
  23. Zeitgenössische Quellen sind Aztekencodices wie der Codex Mendoza von 1541 und die zweisprachige (spanisch/nahuatl) „Historia General de las Cosas de la Nueva España“ des Franziskaners Bernardino de Sahagún,
  24. Danièle Lavallée, Luís Guillermo Lumbreras: Die Andenvölker. Von den frühen Kulturen bis zu den Inka; München, 1986, ISBN 3-406-31148-2, S. 332
  25. Helga Lippert: Terra X – Von den Oasen Ägyptens zum Fluch des Inka-Goldes. München 2001, ISBN 3-453-19700-3, S. 309
  26. Manuel Lucena Salmoral: Amerika 1492 – Portrait eines Kontinents vor 500 Jahren. München 1991, ISBN 3-517-01215-7, S. 30
  27. a b Wolfgang Behringer (Hrsg.): Lust an der Geschichte – Amerika – Die Entdeckung und Entstehung einer neuen Welt. München 1992, ISBN 3-492-10472-X, S. 265
  28. Miroslav Stingl: Das Reich der Inka – Ruhm und Untergang der Sonnensöhne. Augsburg 1995, ISBN 3-86047-212-7, S. 174
  29. Wolfgang W. Wurster: Die Schatzgräber – Archäologische Expeditionen durch die Hochkulturen Südamerikas. Hamburg 1991, ISBN 3-570-01000-7, S. 231
  30. Miroslav Stingl: Das Reich der Inka – Ruhm und Untergang der Sonnensöhne. Augsburg 1995, ISBN 3-86047-212-7, S. 168
  31. Helga Lippert: Terra X – Von den Oasen Ägyptens zum Fluch des Inka-Goldes. München 2001, ISBN 3-453-19700-3, S. 310
  32. Im Austausch für das Gold der Wangara lieferten die nordafrikanischen Händler hauptsächlich Salz aus den Salinen von Taghaza (Nordmali) und Idschil (Westmauretanien), da Salz im tropischen Westafrika sehr begehrt war. Endpunkt des Handels im Maghreb war bis ins 11. Jahrhundert Sidschilmasa.
  33. Die weltwirtschaftliche Bedeutung dieser Phase wird meist darin gesehen, dass durch Ausbeutung der amerikanischen und afrikanischen Kolonien ein auf Europa zentriertes kapitalistisches System entstanden sei. Vgl. etwa Karl Marx, Fernand Braudel: Sozialgeschichte des 15.–18. Jahrhunderts, Bd. 3; 1986; Immanuel Wallerstein: Weltsystem-Theorie. Eine Gegenposition vertritt 1998 in Weltwirtschaft im asiatischen Zeitalter Andre Gunder Frank: „Der ‚Aufstieg des Westens‘ geschah nicht durch irgendein ‚europäisches Wunder der Einzigartigkeit‘, das ihm vorgeblich erlaubte, sich an seinem eigenen Schopf emporzuziehen […] Stattdessen verwendete Europa sein amerikanisches Silber, um sich vom Rande her in den seit langem bestehenden Weltmarkt in Asien einzukaufen, der viel größer, produktiver und wettbewerbsfähiger war“. (Frank in einer Zusammenfassung seiner Hauptaussagen), vgl. dazu in diesem Artikel unter Menschheitsgeschichte#China 3: „Fortschritte in Landwirtschaft, Handwerk und Industrie ermöglichten zwischen 1700 und 1800 eine Verdoppelung der Bevölkerung von 160 Millionen auf 300 Millionen. China stellte etwa 50 % der Weltproduktion, es erreichte 1759 mit 11,5 Millionen km2 die größte Ausdehnung seiner Geschichte und das sinozentrische Weltbild erlebte seine Blüte.“
