Mental as Anything

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Mental as Anything, 2007
Mental as Anything, 1983

Mental as Anything ist eine New-Wave- und Rockband aus Sydney (New South Wales, Australien), die von ihren Fans Mentals genannt wird.

Bandgeschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Studenten Reg Mombassa, Martin Plaza, Greedy Smith, Peter O’Doherty und Wayne Deslisle gründeten die Band 1977 in Sydney, angeblich, um durch Auftritte kostenlos an Drinks zu kommen. Das musikalische Resultat war besser als erwartet, so erlangte Mental as Anything immer mehr Bekanntheit und es kam zu einer sehr langen Kneipentour.

Am 16. August 1977, in der Nacht, in der Elvis Presley starb, trat die Band das erste Mal im Cellblock Theatre (East Sydney Tech.) auf. Es schloss sich ein einjähriges Engagement am Unicorn Hotel in Sydney an, bei dem ein Billardtisch als provisorische Bühne diente. 1978 blieben die Mentals zwar in der Stadt, wechselten jedoch für ein weiteres Jahr ins Civic Hotel.

1979 gelang mit der Single The Nips Are Getting Bigger (AU Platz 16) und dem Album Get Wet (AU Platz 19) das erste Mal der Einstieg in die Top 20 der australischen Charts. Für die Single gab es nach Veröffentlichung in Großbritannien eine Platzierung in den Top 40 der Independent-Charts.

Die Auskopplung Come Around (AU Platz 18) aus dem 1980er Album Espresso Bongo konnte sich ebenso in der australischen Hitparade platzieren wie (Just Like) Romeo and Juliet (AU Platz 27), das jedoch auf keinem Album zu finden war. 1981 erschien das Platin-Album Cats and Dogs. Die daraus ausgekoppelten Songs If You Leave Me, Can I Come Too? (AU Platz 4) und Too Many Times (AU Platz 6) waren die ersten Top-10-Hits der Band.

1982 ging Mental as Anything erstmals in den Vereinigten Staaten auf Tour. Dort entstand die Single I Didn’t Mean to Be Mean (AU Platz 25), die von Elvis Costello produziert wurde. Mit dem Longplayer Creatures of Leisure und weiteren Auskopplungen, z. B. Spirit Got Lost (AU Platz 20) und Working for the Man (AU Platz 20), einer Coverversion des Roy-Orbison-Hits von 1962, ging es, neben den USA, auch in Kanada auf Konzertreise.

Die erste Kunstausstellung mit Werken der Bandmitglieder gab es 1983 in Watters Gallery, Darlinghurst (Sydney). Zu den Käufern gehörten auch Patrick White und Elton John. White gab später eine von Regs Arbeiten an die Art Gallery of NSW.

Mit Apocalypso (Wiping the Smile off Santa’s Face) (AU Platz 37) veröffentlichten die Mentals 1984 eine Weihnachtssingle. Im Folgejahr erschien das Platin-Album Fundamental as Anything mit den Singles You’re so Strong (AU Platz 11) und Live It Up (AU Platz 2). Für Live It Up gab es einen APRA Award in der Kategorie Most Performed Work und einen Countdown Award für die beste Single. Durch die Verwendung im Soundtrack zum Film Crocodile Dundee wurde der Titel Ende 1986 auch in Europa populär und erreichte rund anderthalb Jahre nach seiner Veröffentlichung hohe Chartplatzierungen in Skandinavien, Deutschland, England, den Niederlanden, Spanien und Italien, wo Mental as Anything vom italienischen Fernsehen der begehrte Telegatto verliehen wurde.

Das Album Mouth to Mouth erschien 1987. Der Erfolg der Band beschränkte sich nun wieder auf Australien, wo die Singles Let’s Go to Paradise und He’s Just No Good for You die Top 20 erreichten (beide Platz 15). Eine Coverversion von Elvis Presleys Love Me Tender war auf keinem Album enthalten, aber als Single erhältlich (AU Platz 34). Im gleichen Jahr tourte die Band mit Robert Palmer durch Großbritannien, Kanada und Nebraska (USA).

