Mentuhotep I.

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Namen von Mentuhotep I.
Horusname
G5
D1 p
D36 Z1
Srxtail2.svg
Hor-tepia
Ḥr.(w)-tp [j] ˁ
Horus Vorfahre
Eigenname
Hiero Ca1.svg
mn
n
V13
wHtp
t p
O29V
Hiero Ca2.svg
Mentuhotepaa[1]
(Mentu hotep aa)
Mnṯw ḥtp ˁ3
Month ist zufrieden, der Große (Ältere)

Mentuhotep I. ist der Eigenname eines altägyptischen Königs (Pharaos) der 11. Dynastie (Mittleres Reich), welcher etwa von 2137 bis 2133 v. Chr. hauptsächlich in Oberägypten regierte.

Belege[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Mentuhotep I. (eigentlich Mentuhotepaa, Montuhotep der Ältere) ist bisher auf keinem zeitgenössischen Denkmal mit Sicherheit belegt und es ist deshalb sogar vermutet worden, dass es sich um einen fiktiven Ahnen der 11. Dynastie handelt.

Auf einer Statue aus dem Heiligtum des Heqaib auf Elephantine, deren Oberteil heute fehlt, wird er von einem Nachfolger als (jt-nTr.w) Vater der Götter bezeichnet.[2] Mit Götter sind die späteren Könige gemeint; wahrscheinlich seine beiden direkten Nachfolger Antef I. und Antef II., die von einigen Forschern aufgrund dieser Inschrift als seine Söhne betrachtet werden.[3] Gerade dieser Titel könnte darauf hinweisen, dass Mentuhotep I. doch kein Pharao war. Ein solcher Titel wurde in der Regel lediglich von nicht-königlichen Ahnherren geführt.[4]

Wand aus dem Tempel von Karnak mit der Abbildung verschiedener Herrscher, darunter Mentuhotep I. (Nr. 12)

Mögliche Herkunft[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nach der Königstafel von Karnak war Mentuhotep I. eventuell der Nachfolger eines thebanischen Fürsten mit Namen Antef. Diese Königstafel ist jedoch nicht chronologisch geordnet, so dass dies nur als Indiz gewertet werden kann.

Namen und Bedeutungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Sein Geburtsname lautet übersetzt „Month ist zufrieden“, und sein Beiname auf der Statue in Elephantine „meri setjed nebet Abu“ deutet darauf hin, dass er von der „Herrin von Abu“ (Elephantine) geliebt wurde. Da diese Statue auf Elephantine gefunden wurde, wo diese Göttin verehrt wurde, mag dieser Zusatz nur hier getragen worden sein. Sein Thronname ist unbekannt. Dies gilt jedoch auch für die drei folgenden Könige der 11. Dynastie (Antef I.–III.; Beckerath, 1999). Es erscheint somit als möglich dass er vielleicht nie einen annahm. Sein Horusname Vorfahr[5], wurde ihm sicherlich postum verliehen.

Regentschaft[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Eventuell war er lediglich ein thebanischer Fürst, dessen Herrschaftsgebiet vielleicht von Koptos bis zum 1. Katarakt reichte.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Allgemeines
  • Darrell D. Baker: The Encyclopedia of the Egyptian Pharaohs, Volume I: Predynastic to the Twentieth Dynasty (3300–1069 BC). Bannerstone Press, Oakville 2008 ISBN 978-0977409440, S. 222–223.
  • Thomas Schneider: Lexikon der Pharaonen. Albatros, Düsseldorf 2002, ISBN 3-491-96053-3, S. 155.
  • Peter A. Clayton: Die Pharaonen. Bechtermünz, Augsburg 1995, ISBN 3-8289-0661-3, S. 68, 72ff.
Zum Namen
  • Annales du Service des Antiquités de l’Égypte Le Caire. Band 55, 1900, S. 178ff.
  • Jürgen von Beckerath: Handbuch der ägyptischen Königsnamen. Deutscher Kunstverlag, München/ Berlin 1984, ISBN 3-422-00832-2, S. 63, 193.
Detailfragen
  • Labib Habachi: Elephantine IV. The Sanctuary of Hequaib. 2 Bände In: Archäologische Veröffentlichungen. (AV) 33, Mainz 1985, Band II, S. 109f.; Nr. 97 mit Tafel 187–188.
  • Labib Habachi: God’s fathers and the role they played in the history of the First Intermediate Period. In: Annales du services des Antiquities de l’Égypte. (ASAE) Band 55, 1958, S. 167–190.
  • Elke Blumenthal: Zeitschrift für Ägyptische Sprache und Altertumskunde. Band 114, 1987, S. 21f.
  • Farouk Gomaá: Ägypten während der Ersten Zwischenzeit (= Beihefte zum Tübinger Atlas des Vorderen Orients. (BTAVO) Reihe B [Geisteswissenschaften] Band 27) Wiesbaden 1980, S. 136–138, 140–143, 146.

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Schreibung des Namens nach der Statue aus dem Hekaib-Sanktuar
  2. L. Habachi: The Sanctuary of Hequaib. Mainz 1985, für Fotos siehe: Band II, Tafel 187–189.
  3. Louise Gestermann: Kontinuität und Wandel in Politik und Verwaltung des frühen Mittleren Reiches in Ägypten. Wiesbaden 1987 S. 26.
  4. L. Habachi: God’s fathers and the role they played in the history of the First Intermediate Period. In: ASAE. Band 55, S. 167ff.
  5. der Name ist nur auf einer alten Zeichnung von Prisse d’Avennes erhalten, siehe L. Habachi: God’s fathers and the role they played in the history of the First Intermediate Period. In: ASAE. Band 55, Figur 4.
VorgängerAmtNachfolger
unsicherKönig von Oberägypten
11. Dynastie (Anfang)
Antef I.