  34. Grundlegend dafür waren dafür u. a. John Locke, Charles de Montesquieu und Jean-Jacques Rousseau.
  35. Dass die Veränderungen dieser Zeit nicht nur in technischen Erfindungen, sondern auch in einer Industrious Revolution (vgl. Jan de Vries) und in einer weltumfassenden Domestizierung (vgl. Christopher A. Bayly: Die Geburt der modernen Welt, Frankfurt 2006, S. 68–70) bestanden haben, hat sich in der deutschsprachigen Wikipedia noch kaum niedergeschlagen. Daher bleibt es bei diesem Hinweis, so lange nicht auf zusammenhängende Darstellungen dazu verlinkt werden kann
  36. David S. Landes fasst den technischen Kerngehalt der Industriellen Revolution in drei Prozessen zusammen: 1. die Mechanisierung von Handarbeit durch Maschinen, 2. die mechanische Energieerzeugung und Energieumwandlung vor allen durch die Dampfmaschine, 3. die massenhafte Verwendung der mineralischen Grundstoffe Kohle und Eisen. (David S. Landes: Der entfesselte Prometheus. Köln 1973, S. 52)
  37. Eric J. Hobsbawm: Industrie und Empire I. Frankfurt am Main 1969, S. 55
  38. Spezialisierung von Produzenten und Produktionsstätten auf die Produktion bestimmter Arten von Gütern und Dienstleistungen, vgl. Arbeitsteilung
  39. Unter Kaiser Kangxi wurde das größte Wörterbuch zusammengestellt und unter Kaiser Qianlong wurde ein Lexikon aller wichtigen kulturellen Arbeiten geschrieben. Das berühmte Buch Der Traum der roten Kammer stammt ebenfalls aus dieser Periode.
  40. Aufgrund des hohen Teeimports fielen jährlich 20 Millionen Pfund Verlust an.
  41. Annemarie Schimmel: Im Reich der Grossmoguln. Geschichte, Kunst, Kultur. München 2000, S. 7
  42. Die Abschaffung der Sklaverei war nicht Lincolns Hauptziel, dass er sie herausstellte, sollte einerseits Sklavenaufstände in den Südstaaten provozieren und es andererseits den europäischen Großmächten ideologisch erschweren, zugunsten der Südstaaten zu intervenieren, was sie aus handelspolitischen Gründen gern getan hätten (vgl. Emanzipations-Proklamation)
  43. Besonders radikal war die Verfolgung der Indios in den Gebieten, die im 19. Jahrhundert von den Europäern in den Indian Wars aber auch bei der Eroberung Patagoniens gewonnen wurden. Hier kam es zur gezielten Auslöschung ganzer Stämme, einem bewussten Genozid.
  44. Zwar hatten schon 1620 zwei Offiziere der Britischen Ostindien-Kompanie auf eigene Initiative das Kap zur britischen Kolonie erklärt, doch das wurde von der britischen Regierung nicht anerkannt
  45. vgl. die Weltkarte von Jean Rotz aus dem französischen Dieppe im Jahr 1542, deren Darstellung des Groß-Javas (The Lande of Java) Marco Polos Ähnlichkeiten mit der Küstenlinie Australiens im Nordosten zeigt (Zum Beispiel die Kap-York-Halbinsel).
  46. Der Zweck seiner Reise war das Auffinden der sogenannten Terra Australis, von der man damals glaubte, sie müsse als Gegengewicht zu den Landmassen im Norden der Erdkugel vorhanden sein.
  47. Marianen, Mikronesien, Melanesien, Marshallinseln, Elliceinseln, Salomonen, Marquesas.
  48. Davor waren Entdeckungen nicht selten rasch wieder in Vergessenheit geraten. So wurde Tahiti 1767 von Samuel Wallis entdeckt und im April 1768 nochmals Louis Antoine de Bougainville „entdeckt“ und für Frankreich in Besitz genommen.