Der 1988er Hit Rock & Roll Music (AU Platz 5) stammte aus dem Soundtrack von Einstein Junior (Originaltitel Young Einstein). Cyclone Raymond hieß das 1989er Album, das vorerst das letzte sein sollte.

Der stellvertretende Premierminister Australiens, Paul Keating, eröffnete 1990 die zweite Mental-as-Anything-Kunstausstellung, bei der Werke aller fünf Bandmitglieder zu sehen waren. Wegen des großen Erfolgs tourte die Ausstellung über den Kontinent.

Das nächste Studioalbum Liar Liar Pants on Fire erschien erst 1995. Danach zogen sich die Musiker ins Studio zurück, um an einem neuen Album zu arbeiten. Sie spielten auf dem Mountain Rock Music Festival in Woodville und tourten mit Chris Isaak durch Australien und Neuseeland.

Die LP Garage erschien 1997. Zeitnah wurde die dritte Kunstausstellung, die anschließend bis 2002 durch Australien reiste, von Ex-Premier Gough Whitlam eröffnet. 1999 verließ der Songwriter Peter O’Doherty die Band, um professionell als Maler zu arbeiten. Er gewann später viele Kunstpreise und veranstaltete Ausstellungen im In- und Ausland. Das neue Mentals-Mitglied wurde David Barraclough.

Am Australia Day 2000 spielte die Band in Ho-Chi-Minh-Stadt in Vietnam. In den nächsten Jahren folgten diverse weitere nationale und internationale Tourneen sowie mehrere Albumveröffentlichungen, z. B. 2009 Tents Up. 2009 wurde die Band in die ARIA Hall of Fame aufgenommen.[1]

Mitglieder[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Aktuelle[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Martin Plaza (Martin Murphy) – Gitarre, Gesang (seit 1976)
  • Greedy Smith (Andrew Smith) – Keyboard, Mundharmonika, Gesang (seit 1976)
  • David Barraclough – Bass, Gesang, Gitarre, Keyboard (seit 2000)
  • Mike Caen - Gitarre, Gesang (seit 2002)
  • Robbie Souter – Schlagzeug (seit 2004)
  • Martin Cilia – Gitarre (seit 2014)

Ehemalige[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Reg Mombassa (Chris O’Doherty) – Gitarre, Gesang (1976–2000)
  • Steve Coburn – Bass (1976–1977)
  • David Twohill (Wayne de Lisle) – Schlagzeug (1976–2004)
  • Peter O’Doherty (Yoga Dog) – Bass, Gesang (1977–2000)
  • Mike Gubb – Keyboard (bei Konzerten) (1986–1987)
  • Murray Cook – Gitarre (2000–2002)

Diskografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Studioalben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Jahr Titel
Musiklabel
Charts[2][3] Anmerkungen
AustralienAustralien AU
1989 Cyclone Raymond
CBS 465645
34
(4 Wo.)
Erstveröffentlichung: September 1989
Produzenten: Mark Moffatt, Mark Opitz,
Robin Smith, Steve James
1995 Liar, Liar, Pants on Fire
Ariola 333842
32
(2 Wo.)
Erstveröffentlichung: Oktober 1995
Produzenten: Mental as Anything, Martin White

* Die australischen Albumplatzierungen vor 1988 sind zurzeit nicht abrufbar, siehe auch Formatvorlage Charts.

weitere Studioalben

  • 1979: Get Wet (Regular 37125)
  • 1980: Espresso Bongo (Regular 37358; VÖ: 21. Juli)
  • 1981: Cats & Dogs (Regular 53006)
  • 1982: If You Leave Me, Can I Come Too? (nur UK, US, NL; A&M 4921)
  • 1983: Creatures of Leisure (Regular 1205)
  • 1985: Fundamental as Anything (Regular 1212)
  • 1987: Mouth to Mouth (CBS 450361)
  • 1998: Garàge (2 CDs; Festival 93492; VÖ: 25. August)
  • 2000: Beetroot Stains (Universal Music Australia 0026)
  • 2002: Road Case (Syray Pty Ltd 0008)
  • 2005: Plucked (Liberation Blue 081; VÖ: 14. Mai)
  • 2009: Tents Up (Warner Music Australia 46772; VÖ: 15. Juni)

