Menz (Stechlin)

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Menz
Gemeinde Stechlin
Koordinaten: 53° 6′ 10″ N, 13° 3′ 2″ O
Höhe: 73 m
Einwohner: 552 (30. Dez. 2011)
Eingemeindung: 27. September 1998
Postleitzahl: 16775
Vorwahl: 033082

Menz ist eine ehemals selbständige Gemeinde im Norden des Landkreises Oberhavel in Brandenburg. Sie ist seit dem 27. September 1998 ein Ortsteil der Gemeinde Stechlin.[1]

Menz liegt zwischen Rheinsberg und Fürstenberg/Havel unmittelbar am Roofensee und grenzt an das Waldgebiet der Menzer Heide mit dem Großen Stechlinsee. Das Naturschutzgebiet Stechlin und das Landschaftsschutzgebiet Fürstenberger Wald- und Seengebiet grenzen direkt an die Ortslage. Das märkische Dorf liegt im Naturpark Stechlin-Ruppiner Land im nördlichen Teil des Landkreises Oberhavel, 80 Kilometer nördlich von Berlin.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Roofensee

Menz wurde erstmals 1290 urkundlich erwähnt. Archäologische Spuren reichen jedoch weit in die Zeit der slawischen Besiedlung zurück. Auf dem 300 m westlich des Ortes am Roofensee liegenden Wallberg befand sich ein slawischer Burgwall (Turmhügel) mit vorgelagerter Siedlung.

Der Rittersitz ging Anfang 13. Jahrhunderts in den Besitz von Johannis Mentiz, einem Gefolgsmann der Grafen von Lindow-Ruppin über. Die Grenzlage setzte den Marktflecken wiederholt im Zeitraum von 1420 bis 1438 Raubzügen mecklenburgischer Ritter aus. 1524 kam Menz als Teil der Herrschaft Ruppin an die Mark Brandenburg. Im Jahre 1638 wurde der Ort zusammen mit weiteren 28 Siedlungen von den aus dem Kreis Ruppin abziehenden kaiserlichen Truppen unter General Gallas eingeäschert.

Seit dem 18. Jahrhundert entwickelte sich Menz, begünstigt durch Forst- und Seenbesitz, zu einem der wohlhabendsten Amtsdörfer im Kreis Ruppin. In der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts wurde die Menzer Heide fast völlig kahlgeschlagen, nachdem der Bau des Polzowkanals die Voraussetzung zur Verschiffung der Hölzer über die Havel nach Berlin geschaffen hatte.

Das älteste Gebäude von Menz ist die Feldsteinkirche aus dem 13. Jahrhundert, die nach dem Dreißigjährigen Krieg wiederholt umgebaut wurde.

Bevölkerungsentwicklung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Jahr Einwohner
1875 718
1890 796
1925 636
1933 646
1939 643
Jahr Einwohner
1946 924
1950 979
1964 794
1971 781
1981 670
Jahr Einwohner
1985 664
1989 660
1990 661
1991 647
1992 630
Jahr Einwohner
1993 624
1994 622
1995 606
1996 606
1997 612

Gebietsstand des jeweiligen Jahres[2]

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Museen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Regionalwerkstatt Stechlin

Das NaturParkHaus befindet sich in der Dorfmitte in dem Gebäude der alten Oberförsterei. Es bietet eine Ausstellung zum Anfassen und Mitmachen nicht nur für Kinder. In der Regionalwerkstatt Stechlin direkt nebenan finden immer wieder wechselnde Ausstellungen zu regionalen Themen statt.

Denkmal[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ein viereckiger Feldsteinbau ist 1926 als Kriegerdenkmal erbaut worden. An drei Seiten ist jeweils eine an die Gefallenen des Ersten Weltkriegs erinnernde Gedenktafel angebracht. An der vierten Seite befindet sich eine Gedenktafel für die Gefallenen des Zweiten Weltkriegs. 1987 wurden sie von Herrn J. Braun aus Menz restauriert.

Kirche[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Hauptartikel: Dorfkirche Menz
Kirche von Menz

Mitten im Dorf steht eine Feldsteinkirche, die 1585 vollendet wurde. 1772 erhielt der Kirchturm seine heutige Form. Aus dem 17. Jahrhundert stammen die historischen Hofanlagen.

Im Inneren der Kirche sieht man das Holztonnengewölbe und eine Wendetür aus dem 13. Jahrhundert. Die Rundfenster zeigen Christus als Weltherrscher.

2002 wurde eine einmanualige Orgel eingeweiht.

Rundweg um den Roofensee[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Um den Roofensee herum führt ein Fuß- und Laufweg, an dem es auch mehrere Badestellen gibt. Informationsmaterial und einen Rucksack für den Wasser- und Walderlebnispfad und den Moorlehrpfad gibt es im NaturParkHaus Stechlin in Menz.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Menz bei Rheinsberg – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Quellen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. StBA: Änderungen bei den Gemeinden Deutschlands, siehe 1998
  2. Historisches Gemeindeverzeichnis des Landes Brandenburg 1875 bis 2005. Landkreis Oberhavel. S. 22–25