  49. vorbereitet 1926, endgültig ab 1940
  50. 1940 kam es im Dreimächtepakt dann zur so genannten Achse Berlin-Rom-Tokio
  51. Im Laufe des Kalten Krieges kam es zu einem Rüstungswettlauf, der zur Entwicklung der Interkontinentalraketen und damit auch zur friedlichen Raumfahrt führte. Sputnik 1 und Mondlandung waren die beiden spektakulärsten Ergebnisse der Raumfahrttechnik.
  52. Diese „richtungsweisenden Veränderungen […] im Denken und in der Politik“ waren nach Paul Kennedy „Folgeerscheinungen des unerwartet schnellen Zusammenbruchs der europäischen Kolonialreiche und des Entstehens von etwa 100 neuen UN-Mitgliedern innerhalb weniger Jahrzehnte“. Bzgl. der Einkommensunterschiede verweist Kennedy darauf, dass Verhältnis des Durchschnittseinkommens pro Kopf zwischen reichstem und ärmsten Land 1947 noch bei 13:1 lag, bis 1991 aber auf 60:1 gestiegen war. (Paul Kennedy: Parlament der Menschheit, München 2007, S.148f.)
  53. Dennoch hätte im September 1983 im Zuge der Spannungen im Umfeld des NATO-Doppelbeschlusses durch einen Fehlalarm in der SU der Weltkrieg ausgelöst werden können, was aber durch Stanislaw Petrow verhindert wurde.(Spiegel online 21. April 2010)
  54. Tony Judt: Die Geschichte Europas von 1945 bis zur Gegenwart. München 2006, S. 504: „Das war die wirkliche Lektion von 1968, zunächst für die Tschechen und dann für alle anderen –, nie wieder konnte irgend jemand behaupten, der Kommunismus beruhe auf allgemeiner Zustimmung oder der Legitimität einer reformierten Partei oder gar auf den Lehren der Geschichte.“
  55. In seinem Aufsatz Samtene Revolution in Vergangenheit und Zukunft in: Jahrhundertwende. Weltpolitische Betrachtungen 2000 – 2010, München 2010, S.87-100 hat Timothy Garton Ash nach dem Vorbild der Samtenen Revolution in der Tschechoslowakei alle gewaltlosen Umstürze von 1989 ab als samtene Revolutionen bezeichnet und dies Attribut auch zukünftigen gewaltlosen Revolutionen wie denen des Arabischen Frühlings zugeschrieben.
  56. H.-H. Nolte: Weltgeschichte des 20. Jh.; S. 261–275
  57. In der Hoffnung auf eine große Friedenszeit sprach der Politikwissenschaftler Francis Fukuyama 1992 sogar vom Ende der Geschichte, doch wurde er spätestens 1994 durch den Völkermord in Ruanda widerlegt.
  58. vgl. Washington Consensus von 1990 und Umbau des GATT in die WTO mit stärkeren Kompetenzen, Zollabbau zu erzwingen, und die Kritik an dieser Politik durch attac (1998 gegründet) und u. a. den Wirtschaftsnobelpreisträger Joseph E. Stiglitz in Die Schatten der Globalisierung (2002).
  59. 2003 in Georgien zur Rosenrevolution, 2004 in der Ukraine zur Orangen Revolution und 2005 Kirgisistan zur Tulpenrevolution.
  60. unterzeichnet 2007, endgültig ratifiziert 1. Dezember 2009
  61. Dafür wurde er 2009 mit dem Friedensnobelpreis geehrt. (Die Zeit, 9. Oktober 2009: Friedensnobelpreis für Obama: „Dieser Preis ist ein Ansporn für Obama“Letzter Abruf 7. Oktober 2010)
  62. spiegel.de: Schutzwall gegen die wilde Wall Street (Zugriff am 17. Juli 2010).
  63. 2008 trafen in Washington erstmals die Staats- und Regierungschefs der Gruppe zusammen, wobei China und Indien, weil sie von der Krise weniger betroffen waren, eine stärkere Position hatten.