Kompilationen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Jahr Titel
Musiklabel
Charts[2][3] Anmerkungen
AustralienAustralien AU
1999 Best of Mental as Anything
Festival 26450
42
(2 Wo.)
Erstveröffentlichung: November 1999

* Die australischen Albumplatzierungen vor 1988 sind zurzeit nicht abrufbar, siehe auch Formatvorlage Charts.

weitere Kompilationen

  • 1986: Greatest Hits Volume 1 (CBS 8158)
  • 1993: Chemical Travel (Regular 31094)
  • 1999: Mental as Anything (Festival)
  • 2003: Best of Mental as Anything (Festival; VÖ: 4. März)
  • 2009: Essential as Anything: 30th Anniversary Edition (CD + DVD; Rhino 39165)
  • 2016: A Mental Collection, Vol. 1 (Edsel; VÖ: 29. April)
  • 2016: Live It Up: The Collection (2 CDs; Music Club Deluxe 221; VÖ: 11. November)

EPs[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • 1979: Plays at Your Party (VÖ: 22. Januar)
  • 1995: Bicycle
  • 1997: Minus Bonus
  • 1998: Just My Luck
  • 1998: Calling Colin
  • 2000: Fine Line
  • 2001: Borscht
  • 2017: 5 Track EP

Singles[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Jahr Titel
Album
Chartplatzierungen[2][3][4] Anmerkungen
DeutschlandDeutschland DE OsterreichÖsterreich AT Vereinigtes KonigreichVereinigtes Königreich UK Vereinigte StaatenVereinigte Staaten Dance AustralienAustralien AU
1979 The Nips Are Getting Bigger
Get Wet
300! 300! 300! 300! 16
(26 Wo.)
Erstveröffentlichung: Juli 1979
Autor: Martin Murphy
1979 Possible Theme for a
Future TV Drama Series
Get Wet
300! 300! 300! 300! 57
(11 Wo.)
Erstveröffentlichung: November 1979
Autor: Martin Plaza
1980 Come Around
Espresso Bongo
300! 300! 300! 300! 18
(25 Wo.)
Erstveröffentlichung: Mai 1980
Autor: Martin Plaza
1980 (Just Like) Romeo and Juliet
300! 300! 300! 300! 27
(18 Wo.)
Erstveröffentlichung: November 1980
Autoren: Bob Hamilton, Freddie Gorman
Original: The Reflections, 1964
1981 If You Leave Me – Can I Come Too?
Cats & Dogs
300! 300! 300! 300! 4
(21 Wo.)
Erstveröffentlichung: Mai 1981
Autor: Martin Plaza
1981 Too Many Times
Cats & Dogs
300! 300! 300! 300! 6
(20 Wo.)
Erstveröffentlichung: August 1981
Autor: Greedy Smith
1981 Berserk Warriors
Cats & Dogs
300! 300! 300! 300! 30
(16 Wo.)
Erstveröffentlichung: Dezember 1981
Autor: Peter O’Doherty
1982 I Didn’t Mean to Be Mean
If You Leave Me, Can I Come Too?
300! 300! 300! 300! 25
(10 Wo.)
Erstveröffentlichung: April 1982
Autor: Martin Plaza
1982 Close Again
Creatures of Leisure
300! 300! 300! 300! 55
(16 Wo.)
Erstveröffentlichung: November 1982
Autor: Peter O’Doherty
1983 Spirit Got Lost
Creatures of Leisure
300! 300! 300! 300! 20
(13 Wo.)
Erstveröffentlichung: März 1983
Autoren: Greedy Smith, Reg Mombassa
1983 Brain Brain
Creatures of Leisure
300! 300! 300! 300! 82
(7 Wo.)
Erstveröffentlichung: Juni 1983
Autor: Peter O’Doherty
1983 Working for the Man
Creatures of Leisure
300! 300! 300! 300! 20
(18 Wo.)
