Mepanipyrim

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Strukturformel
Strukturformel von Mepanipyrim
Allgemeines
Name Mepanipyrim
Andere Namen
  • 4-Methyl-N-phenyl-6-(1-propinyl)-2-pyrimidinamin
  • N-(4-methyl-6-prop-1-inylpyrimidin-2-yl)anilin (IUPAC)
Summenformel C14H13N3
Kurzbeschreibung

hellgelber, geruchloser Feststoff[1][2][3]

Externe Identifikatoren/Datenbanken
CAS-Nummer 110235-47-7
EG-Nummer 600-951-7
ECHA-InfoCard 100.120.151
PubChem 86296
Wikidata Q15632906
Eigenschaften
Molare Masse 223,27 g·mol−1
Aggregatzustand

fest[1]

Dichte

1,2 g·cm−3[2]

Schmelzpunkt

132,8 °C[2]

Siedepunkt

288 °C (Zersetzung)[3]

Dampfdruck

2,32·10−5 Pa (25 °C)[3]

Löslichkeit
Sicherheitshinweise
GHS-Gefahrstoffkennzeichnung aus Verordnung (EG) Nr. 1272/2008 (CLP),[4] ggf. erweitert[1]
08 – Gesundheitsgefährdend 09 – Umweltgefährlich

Achtung

H- und P-Sätze H: 351​‐​410
P: 273​‐​281​‐​501 [2]
Toxikologische Daten
Soweit möglich und gebräuchlich, werden SI-Einheiten verwendet. Wenn nicht anders vermerkt, gelten die angegebenen Daten bei Standardbedingungen.

Mepanipyrim ist eine chemische Verbindung aus der Gruppe der Pyrimidine, genauer der Anilinopyrimidine.

Gewinnung und Darstellung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Mepanipyrim kann durch Reaktion von 2-Thiomethyl-4-methyl-6-propinylpyrimidin mit Wasserstoffperoxid, Formanilid und Chlorwasserstoff gewonnen werden.[5]

Mepanipyrim synthesis.svg

Eigenschaften[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Mepanipyrim ist ein hellgelbes geruchloses Pulver, das praktisch unlöslich in Wasser ist. Es ist stabil gegenüber Hydrolyse bei pH-Werten von 5, 7 und 9.[3]

Verwendung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Mepanipyrim wird als Fungizid vor allem gegen Grauschimmel (Botrytis cinerea) von Reben und Gemüse, aber auch Schorf (Venturia sp.) bei Äpfeln und Birnen sowie Braunfäule (Monilinia fructicola) bei Pfirsichen. Die Wirkung beruht auf der Hemmung des Myzelwachstums, wobei Auswirkungen auf Transport-Mechanismen wahrscheinlich verantwortlich für seine antifungale Wirkung sind.[6]

Handelsnamen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Frupica

Zulassung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Verbindung wurde 1995 auf den Markt gebracht[7] und am 24. Oktober 1997 wurde von der Kumiai Chemical Industry in Italien der Antrag auf Zulassung in der EU eingereicht.[3] In der Europäischen Union darf Mepanipyrim seit 2004 für Anwendungen als Fungizid zugelassen werden.[8] Die erste Zulassung in Deutschland wurde 2006 erteilt.[9]

In Deutschland, Österreich und der Schweiz sind Pflanzenschutzmittel mit diesem Wirkstoff zugelassen.[10]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b c d e Eintrag zu Mepanipyrim in der GESTIS-Stoffdatenbank des IFA, abgerufen am 14. Januar 2013 (JavaScript erforderlich).
  2. a b c d Datenblatt Mepanipyrim bei Sigma-Aldrich, abgerufen am 20. Mai 2017 (PDF).
  3. a b c d e f g EU: Review report for the active substance mepanipyrim (PDF; 276 kB), 29. März 2004
  4. Eintrag zu 4-methyl-N-phenyl-6-(1-propynyl)-2-pyrimidinamine im Classification and Labelling Inventory der Europäischen Chemikalienagentur (ECHA), abgerufen am 1. August 2016. Hersteller bzw. Inverkehrbringer können die harmonisierte Einstufung und Kennzeichnung erweitern.
  5. Thomas A. Unger: Pesticide synthesis handbook. 1996, ISBN 978-0-8155-1401-5, S. 559 (eingeschränkte Vorschau in der Google-Buchsuche).
  6. EFSA: Review of the existing maximum residue levels (MRLs) for mepanipyrim according to Article 12 of Regulation (EC) No 396/20051
  7. Wolfgang Krämer, Ulrich Schirmer, Peter Jeschke, Matthias Witschel: Modern Crop Protection Compounds. John Wiley & Sons, 2012, ISBN 978-3-527-32965-6, S. 707 (eingeschränkte Vorschau in der Google-Buchsuche).
  8. Durchführungsverordnung (EU) Nr. 540/2011 der Kommission vom 25. Mai 2011 zur Durchführung der Verordnung (EG) Nr. 1107/2009 des Europäischen Parlaments und des Rates hinsichtlich der Liste zugelassener Wirkstoffe (PDF)
  9. Peter Brandt: Berichte zu Pflanzenschutzmitteln 2009: Wirkstoffe in Pflanzenschutzmitteln; Zulassungshistorie und Regelungen der Pflanzenschutz-Anwendungsverordnung. Springer DE, 2010, ISBN 3-0348-0028-2, S. 20.
  10. Generaldirektion Gesundheit und Lebensmittelsicherheit der Europäischen Kommission: Eintrag zu Mepanipyrim in der EU-Pestiziddatenbank; Eintrag in den nationalen Pflanzenschutzmittelverzeichnissen der Schweiz, Österreichs und Deutschlands; abgerufen am 13. März 2016.