  64. UN-Klimakonferenz in Kopenhagen#Konferenzverlauf: „Als wesentlich für das Scheitern gilt die mangelnde Einigung zwischen China und den USA. Während der Konferenz versuchte Präsident Obama Zeitungsmeldungen zufolge, eine nächtliche Kompromissformulierung in direkten Verhandlungen mit dem chinesischen Premierminister Wen Jiabao zu erreichen und traf Wen in einer Runde mit den Regierungschefs von Indien, Brasilien und Südafrika an.“. Siehe Tobias Rapp, Christian Schwägerl, Gerald Traufetter: Das Kopenhagen-Protokoll; Spiegel-Online; 3. Mai 2010, abgerufen 24. Februar 2011.
  65. Jørgen Randers beurteilt in seiner 2012 verfassten Nachfolgestudie zu Die Grenzen des Wachstums von 1972 2052. Der neue Bericht an den Club of Rome die chinesische Rolle bei der Bekämpfung der globalen Erwärmung dennoch positiv: "Diese gesamte Anstrengung wird dadurch vereinfacht, dass die Behörden vernünftige nationale Pläne aufstellen und implementieren können. Chinas lange Folge von Fünfjahresplänen [...] werden sich als nützlich erweisen, wenn es darum geht, eine große Bevölkerung [...] bei Laune zu halten und gleichzeitig den Klimawandel zu bekämpfen." (S.321)
  66. In Tunesien, Algerien und Ägypten kam es zu unblutigen Veränderungen, insbesondere in Ägypten stieg die Unzufriedenheit aber wieder rasch an.
  67. Am 13. Februar 2008 entschuldigte sich der australische Premier bei den Mitgliedern der „stolen Generations“ für das Unrecht, das den Aborigines vom australischen Staat getan worden ist. (Spiegel online vom 13. Februar 2008, abgerufen am 30. Dezember 2008)
  68. UNAIDS: Die AIDS-Epidemie.Status-Bericht: Dezember 2005; 2005 (pdf); abgerufen 11. Januar 2009
  69. zum weiteren Verlauf der Geschichte der Republik China vgl. Geschichte Chinas#Republik China (seit 1949 auf Taiwan).
  70. Aufgrund des Bodenverwaltungsgesetzes von 1986 und weil Mitte der 1980er Jahre auch nicht-staatliche Unternehmen in der Industrie zugelassen wurden, konnten allerdings Privatleute durch Bestechung mit Immobilien große Wertsteigerungen realisieren und Regierungsbeamte durch Rent-Seeking große Anteile an ehemaligen Staatsbetrieben kostenlos erwerben. Ein sehr informatives Beispiel legt Qinglian He in China in der Modernisierungsfalle, Hamburger Edition 2006, S. 59–63 vor. Noch weit größere Gewinne machte Gu Chujun durch den Erwerb von Staatsfirmen in der Zeit von 2001 bis 2004 (ebenda, S. 64–65). Zu Gewinnen aufgrund des Bodenverwaltungsgesetzes und die dadurch ermöglichte Einhegungsbewegung vgl. S. 76–90
  71. Mao Yushi entblättert Mao Zedong und verärgert Chinas Ultralinke, stimmen-aus-china.de, 4.Februar 2012
  72. "In China hat es [...] bis heute keine Ent-Maoisierung gegeben." Kai Vogelsang: Geschichte Chinas., 2012, S.593
  73. Die prominentesten davon betroffenen Parteifunktionäre sind der Ex-Bahnminister Liu Zhijun, gegen den die Todesstrafe (auf Bewährung) ausgesprochen wurde. (Todesstrafe auf Bewährung für Chinas Bahnminister, Die Welt vom 8. Juli 2013, abgerufen am 15. September 2013) und Bo Xilai, Handelsminister von 2004-2007 und danach Parteichef der regierungsunmittelbaren Stadt Chongqing. Er wurde "wegen Bestechlichkeit, Unterschlagung und Amtsmissbrauch zu lebenslänglicher Haft verurteilt." (Prozess gegen Bo Xilai)