Erstveröffentlichung: November 1983
Autor und Original: Roy Orbison, 1962
1984 Apocalypso
(Wiping the Smile off Santa’s Face)
Fundamental as Anything
300! 300! 300! 300! 37
(12 Wo.)
Erstveröffentlichung: November 1984
Autoren: Martin Plaza, Reg Mombassa
1985 You’re So Strong
Fundamental as Anything
300! 300! 82
(2 Wo.)
21
(8 Wo.)
11
(18 Wo.)
Erstveröffentlichung: März 1985
Charteintritt US-Dance erst im September 1986
Charteintritt UK erst im Mai 1987
Autor: Greedy Smith
1985 Live It Up
Fundamental as Anything
6
(15 Wo.)
15
(10 Wo.)
3 Silber
(15 Wo.)
300! 2
(23 Wo.)
Erstveröffentlichung: Mai 1985
Charteintritt in der EU erst 1987
Autor: Greedy Smith
1985 Date with Destiny
Fundamental as Anything
300! 300! 300! 300! 25
(11 Wo.)
Erstveröffentlichung: September 1985
Autor: Greedy Smith
1985 Big Wheel
Fundamental as Anything
300! 300! 300! 300! 75
(6 Wo.)
Erstveröffentlichung: November 1985
Autor: Martin Plaza
1986 Let’s Go to Paradise
Mouth to Mouth
300! 300! 300! 300! 15
(22 Wo.)
Erstveröffentlichung: November 1986
Autor: Greedy Smith
1987 He’s Just no Good for You
Mouth to Mouth
300! 300! 88
(2 Wo.)
300! 15
(18 Wo.)
Erstveröffentlichung: Juli 1987
Charteintritt UK erst im Januar 1988
Autor: Greedy Smith
1987 Don’t Tell Me Now
Mouth to Mouth
300! 300! 300! 300! 35
(20 Wo.)
Erstveröffentlichung: September 1987
Autor: Martin Plaza
1987 Love Me Tender
Mouth to Mouth
300! 300! 300! 300! 34
(14 Wo.)
Erstveröffentlichung: November 1987
Autoren laut Cover: Elvis Presley, Vera Matson (siehe hier)
Original: Aura Lee, 1936
1988 Rock and Roll Music
Cyclone Raymond
300! 300! 300! 300! 5
(16 Wo.)
Erstveröffentlichung: 21. November 1988
Autor und Original: Chuck Berry, 1957
1989 The World Seems Difficult
Cyclone Raymond
300! 300! 300! 300! 19
(9 Wo.)
Erstveröffentlichung: 7. August 1989
Autor: Peter O’Doherty
1995 Mr. Natural
Liar, Liar, Pants on Fire
300! 300! 300! 300! 27
(13 Wo.)
Erstveröffentlichung: März 1995
Autor: Martin Plaza

weitere Singles

  • 1980: Egypt (VÖ: Januar)
  • 1982: Let’s Cook (VÖ: April)
  • 1986: Hold On (Flexi; VÖ: März)
  • 1986: Sloppy Croc (VÖ: April)
  • 1989: Love Comes Running (VÖ: April)
  • 1989: Baby You’re Wild (VÖ: Oktober)
  • 1990: Overwhelmed (VÖ: 26. Februar)
  • 1995: Whole Wide World
  • 1995: Nigel
  • 1996: Marianne
  • 1998: Just My Luck
  • 1998: Calling Colin
  • 2001: Fine Line
  • 2001: Stretchmarks
  • 2002: Talking in Tongues

Videos[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • 1998: Monumental as Anything
  • 2006: Basemental

Quellen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. ARIA Hall of Fame. Australian Recording Industry Association, abgerufen am 6. August 2017 (englisch).
  2. a b c Chartquellen: DE AT UK US-Dance
  3. a b c Gold-/Platin-Datenbanken: UK AU (pdf)
  4. Joel Whitburn: Hot Dance/Disco 1974–2003, ISBN 978-0-89820-156-7

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]