  74. Unter Hinweis auf das Konjunkturprogramm von 586 Mrd. US-Dollar konstatiert Heinrich Kreft, Chinas Aufstieg eine Herausforderung für den Westen; in: Aus Politik und Zeitgeschichte 39/2010, S. 37, „dass China, das aufgrund seiner starken Exportorientierung massiv von der Finanz- und Wirtschaftskrise 2008/2009 betroffen war, die Finanzkrise in einem großen Kraftakt besser bewältigt hat als die USA, Europa oder andere Schwellenländer.“ Es hat sich sogar angeboten, schwachen Ländern der Euro-Zone wie Griechenland und Irland in ihrer Schuldenkrise zu helfen. China bietet sich als Euro-Retter an; Spiegel-Online, 21. Dezember 2010; abgerufen am 24. Februar 2011
  75. Declaration of the Beijing Summit Of the Forum on China-Africa Cooperation vom 5. November 2006. Jin Ling: Gemeinsam mehr. Wege für eine chinesisch-europäische Zusammenarbeit in Afrika? In: Aus Politik und Zeitgeschuichte, S. 41
  76. Mit dem Beschluss des britischen Parlaments vom 18. Juli 1947, Indien und Pakistan als Dominions in die Unabhängigkeit zu entlassen, wurden die indischen Fürstenstaaten, die bislang unter britischem Protektorat gestanden hatten, voll souverän. Die Fürsten konnten entscheiden, ob und welchem der neuen Staaten sie sich anschließen wollten. Bis zum 17. August erklärten alle bis auf drei (Hyderabad, Junagadh und Kaschmir) ihren Beitrittswillen und übertrugen die Zuständigkeit für Äußeres, Verteidigung und Kommunikation, für die bisher die britische Schutzmacht – bzw. der Vizekönig – zuständig gewesen war, an die neuen Staaten. Die kleineren Fürstenstaaten schlossen sich zu Föderationen zusammen. Fast alle Fürstenstaaten erklärten im Laufe des Jahres 1949 formell den vollen Anschluss an Indien oder Pakistan. 1956 wurden ehemalige britische Provinzen und ehemalige Fürstenstaaten gleichgestellt und die Fürsten abgesetzt. Sie erhielten zum Ausgleich Apanagen, die jedoch 1971 abgeschafft wurden.
  77. D. Rothermund: Indien. Aufstieg einer asiatischen Weltmacht, München 2008, S. 66: Von da ab fühlte China sich Indien überlegen. „Mehr als deutlich wurde dies, als China 1979 in Vietnam einfiel und Deng Xiaoping dies kommentierte, indem er sagte, dass man jetzt diesem Land eine Lehre erteile, wie man es 1962 mit Indien getan habe.“
  78. D. Rothermund: Indien. Aufstieg einer asiatischen Weltmacht, München 2008, S. 76: „Die indische Atombombe ist […] ein Argument und nicht eine Waffe, die man wirklich anwenden will. Sie ist ausschließlich von zivilen Institutionen entwickelt worden; das Militär wurde absichtlich nicht damit befasst.“ Unter den getesteten Bomben befand sich auch eine Wasserstoffbombe. (Rothermund, S.84)
  79. Dazu trugen insbesondere die Softwareindustrie, die Diamantenschleiferei und die Produktion von Fertigkleidung bei. Vgl. Rothermund: Indien; München 2008, S. 124–141.
  80. Die staatliche indonesische Menschenrechtskommission Komnas HAM zog später folgende Bilanz: 1188 Todesopfer, 101 Verletzte sowie 40 Einkaufszentren, 2479 Geschäfte und 1604 Häuser, die geplündert und niedergebrannt wurden. 1119 Autos, 1026 Wohnungen und 382 Büros wurden demoliert oder angezündet.
  81. Zur weiteren Entwicklung vgl. die Indonesienseite der AG Friedensforschung, abgerufen am 7. September 2011